Poysdorf

Poysdorf wird seit langem in einem Atemzug mit Wein genannt. Aber in der kleinen Gemeinde in Niederösterreich gibt es einiges an Geschichte, Kultur und Kunst zu entdecken – und natürlich jede Menge köstlichen Wein zu verkosten …

Ältere Leser werden sich vielleicht noch an DIE Marke der 60er und 70er Jahre erinnern. Wer etwas auf sich hielt, trank ein Gläschen vom Saurüssel. Dann wurde die Marke zum Synonym für Billigwein – doch seit 2011 wird sie wieder gehegt und gepflegt – wie so vieles in Poysdorf. Man glaubt gar nicht, was es hier alles zu erkunden und zu sehen gibt.

Geschichte

Die Gegend um Poysdorf war schon in ur- und frühgeschichtlicher Zeit stark besiedelt, wie bedeutende archäologische Grabungsplätze in Poysdorf und Umgebung beweisen. So haben Archäologen des Bundesdenkmalamtes am „Schanzboden“ im Wald zwischen Poysdorf und Falkenstein zwei übereinander liegende Wallburgen ergraben, die zu den ältesten Anlagen ihrer Art in Mitteleuropa zählen. Von hier stammt unter anderem auch eine der prachtvollsten bemalten weiblichen Idolfiguren – die „Venus von Falkenstein“.

Die Venus vom Schanzboden

Herausragend ist auch der Fund eines Goldbrakteat aus einem Frauengrab des langobardischen Friedhofs. Als Brakteaten bezeichnet man Münzen oder Medaillen, die aus einem dünnen Metallbleck (meist Silber oder Billon) bestehen und einseitig auf einer weichen Unterlage geprägt wurden. Das Poysdorfer Original befindet sich im naturhistorischen Museum und hat einen Durchmesser von 2,5 bis 3cm. In der Ausstellung im Bürgerspital sind neben der Abbildung des Brakteats auch noch viele andere bedeutende Funde zu sehen.

Das Goldbrakteat von Poysdorf

Auch die Römer hinterließen in Poysdorf ihre Spuren. Die Gegend um Poysdorf gehörte zwar nicht zum Römischen Reich, aber sie lag im Einzugsbereich der Bernsteinstraße, einem wichtigen Handelsweg zur Ostsee und war als Grenzland leider oft in kriegerische Auseinandersetzungen – auch in späteren Jahrzehnten – verwickelt. 166 – 180/82 n.Chr. wurde hier eines der römischen Marschlager errichtet, die Hunnen drangen im letzten Viertel des 4. Jahrhunderts vor, die Langobarden siedelten bis zu Beginn des 6. Jahrhunderts im Weinviertel, dann rückten die Awaren und Slawen nach. Letztgenannten gelang es schließlich die ursprüngliche awarische Oberhoheit abzuschütteln, Karl der Große konnte sie endgültig Ende des 8./Anfang des 9. Jahrhunderts besiegen und das Großmährische Reich entstand.

Ausstellung im ehemaligen Bürgerspital

Dieses wiederum unterlag am Beginn des 10. Jahrhunderts den Ungarn, ein machtpolitisches Vakuum entstand. Bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts kamen bayrisch-fränkische „Einwanderer“, die jedoch unter den ständigen Kämpfen zwischen Böhmen und Ungarn zu leiden hatten. Um die Mitte des 11.Jahrhunderts kam es zur Eingliederung der Gebiete in die Marktgrafschaft Österreich
1194/1196 erfolgte die erste Nennung des Angerdorfes Poysdorf im Klosterneuburger Saalbuch. Rapoto von Liechtenstein übergab dem Stift zwei Lehen zu „Poistorf“ für die Aufnahme seiner Tochter in das Frauenstift von Klosterneuburg. Es ist anzunehmen, dass der Ortsname im Zusammenhang mit dem Bachnamen Poybach steht.

Blick in die Ausstellung
Außerdem konnte man nachweisen, dass in Poysdorf bereits seit Beginn des 14. Jahrhunderts Weinbau betrieben wurde. 1338 wird die älteste Riede in Poysdorf „Hermannschachern“ urkundlich erwähnt.

Im 16. Jahrhundert entstand das Eisenhuthaus, das vermutlich das älteste erhaltene Gebäude von Poysdorf ist und einen Rückschluss auf den Reichtum des Ortes erlaubt. Am 4. Mai 1582 wurde Poysdorf von Kaiser Rudolf II. zum Markt erhoben. Die 1500 Einwohner, die in dieser Zeit in 200 „erbauten“ Häusern und Hofstätten wohnten, hatten durch Versilbern und dem Verkauf ihres Weines einen gewissen Wohlstand erreicht. Sie errichteten als äußeres Zeichen ihres Marktrecht-Privilegs einen Pranger.

Blick in die Ausstellung im Bürgerspital
Das Marktprivileg gestattete den Bürgern Gesetze zu erlassen und so wird 1584 und 1595 eine eigene Weinordnung vom Poysdorfer Rat erlassen. Niemand, mit Ausnahme der Herrschaft Liechtenstein, darf Wein in den Poysdorfer Burgfried bringen.

Im Laufe der Zeit wurden den Poysdorfern mehrere Markttage genehmigt und weitere Privilegien gewährt, darunter 1667 auch das Recht ein Wappen und Siegel zu tragen. Auf diesem ist die Bedeutung des Weines noch heute durch die „Weinträger“ oder „Kundschafter“ sichtbar.

Blick in die Ausstellung im ehemaligen Bürgerspital
1630 wird die Pfarrkirche St. Johannes erbaut, ausschließlich von den Poysdorfern Bürgern finanziert, die erst 1640 geweiht wird.
Während des 30jährigen Krieges wird Poysdorf zweimal von Truppen überrannt. 1631 quartiert sich hier ein ganzes Regiment der Wallensteinschen Armee ein und am Palmsonntag 1645 zieht General Torstensson mit seinen Truppen in den Ort ein. Um Poysdorf vor der Plünderung zu bewahren liefern die Poysdorfer, Korn, Hafer, Lebensmittel, Wagen, Pferde und Schlachtvieh und insgesamt 1000 Eimer (1 Eimer = 56 Liter) Wein. Der Durst der schwedischen Soldaten ist groß: pro Mann und Tag werden 5-7 Liter Wein ausgeschenkt – der Schwedentrunk. Dafür erhält der Markt den Schutzbrief salva guardia und die Bewohner bleiben von den gröbsten Schandtaten verschont. Die Schweden bauen die Kirche zu einer Festung aus. Die noch heute „Reitschule“ genannten Sitzreihen erinnern an die Einstellung der Pferde.

Berühmte Monstranzen
Allerdings bricht im Winter 1645 die Pest aus und es sterben insgesamt 5000 Menschen.

1657 wird das Bürgerspital und 1663 die Barbarakapelle gebaut. Die neue Schießstätte wird 1672 errichtet und das Kapuzinerkloster beim Wienertor ein Jahr später. Auch die Pestsäule am Dreifaltigkeitsplatz wird 1715 von den Poysdorfern Bürgern und nicht von Adeligen gestiftet. Die vielen erhaltenen Kunstwerke zeugen vom Reichtum des Ortes in der Barockzeit.

Blick in die Ausstellung
Neben dem Weinbau war die Lage der Stadt an der Brünner Straße für den Wohlstand verantwortlich. Diese verband nicht nur die Residenzstadt Wien mit Brünn, sondern über sie verlief der Handel mit Mähren, Schlesien, Preußen, dem Baltikum und Russland. Kaiser Karl VI. begann 1729 mit einem generalstabsmäßigen Ausbau der Straße, auf der auch der Postverkehr abgewickelt wurde. Seit 1709 war Poysdorf Poststation , auf der Brünner Straße reisten Kaiser, Könige und Fürsten wie auch Bauern, fahrendes Volk, Bettler, Postillions, Händler und Soldaten. Einkehrgasthöfe sorgten für das leibliche Wohl der Reisenden, aber auch Schmieden, Sattler und Wagner gehörten zur damaligen notwendigen Infrastruktur und waren fast in allen Orten entlang der Straße vorhanden.

Blick in die Ausstellung

1866 wurde Poysdorf nach der Schlacht bei Königgrätz von 6.000 preußischen Soldaten besetzt, die Cholera brach aus und forderte unter der Bevölkerung und bei den Soldaten viele Opfer.
1923 wurde Poysdorf zur Stadt erhoben, am 10.Oktober 1924 erhielt Poysdorf sein Stadtwappen, das mit dem verwendeten Marktwappen identisch blieb.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt mehrmals bombardiert, im Mai 1945 erreichten viele aus ihrer Heimat vertriebene Südmährer Poysdorf und die Stadt geriet bis zum 19. September 1955 unter sowjetische Besatzung.
1952 erfolgte die Gründung der Winzergenossenschaft Poysdorf und Umgebung.

Blick in die Ausstellung
Heute ist Poysdorf eine Stadt mit ca. 5.500 Einwohnern. Auf 1.350 Hektar wird Wein angebaut, der Grüne Veltliner ist die bedeutendste Rebsorte, gefolgt Welschriesling und anderen Weißweinsorten.
Die bedeutendste Rotweinsorte ist der Zweigelt. Der lehm- und lösshaltige Boden in Verbindung mit den besonderen klimatischen Verhältnissen – warme, heiße Tage und kühle Nächte – bringen die Säure des Grünen Veltliners optimal zur Geltung.

45 professionelle Weinbaubetriebe sorgen für hervorragende und teilweise hochprämierte Weine, 30 davon sind im neuen Weinmarkt vertreten.

Seit dem Frühjahr 2007 bringt die Wein-Erlebnis-Welt Vino Versum in der Kellergstetten den vielen Besuchern von Poysdorf die Stadt und den Wein näher. 2013 war Poysdorf Austragungsort der NÖ-Landesausstellung „Brot & Wein“.

Poysdorf wird seit langem in einem Atemzug mit Wein genannt. Aber in der kleinen Gemeinde in Niederösterreich gibt es einiges an Geschichte, Kultur und Kunst zu entdecken – und natürlich jede Menge köstlichen Wein zu verkosten …

Ältere Leser werden sich vielleicht noch an DIE Marke der 60er und 70er Jahre erinnern. Wer etwas auf sich hielt, trank ein Gläschen vom Saurüssel. Dann wurde die Marke zum Synonym für Billigwein – doch seit 2011 wird sie wieder gehegt und gepflegt – wie so vieles in Poysdorf. Man glaubt gar nicht, was es hier alles zu erkunden und zu sehen gibt.

Geschichte

Die Gegend um Poysdorf war schon in ur- und frühgeschichtlicher Zeit stark besiedelt, wie bedeutende archäologische Grabungsplätze in Poysdorf und Umgebung beweisen. So haben Archäologen des Bundesdenkmalamtes am „Schanzboden“ im Wald zwischen Poysdorf und Falkenstein zwei übereinander liegende Wallburgen ergraben, die zu den ältesten Anlagen ihrer Art in Mitteleuropa zählen. Von hier stammt unter anderem auch eine der prachtvollsten bemalten weiblichen Idolfiguren – die „Venus von Falkenstein“.

Die Venus vom Schanzboden

Herausragend ist auch der Fund eines Goldbrakteat aus einem Frauengrab des langobardischen Friedhofs. Als Brakteaten bezeichnet man Münzen oder Medaillen, die aus einem dünnen Metallbleck (meist Silber oder Billon) bestehen und einseitig auf einer weichen Unterlage geprägt wurden. Das Poysdorfer Original befindet sich im naturhistorischen Museum und hat einen Durchmesser von 2,5 bis 3cm. In der Ausstellung im Bürgerspital sind neben der Abbildung des Brakteats auch noch viele andere bedeutende Funde zu sehen.

Das Goldbrakteat von Poysdorf

Auch die Römer hinterließen in Poysdorf ihre Spuren. Die Gegend um Poysdorf gehörte zwar nicht zum Römischen Reich, aber sie lag im Einzugsbereich der Bernsteinstraße, einem wichtigen Handelsweg zur Ostsee und war als Grenzland leider oft in kriegerische Auseinandersetzungen – auch in späteren Jahrzehnten – verwickelt. 166 – 180/82 n.Chr. wurde hier eines der römischen Marschlager errichtet, die Hunnen drangen im letzten Viertel des 4. Jahrhunderts vor, die Langobarden siedelten bis zu Beginn des 6. Jahrhunderts im Weinviertel, dann rückten die Awaren und Slawen nach. Letztgenannten gelang es schließlich die ursprüngliche awarische Oberhoheit abzuschütteln, Karl der Große konnte sie endgültig Ende des 8./Anfang des 9. Jahrhunderts besiegen und das Großmährische Reich entstand.

Ausstellung im ehemaligen Bürgerspital

Dieses wiederum unterlag am Beginn des 10. Jahrhunderts den Ungarn, ein machtpolitisches Vakuum entstand. Bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts kamen bayrisch-fränkische „Einwanderer“, die jedoch unter den ständigen Kämpfen zwischen Böhmen und Ungarn zu leiden hatten. Um die Mitte des 11.Jahrhunderts kam es zur Eingliederung der Gebiete in die Marktgrafschaft Österreich
1194/1196 erfolgte die erste Nennung des Angerdorfes Poysdorf im Klosterneuburger Saalbuch. Rapoto von Liechtenstein übergab dem Stift zwei Lehen zu „Poistorf“ für die Aufnahme seiner Tochter in das Frauenstift von Klosterneuburg. Es ist anzunehmen, dass der Ortsname im Zusammenhang mit dem Bachnamen Poybach steht.

Blick in die Ausstellung
Außerdem konnte man nachweisen, dass in Poysdorf bereits seit Beginn des 14. Jahrhunderts Weinbau betrieben wurde. 1338 wird die älteste Riede in Poysdorf „Hermannschachern“ urkundlich erwähnt.

Im 16. Jahrhundert entstand das Eisenhuthaus, das vermutlich das älteste erhaltene Gebäude von Poysdorf ist und einen Rückschluss auf den Reichtum des Ortes erlaubt. Am 4. Mai 1582 wurde Poysdorf von Kaiser Rudolf II. zum Markt erhoben. Die 1500 Einwohner, die in dieser Zeit in 200 „erbauten“ Häusern und Hofstätten wohnten, hatten durch Versilbern und dem Verkauf ihres Weines einen gewissen Wohlstand erreicht. Sie errichteten als äußeres Zeichen ihres Marktrecht-Privilegs einen Pranger.

Blick in die Ausstellung im Bürgerspital
Das Marktprivileg gestattete den Bürgern Gesetze zu erlassen und so wird 1584 und 1595 eine eigene Weinordnung vom Poysdorfer Rat erlassen. Niemand, mit Ausnahme der Herrschaft Liechtenstein, darf Wein in den Poysdorfer Burgfried bringen.

Im Laufe der Zeit wurden den Poysdorfern mehrere Markttage genehmigt und weitere Privilegien gewährt, darunter 1667 auch das Recht ein Wappen und Siegel zu tragen. Auf diesem ist die Bedeutung des Weines noch heute durch die „Weinträger“ oder „Kundschafter“ sichtbar.

Blick in die Ausstellung im ehemaligen Bürgerspital
1630 wird die Pfarrkirche St. Johannes erbaut, ausschließlich von den Poysdorfern Bürgern finanziert, die erst 1640 geweiht wird.
Während des 30jährigen Krieges wird Poysdorf zweimal von Truppen überrannt. 1631 quartiert sich hier ein ganzes Regiment der Wallensteinschen Armee ein und am Palmsonntag 1645 zieht General Torstensson mit seinen Truppen in den Ort ein. Um Poysdorf vor der Plünderung zu bewahren liefern die Poysdorfer, Korn, Hafer, Lebensmittel, Wagen, Pferde und Schlachtvieh und insgesamt 1000 Eimer (1 Eimer = 56 Liter) Wein. Der Durst der schwedischen Soldaten ist groß: pro Mann und Tag werden 5-7 Liter Wein ausgeschenkt – der Schwedentrunk. Dafür erhält der Markt den Schutzbrief salva guardia und die Bewohner bleiben von den gröbsten Schandtaten verschont. Die Schweden bauen die Kirche zu einer Festung aus. Die noch heute „Reitschule“ genannten Sitzreihen erinnern an die Einstellung der Pferde.

Berühmte Monstranzen
Allerdings bricht im Winter 1645 die Pest aus und es sterben insgesamt 5000 Menschen.

1657 wird das Bürgerspital und 1663 die Barbarakapelle gebaut. Die neue Schießstätte wird 1672 errichtet und das Kapuzinerkloster beim Wienertor ein Jahr später. Auch die Pestsäule am Dreifaltigkeitsplatz wird 1715 von den Poysdorfern Bürgern und nicht von Adeligen gestiftet. Die vielen erhaltenen Kunstwerke zeugen vom Reichtum des Ortes in der Barockzeit.

Blick in die Ausstellung
Neben dem Weinbau war die Lage der Stadt an der Brünner Straße für den Wohlstand verantwortlich. Diese verband nicht nur die Residenzstadt Wien mit Brünn, sondern über sie verlief der Handel mit Mähren, Schlesien, Preußen, dem Baltikum und Russland. Kaiser Karl VI. begann 1729 mit einem generalstabsmäßigen Ausbau der Straße, auf der auch der Postverkehr abgewickelt wurde. Seit 1709 war Poysdorf Poststation , auf der Brünner Straße reisten Kaiser, Könige und Fürsten wie auch Bauern, fahrendes Volk, Bettler, Postillions, Händler und Soldaten. Einkehrgasthöfe sorgten für das leibliche Wohl der Reisenden, aber auch Schmieden, Sattler und Wagner gehörten zur damaligen notwendigen Infrastruktur und waren fast in allen Orten entlang der Straße vorhanden.

Blick in die Ausstellung

1866 wurde Poysdorf nach der Schlacht bei Königgrätz von 6.000 preußischen Soldaten besetzt, die Cholera brach aus und forderte unter der Bevölkerung und bei den Soldaten viele Opfer.
1923 wurde Poysdorf zur Stadt erhoben, am 10.Oktober 1924 erhielt Poysdorf sein Stadtwappen, das mit dem verwendeten Marktwappen identisch blieb.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt mehrmals bombardiert, im Mai 1945 erreichten viele aus ihrer Heimat vertriebene Südmährer Poysdorf und die Stadt geriet bis zum 19. September 1955 unter sowjetische Besatzung.
1952 erfolgte die Gründung der Winzergenossenschaft Poysdorf und Umgebung.

Blick in die Ausstellung
Heute ist Poysdorf eine Stadt mit ca. 5.500 Einwohnern. Auf 1.350 Hektar wird Wein angebaut, der Grüne Veltliner ist die bedeutendste Rebsorte, gefolgt Welschriesling und anderen Weißweinsorten.
Die bedeutendste Rotweinsorte ist der Zweigelt. Der lehm- und lösshaltige Boden in Verbindung mit den besonderen klimatischen Verhältnissen – warme, heiße Tage und kühle Nächte – bringen die Säure des Grünen Veltliners optimal zur Geltung.

45 professionelle Weinbaubetriebe sorgen für hervorragende und teilweise hochprämierte Weine, 30 davon sind im neuen Weinmarkt vertreten.

Seit dem Frühjahr 2007 bringt die Wein-Erlebnis-Welt Vino Versum in der Kellergstetten den vielen Besuchern von Poysdorf die Stadt und den Wein näher. 2013 war Poysdorf Austragungsort der NÖ-Landesausstellung „Brot & Wein“.

Das ehemalige Bürgerspital

Sehenswürdigkeiten

Vino Versum mit Bürgerspital und Traubenhalle

Das ehemalige Bürgerspital

Der Bau geht auf einen Beschluss des Rats des Marktes Poysdorf zurück, der 1657 beschloss ein Spital für arme Bürger zu bauen. Noch im selben Jahr errichtete man das Untergeschoss, das Obergeschoss wurde 1865 aufgesetzt. Es wurde von Josef Piller gespendet, dem Prälat von St. Stephan in Wien, der aus einer wohlhabenden Poysdorfer Müllerfamilie stammte. Aber auch andere Poysdorfer Bürger spendeten nicht nur Baumaterialien, sondern auch Bargeld und trugen so zur raschen Fertigstellung bei. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und stand längere Zeit leer. An der Außenfassade befinden sich geometrische Dekorelemente sowie eine Darstellung der Heiligen Barbara aus den 1960er Jahren, die der Weinviertler Künstler Hermann Bauch geschaffen hat. Es sind freie Nachbildungen typischer Dekorationen des 17. Jahrhunderts. 1974/75 erfolgte eine Generalsanierung des Gebäudes, die letzten Umbauarbeiten fanden für die Niederösterreichische Landesausstellung 2013 statt.

Das ehemalige Bürgerspital
Heute beherbergt das Bürgerspital eine sehenswerte Dauerausstellung über Poysdorf.

20 interaktive Stationen sorgen für Abwechslung und machen auch den jüngeren Besuchern des Museums Spaß. So kann man einen Edelmann aus früherer Zeit ankleiden und gleichzeitig sehen, wie vornehm und modisch die Poysdorfer damals – um 1650 - gekleidet waren oder mehr über die Kaiser und Könige – sprich über die Prominenz erfahren, die schon zu frühen Zeiten in Poysdorf auf Besuch oder Durchreise war. Und Bismarck erzählt ganz persönlich, was er von den Österreichern hält und dass Poysdorf beinahe sein Schicksal geworden wäre.


Bewundernswert sind auch die schönsten Münzen aus dem erst 1995 entdeckten Talerfund, aber auch die Prachtstücke der Pfarre Poysdorf, wie der 1696 in Augsburg gefertigte Silberkelch.
Im Erdgeschoss – gleich beim Eingang – kann man eine Zeitreise mitmachen, aber auch eine der ältesten Statuen, die in Österreich gefunden wurden, bestaunen. Die Schatzfunde lassen auf den Reichtum der Stadt schließen und die Monstranzen, die im Obergeschoss ausgestellt sind, zeigen, dass auch die Kirche immer wieder „gut“ ausgestattet wurde.

Der Talerfund
In der Rauchkuchl taucht der Besucher in die Küche des Weinviertels ein und im großen „Kuchlkastl“ kann man sich einige Rezepte zum Nachkochen mit nach Hause nehmen. Alles echte Weinviertler Spezialitäten, neu interpretiert vom Starkoch Manfred Buchinger. Wer mehr davon möchte, kann sein Kochbuch dann gleich im Weinmarkt erstehen.

Die Rauchkuchl
Das Erdgeschoss widmet sich mehr dem Wein, präsentiert die Weinköniginnen und beweist unter anderem, dass schon recht früh ans Hotel Imperial Poysdorfer Wein geliefert wurde. Auch die alten Werbeplakate vom „Saurüssel“ kann man hier noch sehen. Im Weinkino kann man sich nicht nur ausrasten, sondern auch noch interessantes über die Stadt und den Weinbau erfahren – und die alten Werbespots sehen.

Außerdem befinden sich hier die Räume der jeweiligen Sonderausstellung, die jedes Jahr wechselt.

Die Barbarakapelle

Die Kapelle, die der Heiligen Barbara geweiht ist, schließt direkt an das Gebäude des Bürgerspitals an und wurde in den Jahren 1663/64 errichtet. Die reiche Poysdorfer Witwe Barbara Dibiocken hat sie gestiftet. Das Altarbild von J. Grahsebner stammt aus dem Jahre 1788 und zeigt die Heilige Barbara.

Im Inneren der Barbarakapelle
Sie gehört mit der Heiligen Katharina und der Heiligen Margaretha, die vermutlich die beiden barocken Statuen darstellen, zu den „drei heiligen Madln“ und zu den 14 Nothelfern.
Auf dem Ölgemälde von 1733 sieht man den Pestheiligen Rochus.

Die Monstranzen in der Kapelle
In der Kapelle sollten Sie auch einen Blick auf die beiden Monstranzen werfen und auf das Bild von Josef Piller.

Das Freigelände

Vor dem Bürgerspital im Freien gibt es ebenfalls jede Menge Interessantes zu sehen.

Der Hiarterweg

Der Hiarterweg erinnert an die Weingartenhüter, die die Trauben von Beginn der Reife bis zur Weinlese schützen mussten, schließlich waren die Trauben das Kapital für die Weinbaugemeinden und ihre Winzer. Den Traubendieben drohten daher auch drakonische Strafen. Die Weingartenhüter waren beeidete Wachen, die auf die jeweilige Hüterordnung eingeschworen wurden.

Der Hiarterweg im Freigelände

Bereits Mitte des 14. Jahrhunderts wurden sie in Weinbauverordnungen erwähnt, wahrscheinlich bestand das Hüterwesen aber schon viel früher. Während ihrer Dienstzeit lebten sie in Hiarterhütten in den Weingärten, auch eine solche ist im Freigelände aufgebaut. Die Hüter hatten je nach ihrem Einsatzort verschiedene Abzeichen, waren bewaffnet und verfügten über eigene Signal- und Verständigungsinstrumente. Der Hiarterweg gibt Einblick in die reiche materielle Kultur, die sich rund um die Weingartenhüter entwickelte.

Weingartenhüterhaus

Das Presshaus

Den Mittelpunkt des Presshauses bildet die Weinpresse oder Kelter. In früheren Zeiten wurden die Trauben barfuß gepresst, aber bereits die Etrusker hatten Reifenpressen, die den unseren gar nicht so unähnlich sind. Auch in der Antike setzte man auf die mechanische Verstärkung des Pressdruckes. Im Presshaus können Sie die unterschiedlichen Methoden kennen lernen.

Die verschiedenen Pressen

Vom Presshaus führt eine Stiege in die Tiefe des Kellers, wo der gärende Traubensaft in Ruhe und bei gleichmäßigen Temperaturen zum Wein heranreifen kann und man auch den in Flaschen abgefüllten Wein im schützenden Dunkel lagert.

Die Ölbergkapelle

Um die Ölbergkapelle war früher der Poysdorfer Gottesacker gelegen. In seiner nordöstlichen Ecke soll um 1685 der Ölberg angelegt worden sein. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Ölbergkapelle gebaut, bei der die Poysdorfer in der Fastenzeit ihre Betstunden abhielten.

Die Ölbergkapelle
Rund 100 Jahre später wurde sie neu gestaltet und erhielt ihr klassizistisches Aussehen. Im Giebelfeld ist folgende Inschrift angebracht: „ Vater, nimm diesen Kelch von mir, doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“

Blick ins Innere der Ölbergkapelle
Die Skulpturen im Inneren stellen Christus auf dem Ölberg, die schlafenden Jünger und Engel dar.
Verpassen Sie auch nicht, einen Blick auf die verschiedenen Transportmittel, neue und alte pressen und die unterschiedlichen Fässer zu machen. Auch die Schmiede hat sich einen Besuch verdient.
Mittels Durchgang kann man dann schnell und bequem unter der Straße zur Traubenhalle gelangen.

Traubenhalle und Weinmarkt

Die Traubenhalle

In der Traubenhalle des Vino Versums widmet sich Poysdorf verstärkt den Trauben, dem Wein und seiner Geschichte.

In der Kundschaftergalerie kann man mehr über die Kundschafter des Weines erfahren, die ja auch im Poysdorfer Wappen zu sehen sind. Weinkundschafter sind bereits im Alten Testament erwähnt. Moses sandte Josua und Kaleb aus, um das „Gelobte Land“ zu erkunden: „Dort schnitten sie eine Rebe mit einer Weintraube ab und trugen sie zu zweit auf einer Stange.“

Die Kundschafter von Poysdorf

Die biblischen Kundschafter sind ein beliebtes Motiv in der Kunst, das bereits in römischer Zeit auf Öllampen und anderen Gebrauchsgegenständen abgebildet wurde. Man kann sie aber auch auf Altarbildern, Wappen oder Gasthausschildern finden, besonders natürlich in Weinorten und auf Gegenständen, die mit dem Weinbau zusammenhängen. Sie sind ein Symbol für das Blühen und Gedeihen des Winzerstandes.

Wein und Religion
In der Ausstellung wird aber auch das Verhältnis Religion und Wein thematisiert.

Die Weinberggoas
Auch die Weinberggoas könnte einen religiösen, biblischen Ursprung haben, vielleicht geht sie allerdings auch auf den griechischen Gott Dionysos zurück, dessen Symboltier ein Ziegenbock war. Eine Legende, die an eine biblische Erzählung angelehnt ist, erzählt jedoch wie Noah einen Ziegenbock beim Fressen von Weintrauben beobachtet. Er kostete dann selbst davon, schnitt die Trauben ab und legte sie in einen Trog, wo sie vergoren. So galt Noah als Vater des Weinbaus.

Welcher Wein zu welcher Speise?
An einem runden Holztisch kann man dann lernen, welcher Wein am besten zu welcher Speise passt – wobei hier mehr und mehr die Formel gilt: es passt, was schmeckt. Aber man sollte sich einmal darüber informieren.

Vom Winzer zum Wirten
Die Station „Vom Winzer zum Wirten“ erzählt über die letzten 200 Jahre Wirtshausgeschichte.

Das Flaschenparlament von Poysdorf
Sie wollten schon einmal vor dem Parlament sprechen – in der Traubenhalle in Poysdorf haben Sie die Gelegenheit dazu. Hier finden Sie das Poysdorfer Flaschenparlament: die aktuell im Parlament vertretenen Parteien sind hier mit der jeweiligen Anzahl an Flaschen in der entsprechenden Parteifarbe dargestellt.

Blick in die Traubenhalle
Aber auch die jungen Besucher werden in der Traubenhalle jede Menge Spaß vorfinden, egal ob sie – fast wie beim Fasslrutschen über ein Fassl in einen „Bottich“ voller Trauben rutschen, mit den ganz großen Trauben Ball spielen oder sich fotografieren lassen. Für Kurzweil ist gesorgt.

Bürgerspital und Traubenhalle
Vino Versum Poysdorf
Brünner Straße 28
2170 Poysdorf
Tel: + 43 2552 20371
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.poysdorf.at/vino-versum

Im Vino Versum erhalten Sie auch Auskunft über alle Veranstaltungen und Events in Poysdorf. Diese können hier auch gleich gebucht werden. Das Vino Versum ist ganzjährig von Montag bis Sonntag von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.

Weinmarkt Poysdorf

Hier beginnt und/oder hier endet meistens der Rundgang in Poysdorf, so Sie ihren Lieblingswinzer noch nicht gefunden haben, oder einmal etwas Neues probieren möchten. 30 Winzer aus Poysdorf haben sich zusammengeschlossen, um hier gemeinsam einen Überblick über ihre Weine zu geben.

Der Weinmarkt in Poysdorf

Über 300 verschiedene Weine werden hier zu Ab-Hof-Preisen angeboten und können auch verkostet werden.
Genießen Sie ein Glas Weinviertler DAC oder probieren Sie den „wieder auferstandenen“ Saurüssel. Auch an die Autofahrer ist gedacht: Der Traubensaft ist ebenfalls ein hervorragender Genuss.
Zusätzlich gibt es jede Menge Informationen, Souvenirs, Kochbücher –einfach alles, was man eben so braucht ….

Der Weinmarkt in Poysdorf
Der Weinmarkt ist von November bis März täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr, von April bis Oktober täglich von 9:00 bis 19:00 Uhr geöffnet.

Weinmarkt
Brünner Straße 28
2170 Poysdorf
Tel: + 43 2552 20371-22
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.weinmarkt-poysdorf.at/

Pfarrkirche

Die Pfarrkirche

Die Kirche zum Heiligen Johannes der Täufer ist ein Wahrzeichen von Poysdorf und schon von weitem sichtbar. Zu welcher Zeit die Pfarre gegründet wurde oder die erste Kirche erbaut wurde, ist nicht genau nachweisbar. Man weiß allerdings, dass die frühe Siedlung am Poybach um 1050 zur Babenberger Pfarre Falkenstein gehörte.

Die Pfarrkirche von Poysdorf
Wahrscheinlich wird schon im 12. Jahrhundert eine Kirche oder zu mindestens eine Taufkapelle am Platz der heutigen Kirche errichtet. 1380 wird erstmals ein Pfarrer von Poysdorf urkundlich erwähnt.
1458 wird dann tatsächlich an einer Kirche gebaut, wobei nichts darüber ausgesagt wurde, ob es sich um eine Renovierung oder um einen Neubau handelte.

1506 ist das Jahr der Pfarrerhebung und das Patronatsrecht geht an das Stift Kremsmünster über und 1581 an die Herrschaft der Trautson in Poysbrunn. Hans von Trautson, der die Herrschaft 1571 vom späteren Kaiser Rudolf II. erhält, setzt die Gegenreformation in seinem Herrschaftsbereich um.

Da die alte Kirche bald zu klein wird, entschließt man sich 1629 zur Errichtung einer neuen Pfarrkirche, bereits 1635 ist der Bau vollendet: das Dach vorerst mit Stroh bedeckt, mit einem niedrigen Turm. Erst fünf Jahre später wird das Gotteshaus am 18. September 1640 geweiht.

Die Brücke zur Kirche
Während des 30jährigen Krieges besetzen die Schweden Poysdorf und bauen die Kirche zu einer Festung aus, während der Zeit der Türkengefahr sichert man 1677 die Anlage mit einer mächtigen Wehrmauer mit Schießscharten und einer Zugbrücke. Innerhalb der Ummauerung wird ein Friedhof angelegt. Erst 1825 werden die Wehranlagen wieder entfernt. Der alte Kirchturm wird 1864 abgetragen und neu mit einer Höhe von 56 Metern wieder aufgebaut, dabei erhält er einen barocken Helm mit abgeschnürter Haube.

1935 erfolgt eine umfassende Außen- und Innenrenovierung der Pfarrkirche. 1995 wurde die Kirche noch einmal außen renoviert, 2012 wird eine Innenrenovierung durchgeführt bei der unter anderem der Altarraum mit einem steinernen Altar und Ambo aus weißen Marmor neu gestaltet und der Taufbrunnen in den rückwärtigen Teil der Kirche verlegt wird. Außerdem wird dabei das seit 1937 verschlossene Westfenster hinter der Orgel wieder freigelegt.

Ein Rundgang um die Kirche

Am Aufgang zur Kirche stehen die barocken Steinfiguren der Heiligen Florian, Antonius von Padua, Franz Xaver und Johannes Nepomuk aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der ursprüngliche Standort der sogenannten Brückenheiligen war die Steinbrücke beim Rathaus.

Die Pfarrkirche von Poysdorf
An der Nord- und Südfassade sieht man zwölf leere Regenbogennischen, die wahrscheinlich für Statuen der zwölf Apostel vorgesehen waren. Das Portal ziert eine Steinfigur von Johannes dem Täufer, das große hölzerne Kreuz an der Kirchenwand rechts vom Haupteingang erinnert an die Volksmissionen der letzten Jahrzehnte.

In der ehemaligen Kirchhofmauer sind zahlreiche Grabsteine des nach 1677 angelegten und 1889 aufgelassenen Friedhofs zu sehen, zum Teil mit bemerkenswerten barocken Gnadenstuhlreliefs aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. An der Südseite befinden sich die Gräber der Poysdorfer Pfarrer.

Eine Treppe an der Außenwand der Apsis führt in den vermutlich ältesten Teil der Kirche, der über Jahrhunderte als Karner diente. Da der Platz im Friedhof begrenzt war, wurden die Gebeine der Toten alle 10-15 Jahre ausgegraben und im Karner aufbewahrt, um Platz für die neu Verstorbenen zu schaffen. Später wurden die Gebeine dann zugemauert. Während Kriegszeiten wurde der Ort auch immer wieder als Versteck für Geld und Wertsachen genutzt. Heute wird die Unterkirche für verschiedene Veranstaltungen genutzt.

Im Inneren der Kirche

Der Innenraum ist ein hoher einschiffiger Saalraum mit halbrunder Apsis mit sechs rundbogigen Nischen, von denen vier mit Altären ausgestattet sind. Die spätbarocke Einrichtung stammt größtenteils aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Das Altarbild des Hochaltars wird der Schule des Kremser Schmidts zugeschrieben und zeigt die Taufe Jesu im Jordan mit Johannes dem Täufer. Zwischen den hohen Doppelsäulen, die das Altarbild rahmen, befinden sich die Stauten der Aposteln Petrus und Paulus. Gott Vater blickt über dem Altarbild aus den Wolken herab. Neben dem barocken, vergoldeten Tabernakel knien zwei Cherubim.
Das Chorgestühl stammt aus 1657 und kam aus dem ehemaligen Kapuzinerkloster, das 1788 von Kaiser Joseph II. aufgelöst wurde. Die Kirchenbänke sind aus 1766.

Im Inneren der Kirche

Sehenswert ist auch die spätbarocke Kanzel mit reichem figuralem Dekor aus der Zeit um 1770. Am Korpus sieht man das Relief Guter Hirte mit Putten, darunter sind die vier Evangelisten dargestellt: Matthäus als Engel, Markus als Löwe, Lukas als Stier und Johannes als Adler. Auf dem Schalldeckel sieht man Johannes den Täufer umgeben von drei göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe.
Gegenüber der Kanzel befinden sich ein Kruzifix aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts und die Statue der trauernden Maria Magdalena (Anfang des 18. Jahrhunderts).

Die Kanzel in der Kirche
In der Nische des Franziskusaltars befindet sich das vielleicht interessanteste Gemälde der Pfarrkirche, das die Bevölkerung 1681 als Dank für die Verschonung durch die Pest spendete. Es zeigt eine Darstellung des Gnadenbildes von Vranov, einem Wallfahrtsort nördlich von Brünn und im unteren Bereich des Bildes kann man die älteste bildliche Darstellung des damals befestigten Marktes Poysdorf sehen.

Die Kanzel - Detail
1796 wurde durch den Orgelbauer Wenzel Okenfus aus Mistelbach die Hauptorgel mit 20 Registern und zwei Manualen errichtet, die 1937 vom Wiener Orgelbauer Ferdinand Molzer grundlegend umgebaut wurde. Das wertvolle Gehäuse und etliche Pfeifen blieben beim Umbau erhalten, das Werk auf 32 Register und 3 Manuale ausgebaut.
Die kleine Chororgel aus 1766 wurde 1983 vom Orgelbaumeister Ferdinand Salomon fachgerecht restauriert und links neben dem Hochalter neu aufgestellt. Sie ist die einzige Orgel mit einem für diese Zeit unkonventionell angehängten Pedal in Niederösterreich.

Der neue Altar und Ambo
Der Altar und der Ambo wurden – wie schon erwähnt – bei der letzten Innenrenovierung der Kirche vom Steinmetzbetrieb Schreiber & Partner aus Poysdorf gemeinsam mit dem Künstler Manfred H. Bauch aus Wolkersdorf neu gestaltet. Der untere Teil beider wirkt wie ein Fels, der aus dem Boden der Kirche herauswächst, die glatt polierten Teile sind mit goldenen Inschriften versehen.
Eine Kerbe ist an der Vorderseite des Altars zu sehen: Sie soll an eine tiefe Wunde erinnern: Christus wurde von den Menschen tödlich verwundet und wir verwunden Gott in unserer Fehlerhaftigkeit noch immer. Die Kerbe am Ambo, senkrecht ausgeführt, wirkt wie ein Keim, ein Spross: Mit der Verkündung Gottes Wort kommt die Zuversicht, das Wort des Lebens in die Welt – die Auferstehung. Der Tod wird transformiert in das ewige Leben.

Biblischer Wein:Stadt:Pfad

Wein ist das große Thema in der Weinstadt Poysdorf, aber auch in der Bibel findet man fast 500 Stellen, an denen vom Wein, der Rebe oder vom Weinbau die Rede ist. Glastafeln rund um die Stadtpfarrkirche verkünden nun die biblischen Botschaften und laden zum Gehen, Lesen, Nachdenken und Verweilen ein. Der biblische Wein:Staadt:Pfad soll Orientierung für den Glauben, aber auch für das Leben, die Liebe und die Gesundheit bieten.

Kunst und Kulturangebote

Kunst und Kultur in Poysdorf

Poysdorf ist in erster Linie für das gute Tröpfchen, das von den die Stadt umgebenden Weinbergen stammt, berühmt. Aber auch die kulturellen Veranstaltungen und Aktivitäten der Stadt können sich sehen lassen und sind einen – oder mehrere – Besuche wert. Noch dazu gibt es viel Kunst im öffentlichen Raum und ist daher für jeden jederzeit zugänglich.

Die Flaschenbildergalerie

126 große Weinflaschen an Häusern und Fassaden können durch ganz Poysdorf verfolgt und bewundert werden. Zahlreiche Künstler aus Poysdorf, aus der Region und darüber hinaus haben diese Flaschen gestaltet und ihre persönliche, künstlerische Meinung zum Thema „Wein“ damit abgegeben. Viele dieser Exponate, in unterschiedlichen Techniken und Stilrichtungen gefertigt, sind das Ergebnis eines Wettbewerbs, an dem sich Kunstschaffende aus dem Weinviertel, aber auch aus Südmähren und der Westslowakei beteiligt haben.

Die Flaschenbilder-Galerie

Die Taubenbilder-Galerie

Das Weingut Raubenschuss steht nicht nur für hervorragenden Wein, sondern auch für Kunstgenuss. In der Taubenbilder-Galerie kann man das – von verschiedenen Künstlern wie Bramer, Bauch, Minarik, Peichl und vielen mehr – mit verschiedenen Stilrichtungen und Techniken in Kunstwerke verwandelte Logo des Weinguts sehen. Die Originale sind in der Trettn des Winzerhofes das ganze Jahr über täglich bei freiem Eintritt zu bewundern. Von Montag bis Samstag gibt es zusätzlich auch noch Führungen durch das Weingut, die Kellerei, den prämierten Innenhof und die aktuelle Kunstausstellung, die mit einer Weinprobe abschließen.

Weitere Informationen und Buchung über Vino Versum Poysdorf (2170 Poysdorf, Brünner Straße 28, Tel: + 43 2552 20 371, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder direkt über das Weingut.

Weingut Traubenschuss
Körnergasse 2
2170 Poysdorf
Tel: + 43 676 703 53 28
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.taubenschuss.at

Kunstgarten Poysdorf

Im geschmackvoll eingerichteten Kunstgarten kann man nicht nur Weinviertler Persönlichkeiten aus Stein kennenlernen. Der Steinbildhauer Martin Messinger hält in seinen skulpturalen Porträts Menschen und ihre Emotionen mit ihrer ganzen Vielfalt und teilweise auch satirisch fest. Im Kunstgarten begegnen dem Besucher Winzerfestpräsidenten, Politiker und vielerorts bekannte Künstler.

Der Kunstgarten Poysdorf

Sie können den Eingang zum Kunstgarten wenige Meter vor dem Vino Versum auf der rechten Seite von Wien aus kommend – nicht übersehen: Ein spärlich bekleidetes Mädchen, dem im Winter sogar ein Rock übergezogen wurde – spät von der Mauer in den Garten hinunter. Und unsere Song Contest Gewinnerin Conquita Wurst begrüßt ebenfalls – leider hinter Gittern – die vorbeifahrenden Autos.

Der Kunstgarten in Poysdorf

Oldtimer-Museum

Freunde alter Autos, aber auch Motorräder und Traktoren werden entzückt sein, was der Oldtimerclub von Poysdorf mit viel Enthusiasmus und Engagement auf die Beine – besser gesagt: Räder – gestellt hat. Während im Erdgeschoss zahlreiche Ausstellungsstücke vom Auto über Traktoren bis hin zum Standmotor und einem in der Region entwickelten Tragschrauber auf die Besucher warten, kann man im 1.Stock in die Welt der Radio- und Fernsehgeschichte eintauschen und ihre Entstehung näher kennenlernen, aber auch einen Fahrsimulator aus dem Osten bewundern.

Zu den Highlights im Museum zählt ein Steyr-Opel, ein wunderschönes Porsche Cabrio, sowie mehrere Tatras.

Das Oldtimer-Museum ist von April bis Oktober jeweils Sonn- und Feiertag von 13:30 bis 17:30 Uhr geöffnet. Für Gruppen ab 15 Personen ist gegen Voranmeldung ein Besuch jederzeit möglich. Der Eintritt ins Museum ist mit der NÖ-Card kostenlos.

Weitere Informationen und Buchung über Vino Versum Poysdorf (2170 Poysdorf, Brünner Straße 28, Tel: + 43 2552 20 371, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder bei Hannelore Parisch (Tel: +43 664 56 22 674).

Oldtimer-Museum
Liechtensteinstraße 68
2170 Poysdorf
Tel: +43 664 56 22 674
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.oldtimerclub-poysdorf.at

Nostalgische Brennerei

Besucher, die sich für Hochprozentiges interessieren, sollten unbedingt am Schnapslehrpfad Heger vorbeischauen und sich mit Heinz Heger aufmachen zu alten Brennereien. In diesem Museum steckt die ganze Leidenschaft, Liebe und das Wissen des Brenners Heger und er ist der Richtige, wenn man die Kunst der bäuerlichen Kleinbrennerei kennenlernen möchte. Sie werden von der unglaublichen Vielfalt an Gerüchen und Geschmack beim Verkosten der edlen Brände überrascht sein.

Der Eintritt in die nostalgische Brennwelt ist von April bis Oktober jeden Samstag von 10:00 bis 18:00 Uhr möglich, gegen Voranmeldung jederzeit.
Weitere Informationen und Buchung über Vino Versum Poysdorf (2170 Poysdorf, Brünner Straße 28, Tel: + 43 2552 20 371, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder bei Heinz Heger (Tel: + 43 676 56 32 400)

Schnapslehrpfad Heger
Wilhelmsdorfer Straße 4
2170 Poysdorf
Tel: + 43 676 56 32 400
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.weingut-heger.at

Das ist aber noch lange nicht das komplette Angebot der Weinstadt Poysdorf.

Junge Besucher werden sich auf Betty Bernstein freuen, man kann Weinflaschen Kegeln, Kellergassenführungen mitmachen, die Schaukeller besuchen, oder eine Weingartenwanderung unternehmen. Oder wie wäre es mit einer Traktorrundfahrt oder Traktorwanderung? Natürlich kann man auch durch die Rieden radeln (und sich im Vino Versum vielleicht auch gleich ein E-Bike ausborgen) oder Wandern oder einfach Entspannung in einer Kellerröhre suchen und finden. Schauen Sie dazu einfach auf unsere Österreich-Newsseite oder auf die Vino Versum Seite - http://www.poysdorf.at/vino-versum.html - hier erfahren Sie alle Neuigkeiten, können sich informieren und auch gleich die diversen Veranstaltungen buchen.

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