Der Nationalpark Podyjí ist der kleinste der vier tschechischen Nationalparks, aber an Artenvielfalt einer der reichsten.

Die Geschichte des Nationalparks Podyjí

Bereits im 19. Jahrhundert gab es zarte touristische Pflänzchen in der Gegend des heutigen Nationalparks. Ausgehend vom Schloss Frain wanderte man in der Umgebung und freute sich an der Natur. Der Verschönerungsverein der Naturliebhaber in Vranov nad Dyjí baute 1860 einen Obelisk als Dank an die Gräfin Helene von Mníšek, da sie die Eisgrotten geöffnet hatte. Sie ließ auch das Mníšek Kreuz 1846 errichten, nachdem Stanislav Mníšek 1830 das Clary Kreuz gestiftet hatte.

Nationalpark Podyjí - am Weg nach Hardegg

1878 wird der „Bewaldungs- und Verschönerungsverein“ gegründet, 1883 die „Znaimer Sektion des Österreichischen touristischen Clubs“. Seine Mitglieder markierten die ersten Wege in der Znaimer und Frainer Umgebung, aber auch den Weg von Neuhäusel nach Retz oder aus Čižov zu den Eisgrotten. 1900 wurde der erste touristische Führer der Gegend herausgegeben: Znojmo-Vranov-Bítov von Herrn Pětník.

1918 war es mit den Gemeinsamkeiten vorbei: eine Grenze wurde – teilweise in der Mitte der Thaya – gezogen, zwei neue Staaten entstanden. Dennoch pflegte man an beiden Ufern des Flusses weiter Kontakte. Clubs und Vereine werden weiter gegründet, Wege markiert, touristische Führer wurden verlegt und Freibäder ausgebaut, die bis 1966 genutzt wurden. Dann müssen sie der Znaimer Talsperre weichen.

Die Thaya, der Grenzfluss zwischen den beiden Nationalparks
Spätestens ab 1948 trennt der Fluss mehr als er verbindet. Podyji gerät ebenso wie Hardegg in Vergessenheit. Der Eiserne Vorhang macht die Gegend zum Niemandsland, kaum jemand kommt ins Thayatal. Auf der tschechischen Seite dürfen nur „Alteingesessene“ mit Sondergenehmigung in der Nähe der Grenze wohnen, auf österreichischer Seite ziehen die Jungen weg von der Grenze, weiter Richtung Wien. Schrittweise werden die Mühlen auf der Thaya aufgelassen und zerstört, die Grenzanlagen bedrohen die Bürger dies- und jenseits des Zauns.
Das Gebiet wird zur Terra incognita – es gibt nicht mehr viele, die sich Ende der 1980er noch an einen Besuch in Hardegg oder Neuhäusel erinnern können.

Die Brücke über die Thaya bei Hardegg
1989 ist das Jahr der großen Änderungen, der Eiserne Vorhang fällt und das Gebiet Podyjí öffnet sich wieder für seine Besucher. Viele feiern die Öffnung der Grenze und die Wiedernutzbarmachung der Brücke über die Thaya in Hardegg. Durch den Eisernen Vorhang blieb ein Teil der Natur sich selbst überlassen und konnte sich so seine Artenvielfalt und Eigenheiten erhalten. Viel ist dennoch zu tun. Die Ruine Neuhäusel wurde wieder zugänglich gemacht, ein gut markiertes Netz an Wegen für Wanderer und Radfahrer angelegt.

Der Nationalpark Podyjí ist der kleinste der vier tschechischen Nationalparks, aber an Artenvielfalt einer der reichsten.

Die Geschichte des Nationalparks Podyjí

Bereits im 19. Jahrhundert gab es zarte touristische Pflänzchen in der Gegend des heutigen Nationalparks. Ausgehend vom Schloss Frain wanderte man in der Umgebung und freute sich an der Natur. Der Verschönerungsverein der Naturliebhaber in Vranov nad Dyjí baute 1860 einen Obelisk als Dank an die Gräfin Helene von Mníšek, da sie die Eisgrotten geöffnet hatte. Sie ließ auch das Mníšek Kreuz 1846 errichten, nachdem Stanislav Mníšek 1830 das Clary Kreuz gestiftet hatte.

Nationalpark Podyjí - am Weg nach Hardegg

1878 wird der „Bewaldungs- und Verschönerungsverein“ gegründet, 1883 die „Znaimer Sektion des Österreichischen touristischen Clubs“. Seine Mitglieder markierten die ersten Wege in der Znaimer und Frainer Umgebung, aber auch den Weg von Neuhäusel nach Retz oder aus Čižov zu den Eisgrotten. 1900 wurde der erste touristische Führer der Gegend herausgegeben: Znojmo-Vranov-Bítov von Herrn Pětník.

1918 war es mit den Gemeinsamkeiten vorbei: eine Grenze wurde – teilweise in der Mitte der Thaya – gezogen, zwei neue Staaten entstanden. Dennoch pflegte man an beiden Ufern des Flusses weiter Kontakte. Clubs und Vereine werden weiter gegründet, Wege markiert, touristische Führer wurden verlegt und Freibäder ausgebaut, die bis 1966 genutzt wurden. Dann müssen sie der Znaimer Talsperre weichen.

Die Thaya, der Grenzfluss zwischen den beiden Nationalparks
Spätestens ab 1948 trennt der Fluss mehr als er verbindet. Podyji gerät ebenso wie Hardegg in Vergessenheit. Der Eiserne Vorhang macht die Gegend zum Niemandsland, kaum jemand kommt ins Thayatal. Auf der tschechischen Seite dürfen nur „Alteingesessene“ mit Sondergenehmigung in der Nähe der Grenze wohnen, auf österreichischer Seite ziehen die Jungen weg von der Grenze, weiter Richtung Wien. Schrittweise werden die Mühlen auf der Thaya aufgelassen und zerstört, die Grenzanlagen bedrohen die Bürger dies- und jenseits des Zauns.
Das Gebiet wird zur Terra incognita – es gibt nicht mehr viele, die sich Ende der 1980er noch an einen Besuch in Hardegg oder Neuhäusel erinnern können.

Die Brücke über die Thaya bei Hardegg
1989 ist das Jahr der großen Änderungen, der Eiserne Vorhang fällt und das Gebiet Podyjí öffnet sich wieder für seine Besucher. Viele feiern die Öffnung der Grenze und die Wiedernutzbarmachung der Brücke über die Thaya in Hardegg. Durch den Eisernen Vorhang blieb ein Teil der Natur sich selbst überlassen und konnte sich so seine Artenvielfalt und Eigenheiten erhalten. Viel ist dennoch zu tun. Die Ruine Neuhäusel wurde wieder zugänglich gemacht, ein gut markiertes Netz an Wegen für Wanderer und Radfahrer angelegt.

Der Nationalpark

Der Nationalpark

Bereits 1978 wurde eine Fläche von 103 km2 zum Naturschutzgebiet Podyjí erklärt. 1989 wurde mit den Vorbereitungen zur Überführung des Gebietes in die Kategorie Nationalpark begonnen und 1991 wurde es schließlich zum Nationalpark erklärt. Nur 63 km2 ist der Nationalpark groß, die Fläche seines Schutzgebietes beträgt 29km2. Als Österreich im Jahr 2000 das Gebiet am rechten Ufer der Thaya ebenfalls zum Nationalpark erklärte, entstand ein einzigartiges bilaterales Naturschutzgebiet von europäischer Bedeutung. Der Thaya-Canyon mit seinen zahlreichen Mäandern, den tief eingeschnittenen Tälern der Zuflüsse, der verschiedenen Felsenbildungen und Steinmeere ist einzigartig. Die wechselnde Hangrichtung des Thayatals sorgt außerdem für die reiche Vielfalt an Pflanzen und Lebewesen.

Der Weg durch den Nationalpark nach Hardegg

Flora

Während im Westen Reste der ursprünglichen Buchenwälder mit Tannen und Eiben wechseln, findet man in der Ostrichtung Hainbuchen und Eichen. Im Podyjí gibt es aber auch seltene Arten wie Steinweichsel, Kornellkirsche, Zwergmispeln und Gemeiner Wacholder, sowie die Gemeine Pimpernuss, Alpenrosen und Bergahorn.

Im Nationalpark-Besucherzentrum

Im wärmeren Teil des Parks wachsen der Wollige Schneeball, Rosmarin, Seidelbast und Bibernell- sowie die Essig-Rose. Nur hier findet man die endemische Echte Mehlbeere. 77 der hier wachsenden Pflanzenarten gehören zu jenen, die unter besonderen Schutz stehen, wie der Schwaze Germer, das Ausdauernde Silberblatt, das Wilde Alpenveilchen, die Königskerze, die Türkenbundlilie, die Großblütige Küchenschelle oder die Zweifarbeniris.
Durch das Abholzen der ursprünglichen Eichenwälder im Mittelalter entstanden im südöstlichen Teil Heide- und Steppenheideflächen, die später zu Viehweiden wurden.

Fauna

65 Säugetierarten vom Fischotter über die Große Bartfledermaus und 152 Vogelarten von denen auch zwei Drittel im Nationalpark nisten, wie der Schwarzstorch, der Wiedehopf, der Uhu und der Eisvogel wurden festgestellt, aber auch die Äskulapnatter und die Östliche Smaragdeidechse, wie auch der Feuersalamander und der Kammmolch leben hier.

Die Kinderecke im Nationalpark Besucherzentrum
Gottesanbeterin, Libellen, Segelfalter, Schwalbenschwanz und Schwarzer Apollo gehören zu den geschützten Insektenarten ebenso Nashornkäfer, Hirschkäfer oder Heldbock.
Einzig der Frainer Stausee, der zur Energiegewinnung genutzt wird und daher Wassertemperatur wie Fließgeschwindigkeit des Flusses änderte, nahm und nimmt Einfluss in die Natur.

Die Zonen im Nationalpark

Das Gebiet des Nationalparks ist in drei Zonen unterteilt, die verschiedene Auflagen zum Schutz der Natur beinhalten.

Zone I:
Als Zone 1 gilt das Kerngebiet des Nationalparks rund um das Tal der Thaya. Die Natur kann sich hier ungestört entfalten oder wird nur ganz wenig beeinflusst. Der Raum wird nicht wirtschaftlich genutzt und nur in ganz seltenen Fällen wird eingegriffen, z.B. für die Entfernung der sogenannten Invasionspflanzen. Besucher dürfen die Zone nur auf den markierten Wegen betreten.

Sträucher am Weg

Zone II:
Ein großer Teil des Waldes, der Weiden und Heiden gehört in die Zone II des Nationalparks. Hier wird in den natürlichen Lebensraum eingegriffen, um die wertvollen Biotope zu erhalten und natürliche Prozesse zu erneuern. Auch hier ist das Betreten nur auf den markierten Wegen erlaubt.

Zone III:
Dieses Gebiet ist durch die wirtschaftliche, wenn auch naturnahe, Tätigkeit des Menschen geprägt. Es handelt sich vor allem um landwirtschaftlich genutzte Flächen und Waldränder.

Schutzgebiet
Der ganze Nationalpark ist auch noch von einem Schutzgebiet umringt, das ihn vor äußeren Zivilisationseinflüssen bewahren soll.

Besucherzentrum, Bildershow und Plan

Das Besucherzentrum des Nationalparks Podyjí in Čížov

Im Gebäude der ehemaligen Finanzwache am Ende der Gemeinde Čížov ist das Besucherzentrum untergebracht. Gleich neben dem Haus kann man noch Reste des Eisernen Vorhangs sehen. (siehe Čížov)

Im Besucherzentrum
Das Besucherzentrum ist Samstag, Sonn- und Feiertag von April bis Oktober von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, im Juni auch unter der Woche von 9:00 bis 17:00 Uhr, im Juli und August an allen Tagen von 9:00 bis 19:00 Uhr. Besuche außerhalb der Öffnungszeiten sind nach Anmeldung möglich. Im Besucherzentrum erhalten Sie Ansichtskarten und Informationsmaterial über den Nationalpark, außerdem bietet eine kleine Ausstellung weitere Informationen über die Fauna und Flora des Parks.

Wenn Sie mit dem Auto anreisen, empfiehlt es sich, das Fahrzeug rechtzeitig auf den vorgesehen Abstellplätzen abzustellen. Hier finden Sie eine Karte der Parkplätze zum Download.

Blick auf die Thaya


Der Grenzübergang Čížov – Hardegg ist für Motorfahrzeuge verboten. Der Parkplatz befindet sich ca. 100 m vor der Einfahrt in die Gemeinde, da im Ortsgebiet kaum ausreichend Parkplätze vorhanden sind. Für Personen mit Beeinträchtigungen ist die Einfahrt bis zum Scheideweg Hardeggská vyhlídka (Hardegger Aussicht) erlaubt, so ihr Wagen mit einer entsprechenden Plakette gekennzeichnet ist.

Mehr über den österreichischen Nationalpark Thayatal, die Gemeinde Hardegg und Čížov und den Eisernen Vorhang erfahren Sie auf askEnrico.

Besucherzentrum der Verwaltung Nationalpark Podyjí
671 02 Čížov 176
Tel: +420 515 291 630
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.nppodyji.cz

 Bildershow Nationalpark Podyjí

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