Antonín Dvořák (Foto: Wikipaedia)Antonín Dvořák wurde am 8. September 1841 in Nelahozeves als erstes von neun Kindern geboren.

In der Schule bekam er mit sechs Jahren zum ersten Mal Geigenunterricht. 1853 übersiedelte er nach Zlonice, um Deutsch zu lernen. Außerdem studierte beim dortigen Kantor Anonín Liehmann Klavier und Orgel und begann zu komponieren. Obwohl Liehmann sehr streng und auch jähzornig war, wurde er von Dvořák so sehr geschätzt, dass er ihm in seiner Oper „Der Jakobiner“ ein Denkmal setzte.

Ab dem Oktober 1857 besuchte er die Orgelschule und die deutsche Fortbildungsschule des Franziskanerklosters zu Maria Schnee. Gleichzeitig trat er als Bratschist in das Orchester des Cäcilienvereins ein. 1859 schloss er als Zweitbester die Orgelschule ab. Die Versuche eine Stelle als Organist zu bekommen, scheiterten. So arbeitete er ab dem Sommer 1859 als Bratschist im privaten Orchester von Karl Komzák und spielte in Kaffeehäusern und auf öffentlichen Plätzen. Ab 1862 spielte Komzáks Kapelle auch im neueröffneten Prager Interimstheater, das 1865 vollständig im Opernorchester aufging. Dvořak wurde Erster Bratschist. Bereits während dieser Zeit entstanden die ersten Kompositionen. Neben seiner Arbeit gab er Klavierunterricht, bei dem er sich unglücklich in die sechszehnjährige Josefina Čermáková verliebte. Acht Jahre später, am 17. November 1873 heiratete er ihre jüngere Schwester Anna.

Antonín Dvořák: Sinfonie 8 und 9: Aus der neuen Welt

1870 verfasste Dvořák seine erste Oper „Alfred“, die jedoch zu seinen Lebzeiten nie aufgeführt wurde. Das erste für die Öffentlichkeit bestimmte Werk war die Oper „Der König und der Köhler“. 1871 gab Dvořák seine Stelle als Orchestermusiker auf, um mehr Zeit zum Komponieren zu haben.
Während seine Lieder, kammermusikalische Werke und der  Hymnus „Die Erben des Weißen Berges“ fast enthusiastisch gefeiert wurden, wurden die Proben zu seiner Oper abgebrochen, da sie als unsingbar eingestuft wurde. Dvořák wandte sich daruafhin von der Neudeutschen Schule ab , änderte seinen Kompositionsstil , schrieb seine Oper neu und führte sie im November 1874 erfolgreich auf. Im gleichen Jahr trat er auch eine Stelle als Organist an, die er bis 1877 behielt. 
Johannes Brahms verhalf ihm schließlich zu seinem endgültigen Durchbruch: er setzte sich bei seinem Verleger Fritz Simrock für die Veröffentlichung der „Klänge aus Mähren“ ein, einer Sammlung von Duetten. Dies war gleichzeitig der Beginn einer lebenslangen Freundschaft.

1884 reiste Dvořák auf Einladung der Philharmonic Society nach London und führte dort unter seinem Dirigat „Stabat Mater“ auf. Die Oratorien „Die Geisterbraut“ und „Die Heilige Ludmilla“ – das erste große tschechisch sprachige Oratorium – folgten als Auftragswerke.
Nach dieser Reise folgte eine ruhigere Phase im Leben des Komponisten: er kaufte eine Sommerresidenz in Vysoká (bei Příbram), nahm weniger Aufträge an, überarbeitete ältere Werke und komponierte die Oper „Der Jakobiner“.

Antonín Dvořák: Alle neun Symphonien1889 folgte eine Konzertreise nach Moskau und Petersburg, nach einem weiteren Besuch in London kehrte er nach Prag zurück und erhielt dort die Ehrendoktorwürde der Karlsuniversität verliehen. Im Oktober 1890 nahm er eine Stelle als Professor am Prager Konservatorium an.
1891 verlieh ihm der Kaiser in Wien den Orden der Eisernen Krone der III. Klasse, er wurde Mietglied in der Akademie der Wissenschaften in Prag und bekam die Ehrendoktorwürde der Universität Prag und Cambridge.
1892 tritt Dvořák die Stelle des Direktors des National Conservatory of Music in New York an. Diese ist mit 15.000 Dollar jährlich sehr attraktiv dotiert, allerdings wurde durch den langen Aufenthalt seine Familie zerrissen. Seine Frau, seine Tochter Otilie und sein Sohn Antonín kommen mit ihm, die anderen vier Kinder besuchen die USA nur in den Sommermonaten 1893.
Für New York schrieb Dvořák einige seiner bekanntesten Werke: Die Sinfonie Nr. 9 „Aus der Neuen Welt“, das Te Deum und das Streichquartett op.96, das als das „Amerikanische Streichquartett“ bezeichnet wird.
Obwohl Dvořáks zweijähriger Vertrag nochmals um zwei Jahre verlängert wird, reist er bereits im April 1895 wieder nach Hause. Grund dafür waren seinen Aussagen zufolge die Sorge um die Kinder – auch seine Frau wollte nicht so lange von ihnen getrennt sein – es könnte aber auch die finanzielle Lage seiner Mäzenin gewesen sein, die sich auf Grund der Weltwirtschaftskrise stark verschlechtert hatte, sodass er mehrmals sein Gehalt erst verspätet bekam.

Antonín Dvořák: RusálkaSo nimmt er im November desselben Jahres  seine Tätigkeit am Prager Konservatorium wieder auf. In dieser Zeit entstehen seine letzten Streichquartette.
1896 wendet sich Dvořák der sinfonischen Dichtung zu. Innerhalb eines Jahres schreibt er den „Wassermann“, die „Mittagshexe“, das „Goldene Spinnrad“ und „Die Waldtaube“, ein Jahr später folgt das „Heldenlied“. Danach schließt er mit seinem Kammermusik- und Orchesterschaffen ab – in seinen letzten Jahren komponiert er nur noch Opern: 1898 die „Teufelskäthe“, 1900 „Rusálka“ und 1902/03 „Armida“.
Während der Uraufführung von „Armida“ muss Dvořák das Theater wegen plötzlichen Unwohlseins verlassen. Er stirbt am 1. Mai 1904 im Kreise seiner Familie an einem Gehirnschlag. Tausende begleiten den Trauerzug. Sein Grab befindet sich auf dem Ehrenfriedhof des Vyšehrads.

Hier ein paar Takte von Rusalka ...