Dora Pejacevic (Foto: Wikipaedia)Die kroatische Komponistin stammte aus dem Geschlecht der Pejačević – aus dem Našice-Zweig, die eine bedeutende Rolle in der kroatischen Geschichte spielten.

Ihr Vater Teodor war sogar Ban (Vizekönig) von Kroatien. Dora entwickelte bereits früh ihre Liebe zur Musik und Kunst und war mit vielen bedeutenden Persönlichkeiten der damaligen Zeit befreundet. Ihre Werke sind leider nur einer kleinen Fangemeinde bekannt, vielleicht können wir dies hiermit ein wenig ändern.

Dora Pejačević wurde am 10.September 1885 in Budapest geboren, übersiedelt aber in früher Kindheit nach Našice – in Slawonien – auf.  Das Gebiet stand bis 1687 unter türkischer Herrschaft, 1734 wurde es von den Grafen Pejačević gekauft, die es bis 1945 behielten. Sie bauten hier 1811 das sogenannte „große Schloss“.  Im Ort existiert heute noch das kleine Schloss, umgeben von einem kleinem Wald und einem wundervollen englischen Garten.

Doras Mutter,  die ungarische Baronin Elisabeta-Lilla Vay de Vaya ist ausgebildete Pianistin und Sängerin und erkennt früh die musikalische Begabung ihrer Tochter. Auch Lilla Pejačević komponierte – außerdem förderte sie die bildende Kunst in Kroatien und war von 1904 bis 1918 Schirmherrin des Kroatischen Musikinstituts.

Dora Pejačević: Chamber WorksDora wird jedoch nicht nur musikalisch ausgebildet. Sie wird später mit ihren vielfältigen Sprachkenntnissen überraschen, beschäftigt sich mit Werken der Weltliteratur, aber auch mit den verschiedenen Bereichen der Philosophie und politischen Texten. Sie liest Schopenhauer, Kierkegaard, Dostojewski, Ibsen, Nietzsche, Oscar Wilde. Nach ihrem Musikunterricht bei Károly Noszeda setzt sie ihre Ausbildung im Kroatischen Musikverein in Zagreb fort, nimmt dann Privatstunden in Dresden bei Percy Sherwood und in München bei Walter Courvoisier, der sie in Komposition unterrichtet. Bei Henri Petri lernt sie Violine.

Zu ihren Bekanntenkreis gehören unter anderem Karl Kraus, Rainer Maria Rilke und Annette Kolb.
Zeitweise lebt sie auch in Budapest, Prag und Wien. Im Herbst 1921 heiratet sie Ottomar Lumbe und übersiedelt zu ihm nach München. Am 30.Jänner 1923 kommt Sohn Theo auf die Welt. Dora ist bereits 38 Jahre alt und stirbt am 5. März in der Münchner Frauenklinik wenige Wochen nach der Geburt an einer Sepsis. In einem berührenden Brief vor ihrem Tod an ihren Mann bittet sie ihn, das Kind zu einem freien Menschen zu erziehen und geschlechtsunabhängig zu fördern. Im gleichen Schreiben wünscht sie sich außerhalb der Familiengrabstätte, in einem eigenen Grab in der Erde um Našice begraben zu werden und anstelle von Blumen die Geldbeträge für arme Musiker zu verwenden.

Dora Pejačević publizierte nur wenige Werke, die z.B. von den Pianisten Walther Bachmann, Svetislav Stančić und Alice Ripper, die Geiger Joan Manén, Václav Huml, die Dirigenten Oskar Nedbal und Edwin Lindner, die Zagreber und die Dresdner Philharmonie oder dem Wiener Tonkünstler-Orchester interpretiert wurden.
Sie gilt als eine Vertreterin des Fin de siècle, gelegentlich wurde ihr Stil mit Rachmaninow verglichen.

Das Label Re Nova Classics widmet drei CDs seiner Serie „Frauentöne“ der Komponistin. Bestellungen direkt bei Andreas Zadeyan Re Nova Classics telefonisch unter:  +43 664 141 27 07 oder per Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Hier ein Stück, daswir auf YouTube gefunden haben: MARIJA KONKOVA (13 Jahre) Prof. ANTUN VIDAK.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier Probe hören: Dora Pejacevic - Symphony in F sharp minor, Op. 41 - Phantasie concertante