Rudolf Teddy EhrenreichGeboren am 20.März 1936 in Wien, feiert Rudolf Ehrenreich 2011 seinen 75. Geburtstag und blickt auf eine fast 60jährige Musikerlaufbahn zurück.

Er gilt als der Talenteschmied vieler Musikerkarrieren – alleine knapp 200 Musikerinnen und Musiker spielten in seiner Bigband, zahlreiche begannen hier ihre Laufbahn und viele Fans erinnern sich auch gerne an die Anfänge des begnadeten Fans Woody Hermanns.

„Ich hörte Woody Hermans ,Blue Flame’, und das war auch der Auslöser, mich mit Jazzmusik auseinanderzusetzen,“ erinnert sich Ehrenreich.

1951 startete er am Wiener Institut für Jazzmusik mit Klavier – und später mit Klarinettenunterricht, 1952 gründete er seine erste Band, die ab 1956 regelmäßig in einer Wiener Bar (Adebar) auftrat und das Publikum mit ihrem Dixieland-Stil begeisterte. Damit war sein Weg vorgezeichnet: In den 50er Jahren spielte er in verschiedenen kleinen Formationen, etwa im „Little Tabarin“ in der Wiener Annagasse, aus dem schließlich ein „Burger King“ wurde: „Ich spielte dort unter anderem mit Al Fats Edwards, und sogar gekocht haben wir dort.“

Engagements in St. Anton und Sölden im Winter, in Millstatt im Sommer folgten.  Die Wiener Casanova Bar bespielte er im Quintett, am Klavier damals Fritz Pauer, der sich gerne erinnert: „Er war mein erster Bandleader.“ 1957 folgten er und seine Band dem Ruf von Fatty George nach Deutschland, 1962 kam er nach Wien zurück und hier begann er ein Studium an der Wiener Musikakademie.

Unter der Pseudonym „Ted Evans Bigband“ gründete er seine erste Bigband:  „Dafür gab es zwei pragmatische Gründe: Zum einen klang der Künstlername für mich damals einfach lässiger, zum anderen – ich studierte ja noch – war es ja verboten, gegen Bezahlung öffentlich aufzutreten.“ 1964 und 1965 nahm er zweimal am Amateurjazzfestival teil und gewann beide Male.

Teddy plays WoodyDamit legte Teddy Ehrenreich die Basis für seine spätere Bigband, die eine Reihe internationaler Legenden ein Stück des Weges begleitete, wie unter anderen Eddie Lockjaw Davis, Clifford Adams, Harry Sweets Edison, Joe Newman, Don Menza, Red Holloway, Hal Singer, Pete und Conte Candoli ... Einige von ihnen spielten selbst mit Woody Herman, und so schloss sich der Kreis vom Vorbild zum Missionar hier in Österreich.
Zwischen 1968 und 1972 wirkte er als Saxophonist im Orchester von Karel Krautgartner, dann war er als Programmgestalter für Ö3 tätig.

Seit Mitte der 70er Jahre gilt die Teddy Ehrenreich Bigband neben der ORF Bigband und dem Vienna Art Orchestra als Aushängeschild, aber sie ist mehr: Neben den hier zu Lande ansässigen Vokalistinnen Barbara Pflüger, Elly Wright, Ines Reiger und Carole Alston einen imposanten Klangkörper zu bieten, steht das Ensemble nicht zuletzt dafür, erste professionelle Etappe und Sprungbrett für individuelle Karrieren darzustellen: „Ich erinnere mich, als Bumi Fian im damals zarten Alter von sechzehn bei mir begann, hatte ihn seine Mutter zu den Proben gebracht.“ Martin Fuss nahm bei Teddy Ehrenreich seine Saxophonstunden, Christian Radovan und Wolfgang Puschnig überzeugten hier zum ersten Mal ihr Publikum. Zumeist im Wiener Jazzland übrigens, denn ihn verbindet mit dem Urgestein der Wiener Veranstalterszene, Axel Melhardt, eine über Jahrzehnte andauernde Kollegialität und Freundschaft.

2004 würdigte die Stadt Wien das Lebenswerk des Lebemanns für den Jazz mit der Verleihung der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien.

Egal ob Saxophon oder Klarinette, Arrangement oder Bigband-Leader: Teddy Ehrenreich hat sich nicht nur hier einen Namen gemacht, sondern auch als Komponist: so schrieb er Stücke wie Blues for Tina, Dixielips oder Alexander’s Playmobil.

Hören Sie einfach mal rein …

Teddy Ehrenreich - Beautiful Instrumentals: Swinging Free And Easy