Es ist ein kleines Städtchen, nicht allzu weit und der Hauptstadt Ljubljana entfernt, südlich der Steiner Alpen, das auf eine große Vergangenheit zurück schauen kann.

Stein in Oberkrain – so hieß die Gemeinde früher auf Deutsch und sie ist eine der ältesten Städte in Slowenien. Zu ihrer Blütezeit im Mittelalter war Kamnik sogar größer als Ljubljana.

Geschichte

Der Mali Grad Hügel, auf dem heute noch die Kapelle und ein Wachturm vom früheren Glanz zeugen, war schon im 4. Jahrtausend vor Chr. besiedelt. Aus dieser Zeit stammen jedenfalls die Überreste, die bei Ausgrabungen gefunden wurden: typische Keramikscherben weisen auf diese Zeit hin, außerdem fanden sich Tonscherben und Steinwerkzeuge. Aus der frühen Eisenzeit wurde nur ein Messer aus der Zeit von etwa 250 bis 180 v.Chr. gefunden. Für spätere Zeiten bleiben Funde aus, wahrscheinlich war das Gebiet in der römischen Zeit nicht besiedelt. Erst aus dem 10. Jahrhundert ist ein kleiner slawischer Friedhof mit 27 Gräbern wieder nachweisbar, der neben dem ältesten Kirchengebäude, dem Vorläufer der heutigen Kapelle am Mali Grad Hügel, liegt. Wahrscheinlich gab es hier eine befestigte Siedlung.

Am alten Hauptplatz von Kamnik
Die erste Erwähnung von Kamnik stammt aus dem Jahr 1061, wo es als Besitz der Grafen von Andechs erwähnt wird, 1188 wurde Kamnik zum Markt, 1267 zur Stadt erhoben. Die Blütezeit der Stadt fällt ins Mittelalter, während dessen es einer der wichtigsten Handelsplätze des Herzogtums Krain war. Seine Lage an der wichtigsten Straße zwischen Ljubljana und Celje sorgte dafür, dass hier nicht nur ein wichtiger Warenumschlagplatz entstand, sondern dass auf die Waren auch Steuern und Zölle eingehoben werden konnten. Die Grafen von Andechs waren damals ein großes Adelsgeschlecht, das fast über zwei Drittel des heutigen Sloweniens, aber auch in Istrien und bis nach Dalmatien herrschte: so waren Töchter dieses Geschlechts sogar mit den Nachfahren von Philipp des Schönen von Frankreich vermählt, einige Vertreter stellten den Patriarchen von Aquilea . Kamnik war von einer dicken Stadtmauer umgeben – vier Tore führten in die Stadt. Auch eine eigene Münzstätte wurde in Mali Grad betrieben. 1248 starb das Geschlecht der Andechs allerdings in männlicher Linie aus.

An dieser Stelle war das Ende der früheren Altstadt von Kamnik
Danach verlagerten sich bald die Handelsströme und die Stadt verlor mehr und mehr an Bedeutung.


Mit der Eisenbahnlinie nach Ljubljana 1890 entstanden in der Gegend einige Industriebetriebe, aber die Stadt konnte trotzdem nicht mehr an die Bedeutung früherer Zeit anschließen.

Sehenswürdigkeiten

Noch heute kann man den einstigen Glanz der Stadt durch die mittelalterliche architektonische Anlage der Altstadt wie auch durch die Burgruine Mali Grad und das Schloss Zaprice erahnen. An den Häusern in der Altstadt kann man auch noch die verschiedene Stile erkennen, die hier im Laufe der Jahre Einfluss genommen haben: von der Gotik bis zum Wiener Jugendstil.

Blick auf Kamnik (Foto © Ana Pogačar)

Am besten man beginnt mit der Stadtbesichtigung beim Tourismusbüro in der Mitte der Stadt (1241 Kamnik, Glavni trg 2), am Hauptplatz, wo man gleich einen Blick auf ein wunderschönes Haus im Jugendstil, sowie auf die Kapelle am Mali Grad werfen kann. Das Haus ist ein typisches Beispiel für ein Bürgerhaus, das 1904 vom öffentlichen Notar Emil Orožen erbaut wurde.

Das Bürgerhaus im Jugendstil bei der Tourismusinfo in Kamnik

Das Franziskanerkloster

Die Franziskaner haben in Kamnik eine über 500 Jahre alte Tradition. Die Kirche, die dem Heiligen Jakob gewidmet ist, wurde auf der Stelle einer früheren Kirche im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts in typischer Barockbauweise – großes weites Hauptschiff mit mehreren kleinen Seitenkapellen – gebaut, der Baumeister ist leider unbekannt. Die bemerkenswerten Fresken sind um einiges jünger als der Kirchenbau. Sie stammen aus 1938 und wurden von einem Künstler aus Kamnik geschaffen: Stane Cudermann.

Die Kirche des Franziskanerklosters

Die Jakobskirche wurde zum ersten Mal 1423 erwähnt, 1492 erlaubte Kaiser Friedrich III. den Bau eines Klosters neben der Kirche, das von den Grafen von Thurn, die auf Stari grad lebten gefördert wurde. Sie sind im Presbyterium der Kirche begraben.

In der Jakobskirche des Franziskanerklosters
In dieser Zeit hatten die Bewohner von Kamnik und Umgebung große Angst vor Einfällen der Türken. Besonders fürchtete man, dass diese Reliquien bekannter Heiliger bei einem Überfall in die Hände bekommen und vernichten könnten. So wurden schließlich die Reliquien von St. Primus und Felician von der gotischen Kirche in die Klosterkirche nach Kamnik zum besseren Schutz überführt.

Im Inneren der Jakobskirche

Kamnik hatte Glück und damit auch nie durch einen Türkeneinfall zu leiden. Als schließlich die Gefahr gebannt war und keine Überfälle mehr zu befürchten waren, wollten die Bewohner von Šentjanž die Reliquien wieder in ihre Kirche zurück bringen, doch die Kamniker wollten sie einfach nicht mehr heraus rücken. An die 70 Jahre dauerte die Streiterei – dann fand man eine – typisch slowenische? – Lösung: Die Reliquien wurden geteilt. Ein Teil blieb in Kamnik und der andere Teil wurde zurück in die Kirche des Heiligen Primus und Felician gebracht.

In der Franziskanerkirche von Kamnik
1538 löste der Kaiser das Kloster auf, da es weder bei der lutherischen Bevölkerung noch bei den Bauern beliebt war; auch weil die Ordensbrüder kein slowenisch sprachen.

Blick auf die Orgel in der Jakobskirche
100 Jahre später wurde es wieder eröffnet, allerdings befanden sich sowohl das Klostergebäude wie auch die Kirche in einem sehr schlechten Zustand und musste dringend renoviert werden. Jakob Schell Edler von Schellenburg aus Ljubljana beauftragte im April 1695 den Bau einer neuen Kirche und eines neuen Klosters, dessen Arbeiten 1703 abgeschlossen wurden.

Die Engelstreppe in der Jakobskirche
Im 18. Jahrhundert waren nicht nur franziskanischer Holzschnitzer hier in Kamnik tätig, auch bedeutende Maler wie Walter Metzinger oder Anton Cebej arbeiteten für das Kloster und die Kirche, deren wertvolle Arbeiten heute im Inneren des Klosters ausgestellt sind.

Blick zum Altar in der Jakobskirche
Die Franziskaner beschäftigten sich auch mit der Tuchweberei und stellten Ordenshabite für die ganze Provinz her. Eine Bäckerei des Klosters unterstütze die Armen der Stadt mit Brot. Außerdem widmeten sich die Mönche dem Schulwesen: zuerst gab es eine Knabenschule, dann unterrichteten die Brüder in der Hauptschule und bis zum Ersten Weltkrieg gab es auch ein Gymnasium.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Brüder von der Gestapo vertrieben, die hier ein Gefängnis und Kanzleien einrichteten. Nach dem Krieg kam es unter eine staatliche kommunistische Leitung, die im Kloster sozial bedürftige Familien ansiedelte. Den Franziskanern bleiben nur einige wenige Zimmer.

In der Franziskanerkirche von Kamnik

Nach der Unabhängigkeit Sloweniens in 1991 zogen die letzten Familien aus und das Kloster gelangte wieder in den Besitz der Franziskaner, die sich sogleich an eine gründliche Renovierung des Klosters machten.

Die Bibliothek

Die ersten Bücher brachten die Brüder bereits zur Gründung des Klosters mit, ab 1627 begannen sie eine systematische Sammlung, die heute an die 10.000 Bände umfasst. Der museale Teil, der mit dem Jahr 1799 abschließt ist nach einem Katalog von 1760 geordnet. In der Bibliothek finden sich wertvolle Kunabeln, eine erste Übersetzung der Bibel in die slowenische Sprache aus 1578 von Jurij Dalmatin, sowie das Original des Buches Die Ehre des Herzogtums Krain von 1689. Neben religiösen Büchern gibt es auch Werke aus vielen anderen Themenbereichen, die die Fanziskaner aus Kamnik interessierten, wie Heimaturkunde, Geschichte, Medizin, Alchemie, Geographie, …

Es verblüfft und scheint fast ein Wunder zu sein, dass über all die Jahre und die unterschiedlichen Benutzer des Klosters, die Bibliothek kaum Schaden nahm. Man spricht davon, dass maximal 10% des Buchbestandes verschwunden ist, doch zum Großteil sind die Schätze der Bibliothek bis heute erhalten geblieben.

Die Orgel

Die Orgel stammt ebenfalls aus der Barockzeit und zählt zu den ältesten in Slowenien. Die Legende besagt, dass die Gesichter der Engelsgestalten, die über ihr schweben, die Porträts der schönsten Frauen aus Kamnik darstellen.

Die Engel in der Jakobskirche über der Orgel

Die Gottesgrabkapelle

Die Kapelle des Heiligen Grabes ist eine der letzten Arbeiten des berühmten slowenischen Architekten Jože Plečnik. Bevor die Franziskaner Plečnik beauftragten, war hier die Sakristei der alten Kirche untergebracht. Sie wurde von 1952 – 1956 errichtet und ist wie viele seiner Werke voll an Symbolik. Plečnik hat in den letzten Jahren seines Lebens viel in Kamnik und Umgebung gearbeitet, er starb im Jänner 1957 in Ljubljana.

Die Gottesgrabkapelle in der Jakobskirche in Kamnik
Der Raum an sich ist ein wenig asymmetrisch, doch es gelang dem Künstler durch die Dornenkrone und die Peitsche auf der einen Seite das Gewicht so zu legen, dass er fast symmetrisch wirkt.
In der Kapelle, die der Architekt dem Gedenken an den Ersten Weltkriegwidmete, kann der Besucher das ganze Leben von Jesus verfolgen.

Die Decke ist mit einer Weinrebe, einem Christussymbol geschmückt, zu lesen ist das letzte Wort von Jesu am Kreuz „Dopolnjeno“ – vollbracht. Vielleicht dachte Plečnik dabei auch an sein Leben und seine Werke – er wusste damals, dass er bald sterben würde.

Der Blick zum Altar
Vier Säulen symbolisieren die vier Evangelien auf denen die Kirche ruht, sie öffnen den Blick zu den Fenstern, die wiederum die Sicht zum Altar der Kirche lenken.

Die Lichter rund um das Kreuz
Während manche die Lichter an den Wänden als Sterne deuten, gelten die 56 Leuchten (56 für das Jahr in dem die Kapelle fertig wurde) anderen als Symbol für all jene Menschen, die in einem nahe gelegenen Spital starben, in das die Verwundeten der Soça-Front gebracht wurden. Viele ließen hier im Spital, aber auch an der Isonzo-Front während des Ersten Weltkrieges ihr Leben. All jene, die im Spital starben wurden hier in einer Gruft als Namenlose begraben. Auch das Kommando der Isonzo-Front war hier in der Nähe untergebracht. Lief es an der Front schlecht, konnte man angeblich die Kanonen bis nach Kamnik hören. Polen und Tschechen stellten die meisten Angehörigen in den Regimentern und arbeiteten in der Schwarzpulverfabrik in der Stadt. Viele von ihnen blieben auch nach den kriegerischen Auseinandersetzungen in Kamnik.

So ist die Kapelle auch ein Mahnmal für die Schrecken des ersten Weltkrieges.

Das Tabernakel und die goldene Scheibe der aufgehenden Sonne
Auch für das Tabernakel gibt es verschiedene Deutungen: aus einem Stück Stein gestaltet kann es sowohl das Felsengrab Christi darstellen, als es durch seine Form auch an eine Granate erinnert.
In der goldenen Scheibe dahinter kann man die Sonne erkennen, die bereits die Morgenröte des dritten Tages und damit die Auferstehung ankündigt.

Gegenüber des Tabernakels wird an die Kreuzigung Jesu gedacht, Die Statue des gekreuzigten Christus, die Plečnik in das Franziskuskreuz integrierte ist älter als die Kapelle selbst und stammt aus der Sammlung des Klosters.

Die Taube am Türknopf
Plečnik arbeitete bei seinen Aufträgen immer mit lokalen Handwerkern zusammen, wie auch in diesem Fall. Typisch für den Meister ist auch die Gestaltung der Türklinken: im Inneren der Kapelle sieht man die Taube, als Symbol, das man hier vom Heiligen Geist umgeben ist, auf der anderen Seite ist das Symbol IHS zu sehen – die volkstümlich übersetzt Jesus, Heiland, Seligmacher bedeutet (lateinisch: Iesus hominum salvator – Jesus, Erlöser der Menschen)

In der Gottesgrabkapelle der Jakobskirche
Während die Kirche des Heiligen Jakob immer geöffnet ist, ist für eine Besichtigung des Klosters eine Anmeldung erforderlich.

Franziskanerkloster und Kirche
1240 Kamnik, Frančiškanski trg 2
Tel: +386 1 831 80 37
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
http://franciskani-kamnik.rkc.si/

Der alte Hauptplatz mit Brunnen

Vom alten Hauptplatz aus, kann man bereits die Kapelle von Mali Grad sehen. An den Häusern kann man sehen, dass der Boden heute höher ist als er früher im Mittelalter war. Hier wohnten und arbeiteten zu dieser Zeit die Ledermacher, was auch den Fluss, der heute noch unterirdisch verläuft, seinen Namen eintrug. Für ihre Arbeit und um die Überreste wegzuspülen war reichlich Wasser von Nöten, da die Überreste nicht gerade wohlduftend waren, erhielt den Fluss den Namen Scheißbach….

Der alte Hauptplatz mit dem Brunnen und dem Tunneleingang

Von hier führt auch ein Tunnel auf die andere Seite des Berges, wo er hinter der Diskothek endet. Dieser Tunnel wurde im Zweiten Weltkrieg gegraben, auch Munition wurde im Tunnel gelagert. Heute kann man den Tunnel nach Anmeldung besichtigen, eine weitere Verwendung wird überlegt.

Titos Turnhalle

Wer dann Richtung Mali Grad wandert, kommt an einer besonderen Gedenktafel vorbei: Unscheinbar an der Mauer beim Kinderspielplatz findet man die Tafel, die hier an die frühere Turnhalle erinnert und an einen ganz besonderen Turner: Josip Broz Tito. Tito war 21 Jahre alt, als er hier in Kamnik in einer Schlüsselfabrik als Schlosser arbeitete und in seiner Freizeit in eben dieser Turnhalle Sport betrieb. Die Turnhalle steht nicht mehr, aber die Tafel erinnert noch daran.

Die Gedenktafel an Titos Turnhalle

Dieser Platz bietet auch die beste Aussicht und einen guten Fotoplatz auf Mali Grad.

Café Veronika

Bevor wir nun zum Wachturm und zur Kapelle der früheren Burg auf den Mali Grad Hügel hinaufsteigen, kommen wir beim Café Veronika vorbei, vor dem ein „Zunftzeichen“ mit einer „Nixe“ hängt. Allerdings ist die Nixe halb Frau, halb Schlange und – wie wir gleich erfahren – könnte sie noch im Innersten des Hügels wohnen.

Die Schlangenfrau des Cafés Veronika
Veronika war ein Schlossfräulein auf der Burg, das als sehr geizig galt. Eines Tages kamen drei junge Männer, die Theologie studierten bei ihr vorbei und baten sie um ihre Hilfe für den Bau einer größeren Kirche. Die damalige Kirche war für die Gemeinde bereits zu klein geworden und die drei Brüder wollten ein Gotteshaus bauen, in dem sie alle drei zusammen die Heilige Messe feiern konnten. Das geizige Schlossfräulein aber verweigerte die Hilfe und meinte nur: „Bevor ich euch Geld gebe, verwandle ich mich lieber in eine Schlange.“ Da schlug es fürchterlich an das Schlosstor, es blitzte und donnerte, das Schloss fiel in sich zusammen und sie verwandelte sich in ein Wesen halb Frau, halb Schlange. Angeblich lebt sie heute noch irgendwo im Hügel von Mali Grad, hütet ihren Schatz und wartet auf einen sechsjährigen Buben mit einem guten Herz der sie erlösen soll. Er muss dann die Schlange dreimal schlagen, nach dem 3. Schlag sollte dann die Burg wieder stehen und die geizige Schlangendame wieder zur Frau werden. Der Bub jedoch wird damit reich und erhält zum Lohn all ihre Schätze.

Mali grad und Stari grad

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über Kamnik stammen aus dem Jahr 1229, allerdings gab es die beiden Burgen von Kamnik – Mali grad und Stari grad – schon viel früher.

Stari grad

Stari grad (Oberstein) wurde 1207 das erste Mal schriftlich erwähnt, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass die Burg bereits im 12. Jahrhundert errichtet wurde. Somit zählt sie zu den ältesten Burgen in der Krain. Ihre ausgezeichnete Lage am Berg sorgte für einen guten Ausblick und damit für die Kontrolle der mittelalterlichen Handelsstraße, die durch die Stadt führte. Mit der zweiten Burg am felsigen Mali Grad Hügel auf der anderen Seite des Flusses konnte noch effektiver kontrolliert (und kassiert) werden.

Stari grad (Foto © Ana Pogačar)
Heute ist die Burghügel Stari Card ein herrlicher Aussichtpunkt, der bei schönem Wetter den Blick auf die Julischen Alpen, die Karawanken, die Steiner Alpen und das Tuhinj-Tal zulässt.

Mali grad

Der Hügel der Burg Mali grad (Kleinfeste) bietet dafür einen wunderschönen Ausblick über die Stadt, auf die Kirche des Heiligen Benedikts – ebenfalls von Jože Plečnik gestaltet und auch auf die Kirche des Heiligen Primus und Felician. Beide sind ebenfalls einen Besuch wert. Erstere wurde im zweiten Weltkrieg von den Deutschen als Bunker benutzt, wobei eine Betonplatte eingezogen wurde um ein zweites Stockwerk zu schaffen, in der zweiten sind schöne Fresken zu bewundern.

Mali grad (Foto © Ales Senozetnik)
Von der Burg ist wirklich nicht mehr viel übrig geblieben, außer der Kapelle und einem Wachturm sowie ein Stück der Schlossmauer. Allerdings sorgte ein großes Erdbeben 1511 das in weiten Teilen Sloweniens schwere Schäden anrichtete für den Untergang der Burg und auch vielen Häusern in der Stadt.

Der Wachturm auf Mali Grad
Dennoch vor allem die Kapelle ist das augenfälligste Merkmal der Stadt und auch ein einzigartiger Bau – ist sie doch als dreistöckiges Gebäude ausgeführt. Die Kapelle ist dem Heiligen Eligius gewidmet, dem Patron der Schmiede und der Golfschmiede. Im Inneren findet man auch eine Statue des Heiligen. Die Kapelle zählt zu den bedeutendsten und ältesten romanischen Denkmälern in Slowenien und in Europa – in ihrem Inneren kann man Reste von gotischen und barocken Fresken sehen.

Der Weg zu Mali grad
Einmal im Jahr, jeweils am 16. August, am Tag des Heiligen Rochus feiert man in der Kapelle eine Messe. Es ist die einzige 2stöckige Kapelle der Welt mit einer Krypta. Über dem Zwischendach ist eine Tür, durch die die Adeligen über einen hölzernen Gang entlang der Burgmauer in den oberen Stock der Kapelle gelangen konnten. Das Erdgeschoss war für die Diener der Adeligen vorgesehen. Heute gibt es eine Treppe in der Kapelle über die man den oberen Stock erreichen kann. Die Krypta der Kapelle wurde allerdings nicht als Grab benutzt, sondern wahrscheinlich als Schatzkammer.

Das Tor zu Mali grad in Kamnik
Eine Legende erzählt, dass Mali grad und Stari grad einst auf einem gemeinsamen Berg standen, in dessen Wäldern ein Drache lebte und der an einem See lag. Eines Tages hatte der Drache schlechte Laune, schlug mit dem Schwanz verärgert herum und teilte so den Berg. Durch diese „Schlucht“ lief das Wasser des Sees aus und die beiden Burghügel entstanden.

Šutna

Die Šutna gilt als die schönste Straße der Stadt. Hier finden sich noch die charakteristischen Aushängeschilder und die Handwerkszeichen aus früheren Zeiten. Wer die Straße entlang schlendert kommt zum Geburtshaus von Rudolf Maister, jenem Mann der ursprünglich Karriere in der K.u.K. Armee machte, nach dem Ende des Ersten Weltkrieges aber dafür sorgte, dass Marburg slowenisch wurde und mit seinen militärischen Maßnahmen auch für die spätere Grenzziehung zu Österreich verantwortlich zeichnet.

Die Prachtstraße durch das alte Kamnik

Pfarrkirche Maria Verkündigung

Die heutige Pfarrkirche wurde 1732 bis 1734 anstelle der ursprünglichen Kirche erbaut, von der noch der separate Glockenturm erhalten blieb. Auftraggeber war Maximilian Leopold Rasp, Pfarrer, dessen Büste heute noch vor der Kirche steht. Am Haus gegenüber (Nr. 36) ist auch noch ein Relief mit dem Lamm Gottes aus der alten Kirche zu sehen. Leider ist über diese so gut wie nichts bekannt. Sehenswert im Inneren der Kirche sind die Fresken, die die Mysterien des Rosenkranzes zeigen. Das Konzept für die Kirche und der Fresken stammen ebenfalls von Pfarrer Rasp. Sehenswert sind auch die Orgel und die Statuen aus dem späten 19. und frühem 20. Jahrhundert.

Die Pfarrkirche Maria Verkündigung in Kamnik
Sehenswert sind auch noch die Burg Zaprice mit dem Heimatmuseum, das Aboretum auf dem Gelände des ehemaligen Schlosses Volčji Potok, das allerdings nach dem Zweiten Weltkrieg gesprengt wurde, das Geburtshaus von General Maister, sowie die malerische Bergwelt mit den Sennern der Alm Velika Planina.

Zur Übernachtung empfehlen wir das Eco Resort Slovenia und wer Entspannung braucht, kann sich in der Therme Snovik erholen.

In der Altstadt von Kamnik
Weitere Informationen erhalten Sie vom Tourismusbüro Kamnik und auf deren Website https://visitkamnik.com/en (in Englisch und Slowenisch). Wer möchte kann hier auch eine Stadtführung buchen, die auch auf Deutsch durchgeführt werden kann.

Hier noch einige Eindrücke von der Stadt:

TIC Kamnik
Kamnik, Glavni trg 2
Tel: +386 1 831 82 50 oder +386 1 831 81 92
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.visitkamnik.com

Der Besuch erfolgte im Rahmen einer Pressereise auf Einladung von MGM Best Press Story

 

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