„Wien, Wien nur Du allein, sollst stets die Stadt meiner Träume sein …“

Der Stadtpark in Wien

Diese Textzeile findet sich in einem bekannten Wienerlied, das von Rudolf Sieczynski stammt. Ein typischer Wiener, wie man an seinem Namen unschwer erkennen kann. Wien, die Metropole des Habsburgerreiches war ein Schmelztiegel sondergleichen. Ohne zumindest eine böhmische Urgroßmutter nachweisen zu können, kann man sich nicht als „richtiger“ Wiener bezeichnen, hieß es einst. Doch das ist schon einige Zeit her: Bramburi haben ihren Weg über Erdäpfel zu der Bezeichnung Kartoffel gefunden, der „typische“ Wiener versteht kein Wort Tschechisch, mit etwas Glück vielleicht noch Kroatisch oder -heute eher - Türkisch, einzig die Küche blieb. Sie wird nach wie vor als Wiener Küche gefeiert – wobei die Einflüsse aus Ungarn, Tschechien, der Slowakei, aber auch Kroatien und Slowenien nicht außer Acht gelassen werden sollten.

Die Wiener Ringstrasse

Der erste Wiener Gemeindebezirk (Innere Stadt) ist von der Ringstrasse – im allgemeinem Wiener Sprachgebrauch: dem Ring – umgeben, der sich erst mit dem Franz Josefs Kai zu eben diesem schließt. Hier wird die Geschichte lebendig, hier zeigt sich die einstige Größe des Kaiserreichs, das auch in wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten und trotz ziemlich leerer Staatskassen diesen prächtigen Boulevard errichten ließ.

Die Wiener Ringstraße (Foto © WienTourismus)

Die Geschichte der Ringstrasse beginnt Anfang des 13.Jahrhunderts unter den Babenbergern, die – bedingt durch die Erweiterung der Stadt – einen neuen Mauerring zur Verteidigung erbauten. Durch die anhaltende Türkengefahr nach der ersten Belagerung durch Sultan Solimann 1529 war es notwendig, die mittelalterliche Mauer zu einer gemauerten Befestigungsanlagen mit Basteien umzubauen. Ergänzt wurde das Bauwerk mit einem System von Gräben und einer freien Fläche, dem Glacis. Dieses diente dazu Feinde bereits in weiter Ferne auszumachen, ein offenes Schussfeld zu haben und durfte daher auch nicht verbaut werden. Zu Beginn des 19.Jahrhunderts war jedoch auch diese Anlage überholt, was sich durch die Sprengung der Burgbastei durch französische Truppen zeigte. Die Diskussion um die Schleifung der Anlage begann.

an der Wiener Ringstraße

Am 20.Dezember 1857 überraschte Kaiser Franz Josef I. mit einem Erlass, der die Zerstörung der Stadtmauern und die Verbauung des Glacis ankündigte, um so die Barriere zwischen Innerer Stadt und den Vorstädten zu entfernen. Die Errichtung einer Prachtstrasse wurde angeordnet, jedoch auch militärische Überlegungen spielten bei der Planung eine Rolle. Ein städtebaulicher Wettbewerb wurde ausgeschrieben, dem 85 Projekte zu Grunde lagen, jedoch wie so oft in Wien wurde keines der siegreichen Projekte (Sieger waren die Architekten Ludwig Förster, August Siccard von Siccardsburg und Eduard van der Nüll) verwirklicht, sondern das Baudepartement gestaltete aus den preisgekrönten Entwürfen ein eigenes Projekt. Der Ring ist eigentlich kein Kreis, sondern ein Oktogon mit geraden Teilabschnitten, die jeweils eine freie Schussfläche gegen eventuelle Aufständische bieten sollten. Kaiser Franz Josef I. war im Revolutionsjahr 1848 an die Macht gekommen und dieses Trauma hielt sich bei den Regierenden noch lange. Auch die Breite von 57 Metern ist den Überlegungen des Militärs zu verdanken, da man damit den Bau von Barrikaden erschweren wollte und Truppenverschiebungen erleichtert wurden. Die Franz-Josephs- und die Rossauer Kasernen, sowie der – nach dem Kaiser benannte – Franz Josefs Kai waren so angelegt, dass man die Donaukanalbrücken unter Artilleriebeschuss nehmen konnte.


Interessant war auch die Finanzierung: während der alte Mauerring angeblich durch das Lösegeld für Richard Löwenherz finanziert worden war, „erfand“ man nun den Stadterweiterungsfond, der durch den Verkauf der Bauparzellen gespeist wurde, die durch die Zuschüttung der Gräben und die Einbeziehung des Glacis entstanden waren. Repräsentative Gebäude entstanden, die unterschiedlichen Stilen huldigten. Diesem Stilgemisch, das später als Ringstraßenstil bezeichnet wurde und als besondere Ausprägung des Historismus stilbildend für die Architektur der 1860 bis 1890 Jahre galt, konnten die Wiener anfänglich nichts abgewinnen. Johann Strauss schrieb aus dem Anlass der Schleifung der Mauer seine „Demolierer-Polka“ – der Spott der Wiener über die Staatsoper war so verletzend, dass er Eduard van der Nüll in den Selbstmord trieb.

„Wien, Wien nur Du allein, sollst stets die Stadt meiner Träume sein …“

Der Stadtpark in Wien

Diese Textzeile findet sich in einem bekannten Wienerlied, das von Rudolf Sieczynski stammt. Ein typischer Wiener, wie man an seinem Namen unschwer erkennen kann. Wien, die Metropole des Habsburgerreiches war ein Schmelztiegel sondergleichen. Ohne zumindest eine böhmische Urgroßmutter nachweisen zu können, kann man sich nicht als „richtiger“ Wiener bezeichnen, hieß es einst. Doch das ist schon einige Zeit her: Bramburi haben ihren Weg über Erdäpfel zu der Bezeichnung Kartoffel gefunden, der „typische“ Wiener versteht kein Wort Tschechisch, mit etwas Glück vielleicht noch Kroatisch oder -heute eher - Türkisch, einzig die Küche blieb. Sie wird nach wie vor als Wiener Küche gefeiert – wobei die Einflüsse aus Ungarn, Tschechien, der Slowakei, aber auch Kroatien und Slowenien nicht außer Acht gelassen werden sollten.

Die Wiener Ringstrasse

Der erste Wiener Gemeindebezirk (Innere Stadt) ist von der Ringstrasse – im allgemeinem Wiener Sprachgebrauch: dem Ring – umgeben, der sich erst mit dem Franz Josefs Kai zu eben diesem schließt. Hier wird die Geschichte lebendig, hier zeigt sich die einstige Größe des Kaiserreichs, das auch in wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten und trotz ziemlich leerer Staatskassen diesen prächtigen Boulevard errichten ließ.

Die Wiener Ringstraße (Foto © WienTourismus)

Die Geschichte der Ringstrasse beginnt Anfang des 13.Jahrhunderts unter den Babenbergern, die – bedingt durch die Erweiterung der Stadt – einen neuen Mauerring zur Verteidigung erbauten. Durch die anhaltende Türkengefahr nach der ersten Belagerung durch Sultan Solimann 1529 war es notwendig, die mittelalterliche Mauer zu einer gemauerten Befestigungsanlagen mit Basteien umzubauen. Ergänzt wurde das Bauwerk mit einem System von Gräben und einer freien Fläche, dem Glacis. Dieses diente dazu Feinde bereits in weiter Ferne auszumachen, ein offenes Schussfeld zu haben und durfte daher auch nicht verbaut werden. Zu Beginn des 19.Jahrhunderts war jedoch auch diese Anlage überholt, was sich durch die Sprengung der Burgbastei durch französische Truppen zeigte. Die Diskussion um die Schleifung der Anlage begann.

an der Wiener Ringstraße

Am 20.Dezember 1857 überraschte Kaiser Franz Josef I. mit einem Erlass, der die Zerstörung der Stadtmauern und die Verbauung des Glacis ankündigte, um so die Barriere zwischen Innerer Stadt und den Vorstädten zu entfernen. Die Errichtung einer Prachtstrasse wurde angeordnet, jedoch auch militärische Überlegungen spielten bei der Planung eine Rolle. Ein städtebaulicher Wettbewerb wurde ausgeschrieben, dem 85 Projekte zu Grunde lagen, jedoch wie so oft in Wien wurde keines der siegreichen Projekte (Sieger waren die Architekten Ludwig Förster, August Siccard von Siccardsburg und Eduard van der Nüll) verwirklicht, sondern das Baudepartement gestaltete aus den preisgekrönten Entwürfen ein eigenes Projekt. Der Ring ist eigentlich kein Kreis, sondern ein Oktogon mit geraden Teilabschnitten, die jeweils eine freie Schussfläche gegen eventuelle Aufständische bieten sollten. Kaiser Franz Josef I. war im Revolutionsjahr 1848 an die Macht gekommen und dieses Trauma hielt sich bei den Regierenden noch lange. Auch die Breite von 57 Metern ist den Überlegungen des Militärs zu verdanken, da man damit den Bau von Barrikaden erschweren wollte und Truppenverschiebungen erleichtert wurden. Die Franz-Josephs- und die Rossauer Kasernen, sowie der – nach dem Kaiser benannte – Franz Josefs Kai waren so angelegt, dass man die Donaukanalbrücken unter Artilleriebeschuss nehmen konnte.


Interessant war auch die Finanzierung: während der alte Mauerring angeblich durch das Lösegeld für Richard Löwenherz finanziert worden war, „erfand“ man nun den Stadterweiterungsfond, der durch den Verkauf der Bauparzellen gespeist wurde, die durch die Zuschüttung der Gräben und die Einbeziehung des Glacis entstanden waren. Repräsentative Gebäude entstanden, die unterschiedlichen Stilen huldigten. Diesem Stilgemisch, das später als Ringstraßenstil bezeichnet wurde und als besondere Ausprägung des Historismus stilbildend für die Architektur der 1860 bis 1890 Jahre galt, konnten die Wiener anfänglich nichts abgewinnen. Johann Strauss schrieb aus dem Anlass der Schleifung der Mauer seine „Demolierer-Polka“ – der Spott der Wiener über die Staatsoper war so verletzend, dass er Eduard van der Nüll in den Selbstmord trieb.

Urania

Ringstraße, Museen, Parks und Opernhäuser....

Die Urania

1010 Wien, Uraniastraße 1

Am Beginn des Stubenrings, eigentlich noch am Franz Josefs Kai befindet sich die Urania, 1909 nach Plänen Max Fabianis – einem Schüler von Otto Wagner – gebaut. Benannt nach der für die Astronomie zuständige Muse – Urania – wurde das Gebäude, in dem noch heute die Sternwarte (neben der Volkshochschule, einem Kinosaal und einem Puppentheater) untergebracht ist, 1910 von Kaiser Franz Josef eröffnet. Der niedrige Kassenhallenzubau stammt aus 1935.

Die Urania in Wien

Während des 2. Weltkrieges wurde das Gebäude schwer beschädigt und die Kuppel der Sternwarte zerstört, erst 1957 konnte sie wieder eröffnet werden. Die Wiener Urania Sternwarte wurde als Volkssternwarte gemeinsam mit dem Volksbildungsinstitut erbaut und ist die älteste Volkssternwarte Österreichs. Im Zuge der Generalrenovierung, die 2003 beendet wurde, hat man die Sternwarte baulich vollständig erneuert und anstelle des alten Meridianhauses eine neue Kuppel errichtet. Heute finden viele Veranstaltungen und Führungen in der Sternwarte für astronomisch interessierte Erwachsene, aber auch für Kinder und Jugendliche statt.

Die Urania in Wien
Das detaillierte Programm finden Sie auf www.urania-sternwarte.at

Wenn Sie mit kleineren Kindern nach Wien gekommen sind und das Wetter nicht mitspielen sollte, versuchen Sie Eintrittskarten in das Urania Puppentheater zu bekommen. Kasperl und Petzi waren auch schon Fernsehstars und begeistern ihre kleinen Zuschauer immer wieder. Das Programm und alles Wissenswerte über die Beiden finden Sie hier: www.kasperlundpezi.at

Die Urania in Wien

Cineasten sollten sich auf die Internet-Seite der Volkshochschule wagen – im Urania Kino gibt es kaum den normalen Mainstream zu sehen. Filmfestival und Filmtage runden das Angebot ab. (www.vhs.at/vhs01_projekte.html)

MAK

MAK Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst, Applied Arts, Contemporary Art

1010, Stubenring 5

Das MAK gehört zu den wichtigsten und interessantesten Museen von Wien. Nicht nur, dass es in einem wunderschönen Bau untergebracht ist, zeigt es mit seiner Studiensammlung und den Schausammlungen wunderbare Objekte der Handwerkskunst, Visionen zwischen Kunst und Handwerk, deren Geschichte und Entwicklungen. Zum 150. Jubiläum des Museums 2014 wurde viel neu gestaltet und kreiert – es lohnt sich daher immer wieder vorbei zu schauen.

MAK (Foto © Gerald Zugmann)

Die Geschichte.

1863 war die Geburtsstunde des MAK. Nach dem Vorbild des 1852 gegründeten South Kensington Museum (heute Victoria and Albert Museum), nach jahrelangen Bemühungen von Rudolf von Eitelberger und auf Initiative von Erzherzog Rainer, willigt Kaiser Franz Joseph I. in die Gründung des „k.k. Österreichischen Museum für Kunst und Industrie“ ein. Das damalige Museum für Kunst und Industrie war erst das 2. Museum dieser Art weltweit. Rudolf von Eitelberger,  Professor für Kunstgeschichte an der Universität Wien, wird Direktor.


Am 12. Mai 1864 wird das Museum in Räumlichkeiten des Ballhauses neben der Wiener Hofburg eröffnet. Heinrich von Ferstel hatte diese für museale Zwecke umgestaltet. Das Museum soll als Mustersammlung für Künstler, Industrielle und Publikum und als Aus- und Weiterbildungsstätte für Designer und Handwerker dienen. Durch die Ausbreitung der industriellen Revolution gehen mehr und mehr handwerkliche Fähigkeiten verloren. Die ersten Ausstellungsstücke kommen aus den kaiserlichen Sammlungen, aus Klöstern, Privatbesitz, dem k.k. Polytechnikum in Wien. Reproduktionen, Galvanos und Gipsabdrücke stehen neben Originalen. Sie alle sollen für künftige Generation als Vorbilder dienen können.
Da das Platzangebot in den ursprünglichen Räumen zu klein wird, plant man 1866 ein eigenes Museumsgebäude zu errichten. Der erste Entwurf von Eitelberger und Ferstel – die Integration in das Projekt der Hofmuseen auf dem Kaiserforum vor der Hofburg – scheitert. Schließlich entscheidet man sich für das Gelände des ehemaligen Exerzierfelds der Defensionskaserne vor dem Stubentor neben dem neu angelegten Stadtpark.

MAK Wien

1867 wird die k.k. Kunstgewerbeschule des k.k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie (heute Universität für angewandte Kunst) gegründet. Theoretische und praktische Ausbildung sind damit vereint. Die Kunstgewerbeschule ist vorerst in einer alten Gewehrfabrik im 9. Wiener Bezirk untergebracht, 1871 zieht sie ins Haus am Stubenring, 1877 übersiedelt sie in den Zubau zum Museum am Stubenring.
1868 wird endlich mit dem Bau des Gebäudes am Stubenring begonnen, das am 15. November 1871 eröffnet wird und nach Plänen von Heinrich von Ferstel im Renaissancestil errichtet wurde. Es ist der erste am Ring errichtete Museumsbau. Die Ausstellungsobjekte werden nun permanent und nach Materialschwerpunkten geordnet ausgestellt.

MAK Säulenhalle
Während der Wiener Weltausstellung 1873 stellen das Museum für Kunst und Industrie und die Kunstgewerbeschule gemeinsam am Stubenring aus. Rudolf von Eitelberger organisiert dabei den weltweit ersten internationalen kunstwissenschaftlichen Kongress und betont damit die Orientierung des Museums an Lehre und Forschung. Die Weltausstellung wird auch für bedeutende Ankäufe für das Museum genutzt, wie z.B. 60 Blatt der indo-persischen Mogulhandschrift Hamzanama.

MAK
1884 wird der Wiener Kunstgewerbeverein gegründet, dem sich viele namhafte Firmen und Werkstätten (z.B. J.&L. Lobmeyr), und Persönlichkeiten und Professoren der Kunstgewerbeschule anschließen. Ziel des Vereins ist es, alle schöpferischen und ausführenden Kräfte, die das Kunsthandwerk erlangt hat, zu fördern und weiter auszubauen. Man organisiert wechselnde, öffentlich zugängliche Ausstellungen, deren Exponate auch käuflich erworben werden können.

MAK
1897 übernimmt Arthur von Scala die Leitung des Museums und er kann Otto Wagner, Felician von Myrbach, Koloman Moser, Josef Hoffmann und Alfred Roller zur Mitarbeit an Museum und Kunstgewerbeschule gewinnen. Damit wird der Stil der Secession auch prägend für die Kunstgewerbeschule.
Im Jahr 1900 kommt es zur Trennung der Kunstgewerbeschule vom Museum.
1904 präsentiert das Museum eine Ausstellung von Alt-Wiener Porzellan, dessen Objekte aus dem 1867 übernommenen Nachlass der k.k. Aerarial Porzellan-Manufaktur (Wiener Porzellanmanufaktur ) und bedeutenden Stücken von Sammlern aus allen Teilen der Donaumonarchie stammen.
Mit der Übernahme eines Großteils der Bestände des k.k. Handelsmuseums 1907 kommt die Asiensammlung von Arthur von Scala und die Ostasien Sammlung Heinrich von Siebold zu den Beständen des heutigen MAK.
1909 kommt es zur kompletten Trennung von Museum und Kunstgewerbeschule. Der Erweiterungsbau des Museums in der Weiskirchnerstraße wird eröffnet, und damit Raum für Sonder- und Dauerausstellungen geschaffen. Im gleichen Jahr wird der Biedermeierstil in Kunst und Kunsthandwerk in Ausstellungen thematisiert.
1914 zeigt eine Leistungsschau die Arbeiten der österreichischen Kunstindustrie und die Bedeutung des Museums für das Kunsthandwerk.
1919 Nach der Gründung der Ersten Republik bekommen die Sammlungen des Museums Zuwachs aus ehemals kaiserlichem Besitz. Dadurch entsteht unter anderem eine der erlesensten Sammlungen an Orientteppichen weltweit.
1920 bis 1922 kommt es zum Austausch und Abgleich der Sammlungen mit anderen Museen.  Die Ausstellung von Gläsern des Klassizismus, der Empire- und Biedermeierzeit bietet einen Überblick über die Glasmacherkunst der österreichisch-ungarischen Monarchie, Biedermeierglas wird zum Vorbild der zeitgenössischen Glasproduktion.
Mit der Ausstellung Gotik in Österreich (1926) zeigt das Museum einen ersten umfassenden Eindruck der österreichischen Tafelmalerei und des Kunsthandwerks des 12. bis 16. Jahrhunderts.
Josef Hoffmann, Oskar Strnad, Josef Frank, Ernst Lichtblau und Clemens Holzmeister richten die erste umfassende Präsentation des Österreichischen Werkbunds anlässlich der Tagung des Deutschen Werkbunds in Österreich 1930 aus.
Nach dem „Anschluss“ Österreich an das nationalsozialistische Deutschland wird das Museum in „Staatliches Kunstgewerbemuseum in Wien“ umbenannt. Von 1939 – 1945 vergrößern sich die Sammlungen des Museums durch zahlreiche beschlagnahmte Privatsammlungen.
1945 kommt es zu Schäden am Museumsgebäude.
1947 wird das Museum in „Österreichisches Museum für angewandte Kunst umbenannt“. Bereits ein Jahr später findet eine Ausstellung über den Stephansdom statt, bevor das Museum 1949 – nach Behebung der Kriegsschäden - wieder eröffnet wird.
Das Museum nimmt seinen Betrieb wieder auf, viele interessante Ausstellungen folgen:
1950 Große Kunst aus Österreichs Klöster
1952 Soziale Wohnkultur – Entwicklung des sozialen Wohnbaus in Wien
1956 Neue Form aus Dänemark, moderne Formgebung aus Skandinavien
1957 Venini Murano Glas
1960 Künstlerisches Schaffen und Serienproduktion aus Gustavsberg, Schweden. Vorbildwirkung des schwedischen Designs für das österreichische Kunsthandwerk und Design.
1963 Kunstschätze aus dem Iran
1964 Wien 1900. Präsentation des Kunsthandwerks des Jugendstils
1966 Selection 66 zeigt ausgewählte Positionen moderner österreichischer Designer
1967 Die Wiener Werkstätte
1969 Sitzen 69 zeigt an der internationalen Moderne orientierte Positionen, unter anderem von Hans Hollein.
1974 Archäologische Funde der Volksrepublik China werden zum ersten Mal im Rahmen einer Wanderausstellung außerhalb Chinas in der sog. Westlichen Welt gezeigt.
1980 Neues Wohnen. Wiener Innenraumgestaltung 1918-1938
1984 Achille Castiglioni: Designer. Erste Ausstellung des italienischen Designers in Österreich
1987 Josef Hoffmann. Ornament zwischen Hoffnung und Verbrechen.
1989 Carlo Scarpa. Die andere Stadt. Die erste  umfassende Ausstellung zum Werk des Architekten außerhalb Italiens.
1990 Verborgene Impressionen. Japonismus in Wien 1870-1930.
1991 Donald Judd. Architektur.
1992 Magdalena Jetelová: Domestizierung einer Pyramide (Installation in der MAK-Säulenhalle)
1996 Philip Johnson: Turning Point. Die mit dieser Ausstellung verbundene Skulptur Wiener Trio steht heute am Franz Josefs-Kai/Schottenring.
1998 James Turrell. The other Horizon. Der dafür entworfene Skyspace ist heute im Garten des Geymüllerschlössels zu sehen. MAKlite wird im November 2004 permanent an der Fassade des Gebäudes installiert.
1998 Die Überwindung der Utilität. Dagobert Peche und die Wiener Werkstätte.
2001 Franz West. Gnadenlos. Die „Vier Lemurenköpfe“ sind auf der Stubenbrücke (neben dem MAK) aufgestellt.

MAK - Ein Lemurenkopf
2001 Dennis Hopper: A System of Moments
2001-2002 CAT – Contemporary Art Tower.
2002 Knoten. Symmetrisch-asymmetrisch. Historische Orientteppiche.
2003 Zaha Hadid. Architektur.
2003 Der Preis der Schönheit. 100 Jahre Wiener Werkstätte
2004 Peter Eisenmann. Barfuß auf weiß glühenden Mauern
Und viele mehr….

Aber auch wertvolle Ankäufe werden getätigt, wie z.B. das umfassende Archiv der Wiener Werkstätten 1955.

1965 wird das Geymüllerschlössel als Außenstelle dem Museum angegliedert und das Museum erhält die Sammlung Franz Sobek – Altwiener Uhren zwischen 1760 und der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, außerdem Mobiliar aus den Jahren 1800 bis 1840.
1993 wird die Schausammlung unter der Beteiligung internationaler Künstler neu aufgestellt. Die Säle am Stubenring beherbergen darüber hinaus die Studiensammlung und die temporären Ausstellungen zeitgenössischer Künstler in der Galerie. Wechselnde Expositionen werden im Gebäude in der Weiskirchnerstraße untergebracht.

Auch wenn Sie nur wenig Zeit für eine Besichtigung haben, sollten Sie auf jeden Fall einen Blick in die Säulenhalle werfen und das Gebäude zumindest am Ring entlang gehen. Hier gelangen Sie an der Verbindungsmauer zwischen der Universität für angewandte Kunst und dem MAK zu einem Wandbrunnen aus Stein mit einem Glasmosaikbild und einem Becken aus Wöllersdorfer Stein. Der Entwurf stammt von Ferdinand Laufberger, der sich später einen Ruf als Lehrer und Förderer von Gustav Klimt erworben hat und Heinrich von Ferstel. Das Mosaikbild stellt die Göttin Minerva dar, die nicht nur als Göttin der Weisheit galt, sondern auch als Schutzgöttin des Kunsthandwerkes.

MAK Minerva Brunnen
Wandern Sie weiter Richtung Donaukanal wandern, finden Sie rechts den Oskar Kokoschka-Platz mit dem Oskar Kokoschka Denkmal, das zu seinem 100. Geburtstag von Alfred Hrdlicka geschaffen wurde. Oskar Kokoschka war damals erst drei Jahre tot. 

MAK Oskar Kokoschka Denkmal

MAK Außenstellen

Nach dem Geymüllerschlössel wird der Gefechtsturm im Arenbergpark 1994 zur Außenstelle des MAK, 1995 wird in Los Angeles das MAK Center for Art and Architecture gegründet. MAK Artists and Architects in Residence startet im Oktober.
2006 führen das MAK Wien und die Mährische Galerie in Brno das Geburtshaus von Josef Hoffmann in Brtnice als gemeinsame Expositur, 2009 wird die Dauerausstellung „Josef Hoffmann: Inspirations“ eröffnet.
Mit dem Wechsel an der Spitze der Direktion kommt es ab 2011 zu Veränderungen in der Aufstellung von Schau- und Studiensammlung, besonders im Jubiläumsjahr 2014. In dem Jahr werden die Schausammlungen Asien und Teppiche neu gestaltet und mit den MAK Design Labor erhält die Studiensammlung zum Geburtstag ein neues Aussehen.

MAK Design Labor

Die Studiensammlung – MAK Design Labor 2014

MAK - Design Labor

Rechtzeitig zum 150-Jahr-Jubiläum wurde der Präsentation der Studiensammlung ein neues Konzept zu Grunde gelegt – das MAK Design Labor, das am 12. Mai 2014 eröffnet wurde. Mit dieser Neupositionierung wird versucht, die umfangreiche Sammlung stärker mit Lebenssituationen zu verbinden und Design auch als zentrale Kraft für die Verbesserung von Lebensqualität, aber auch zur Lösung bestimmter Zukunftsfragen zu positionieren. Auf 1.900 Quadratmetern wurden die  Ausstellungsräume neu konzipiert und an die 2.000 Exponate nach Themeninseln gruppiert. Größtmögliche Flexibilität soll Veränderungen immer wieder möglich machen und den Bezug zwischen historischem Kunsthandwerk und zeitgenössischen Designschaffen herstellen.

MAK Design Labor - Forum
Design wird nicht nur als „Verschönerung“ von alltäglichen Gegenständen gesehen, Design ist viel mehr: „Design hat die Aufgabe unser Leben zu verbessern. Dabei muss es das Wohlstandsstreben des Einzelnen mit den langfristigen Interessen der Gesellschaft wie Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit, sozialen Zusammenhalt und lebenslanger Bildung in Einklang bringen. Die Digitalisierung unseres Lebens eröffnet zusätzliche Gestaltungsspielräume…“, so der Direktor des MAK, Christoph Thun-Hohenstein.

MAK Design Labor
In Zusammenarbeit mit dem österreichischen Designteam EOOS und unter der kuratorischen  Begleitung vom Institute of Design Research Vienna entstand ein flexibles, dynamisches Konzept, das sich mit seinen Themeninseln einen Ausspruch von Andy Warhol zu Herzen nahm: „When you think about it, department stores are kind of like museums“. So fällt es dem Besucher leicht, auch die ausgefallensten Ideen, Visionen und Designansätze mit Situationen aus seinem Alltagsleben zu verbinden. Aber auch kunsthistorische und interdisziplinäre Querverbindungen lassen sich so leichter nachvollziehen.
Während die Studiensammlung zuvor materialspezifisch geordnet war, fließen nun im MAK Design Labor die Themen und Räume ineinander. Gleich zu Beginn wartet mit dem MAK Forum ein Raum auf den Besucher, der flexibel für Ausstellungen, Präsentationen, als Begegnungsort, als Veranstaltungsraum oder durch die Treppengestaltung einfach zum Ausruhen und Innehalten genutzt werden kann.

MAK Design Labor - Forum
Durch die modulare Umsetzung der Ausstellungsgestaltung kann das MAK Design Labor in Zukunft immer wieder an aktuelle Themen und Entwicklungen schnell angepasst werden und so immer auf aktuelle Zeitströmungen reagieren, ein permanenter Wandel unter Einbeziehung der Besucher ist ausdrücklich erwünscht. So werden in der Ausstellung Fragen aufgeworfen, die sich mit aktuellen Problemen beschäftigen und Lösungen zu einem positiven Wandel hin zu einer sozial und ökologisch zukunftsfähigen Gesellschaft aufzeigen sollen, wie Produktion, Geschlechterdemokratie, Ernährung und Pflanzenvielfalt, Kreislaufwirtschaft, Klimaauswirkungen und einiges mehr. Themen, die ich nicht ursächlich mit Design und Handwerk in Verbindung gebracht hätte, die aber bei näherer Betrachtung aber sehr wohl immer damit in Zusammenhang stehen. So versucht das MAK Design Labor relevante Themen für einen positiven Wandel der Gesellschaft aufzuzeigen.
Und diese Themen sind alle miteinander verwoben: Kochen, Essen und Trinken, Sitzen, künstlerische, industrielle oder alternative Produktion, Transport, Kommunikation, Sammeln, Schützen, Schmücken und das Ornament. Man findet aber auch Gestalter wie Josef Hoffmann oder den Modedesigner Helmut Lang im neuen Konzept mit je einem eigenen Raum vertreten.

MAK Design Labor Grundrissplan
Tritt man vom Eingangsraum, dem MAK-Forum, in die Ausstellung, ist man gleich mitten drin im Überblick über die unterschiedlichsten Produktionsweisen. So unterscheiden die Ausstellungsmacher hier zwischen Produzieren: industriell, Produzieren: alternativ und Produzieren: künstlerisch. Und am Anfang steht auch die Frage: „Was ist Design für mich?“

MAK Design Labor - Was ist Design für Dich?
Doch nun zu den einzelnen Bereichen

Produzieren: industriell

Produzieren: industriell widmet sich dem österreichischen Industriedesign. Hier findet man eine Gegenüberstellung historischer und zeitgenössischer Industrieprodukte. Als Auswahlkriterium diente der Design-Staatspreis, der an die 90mal in unterschiedlichen Kategorien (Konsumgüter, Investitionsgüter, räumliche Gestaltung, Sonderpreise, etc.) vergeben wurde. Rund 30 Projekte sind hier zu sehen, die sich in acht thematischen Clustern wieder finden:
Vom Handwerk zur Industrieproduktion (z.B. Carl Auböcks Glasservice Burg für die Tiroler Glashüte Riedel),
Heim- und Haushaltselektronik als klassischer Bereich der Konsumgüterindustrie (z.B. die Super-8-Filmkamera und –projektoren von Eumig – Mark S-712 - die in Wiener Neudorf produziert wurden oder der AKG K 1000 Kopfhörer),

MAK Design Labor
Werkzeug und Maschinen (z.B. der extrem leichte und wendige Allrad Hafliner 700 AP von Steyr-Daimler Puch)
Militär- und Sicherheitstechnik (z.B. Löschzug Panther 8x8 der Firma Rosenbauer International oder der Präzisionsfeldstecher Habicht SL von Swarovski Optik)
Alpinsport (z.B. Alpinskibindung VAR Racing von Atomic)
Medizintechnik (z.B. Handprothese Michelangelo aus dem Axon Hand System)
Stadtraum (z.B. U-Bahn Doppeltriebwagen Wien – die Silberpfeile)
Modulare Systeme (z.B. Kinderspielmöbel für die Kinderfreunde von Herma und Karl Kotal)
Kurzfilme und Fotomontagen geben Einblicke in die Produktionsstätten und die Bewerbung der Erzeugnisse und helfen so, ein besseres Verständnis für die ausgestellten industriellen Produkte,  ihre Herstellung und Benutzung zu vermitteln.

Produzieren: alternativ

Unser System des Wohlstands besteht auch durch die Ressourcenausbeutung von Mensch und Natur. Alternativen sind notwendig, um unseren Lebensraum Erde auch für künftige Generationen zu erhalten. Ein verändertes Konsumverhalten, neue Formen des Wirtschaftens und sozialer Wandel müssen einen auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Designprozess begleiten. Die hier ausgestellten Beispiele zeigen aktuellste Lösungsansätze:
z.B.: The Idea of a Tree – Recorder One – bedient sich Sonnenenergie um je nach Ort und Jahreszeit individuell geformte Lampen, Hocker und Vasen zu erzeugen. Zielvorgabe ist ein Objekt pro Tag.
Aber auch die Möglichkeiten, die 3D-Drucker in Zukunft bieten könnten, werden hier, neben vielen anderen Ideen, überlegt. Wie revolutionär diese Technik unser Leben ändern kann, wird sich weisen, 3D-Hubs und offenen Fabrikationswerkstätten gibt es immerhin schon.

Produzieren: künstlerisch

Angewandte Kunst als künstlerisches Medium nimmt die Entwicklung konzeptueller Kunst vorweg, wobei die Ausführung des Kunstwerks nicht durch den Künstler selbst erfolgen muss.
Kunst im Zeitalter der Maschine ist von der Industriellen Revolution geprägt. Die Übergänge zwischen realer, digitaler und virtueller Welt, zwischen Ding und Technik verschieben sich immer mehr, neue Räume werden erzeugt und Technik und Produktion, Kommunikation und Mobilität, Wirtschaft und Konsum vernetzen unterschiedliche gesellschaftliche und kulturelle Lebensweisen.
Zu sehen ist unter anderem das „Model la Machine Célibataire“ – eine Junggesellenmaschine vom Atelier van Lieshout. Aber auch der Schuhsessel – eine Art erotisch aufgeladene Schuhmaschine, die sich als Fetisch oder Zwitter zwischen Stöckelschuh und Stuhl anbietet, geschaffen von Jürgenssen, ist durchaus sehenswert.

MAK Design Labor - Der Schuhsessel

Kochen

Kochen gehört zu den ältesten Kulturtechniken des Menschen. „Die Kultur hängt von der Kochkunst ab“ bemerkte schon Oscar Wilde 1880. Das Herzstück dieses Themenbereiches ist eine idealtypische Rekonstruktion der berühmten Frankfurter Küche von Margarete Schütte-Lihotzky, der Urmutter aller Einbauküchen. Auf kleinsten Raum bietet sie alle Funktionalität, die man braucht ohne zu technisch zu wirken. Aber auch interessante Ansätze wie Gregor Eichingers Feuertisch sind zu sehen oder die „Mobile Gastfreundschaft“ des Wiener Designduos chmara.rosinke.

Frankfurter Küche

Essen und Trinken

Weiter geht es gleich zu einer eindrucksvollen Zeitreise zum gedeckten Tisch in den unterschiedlichsten Epochen. Vom Mittelalter über die Renaissance, und das Interesse den Essplatz auch mit Dekorationen zu verschönern, zum Barock, wo das einheitliche Service (Service à la Française oder à la Russe) erfunden wurde, kann der Besucher alle möglichen Varianten des Tafeldeckens im europäischen Raum bewundern. Sakrale Gefäße sind ebenso ausgestellt wie Schalen des japanischen Teezeremoniells, Tischtücher, Servietten oder Menükarten. Zum Abschluss diskutieren Nina Levett und Eat Artists Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter Tischkultur als Inspirationsquelle für zeitgenössische Kunst.

MAK - Porzellandekoration

Sitzen

Es ist die dominante Stellung im Alltagsleben eines Menschen in den westlichen Industrienationen. Nicht nur in der Arbeit, sondern auch in unserer Freizeit verbringen wir einen großen Anteil sitzend.

MAK - Themenbereich Sitzen
So wurde eine Vielzahl von Sitzmöbel entworfen, die den unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden sollen: vom schlichten Hocker und der einfachen Sitzbank über Stühle, Armlehnsessel bis zum opulenten Fauteuil und Sofa. Ausgewählte Sesel und Hocker geben in diesem Themenbereich einen Überblick über die vielfältige Typologie der Sitzmöbel und ihren unterschiedlichen Materialien, Funktionsweisen und Entwicklungsstufen. Ihnen gegenüber gestellt zeigt man Sitzhaltungen, die der amerikanische Anthropologe Gordon W. Hewes in den 1950er Jahren gesammelt hat und die auf kauernde und hockende Stellungen in Gesellschaften hinweisen, die auf Sitzmöbel bislang verzichtet haben.

Hoffmann Geometrisch

Der Themenbereich ist dem Höhepunkt des Schaffens von Josef Hoffmann und der Wiener Werkstätte gewidmet und beschäftigt sich vor allem mit der sogenannten geometrischen Phase Hoffmanns. Wie kein Zweiter steht dieser Künstler für die Idee des Gesamtkunstwerks, für die Beschäftigung mit unterschiedlichen Disziplinen und für Internationalität.

MAK - Hoffmann Geometrisch

Dekorieren

Hier findet sich eine Auswahl an Stoffen aus den Produktionen der Wiener Werkstätte, von Backhausen & Söhne und Philipp Haas & Söhne. Gezeigt werden charakteristische Beispiele von Josef Hoffmann, Dagobert Peche oder Koloman Moser.

MAK - Dekorieren

Schützen und Schmücken

Hier findet der Besucher angewandte Kunst für Hand und Fuß, viele erstmals gezeigte Objekte aus Europa und Asien, vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Die Ausstellungsobjekte werden dabei nicht nur als accessoires chiques, sondern als vielschichtige Kulturobjekte in zwei Themenkreisen präsentiert. So geht es einerseits um die geschützte Hand und den geschützten Fuß (z.B. mit Handschuhen, Strümpfen, Schuhen) und andererseits um die Möglichkeiten, sie zu schmücken, wobei der Schmuck auch mit einem bestimmten Anlass wie Verlobung oder Hochzeitsfeier in Verbindung gebracht werden kann.

MAK - Schützen und Schmücken
Aber auch Taschen und Taschentücher, Tabatieren (Tabakdöschen) und Fächer sind Teil der Präsentation.

Helmut Lang Archiv

Er zählt zu den bekanntesten Modeschöpfern und sein experimenteller wie minimalistischer Stil hatte großen Einfluss auf die Modewelt von den späten 1980ern bis 2005. Das Helmut Lang Archiv beschäftigt sich nicht nur mit seinen Entwürfen und zeigt ausgewählte Kleidungsstücke, sondern es finden sich hier auch Dokumente zum Shopdesign, zu Werbekampagnen, Look Books, Modeschauvideos und Materialien zur Corporate Identity  aus den Jahren 1986 bis 2004, die dem MAK im vollen Umfang geschenkt wurden und so ist das Museum die einzige Institution weltweit, die solches Material zur Entstehung der Helmut Lang-Marke beherbergt.

MAK Design Labor - Helmut Lang Archiv

Ornament

Das Ornament wird im MAK Design Labor als wichtiges Kommunikationsmittel betrachtet und sein Facettenreichtum, die Bedeutung und die Alltäglichkeit ornamentaler Gestaltung und Schmuck wird hier thematisiert.

Transportieren

Transportieren war/ist mehr als Ware in großen Containern zu verschiffen. Kunstvolle Behälter für Objekte aus verschiedenen Zeiten und Kulturen warten auf den Besucher – vom Abfalleimer über Kästen, Kassetten, Truhen, über Möbelgepäckstücke bis zu (Juwelen-) Schatullen. Natürlich sind auch Container zu sehen, aber auch Taschen aus Europa, Amerika, der islamischen Welt und China – vom Spätmittelalter bis ins 20. Jahrhundert – sowie Beispiele für Verpackungen.

MAK Design Labor - Transportieren

Kommunizieren

Die Schrift und der Buchdruck waren wohl jene Erfindungen, die menschliches Kommunizieren am meisten vorantrieben. In diesem Bereich wird die Entwicklung der Schrift erzählt – von der klösterlichen Tradition zum Zweck der internen Vervielfältigung religiöser Schriften über die individuelle Neuinterpretation durch Schriftgestalter und Drucker bis zu den Reformkunstbewegungen und der Emanzipation der Schrift zum Mittel der Kunst. Zusehen sind neben Plakaten auch Beispiele aus dem digitalen Zeitalter, wie E-Book Reader.

MAK - Design Labor - Kommunizieren

Sammeln

Dieser Themenbereich widmet sich auch dem Thema Textil und präsentiert das Archiv des Technologischen Gewerbemuseum (TGM), eine einzigartige Stoffmustersammlung, die 1914 dem MAK übergeben wurde und die nahezu flächendeckend die industrielle Textilproduktion (20.000 Stoffbeispiele) der Österreichisch-Ungarischen Monarchie in der Biedermeier-Zeit enthält.

MAK Galerie

In der MAK Galerie können sich die Besucher auf wechselnde Ausstellungen freuen, die in Zusammenarbeit mit der Universität der angewandten Kunst stattfinden.

Das MAK Design Labor versteht sich als work in progress. Ein offenes Labor, global vernetzt, die Beteiligung der Besucher und Konsumenten bei der Erarbeitung der Lösungsansätze ist gefordert und erwünscht. Durch seine flexible Gestaltung kann sich daher auch die Aufstellung der Studiensammlung ändern und an gesellschaftliche Veränderungen angepasst werden. Die oben gezeigten und beschriebenen Objekte stellen den Stand des MAK Labors bei der Eröffnung im Mai 2014 dar.

MAK Schausammlungen

Auch die Aufstellungen der Schausammlungen unterliegen einem ständigen Veränderungsprozess. 1986 wurde das MAK umgebaut und im Zuge dessen entwickelte der damalige Direktor Peter Noever neue Strategien zur Präsentation der umfangreichen Sammlungen.
So entstand ein chronologisches Ordnungsprinzip, wobei nicht die dichte serielle Präsentation im Mittelpunkt stand, sondern das Ziel die jeweiligen Highlights der Sammlungen dem Publikum nahe zu bringen. Interventionen zeitgenössischer KünstlerInnen sollten das Spannungsfeld zwischen künstlerischen Erbe und heutigen Ansätzen und Lösungen sichtbar machen.

Mit Beginn seiner Direktion erklärte Christoph Thun-Hohenstein „Veränderung durch angewandte Kunst“ zum neuen Leitthema des  Museums und auch die Sammlungen werden unter diesem Aspekt neu gestaltet, wobei an der Idee der zeitgenössischen Transformation durch Gegenwartskünstler festgehalten wird. Drei Schausammlungen zeigen bereits (Stand Mai 2014) die neue Handschrift: Wien 1900. Design / Kunstgewerbe 1890-1938, Asien. China – Japan – Korea und Teppiche und auf diese wollen wir daher auch näher eingehen.

Wien 1900. Design / Kunstgewerbe 1890-1938

Hier finden Sie rund 500 ausgewählte Sammlungsobjekte, die kunsthistorische wie gesellschaftspolitische Aspekte rund um die Wiener Moderne beleuchten. Der erste Raum widmet sich der Suche nach einem modernen Stil.

MAK Schausammlung: Wien 1900
In allen Ländern Europas finden sich junge Künstler in Vereinigungen zusammen, um neue Stilrichtungen zu kreieren. England steht – unter dem Einfluss der Industrialisierung – an vorderster Front. Hier werden bereits viele Dinge industriell und seriell hergestellt und durch die neuen Produktionsmethoden billig angeboten. Als Reaktion bilden sich Handwerksgilden, die handwerklich aufwendige und hochwertige Produkte ohne Zwischenhändler verkaufen, ihre Produkte selbst vermarkten um so einigermaßen mit den Preisen mithalten zu können. Arts & Crafts, das Kunsthandwerk hat sich über ganz Europa verbreitet. In Österreich übernehmen die Mitglieder der Secessionsbewegung die Idee der Einheit der Künste aus England. Dennoch sind die Umsetzungen in den Ländern verschieden. Während sich der Liberty Style in England eher am Mittelalter orientiert, nimmt sich Frankreich das Zeitalter des Rokoko zum Vorbild, in Wien blickt man eher zum Biedermeier und damit auch zur geometrisch abstrakten Form. Es ist eine einfache Formensprache, klar, schöne warme Holzarten, kleine Details wie Perlmuttblättchen als Verzierung. Koloman Moser, ein Gründungsmitglied der Wiener Werkstätten, liefert eine weitere Spielart dieses Stils: bei ihm steht das Muster, die Dekoration, das Ornament im Mittelpunkt. Breite Bänder – Umspringbilder von hellen und dunklen Fischen, je nach Betrachtungsansicht, zeichnen sein Buffet Der reiche Fischzug aus und zeigen, dass die japanische Kunst eine wichtige Inspirationsquelle für Europa darstellte.

MAK Schausammlung Wien 1900
Adolf Loos steht mit seinen Werken in Opposition zum Gedanken des Gesamtkunstwerkes, aber er tritt auch vehement gegen die Kunst und den Einsatz der Ornamente auf. Auch den Ansatz, Kunst und Funktion in einem Gebrauchsgegenstand zu vereinen, war für Loos ein Akt von Kulturlosigkeit. Loos war ein Freund des englischen Landhausstils: dunkles Holz, keine Verzierungen an den Wänden.

MAK Schausammlung Wien 1900

Im zweiten Raum der Ausstellung sieht man das Ergebnis der Bemühungen einen eigenständigen österreichischen Stil – dann als Wiener Stil bezeichnet – zu finden. Dieser basiert einerseits auf Mosers japanisch beeinflusster Flächenkunst, andererseits auf den Einflüssen des Biermeiers und der heimischen Volkskunst. Da Josef Hoffmann und Koloman Moser auf der Kunstgewerbeschule unterrichten erfährt er durch die Schüler eine weitere Verbreitung. Die ausgestellten Objekte sind fast alle ausschließlich handwerklichen Ursprungs. Nur das finanzstarke Bürgertum konnte sich diese Werke der Wiener Werkstätten leisten. Auch wenn immer wieder versucht wurde, Produkte für jedermann zu schaffen, so war es doch auf Grund der eingesetzten Materialien und der notwendigen Arbeitszeit nur reichen Bürgern möglich, diese Werke zu finanzieren. 1903 wurde die Wiener Werkstätte von Hofmann, Moser und Fritz Wärndorfer, einem Industriellen und damit Finanzier des Ganzen, gegründet. Sie bestand bis 1930, hatte aber zunehmend mit Schwierigkeiten zu kämpfen, da durch die politische und gesellschaftliche Lage sich immer weniger Menschen die „Kunstwerke“ leisten konnten.

MAK Schausammlung Wien 1900
Bemerkenswert ist auch, dass das MAK im Besitz des Archivs der Wiener Werkstätte ist. Allerdings hat es drei Anläufe zum tatsächlichen Ankauf bedurft. Heute ist man froh, diesen Schatz im Museum zu haben – von den Rechnungen über die Auftragsbücher bis zu den Unterlagen über die Beschäftigten findet man alles.
Mit den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Wiener Werkstätte wurde auch deren Credo mehr und mehr von den Mitgliedern in Frage gestellt. So forderte Dagobert Peche die Überwindung der Utilität und stellte damit die Funktion hinter den künstlerischen Ausdruck zurück. Damit näherte er sich – wie auch andere Kollegen wieder mehr der Sichtweise von Loos an, der ja die Trennung von Kunst und Funktion gefordert hatte.
Im dritten und letzten Saal sieht man die Entwicklung vom Wiener Stil zum Internationalen Stil. Hier zeigt sich bereits eine viel heterogene Geschmacksvielfalt durch die man auch versucht eine uneinheitliche Käuferschicht zu bedienen. Enorme gesellschaftliche Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg machen ein Umdenken notwendig. Es entstehen neue Repräsentationsformen, aber auch neue spezifische Lösungsansätze für Gesellschaftsschichten, die bisher kaum von der kreativen Welt wahrgenommen wurden und nun wird die Möglichkeit einer standardisierten industriellen Produktion genutzt. Die Einheit der Künste, die dem Gebrauchsgegenstand den Status eines Kunstwerks verlieh, hat nun ausgedient.

Die Schausammlung Asien

MAK Schausammlung Asien

Im Februar 2014 wurde die Asien Sammlung, die als eine der umfangreichsten und bedeutendsten für Kunst und Kunstgewerbe aus dem asiatischen Raum gilt, neu aufgestellt. Tadashi Kawamata, einer der wichtigsten Gegenwartskünstler, die Brücken zwischen Ost und West zu schlagen vermögen, wurde für Neuaufstellung gewonnen. Kawamatas Intervention, mit der er die Sammlung „umfangen und umarmen“ will, hat auch die großen Außenfenster des Raumes miteinbezogen, um unterschiedliche Ansichten der Exponate im Wandel der Jahreszeiten zu ermöglichen. Große, gerüstartige, geschwungene Vitrinenblöcke im Zentrum des Saals dienen der Präsentation der Sammlungsobjekte.

MAK Schausammlung Asien

Sie sind auf wundersame Weise wuchtig und filigran zugleich und erlauben die Ansicht der Werke von verschiedenen Seiten aus. Einige Objekte wurden auch in die Wände hinein positioniert. Auch bei der Beschriftung ging man einen einfachen, aber interessanten Weg. Der notwendige Text erscheint auf den Glasscheiben wie mit einem Filzstift handschriftlich geschrieben.

Schausammlung Teppiche

Auch die Schausammlung Teppiche wurde 2014 neu aufgestellt. Mit einem neuen, ungewöhnlichen Raumkonzept von Michael Embacher und einer künstlerischen Intervention von Füsun Onur wurde die Neugestaltung im April 2014 für das Publikum geöffnet.

MAK Schausammlung Teppiche
Die Schausammlung zeigt nun eine Auswahl von über dreißig Exponaten der MAK-Teppichsammlung, die mit ihrem Schwerpunkt auf persische und mamlukische Teppiche des 16. Und 17. Jahrhunderts zu den weltweit berühmtesten und wertvollsten zählt. Die  architektonische Gestaltung soll mit den gleichsam schwebenden Exponaten und den dünnen Seilen aus Stahl an das Innere eines Seidenraupenkokons erinnern. Die türkische Künstlerin Füsun Onur schuf eine konzeptuelle wie poetische Textilarbeit, einen miniaturhaften Engel, mit überdimensionalen Flügeln, der wie ein Emblem über der musealen Sammlung schwebt. Die Figur des Engels löst sich in einer ornamentalen Fläche auf, Gesicht, Haare, Federn und Accessoires sind im Detail wiedergegeben.

MAK Schausammlung Wien 1900
Klassische safawidische und osmanische Teppiche sind die Highlights der Neupräsentation. Zu den wertvollsten Exponaten zählen unter anderen der weltberühmte safawidische Wiener Jagdteppich, der Seidene Mamluken-Teppich und der figurative indische Bildteppich mit Landschaft und Vogelpaaren aus der Zeit Akbars, der Großen. Savonnerien, in Frankreich gefertigte Knüpfteppiche ergänzen die Schau.

Weitere Schausammlungen:

  • Historismus und Jugendstil
  • Renaissance Barock Rokoko
  • Empire Biedermeier
  • Barock Rokoko Klassizismus
  • und der Kunstblättersaal mit seinen wechselnden Ausstellungen erwarten den Besucher.


Öffnungszeiten:
Dienstag von 10:00 bis 22:00 Uhr, wobei der Eintritt zwischen 18:00 und 22:00 Uhr frei ist. Mittwoch bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr, Montag geschlossen.

Im MAK finden immer wieder die vielfältigsten Veranstaltungen statt und das angeschlossene Restaurant im MAK gilt zwar nicht als eines der günstigsten, wird aber für seine Qualität in der Küche und für seinen schönen Garten allseits gelobt.

MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst
1010 Wien, Stubenring 5
Tel: +43 1 711 36-0
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.mak.at

Postsparkasse

1010; Georg Coch Platz 2

Georg Coch war der Begründer der Postsparkasse in Österreich – am 12. Jänner 1883 wurde das k.k.Postsparkassen-Amt eröffnet und Georg Coch mit der Leitung betraut. Die Gründung war ein großer Erfolg und einige Selbstverständlichkeiten, die aus dem heutigen Zahlungsverkehr nicht wegzudenken sind, wie das Postsparbuch, oder der Post-Scheckverkehr – der eine österreichische Erfindung ist - wurden damals eingeführt.

Die Postsparkasse

Im Februar 1903 wurde ein Wettbewerb für das k.k. Postsparkassen-Amtsgebäude als offenes, nicht anonymes Verfahren ausgelobt, an dem sich auch Otto Wagner beteiligte. Sein Projekt war am genauesten durchgearbeitet und vereinte auch am Besten die Anforderungen und die Vision der Postsparkasse mit der Architektur – trotzdem war es nicht
unumstritten. Auch einige Umplanungen mussten von Wagner durchgeführt werden, - doch am 4. Mai 1904 erfolgte der Spatenstich und am 17.Dezember 1906 die Eröffnung. Das Gebäude ist ein achtgeschossiger Ziegelbau mit Stahlbetondecken. Die Trennwände sind veränderbar und nicht tragend. Alles war kostengünstig, dauerhaft und wartungsfreundlich, sollte die Funktionalität unterstützen und den Mitarbeitern einen freundlichen und hygienischen Arbeitsplatz bieten. Noch heute sind Wagners Argumente für ähnliche Bauten gültig. Innen- wie Außengestaltung folgen in erster Linie der Funktionalität ohne aber ästhetische Grundlagen zu vernachlässigen. Die gesamte Fassade ist mit quadratischen Marmortäfelchen und Aluminiumapplikationen belegt. Die Nieten, mit denen scheinbar die Marmorverkleidung an der Wand befestigt ist, sind nur Ornament und gliedern die Fassade. Die ca. 10cm dicken Granitplatten werden vom Putz gehalten. Da aber sehr rasch gebaut wurde und man das Haften von selbst nicht abwarten konnte, wurden sie zur Sicherheit mit 17.000 Nägel aus Eisen, mit Blei verkleidet und mit Aluminium überzogen, angeheftet. Wagner benutzte Aluminium auch für andere Schmuckelement am Gebäude, wie z.B. die Portikussäule oder das Gebläse der Zentralheizung.

Die Postsparkasse


Er legte großen Wert auf modernste technische Lösungen: „Die glatten Straßenfassaden sind vollständig mit Granit und Marmor verkleidet, der große Mittelhof über dem Kassensaal ist weiß verkachelt, in den vom Publikum benutzten Räumen, Gängen und Stiegen sind die Wände mit Marmor und Glas belegt. Um die Entfernung des Staubes zu erleichtern, ist im ganzen Gebäude eine Vacuum Cleaner-Anlage mit drei Strängen installiert.“ Neu war auch die Deckenkonstruktion: auf die rohe Betondecke wurde direkt eine Schicht Asphalt aufgetragen und in diesem noch weichem Material ein Eichenbrettelboden sozusagen klebend verlegt. Im Kassensaal wurde ein Glasprismen-Fußboden verlegt, um die darunter befindlichen Räume (Postfach und Postsortierräume) zu beleuchten. Die Innenausstattung folgt ebenfalls den funktionalen Zielen: Ausstattung und Farbgebung wurden darauf abgestimmt.

Die Postsparkasse


Der Direktionsbereich liegt im ersten Stock – der Große Sitzungssaal bildet den Endpunkt der durch Doppeltüren verbundenen Raumflucht. Die Farben Weiß, Grau, Schwarz und Silber dominierten das Stockwerk, unterbrochen durch die Repräsentationsräume: hier herrscht im Direktionszimmer Rot, in den Empfangsräumen Grün vor. Wagner gestaltete für die Postsparkasse die gesamte Inneneinrichtung von den Bodenbelägen über Teppiche, Heizkörper, Lampen, Sessel, Kleiderschränke bis zu den Schreibtischen, Hockern und Safes. Die Materialien wie auch die Konstruktionsweise wurden auf die größtmögliche Haltbarkeit ausgewählt und unterstrichen auch die Hierarchie ihrer Nutzer.

Die Postsparkasse

Im Vestibül befindet sich eine Büste Franz Josephs I. von Richard Luksch, die 4,3 m hohen, erstmals aus Aluminiumguss gefertigten Eckfiguren auf der Attika stammen von Othmar Schimkowitz. Die Glasfenster sind zum Teil ein Werk von Leopold Forstner. Während des 2. Weltkrieges blieb das Gebäude von Bombentreffern verschont, zwischen 1970 und 1985 erfolgte eine Generalsanierung – eine weitere in den Jahren 2003-2005 führte das Gebäude wieder in den Originalzustand zurück, wobei über dem historischen Fliesenhof ein Schutzdach angebracht wurde. Seit damals ist auch das Wagner:Werk Museum Postsparkasse im Gebäude untergebracht.

Eingang zur Postsparkasse

Öffnungszeiten

Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 8.00 bis 15.00 Uhr, Donnerstag von 8.00 bis 17.30 Uhr.
Tel: +43 1 534 53 – 33088
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Interessante Links

www.ottowagner.com
www.wikipedia.org

Stadtpark, Kursalon Hübner

Der Stadtpark

1010; Parkring

Die große Parkanlage entstand nach der Schleifung der Wiener Stadtmauer und der Errichtung der Wiener Ringstrasse um 1860.  Der Park, im Bereich des ehemaligen Wasserglacis vor dem Karolinenstadttor gelegen, war Wiens erste öffentliche Parkanlage. Der Landschaftsmaler Josef Selleny plante den Park, die Durchführung übernahm der  Stadtgärtner Rudolf Siebeck, der einen Park mit dem freundlichem Charakter eines Ziergartens mit schönen Sträuchern, freien Durchsichten, verschlungenen Wegen und Blumenpflanzungen umsetzen wollte.

Das Johann Strauß Denkmal im Stadtpark

Die Parkeröffnung erfolgte am 21. August 1862. Ein Jahr später entstand der schattigere, so genannte Kinderpark, der durch die eiserne Karolinenbrücke mit dem Stadtpark verbunden wurde. Auch heute finden sich großzügige Spielplätze für Kinder und Jugendliche im Stadtparkteil des  3.Bezirkes. Während die Alleebäume für die Begrenzung zur Ringstrasse sorgen, dominieren breite Strauchpflanzungen und malerische Wiesen mit umfangreichen Wasserflächen den Park.

Im Stadtpark

Bei der Bepflanzung des Parks wurde die Blütezeit der Pflanzen berücksichtigt – so ist eine fast ganzjährige Blüte der Ziersträucher gegeben. 1941 und 1973 wurde eine Reihe von Gehölzen unter Naturschutz gestellt, darunter ein Ginko, ein Christusdorn, eine seltene Pyramidenpappel und eine Kaukasische Flügelnuss.

Robert Stolz Denkmal im Stadtpark

Kursalon Hübner

Der Wiener Kursalon im italienischen Renaissancestil wurde 1867 von Johann Garben erbaut. Bereits früher hatte am Wasserglacis ein Kurpavillon bestanden, in dem Heil- und Mineralwasser für Trinkkuren ausgeschenkt worden war. Ursprünglich sollte das neue Gebäude auch wieder für die Ausschank von Heilwasser und als Kaffeehaus dienen, Vergnügungen waren nach der Eröffnung sogar ausdrücklich untersagt.

Kursalon Hübner im Stadtpark

Da dieses Konzept aber nicht erfolgreich war, fand am 15.Oktober 1868 das erste Konzert von Johann Strauß (Sohn) statt. Das war der Anfangspunkt der langjährigen Tradition als Tanz- und Konzertlokal. Das Lokal wurde zum beliebten Treffpunkt der Wiener Gesellschaft und ist es bis heute geblieben. Der Kursalon gilt als exzellenter Rahmen für Bälle, Hochzeiten und Events, die auf Exklusivität Wert legen. Im Kursalon finden aber auch an die 500 Konzerte jährlich statt , die große Terrasse lädt zur Kaffeepause ein und die Clubbings zählen zu den angesagtesten Events in Wien. Ein weiteres interessantes Gebäude im Stadtpark ist die Milchtrinkhalle oder Meierei. Das Gebäude entstand 1901 bis 1903 nach Plänen der Architekten Friedrich Ohmann und Josef Hackhofer. Der villenartige Bau weist barockisierend-secessionistische Formen auf. Das Sockelgeschoss und ein hohes Mansardendach mit Gitterkrone prägen das Aussehen des Gebäudes. Im 2.Weltkrieg schwer beschädigt, wurde die Meierei erweitert wieder aufgebaut und 2004 komplett renoviert. Mit dem Steirereck ist eines der bestens bewerteten Restaurants in Wien in die Meierei eingezogen. Neben einer ausgezeichneten Karte kommen Apfelstrudel oder Milchrahmstrudel jede Stunde frisch aus dem Ofen – probieren!

Robert Stolz Denkmal im Stadtpark
Der Stadtpark ist reich an Statuen und Denkmälern, die zu den berühmtesten Fotomotiven der Wienbesucher zählen:
Das bekannteste davon ist wohl die vergoldete Bronzestatue von Johann Strauss mit dem Marmorrelief von Edmund Hellmer, das 1921 enthüllt wurde. Die Vergoldung wurde 1935 entfernt, 1991 jedoch wieder aufgetragen. Im Stadtpark finden sich auch die Denkmäler von Franz Schubert, Franz Lehar, Robert Stolz, eine Marmorstandbild des Malers Hans Makart, eine Bronzebüste des Komponisten Anton Bruckners.

Das Denkmal von Hans Makart im Stadtpark

Das Denkmal des Malers Emil Jakob Schindler in Wanderkluft wurde von Hellmer geschaffen, die Büste des Malers Amerling schuf Johann Benk 1902. Auch Bürgermeister Andreas Zelinka, unter dessen Regierung der Stadtpark gestaltet wurde, ist im Park verewigt. Brunnen sorgen für kühlendes Nass im Sommer. Sie werden von nackten Riesen (Befreiung der Quelle) oder den Donauweibchen geschmückt. Der Stadtpark hat eine Ausdehnung von 60.000m2 und reicht vom Parkring im 1. Bezirk bis zum Heumarkt im 3. Wiener Gemeindebezirk.

Interessante Links

www.wien-vienna.at
www.wien.gv.at
www.poeschel.net
www.steirereck.at/wien/meierei

Staatsoper

1010; Opernring 2

Siehe Wiens Opernhäuser

Burggarten

1010, Burgring-Opernring

1816, nachdem die französische Armee Teile der ehemaligen Privatgärten verwüstet hatte, wurde von Kaiser Franz I. der Auftrag zum Wiederaufbau der Gärten gegeben. Der Plan dafür stammt von Ludwig Remy, die Ausführung übernahm Hofgärtner Franz Antoine. Kaiser Franz I. nahm wesentlichen Einfluss auf die Planungen.

Blick in den Burggarten

Bis 1919 war der Burggarten, der eine Fläche von 38.000m2 aufweist und zwischen der Hofburg und der Staatsoper liegt, nicht öffentlich zugänglich. Heute kann jedermann die Atmosphäre des Parks genießen, die vielen Denkmäler bewundern oder das Schmetterlingshaus im Palmenhaus besuchen.

Die Denkmäler im Burggarten

Die Statue des Kaisers Franz Stephan von Lothringen (Franz I., Gemahl von Maria Theresia) ist das älteste Reiterstandbild von Wien. Es wurde bereits zu Lebzeiten des Kaisers von Balthasar Ferdinand Moll geschaffen. Ab 1797 stand es im „Paradeisgartl“ – 1819 wurde es in den Burggarten übersiedelt.

Blick in den Burggarten
Kaiser Franz Joseph I.: Seine Statue ist eine Kopie des Standbildes, das Johannes Benk 1904 aus Stein geschaffen hatte. Diese Figur goss ein Schüler Benks, Josef Tuch, nach und sie wurde zuerst in Wiener Neustadt aufgestellt. 1938 wollten die Nationalsozialisten das auf einem Steinsockel stehende Metallstandbild des Kaisers in Uniform verschrotten lassen. Die Statue kam in die Metallhütte nach Liesing, wo sie den Krieg unbeschadet überstand. Der Präsident der Industriellenvereinigung – Hans Lauda – veranlasste 1957 ihre Aufstellung im Burggarten.

Am Ringstraßen-Eingang befindet sich das Denkmal Wolfgang Amadeus Mozarts, das von Viktor Tilgner geschaffen wurde. Die Reliefs zeigen Szenen aus Don Giovanni und Mozart als Wunderkind. Ursprünglich am Platz vor der Albertina aufgestellt, wurde es im 2. Weltkrieg beschädigt, musste daher entfernt und restauriert werden, erst 1953 wurde es im Burggarten aufgestellt.

Abraham a Santa Claras Steinfigur wurde von Hans Schwathe 1928 geschaffen. Um 1760 entstand die kleine Bleifigur am Teich, die Herkules mit dem Nemeischen Löwen darstellt. Außerhalb des Burggartens am Opernring sitzt Goethe in einem Prunksessel, geschaffen von Edmund von Hellmer. (um 1900)

1822 wurde im Burggarten von Ludwig Remy ein 128 Meter langes Gewächshaus errichtet, das 1901 durch das heutige Palmenhaus von Friedrich Ohmann ersetzt wurde, das als eines der Jugendstiljuwelen in Wien gilt und zu den schönsten Gewächshäusern seiner Zeit gehört. Der Kaiser nutzte es zur Unterhaltung und Entspannung. 1988 musste das Palmenhaus aus Sicherheitsgründen gesperrt werden – erst 1998 war die Renovierung abgeschlossen und der Wiedereröffnung stand nichts im Wege. Die Grundfläche des Palmenhauses beträgt 2020m2: auf dieser Fläche ist ein Café untergebracht, ein Lagerbereich für die Pflanzen zum Überwintern (dieser Platz wird im Sommer für Ausstellungen oder Veranstaltungen genutzt) und das tropische Schmetterlingshaus.

Interessante Links

www.bmwfj.gv.at/Tourismus/interessante_Objekte/Seiten/Palmenhaus-BurggartenWien.aspx
www.schmetterlinghaus.at
www.suf.at

Hofburg, Nationalbibliothek

Die Hofburg

Die Wiener Hofburg war über 600 Jahre das Zentrum des Habsburgerreiches. Von hier aus regierten die Habsburger seit dem 13.Jahrhundert, - zuerst als österreichische Landesherren, ab 1452 als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und ab 1806 als österreichische Kaiser (bis 1918).

Heute residiert in einem Teil davon der österreichische Bundespräsident, aber auch Museen, Ausstellungs- und Repräsentationsräume haben nun in der ehemaligen kaiserlichen Winterresidenz ihren Sitz. Die Hofburg ist ein gewaltiger Komplex, der sich über 240.000m2 erstreckt. Er besteht aus 18 Trakten, 19 Höfen und 2.600 Räumen, nahezu jeder Kaiser hat die Residenz erweitert und an seine Bedürfnisse angepasst.

Alte Burg

Der älteste Teil ist die Alte Burg – von Ottokar II. 1275 erbaut – mit Wassergraben, Zugbrücke und Ecktürmen. Seit dem 18. Jahrhundert wachte die Schweizergarde als Burgwache, was diesem Teil zu seinem Namen „Schweizertrakt“ verhalf. Die mittelalterliche Burganlage ist in ihrem Kern bis auf ihre Ecktürme und die Zugbrücke bis heute erhalten, die Fassade wurde 1554 von Ferdinand I. im Renaissancestil erneuert. Pietro Ferabosco gestaltete 1552 das Schweizertor, das heute zu der Schatzkammer führt. Hier befinden sich die Insignien des Heiligen Römischen Reiches und der österreichischen Kaiser.

Hofburg

Burgkapelle

In der Burgkapelle, die 1449 errichtet wurde, können Sie jeden Sonntag die Wiener Sängerknaben bei der Messe singen hören. Ursprünglich stammt die Kapelle aus dem 13.Jahrhundert, wurde im 15.Jahrhundert vergrößert, später barockisiert, 1802 klassizistisch regotisiert. Der einschiffige Innenraum bietet dennoch ein geschlossenes Bild. Das Netzrippengewölbe schließt sich über dreigeschossigen Emporen und zweigeschossigen Fensterwänden. Unter den Pfeilerbaldachinen stehen 13 gotische Holzfiguren. Beachtenswert sind das Bronzekruzifix am Hochaltar von Johann Känischbauer um 1720 und die Holzmadonna am linken Seitenaltar (Anfang 15.Jh.). Im Hofinneren finden Sie links den Brunnen mit Kaiseradler von 1553. Eine Säulenstiege aus dem 18.Jahrhundert führt zur Schatzkammer.

Die Schatzkammer

Hier finden Sie die Herzstücke der Sammlungen der Habsburger und die Insignien und Kleinodien des Heiligen Römischen Reiches: die Reichskrone, von magischer Schönheit und Symbolkraft. Ihr Reif entstand 926 zur Krönung Ottos des Großen, das Kreuz unter Otto III um 1000, die Bügel unter Konrad II. um 1030. Nicht zu vergessen die anderen Reichsinsignien: das Reichskreuz (um 1025), den Reichsapfel (um 1200), die Heilige Lanze mit Kreuzpartikel (8.Jht.), das Zepter (14.Jht.), das Reichsschwert aus dem 11. Jahrhundert, das Krönungsevangeliar (um 800) und der sizilianische Krönungsmantel von 1134. Wunderschön ist die Hauskrone Kaiser Rudolfs II., aus seiner Prager Hofwerkstatt stammend, die zur Staatskrone des Erbkaiserreiches Österreich proklamiert wurde. Sehenswert auch der Burgunderschatz, der durch die Heirat Maximilians I. mit Maria von Burgund nach Österreich kam und den Schatz des Ordens vom Goldenen Vlies mit einschließt. Bemerkenswerte Stücke sind eine Achatschale aus dem 4.Jh., die als Heiliger Gral gilt und der Stoßzahn eines Narwals, der als Horn eines Einhorns und damit als Christus-Symbol angesehen wird.

Stallburg

Mit dem Bau der Stallburg als neue Residenz wurde 1559 im Auftrag von Maximilian II. begonnen. Hier befinden sich seit dem 18.Jahrhundert die Stallungen der Lipizzaner, die in der gegenüberliegenden Winterreitschule ihr Morgentraining oder ihre Vorführungen absolvieren.

Amalienburg

Rudolf II., Sohn Maximilians II., ließ ab 1575 den dritten Burgkomplex anlegen: die Amalienburg. Die Renaissancefassade zum Burgplatz war hauptsächlich das Werk Ferraboscos. Die Gemahlin Kaiser Joseph I. richtete hier nach dem Tod des Kaisers ihren Witwensitz ein und gab so dem Gebäude seinen Namen. Zuletzt bewohnte Kaiserin Elisabeth diesen Teil der Hofburg, deren Appartements heute besichtigt werden können.

Silberkammer, Sisi-Museum und Kaiserappartements

Verschwenderischen Luxus imperialer Tafelkultur zeigt die Silberkammer: kostbare Servicen, erlesenes Porzellan, kunstvoll geschmückte Tische. In den sechs Räumen des Sisi-Museums kann man zahlreiche originale Exponate aus dem Besitz der Kaiserin bewundern (darunter ihre Fächer, Handschuhe, Niederschriften ihrer Gedichte, aber auch den Sisi-Stern, den berühmten Haarschmuck der Kaiserin), sowie einige Repliken ihrer Kleider.Der Trakt des Kaisers folgt gleich anschließend: neunzehn Arbeits-, Wohn- und Empfangsräume von Kaiser Franz Joseph und seiner Gemahlin Sisi sind historisch-authentisch gestaltet.  Im Trakt der Kaiserin – in Weiß, Scharlachrot und Gold gehalten – sind die Schlaf- und Wohngemächer zusammengelegt – auch das „berühmte“ Turnzimmer der Kaiserin mit Sprossenwand und Ringen ist zu sehen.

Leopoldinische Trakt

Kaiser Leopold I. ließ 1660 den Schweizertrakt mit der Amalienburg verbinden. Nach einem Brand wurde er unter G.P. Tencala und Domenico Carlone 1680 fertig gestellt. Dieser neu entstandene und nach dem Kaiser benannte frühbarocke Leopoldinische Trakt wurde im 18.Jahrhundert von Maria Theresia bewohnt. Nach ihrem Tod wurden die Räumlichkeiten bis zum Ende der Monarchie als prunkvolle Repräsentationsräume verwendet. Seit 1946 befindet sich in diesem Teil der Hofburg der Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten, daher sind die Räumlichkeiten nicht öffentlich zugänglich.

Nationalbibliothek und Reichskanzleitrakt

Die Nationalbibliothek wurde 1723-1735 als Hofbibliothek für den kostbaren Bücherschatz der Habsburger gebaut. Ihr Prunksaal mit seinem barocken Interieur gehört zu den schönsten Bibliotheksälen der Welt. Karl VI. schloss den Platz durch den Reichskanzleitrakt, den Hildebrandt plante und begann, auf Wunsch des Kaisers aber von Johann Emanuel Fischer von Erlach 1730 vollendet wurde. Nach der Auflösung des Reiches 1806 wurden die Kanzleiräume in Wohnräume für die kaiserliche Familie umgewandelt. Ab Mitte des 19.Jhts. residierte hier schließlich Kaiser Franz Josef. Die Skulpturen an den Portalen entwarf Lorenzo Mattielli – sie stellen die Arbeiten des Herkules dar. Im Mitteltrakt befindet sich das Kaisertor, das den Zugang zu den Kaiserappartements bietet. Hier sieht man am Dachrand das imposante Wappenschild Kaiser Karls VI. mit dem Doppeladler, der den österreichischen Bindenschild mit den österreichischen Farben Rot-Weiß-Rot trägt und von der Reichskrone überhöht ist.

Blick zum Dach der Nationalbibliothek

In der 1735 von Johann Emanuel Fischer von Erlach vollendeten Winterreitschule finden – wie bereits erwähnt – bis heute die Vorführungen der Spanischen Reitschule statt. In den anschließenden Redoutensälen fanden und finden große Empfänge, Bälle und andere Festlichkeiten statt, heute dienen sie allerdings überwiegend als Kongresszentrum. Ludwig Montoyer errichtete zu Beginn des 19.Jhts. den prunkvollen Zeremoniensaal, in dem ebenfalls viele Feste des Kaiserhauses stattfanden und der auch heute noch als Austragungsort vieler Wiener Bälle dient.

1888 wurde das Alte Burgtheater abgerissen und damit Platz für weitere Erweiterungen geschaffen. Ferdinand Kirschner vollendete nach Plänen Fischer von Erlachs den Michaelertrakt, der mit seiner geschwungenen Fassade und seiner fünfzig Meter hohen Kuppel heute noch das Erscheinungsbild der Innenstadtseite der Hofburg prägt. Vier Heraklesgestalten begrüßen den Eintretenden, die kolossalen Wandbrunnen demonstrieren mit stürzenden und steigenden Körpern die Macht Habsburgs zur See (links, von Weyr) und zu Lande (rechts, von Helmer). In der Rundhalle finden sich Allegorien auf Wahlsprüche von Karl VI., Maria Theresia, Joseph II. und Franz Joseph.

Nationalbibliothek Wien

Als letzter großer Komplex entstand am Beginn des 20.Jahrhunderts, kurz vor dem Ende der Monarchie die Neue Hofburg, als Teil des von Gottfried Semper und Karl Hausenauer geplanten „Kaiserforums“. Heute findet sich hier ein Teil der Österreichischen Nationalbibliothek, das Ephesosmuseum, die Sammlung alter Musikinstrumente, das Museum für Völkerkunde und die Hofjagd- und Rüstkammer. Bemerkenswerte Ausstellungsstücke dieser Museen sind vor allem: Das Partherfries im Ephesos-Museum: ein 40m langes Monumentalrelief mit lebensgroßen Figuren, das um 170n.Chr. anlässlich des Sieges des römischen Kaisers Lucius Verus über die Parther geschaffen wurde und von österreichischen Archäologen in Ephesos bei Ausgrabungen 1896 – 1906 gefunden wurde. Das Museum für Völkerkunde birgt als bekanntestes Stück die sogenannte „Federkrone des Motecuzomas“, des Herrschers der Azteken, der diese angeblich dem Eroberer Cortez darbrachte, den er für einen weißen Gott hielt. Heutige Erkenntnisse verweisen diese Annahmen allerdings eher in das Reich der Legenden – trotzdem finden sich viele kostbare Schätze alter Stammeskulturen in dem Museum, ein Besuch lohnt sich.

Das äußere Burgtor

Der wuchtige klassizistische Bau mit dorischen Säulen, zum Ring gerichtet, wurde 1824 nach einem Entwurf von Peter Nobiles vollendet. Errichtet zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig, nachdem Napoleon die Burgbastei sprengen ließ. Das Innere ist heute eine Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges sowie für Widerstandskämpfer gegen Faschismus. Dem dahinter liegenden Heldenplatz gaben die zwei Reiterstandbilder seinen Namen: auf der einen Seite Erzherzog Karl, der Sieger über Napoleon bei Aspern, auf dem, eine Levade ausführenden und nur auf die Hinterhufe gestütztem Pferd, - auf der anderen Seite das Denkmal von Prinz Eugen, sein Ross noch konventioneller ausgeführt, da hier der Schweif des Pferdes noch als zusätzliche Stütze dient. Beide Plastiken stammen von Anton Dominik Fernkorn, die Sockel von Eduard van der Nüll.

Interessante Links

www.hofburg-wien.at
Auf der Internetseite der Wiener Hofburg finden Sie neben vielen weiteren Informationen Audioguides für die Silberkammer, das Sisi-Museum und die Kaiserappartements gratis zum Downloaden auf Handy oder MP3-Player in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Spanisch, Tschechisch und Ungarisch www.hofburg-wien.at/besucherinfo/audioguide.html ist

Wer mehr über die Geschichte der Habsburger erfahren möchte, sollte die Internetseite www.habsburger.net besuchen.

Das Kunst- und das Naturhistorische Museum, Maria-Theresien-Platz

Das Kunsthistorische Museum

Das Kunsthistorische Museum, das gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum zeitgleich mit dem Bau der Ringstrasse geplant wurde, gehört zu den größten und bedeutendsten Museen der Welt. Die reichen Sammlungen sind eng mit dem Hause Habsburg verbunden, und gehen auf die Vorlieben und Interessen von Persönlichkeiten dieser Dynastie zurück, besonders auf Kaiser Rudolf II. und Erzherzog Leopold Wilhelm.

Blick auf das Kunsthistorische Museum
Nach zwanzig jähriger Bauzeit fand 1891 die feierliche Eröffnung des von Gottfried Semper und Carl von Hasenauer geplanten Museums statt. Damit waren die kaiserlichen Sammlungen erstmals unter einem Dach vereint. Auch an der Innenausstattung wurde nicht gespart – kostbare Materialien wurden verwendet, um den Rahmen für die ebenfalls kostbaren und außergewöhnlichen Sammlungen zu bieten, die die Habsburgern über Jahrhunderte zusammengetragen hatten.

Das Kunsthistorische Museum in Wien

So tritt man durch ein gewaltiges überkuppeltes Vestibül ein, um über eine feierliche, bunt marmorierte Treppe zu den Ausstellungsräumen zu kommen. Der erste Blick fällt auf Canovas Plastik „Theseus im Kampf mit den Kentauren“, dann das Deckenbild des ungarischen Malers Michael Munkáczy, die Lünettenbilder von Hans Makart, die Zwickel-Allegorien aus der Kunstgeschichte von Ernst und Gustav Klimt sowie Franz Matsch. In der Kuppelhalle zeigt der Relieffries von Weyr die Habsburger Kunstmäzene von Maximilian I. bis Franz Joseph I. – unglaublich aber die Sammlungen: Hier finden Sie Tizian („Ecce Homo“), Veronese, Tintoretto („Susanna im Bad“), Giorgiones („Die drei Philosophen“), Raffael („Madonna im Grünen“). Von den spanischen Habsburgern kamen viele Herrscherporträts von Velazquez, darunter die „Infantin Margarita Teresa“; hier ist die weltgrößte Sammlung der Werke Pieter Brueghels d.Ä. ausgestellt, dann noch Van Eyck, Rogier van der Weyden, Bosch, aus Prag Bilder von Dürer und Arcimboldo, Rubensbilder in drei Räumen.

Interessant sind auch die Ägyptisch-Orientalische Sammlung und die Antikensammlung, Kunstkammer und das Münzkabinett.

Das Naturhistorische Museum

Das dem Kunsthistorischen Museum gegenüberliegende Gebäude ist eigentlich ein Zwillingsbau. Ausstattung und Bilder sind hier auf Natur und Wissenschaft abgestimmt, so zeigt das Deckengemälde über dem Treppenhaus von Hans Canon den „Kreislauf des Lebens“, das Gemälde im Blickpunkt der Haupttreppe Franz I. von Lothringen, der mit seiner Naturaliensammlung den Grundstein für die Sammlungen legte.

Das  Naturhistorische Museum Wien

Die frühesten Sammlungen des Museums sind über 250 Jahre alt. 20 Millionen Objekte werden heute wissenschaftlich betreut. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die 25.000 Jahre alte Venus von Willendorf, ein steinzeitliches Fruchtbarkeitsidol oder die Fanny von Galgenburg, die 32.000 Jahre am Buckel hat. Weltbekannt sind auch die Hallstätter Gräberfunde von 800-400 v.Chr. In der Paläontologie-Abteilung treten die Saurier wie in Jurassic Park auf: Dominierend ist das rund 100 Millionen alte Saurierskelett, das eine Länge von 27m aufweist und aus Kalifornien stammt.

Im Naturhistorischen Museum Wien

Es wird aber auch der Frage nachgegangen, ob es Basilisken, die in vielen Wiener Sagen auftauchen, wirklich gelebt haben – ein „Exponat“ eines dieser sagenumwobenen Tiere findet sich auch in der Ausstellung. In der Edelsteinsammlung können Sie den Edelsteinstrauß bewundern, den Maria Theresia ihren Gemahl schenkte, außerdem sehen Sie einen 117kg schwerer Topas, einen 82-karätigen Rohdiamanten und die „Smaragdstufe Montezumas“.

Naturhistorisches Museum

Außergewöhnlich interessant ist auch die älteste Meteoritensammlung der Welt, die unter anderem einen 900kg schweren Eisen-Meteor aus Australien beinhaltet oder Mondgestein, das Apollo 17 zur Erde brachte. Für Kinder ist ein eigener Kindersaal eingerichtet und es gibt spezielle Führungen und Programme für die kleinen Besucher. Wenn Sie erschöpft vom Schauen sind, können Sie sich bei einer Wiener Melange im Museumscafé wieder erholen. Info über aktuelle Ausstellungen: www.nhm-wien.ac.at

Naturhistorisches Museum Wien
1010 Wien, Maria-Theresien-Platz
Tel.: +43 1 521 77
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.nhm-wien.ac.at

Maria Theresien-Platz

Zwischen Kunsthistorischen und Naturhistorischen Museum liegt der Maria Theresien-Platz, der durch das Denkmal der Kaiserin in der Parkmitte dominiert wird und von Caspar Zumbusch gestaltet wurde. Reiterstandbilder der Feldherren Daun, Khevenhüller und Traun, Standfiguren der Berater der Kaiserin Kaunitz, Haugwitz, Liechtenstein und van Swieten umgeben die Kaiserin.

Blick auf das Maria Theresia Denkmal

Die Hochreliefs in den Bogenfeldern versammeln die Persönlichkeiten aus Politik, Militär, Wirtschaft und Kunst, darunter Gluck, Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart, der als Kind dargestellt ist. Zu Weihnachten findet hier alljährlich ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt statt.

Weltmuseum Wien

Rechtzeitig zum österreichischen Nationalfeiertag 2017 wurde in Wien das ehemalige Völkerkundemuseum, nun umbenannt in Weltmuseum Wien, wieder eröffnet.

Weltmuseum Wien

Über 200.000 Objekte besitzt das Museum, davon sind nun gerade einmal 1,5% in den neu adaptierten Räumen ausgestellt. Darunter finden sich so berühmte Sammlungen wie die Südsee-Sammlung des berühmten Ersterforschers des pazifischen Raumes James Cook, die Kaiser Franz 1806 bei einer Auktion in London erwerben ließ oder die Sammlung von Johann Natterer aus Brasilien, oder aber die vielen „Souvenirs“ die die Thronfolger Rudolf und auch Franz Ferdinand von ihren Entdeckungsreisen mitbrachten. Auch der berühmte altmexikanische Federkopfschmuck „Penacho“ der Azteken aus dem frühen 16. Jahrhundert ist dabei.

Altmexikanischer Federkopfschmuck, Mexiko, Azteken, Federn von Quetzal, Kotinga, Rosalöffler, Cayenne-Fuchskuckuck, Eisvogel (Foto © KHM Museumsverband)

In 14 Sälen werden wie auf einer Perlenkette die zentralen Bestände des Museums gezeigt, die Geschichten dazu erzählt, aber auch kritische Fragen gestellt.

Waren die Völkerkundemuseen früher ein Ort, an dem der Bevölkerung andere Kulturen gezeigt und sie auch mit den kolonisierten Ländern in Bekanntschaft machen sollte und man meist wenig Achtung und Respekt vor diesen Kulturen und Menschen zeigte, ist die Aufgabe heute eine ganz andere, denn Fernreisen und Fernsehen können diese Arbeit viel besser übernehmen.

Weltmuseum Wien

Heute muss nicht nur die Frage gestellt werden, ob all die Sammlungsgegenstände zu Recht im Besitz des Museums sind, sondern auch ob die Art und Weise wie mit den Sammlung und den damit verbundenen Menschen umgegangen wird, die Richtige ist.

Im Schatten des Kolonialismus

Und schon sind wir mitten im ersten Saal, der sich mit dem Kolonialismus beschäftigt.

Einblick in den Saal

Obwohl Österreich-Ungarn keine große Rolle in der Kolonialisierung fremder Länder spielte, profitierte auch das Weltmuseum Wien von der kolonialen Expansion Europas und die Erwerbsgeschichten vieler Gegenstände erzählen von Aneignung und kolonialer Gewalt und während die Kolonien nach dem Zweiten Weltkrieg langsam ihre Unabhängigkeit erstritten, blieben die ethnographischen Museen in ihrem Status quo bestehen. Mit dieser Frage und der Veränderung setzt sich dieser Saal auseinander und stellt auch die Fragen, ob ein Museum alles zeigen darf und soll. In interaktiven Stationen versucht man auch sich der eigenen kolonialen Vergangenheit zu stellen, um nicht nur ein Bewusstsein dafür zu schaffen, sondern auch um daraus zu lernen.

Benin und Äthiopien. Kunst, Macht und Widerstand

Das Königreich Benin in Westafrika und das Kaiserreich Äthiopien im Osten waren in Europa bereits im späten 15. Jahrhundert bekannt und es wurde auch ein intensiver Austausch zuerst mit portugiesischen und dann auch mit Händlern und Abgesandten aus Europa gepflegt.

Einblick in den Saal

Die Kunstschätze aus dem Königreich Benin und die kaiserlichen Geschenke des äthiopischen Kaisers Menelik II. an Kaiser Franz Joseph I. gehören zu den wertvollsten Beständen des Weltmuseums Wien. Die Sammlung erzählt nicht nur von der Geschichte und Pracht beider Reiche und ihrer höfischen Kultur, sondern auch von ihrer Geschichte und ihrem Freiheitskampf. Während König Ovonramwen sich den Briten Ende des 19. Jahrhunderts widersetzte und damit sein Reich und seinen Hofschatz verlor, versuchte der äthiopische König durch diplomatische Bündnisse und wertvolle Geschenke bei den europäischen Großmächten und territorialer Expansion sein Land abzusichern.

Kulturkampf in Wien

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war Wien Austragungsort zweier „wissenschaftlicher“ Richtungen, die unterschiedlicher nicht sein konnten: auf der einen Seite standen konservative Katholiken, die postulierten, dass die Menschheitsentwicklung mit dem Paradies beginne, die Monogamie die Urform menschlicher Beziehung sei und dass sich Gott von Anbeginn seinen Geschöpfen offenbart hätte.

Einblick in den Saal

Diese christlichen Werte sollten nun mit ethnologischen Mitteln bewiesen werden und so versuchte man mit der Dokumentation der materiellen Kultur und der religiösen Vorstellung „niederer“ Jäger zu beweisen, dass diese „Urvölker“ der Schöpfung am nächsten standen.

Kulturkampf um Wien

Auf der anderen Seite stand die „gottlose“ Moderne, die die Schöpfungsgeschichte ablehnte und sich der Naturwissenschaften, Darwin, der Psychoanalyse und den neuen Strömungen der Zeit verpflichtet fühlte.

Blick in den Saal - Kulturkampf um Wien

Die Auseinandersetzung dauerte bis zur Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1938. die „Universalgeschichte der Menschheit“ von Pater Wilhelm Schmidt gilt heute als überholt, die Sammlung jedoch bleibt ein unschätzbares kulturelles Erbe und die Statements von ihm, seinen Mitbrüdern, aber auch von Konrad Lorenz, Otto König laden den Besucher zum Nachdenken ein.

Ein österreichisches Mosaik Brasiliens

1817 war es wieder soweit: Eine habsburgische Tochter wurde verheiratet. Kaiser Franz I. sandte Erzherzogin Leopoldine nach Brasilien, in ein Land, das damals weitgehend unbekannt war. Daher segelte auch der Zoologe Johann Natterer mit einer naturkundlichen Expedition über den Atlantik, blieb 18 Jahre und schickte unter anderem eine große ethnologische Sammlung nach Wien.

Blick nach

Im Raum werden die Geschichten aus den unterschiedlichen Perspektiven erzählt: von den Naturforschern des 19. Jahrhunderts, den Wissenschaftlern des 20. und 21. Jahrhunderts und von den Indianern selbst. Die Gegenstände bringen dem Besucher bruchstückhaft die Entstehungsmythen, Blüte und Verfall der indianischen Kulturen während der Kolonialzeit und den Umgang mit den Ureinwohnern und dessen katastrophale Konsequenzen näher.

Weltmuseum Wien

1873 – Japan kommt nach Europa

Es war das Jahr der Weltausstellung in Wien, Japans befand sich im Umbruch: die Öffnung des Landes war von außen erzwungen worden und es stand vor einer inneren Umstrukturierung, die Weltausstellung sollte genützt werden um Japan als modernen Staat zu präsentieren.

Einblick in den Saal

Eine Kommission der auch die Brüder Alexander und Heinrich von Siebold angehörten stellte einen Katalog von über 6000 Objekten für die Präsentation in Wien zusammen.

Im Mittelpunkt der Weltausstellung stand die Architektur und Japan schickte eine Reihe von Architekturmodellen, von denen das Modell einer Daimyō-Residenz der Edo-Periode (1600-1868), das nun in der Ausstellung gezeigt wird, eines der größten Ausstellungsstücke war. Objekte aus der Sammlung des Weltmuseums ergänzen die Residenz des Lehensfürsten und Mitglieds der japanischen Kriegerelite. Die andere Hälfte des Raumes widmet sich der Begeisterung der Europäer für Japan und dem kulturellen Austausch in der Meji-Periode (1868-1912), die in der Kunstrichtung des Japonismus gipfelte und das japanische Ornament auch im Jugendstil Eingang fand.

Sammlerwahn. Ich leide an Museomanie.

Die Sammelleidenschaft der Habsburger findet sich hier im Beispiel von drei Erzherzögen, die die Welt bereisten dokumentiert:

Blick in den Saal

1850 unternahm Ferdinand Max, der spätere Kaiser von Mexiko seine erste Tour in die Ägäis, bereiste später das Mittelmeer, regte die erste Weltumsegelung Österreichs an und besuchte Brasiliens Tropen.

Weltmuseum Wien

1881 begab sich Kronprinz Rudolf auf eine Nilreise – er liebte wie sein Onkel Max die Naturwissenschaften und initiierte eine ethnographische Enzyklopädie über die Donaumonarchie und förderte eine Sammelexpedition nach Ostafrika.

Weltmuseum Wien

1892 ging der spätere Thronfolger Franz Ferdinand auf Weltreise. Er träumte davon, das größte Privatmuseum in Wien zu errichten. In genau jenen Räumen, in denen sich heute das Weltmuseum Wien befindet.

Südsee: Begegnungen mit dem verlorenen Paradies

Die europäischen Schiffsexpeditionen der Neuzeit waren neben der Entdeckung und Erschließung unbekannter Erdgebiete auch Wegbereiter für die koloniale Eroberung der Welt. Hier sind vor allem die Weltumsegelungen des britischen Seefahrers James Cook (1728-1779) zu erwähnen, dessen Sammlungen Kaiser Franz in London ersteigern ließ.

Blick in den Saal

Die zahlreichen Alltags-, Schmuck- und Ritualgegenstände erinnern an die ersten Kontaktnahmen, an Tauschgeschäfte und Gastfreundschaft, aber auch an Gewalt, Widerstand und jahrhundertelange Fremdbestimmung.

Der Orient vor der Haustür

„Asien beginnt im Südosten Wiens“, soll angeblich Fürst Metternich einmal gesagt haben. Schon damals kennzeichneten Angst und Annäherung die Begegnungen zwischen diesen künstlich in Okzident und Orient geteilten Welten.

Weltmuseum Wien

Und schon damals wurde der Orient als Gegenwelt zum zivilisierten Abendland gesehen, wohl vergessend, welche Ideen und Erfindungen alle im Orient ihren Ursprung hatten. Obwohl als bedrohlich empfunden, war man gleichzeitig auf von ihm fasziniert. In der Ausstellung sind nun Gegenstände aus dem Alltag zu sehen, Erinnerungsstücke und die Lebensgeschichte der einzelnen Sammlerpersönlichkeiten erzählen von den vielen Begegnungen zwischen Wien und dem Morgenland…

Geschichten aus Mesoamerika

In diesem Saal findet sich eines der ganz besonderen Highlights des Museums: der „Penacho“.

Noch einmal ein Blick auf ein Highlight des Weltmuseums

Den ersten schriftlichen Nachweis von ihm und anderen mexikanischen Objekten findet man in einem Inventar aus dem Jahre 1596 der Kunst- und Wunderkammer von Schloss Ambras in Innsbruck, deren Gegenstände sowohl aus dem 16. Jahrhundert als auch aus der vorangegangenen präkolumbianischen Zeit stammen. Weitere Schätze kamen aus den Schatz- und Wunderkammern der Habsburger in Graz, Wien und Prag.

Blick ins Weltmuseum Wien

Maximilian trug große archäologische Sammlungen zusammen, die das Museum Ende des 19. Jahrhunderts erwarb und in denen speziell die Religion ein zentrales Thema ist und sich in den Steinskulpturen von Göttinnen und Göttern widerspiegelt. Außerdem widmet sich hier die Ausstellung der Neuzeit mit Beispielen der Volksreligiösität um Maria de Guadalupe und Allerheiligen/Allerseelen.

Ein Dorf in den Bergen

Ein buddhistisches Dorf im Himalaya; teilnehmen am Leben der Anderen wirft auch Fragen für den Besucher auf: „Wo ist der Mittelpunkt meines Lebens?“, „Mit wem teile ich ihn, warum verlasse ich ihn, wo arbeite ich, wie verstehe ich meine Umwelt, an welche Götter glaube ich?“ „Wie erkläre ich mir die Welt?“

Blick in den Saal

In der modellhaften Inszenierung eines solchen Dorfes beantworten die BewohnerInnen desselben diese Fragen, Hauptaugenmerk liegt auf den Beziehungen zwischen den Menschen und der Verflechtung von religiösen Vorstellungen und profanem Tun. Denn daraus erschließt sich für die Menschen im Himalaya der Sinn ihrer Welt. Doch vielen Jungen erscheint diese Welt nicht mehr attraktiv und sie suchen in den Städten ihr Glück.

Blick ins Weltmuseum Wien

Fasziniert von Indonesien

Die riesige Inselgruppe mit mehr als 18.000 Inseln nannte bereits der Schriftsteller Multatuli „einen Gürtel von Smaragd“ und die glitzernden Inselträume sind in der Ausstellung mit den Geschichten und Erlebnissen der hier porträtierten Menschen verwoben, - so lassen sich die indonesisch-österreichischen Beziehungen fast 150 Jahre zurückverfolgen. Und doch sind es nur einzelne Momentaufnahmen, Augenblicke der jeweiligen Gesellschaft…

Blick ins Weltmuseum Wien

Welt in Bewegung

Migration gehört zum Menschen wie Regen und Sonne zum Wetter. Immer wieder werden sich Menschen auf die Wanderschaft begeben, gezwungener Maßen oder freiwillig aus Entdeckergeist. Doch daraus entsteht wieder Neues, auf das wir uns einlassen sollten und auch müssen: Begegnungen, Austausch, globale Verflechtungen und kulturelle Vielfalt. Und gerade diese macht einen Schatz aus – auch der Stadt Wien – und prägt den Alltag. Immerhin werden in der Stadt heute über 100 Sprachen gesprochen – schließlich leben und arbeiten seit der Römerzeit hier Menschen unterschiedlicher Herkunft, die die Stadt zu ihrer Heimat auserkoren haben und durch mitgebrachte Produkte, durch ihr Wissen und ihre kulturelle Lebensweise ihre Spuren hinterlassen.

Blick ins Weltmuseum Wien

Aber nicht nur Wien, die ganze Welt ist in Bewegung und Gesellschaften ändern sich ständig. Wie kann ein Museum nun auf diese Entwicklungen und Prozesse reagieren? Welche Gegenstände müssen heute gesammelt werden und in Zukunft das Hier und Jetzt zu reflektieren?

In eine Neue Welt

Jeder kennt das Bild der „American Indians“ hoch zu Ross, kriegerisch und Büffel jagend. Doch wussten Sie, dass sich diese Lebensform erst nach Einführung des europäischen Pferdes in Amerika entwickelte? Und in den verschiedenen Gegenden des Kontinents völlig andere Sitten und Bräuche zu finden waren?

Blick ins Weltmuseum

Die Urwälder im Osten, die Grasebenen im Zentrum, die Rocky Mountains und die gemäßigten Regenwälder im Westen, die Polarwüste im Norden zeigen wie unterschiedlich die Kulturen Nordamerikas sind und wie sie trotz Unterdrückung und Zerstörung auch geblieben sind. Exemplarisch werden sowohl alte wie auch sich verändernde Traditionen in der Sammlung präsentiert.

Die neue Wahrnehmung – Der Blick auf China

Seide und Jade gelangten bereits vor zweitausend Jahren aus dem Kaiserreich der Han bis nach Europa wie archäologische Grabfunde beweisen. Chinesische Luxusgüter wie Porzellan, Tee, Lackarbeiten oder Seide waren auch in den Zeiten der Aufklärung (ca. 1650-1800) sehr beliebt. Kultivierte Errungenschaften wie das Ordnungskonzept des Konfuzianismus oder ein bildungsorientiertes Beamtenwesen prägte das Bild der Europäer von China. Doch um 1800 kippte das Bild. Durch die Industrialisierung benötigte der Westen neue Absatzmärkte, die politisch-ökonomische Einflusssphäre wurde ausgedehnt. Das 19. Jahrhundert war geprägt von Kriegen, angefangen mit den Opiumkriegen bis hin zum Boxeraufstand, an dessen Niederschlagung sich auch die k.k. österreichisch-ungarische Armee beteiligte. Dabei kehrten sich die ehemals positiv belegten chinesischen Werte ins Gegenteil und erschienen auf einmal despotisch, grausam und rückständig.

Blick ins Weltmuseum

Hier sind wir nun am Ende des Rundgangs angelangt, doch das ist noch lange nicht alles was das Weltmuseum Wien zu bieten hat. Schließlich warten noch einige Sonderausstellungen, auf die wir aber immer in unserer aktuellen Veranstaltungsübersicht hinweisen werden, auf den Besucher. Ausruhen kann man sich dann bei einem Kaffee oder Tee im neuen Café, das im Sommer auch eine Erweiterung im Cubus vor dem Museum finden sollte.

Blick ins Wienmuseum

Auch ein Besuch des Museums-Shop sollte durchaus in Betracht gezogen werden. Riskieren Sie einen Blick in den neuen Katalog des Weltmuseums. Hier finden Sie neben den schönen Abbildungen und Fotografien der Objekte auch noch ihre interessanten Geschichten dazu. Es ist kein Buch, das man in einem Satz durchliest, aber es ist ein wunderschöner Katalog, in dem man immer wieder Schmökern kann.

Blick ins Wienmuseum

Das Museum ist täglich außer Mittwoch von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, am Freitag sogar bis 21:00 Uhr und mit ihrem Weltmuseum Wien Ticket haben Sie auch Zugang zur Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums in der Neuen Burg. Die Tickets können auch online unter shop.khm.at/tickets erworben werden.

Blick ins Weltmuseum Wien

Über Führungen und weiteres aktuelles Rahmenprogramm informieren wir ebenfalls in unseren Veranstaltungstipps oder Sie besuchen die ausgezeichnete Internetpräsenz des Museum unter www.weltmuseumwien.at wo sie auch online durch die Ausstellung wandern können und einiges über die Ausstellung und einige Ausstellungsobjekte erfahren können.

Blick ins Weltmuseum Wien

Ein Tipp noch zum Abschluss: Nehmen Sie sich Zeit. Es ist eine wunderbare Ausstellung, die – je mehr man sich mit der Geschichte und den Geschichten beschäftigt – immer lebendiger wird und auch zum Nachdenken anregt.

Weltmuseum Wien
1010 Wien, Heldenplatz
Tel: +43 1 534 30-5052
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.weltmuseumwien.at

Fantastenmuseum

Die Wiener Schule des Phantastischen Realismus hat neben dem Hundertwasser-Museum und der Fuchs-Villa nun endlich einen Platz gefunden, der sich dieser wichtigen und – im wahrsten Sinne des Wortes – phantastischen Kunstbewegung annimmt.

Das Phantastenmuseum in Wien

Wer sich für den Wiener Phantastischen Realismus über seine Hauptvertreter hinaus interessiert, sollte sich die Exposition auf keinen Fall entgehen lassen – wer in erster Linie die „ersten Sechs“ erwartet, könnte ein wenig enttäuscht werden….

Die Wiener Schule des Phantastischen Realismus

Sie waren es, die mir die Begeisterung für die bildende Kunst eröffnen und sind es heute noch: Fuchs, Brauer, Leherb, Hausner, Hutter, mit Abstrichen auch Hundertwasser und Lehmden. Ihre Malweise verbunden mit den Bildkompositionen lassen den Betrachter immer wieder staunen und neue Details entdecken und doch fühlen sich viel mehr Künstler dieser Kunstrichtung verpflichtet. Diese in Wien bekannter zu machen, ist sicher ein Verdienst des Phantastenmuseum.

Arik Brauer

Der Beginn oder der Anfang der „Bewegung“ ist wohl das Jahr 1945, als sich ein paar Maler in der Akademie am Schillerplatz treffen, die nun wieder versucht ihren Lehrbetrieb wieder aufzunehmen. Prof. Herbert Boeckl sammelt Talente um sich, zu denen damals bereits der sechszehnjährige Fuchs und der ein Jahr ältere Arik Brauer gehörten, in ihrer Malweise aber nicht in diese Klasse passten und die daher sofort nach der Berufung von Gütersloh in seine Meisterklasse wechselten, der auch Hutter und später Janschka, Lehmden, und Steinwender angehörten.

Rudolf Hausner: Adam, warum zitterst du?

Außerhalb der Akademie hält die Gruppe Kontakt mit Rudolf Hausner, der als Ältester schon vor dem Krieg an der Akademie studiert hatte. Hier treffen sie auch auf den saarländischen Surrealisten Edgar Jené, der eine Verbindung zu surrealistischen Pariser Kreisen hatte. Jené gibt in Wien auch die Zeitschrift PLAN heraus, die auch Dichtungen und Prosatexte von Louis Aragon, Berthold Brecht, Albert Camus, Jean-Paul Sartre und anderen abdruckt, auch Szenen aus Fritz Hochwälders „Das heilige Experiment“ feierten hier Premiere. In dieser Zeitschrift wurde auch über Surrealismus diskutiert und es erschienen hier erstmals die Widergaben klassischer surrealistischer Werke in Österreich.

Phantastenmuseum Wien
Die surrealistische Malerei eines André Bretons ging von weltanschaulichen Überlegungen aus, die ohne die Erkenntnisse Sigmund Freuds undenkbar gewesen wären, es ging darum die Ratio zu entthronen, teilweise nur um einen reinen psychischen Automatismus, durch den man mündlich oder schriftlich den wirklichen Ablauf des Denkens auszudrücken versucht. Die Technik der freien Assoziation und der Traumbericht waren für die surrealistische Produktion äußerst wichtig.

Phantastenmuseum Wien

Obwohl Einflüsse des Surrealismus auf die jungen Wiener Künstler vorhanden waren, unterschied sich ihre Sichtweise von der abstrakten, psychisch-automatischen oder der ethnographischen Richtung der internationalen Strömung. Die Wiener Schule ist um Akribie im malerisch-zeichnerischen Vortrag bemüht, es geht keineswegs um die Austreibung der Ratio. Die Malerei der Wiener ist phantastisch in der Übersteigerung, der Bilddialektik und realistisch in der Treue der Details und in der Genauigkeit die bewusste und die unbewusste Welt zu zeigen. Ihre Themen sind Frieden und Krieg, Natur und Kultur, die Ratio und das Irrationale. Ihre Wurzeln gehen auch auf die Meister der Donauschule und den Manieristen zurück, die man in den Decken und Tafelbildern eines Daniel Gran, Paul Troger oder Franz Anton Maulbertsch bewundern kann. Wien bzw. das Habsburgerreich war nicht nur in der Malerei ein guter Boden für Phantastisches:  auch die Märchen- und Zauberwelt eines Ferdinand Raimunds kann in dieser Tradition angeführt werden.


Der Begriff „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“ stammt von Kulturjournalisten und –kritiker Johann Muschik. Bereits 1947 verwendet er in einem seiner Aufsätze den Begriff Wiener Schule. Während er anfangs dachte in der Wiener Gruppe eine Sonderentwicklung des internationalen Surrealismus zu sehen (wie etwa die Weiner Schule in der Medizin) erschien ihm der Ausdruck mit fortschreitender Entwicklung der Künstler zu wenig. So meint Muschik in seinem Buch „Die Wiener Schule des Phantastischen Realismus“: „… Bretons ‚Surrealität‘  war mir immer verdächtig erschienen. Was sollte das nun eigentlich für ein Standort sein, von dem aus Traum und Wirklichkeit, Leben und Tod und so weiter nicht mehr als gegensätzlich empfunden werden können? … Darum ließ ich in Bezug auf die Wiener von dem Wort ‚Surrealismus‘ die Vorsilbe ‚Sur‘ weg und ergänzte an ihrer statt den verbleibenden Begriff ‚Surrealismus‘ durch das Wörtchen ‚phantastischer‘. Denn Wirklichkeitsdarstellung mit phantastischen Mitteln, das war die Malerei meiner Freunde. So ist aus der ‚Wiener surrealistischen Schule‘ die ‚Wiener Schule des Phantastischen Realismus‘ geworden“.

Das Phantastenmuseum Wien

Wie bereits erwähnt: wenn auch die „Gründungsmitglieder“ und die bekannten „Phantasten“ ein wenig kurz kommen, lohnt sich der Besuch des Museums. Dennoch ist zu hoffen, dass auch jene Teile der Ausstellung, die im Moment noch ein wenig lieblos aufbereitet wirken, wie auch die Infrastruktur des Museum noch verbessert.

Die Ausstellung, die vom Österreichischen Kulturzentrum organisiert und betreut wird, befindet sich im Palais Palffy am Josephsplatz, gegenüber der Nationalbibliothek, sie ist in zwölf Bereiche unterteilt, die dem Besucher die Entwicklung der Kunstrichtung von den ersten Anfängen bis zur Gegenwart näher bringen soll: Der erste Bereich ist den Impulsen gewidmet, die die Künstler nach dem Krieg inspirierten. Hier sind Werke von Edgar Jené, Gustav K Beck und Arnulf Neuwirth ausgestellt.

Eines der schönsten Bilder der Ausstellung: Der Graue Mondvogel von Wolfgang Harms

Der nächste Bereich widmet sich der Akademie und ihrer Wiedereröffnung nach dem Krieg. Hier fanden die jungen Künstler eine kreative Heimat, besonders in der Meisterklasse von A. P. Gütersloh, der seinen talentierten Schülern große Freiheiten ließ. Hier finden sich seine Werke, aber auch jene von Ernst Fuchs, Fritz Janschka, Anton Lehmden und Kurt Steinwender, dem späteren Objektkünstler und Filmemacher.
Im Bereich Zeitgenossen finden sich die älteren Künstler, wie Greta Freist, Kurt Goebel, Charles Lipka oder der CIA-Agent Charles von Ripper, während im nächsten Abschnitt des Art Clubs der Besucher die Werke von Rudolf Schönwald, Arnulf Rainer, aber auch Maria Biljan Bilger und frühe Werke von Peppino Wieternik sehen kann. Hierher gehört auch Carl Unger, der für das Palais Palffy eine riesige Glasfront schuf.

Der Gruppe der Aufrührer, die eine erste Gegenbewegung zur starren Akademie starteten und die die Hundsgruppe genannt wurde, ist der nächste Abschnitt gewidmet. Zu dieser Gruppe gehörten Fuchs, Rainer und Lassnig, Kudrnovky wie auch Krejcar, deren Werke ausgestellt sind.
Das Pintorarium stellt ebenfalls einen wichtigen Abschnitt in der Entwicklung der Wiener Schule des Phantastischen Realismus dar: Hundertwasser, Fuchs und Rainer protestierten gegen die etablierte Akademie, schlechte Architektur und die für die Freiheit des Geistes, Aktionismus war angesagt, Wandzeitung und Nacktdemonstrationen waren Ausdrucksmöglichkeiten der Gruppe.

Phantastenmuseum Wien

Eine Fotodokumentation von Kurt Pultar zeigt wie Hundertwasser die Theorien des Pintorarium in seinen Bauten verwirklicht hat. Im nächsten Raum findet man Werke der „ersten Sechs“ der Wiener Schule des Phantastischen Realismus: Arik Brauer, Wolfgang Hutter, Fritz Janschka, Anton Lehmden und Rudolf Hausner. Von Hausner sieht der Besucher nicht nur eines seiner berühmten „Adam“-Ölbilder, sondern auch eine Dokumentation seiner langjährigen Arbeit an seiner Arche des Odysseus. Zu einem Frühwerk von Ernst Fuchs ist auch eine eigens für das Museum geschaffene Gemälde-Fassung einer vor 55 Jahren entstanden Zeichnung ausgestellt. In der Abteilung der Gleichzeitigen sind 16 Bilder der Wiener Phantasten ausgestellt, die sich in den 1960ern erstmals unter anderem in der Galerie von Ernst Fuchs präsentierten.

Der nächste Raum präsentiert die nächste Generation der Wiener Phantasten, einige von Ihnen sind Schüler von Hausner, Lehmden, Hutter und Fuchs. Das Graphische Kabinett zeigt Höhepunkt der Radierung und Lithographie bis hin zum Miniatur-Meisterwerk der Briefmarke und der letzte Bereich gibt mit 30 Meisterwerken internationaler Phantasten einen Überblick über die weltweite Vernetzung von Wien in alle Welt. Hier finden Sie Vertreter aus Japan, USA, Australien, aber auch europäischer Zentren als Ambassadors of the Fantastic Universe.

Vergessen Sie nicht auch die Museums-Galerie und die Galerie im Erdgeschoss zu besuchen. Hier ergänzen wechselnde Ausstellungen die Dauerausstellung des Museums. Im Raimund Nestroy-Saal im zweiten Obergeschoss werden mit großem Erfolg Kunstkurse und Workshops der Phantasten-Akademie für Anfänger und Fortgeschrittene durchgeführt, die von international anerkannten Künstlern geleitet werden.

Interessante Links

Phantastenmuseum Wien
1010 Wien, Josefsplatz 6
Tel: +43 1 512 56 81 -0
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.phantastenmuseum.at

Weitere Informationen:

Johann Muschik: Die Wiener Schule des Phantastischen Realismus (Bertelsmann)
Wikipedia

KunstHausWien

Neben der Fernwärme Wien und dem Hundertwasserhaus ist das KunstHausWien wahrscheinlich der bekannteste Bau von Friedensreich Hundertwasser. Schon beim Betreten des Hauses werden Sie sich in einer anderen Welt fühlen, egal ob Sie das Museum oder das Restaurant besuchen.

Eingang zum Kunsthaus Wien
In den ehemaligen Räumen der Thonet-Möbelfabrik, die 1892 errichtet wurde, gestaltete Friedensreich Hundertwasser seine Welt. Keine gerade Linie, Bäume, die in die Räume hineinwachsen, einen der ersten Dachgarten von Wien, gebogene Wände und Böden, eine Traumwelt, in der es sich aber wohnen und leben lässt.
Baumpflicht nennt Hundertwasser diese Idee: Bäumen und Pflanzen soll wieder mehr Raum in den Wohnzimmern gegeben werden und dies bereits bei der Planung des Gebäudes mit einberechnet werden. Die sogenannten Baummieter sorgen für frische Luft, Behaglichkeit, spenden Schatten und halten Lärm und Staub von der Straße ab.

Garten Bistro Kunst Haus Wien
Das ist aber nur eine von vielen Ideen Hundertwassers. Gleich am Eingang empfängt ein wunderbarer Brunnen (Gestaltung von Hans Muhr) den Besucher. Wasser ist eines der zentralen Themen bei Hundertwasser. Wasser ist das Element, das ihn immer wieder aufgeladen hat. Regen, Wasser verstärkt die Leuchtkraft der Oberfläche, egal ob Blatt oder Stein und sorgt auch für ein ganz besonderes Klima.

Im Kaffee-Restaurant im KunstHaus Wien
Ein weiteres Element, das sich durch das ganze Haus zieht, ist die Spiralform und ihre Umsetzungen, wobei Hundertwassers Spirale nie rein geometrisch ist, sondern wie der Mäander eines Flusses, der sich seinen Weg bannt.

Shop im KunstHausWien
Farbige Keramiken und Mosaiken bestimmen Boden und teilweise auch die Wände. Im Gegensatz zum spanischen Künstler Antonio Gaudí verwendet Hundertwasser symmetrische Mosaiksteine, die er nach einer bestimmten Ordnung einsetzt. Auch die Größe der Steine ist nicht zufällig. Die Einbeziehung fast aller Fassadenelemente in das Gesamtbild und die durchgehend gestaltete Front macht das Gebäude zu einem ganz außergewöhnlichen Haus.
In diesen Räumen ist nun eine permanente Ausstellung der Werke von Hundertwasser zu besichtigen, die durch interessante Wechselausstellungen ergänzt wird. Zwei Jahre nahm der Umbau in Anspruch. Heute kann hier der Besucher alles über den Künstler erfahren: über seine Philosophie, seine Malerei, sein Wirken, seine Grafik, sein Verständnis von Ökologie und Architektur, zahlreiche Modelle von verwirklichten und unverwirklichten Projekten, aber auch Tapisserien und Jugendwerke.

KunstHausWien Eingangsbereich
Freuen Sie sich auf Farbe ohne Grenzen. Grün-, Blau, Violetttöne leuchten dem Besucher entgegen und verstärken Karmin- und Zinnoberrot und Gelb, die mit Gold und Silber um die Wette strahlen.

Kunst Haus Wien Eingang
In der Ausstellung sieht man auch wie viele Techniken Hundertwasser beherrschte und manchmal auch erneuerte: Lithographie, Siebdruck, Radierung, Farbholzschnitt und vieles mehr. Genauso umfangreich sind seine Themen und Objekte: nicht nur Bilder und Grafiken schuf der Meister, Sie sehen von Briefmarkenentwürfe über seine Ausführungen zur Beibehaltung der alten, schwarzen österreichischen Nummerntafeln auch Zitate aus seinen Manifesten und Vorträgen. Viele sind es wert, inne zu halten und länger darüber nachzudenken.

Blick in die Ausstellung
Neben der permanenten Hundertwasser-Ausstellung sind im Haus wechselnde internationale Ausstellungen zu sehen. Linda McCartney, Henri Cartier-Bresson, Annie Leibovitz, Andy Warhol, Christo, HR Giger, Joan Miró, Keith Haring, Pablo Picasso, Man Ray, Manfred Deix, Xenia Hausner und viele andere waren hier schon zu Gast.
Nicht nur im Sommer – hier aber besonders durch den wunderschönen Garten, der auch an den heißesten Tagen ein gemütliches Plätzchen bietet – sollte man zumindest für einen Café das Restaurant besuchen. Auch dieses ist ganz im Stil von Hundertwasser gehalten, man staunt auch hier, wie man Tische auf den unebenen Flächen unterbringen kann, aber ich kann versichern, es geht! Seit Dezember 2013 sorgt nun das TIAN bistro Team mit vegetarischen Köstlichkeiten für die Museumsbesucher.

Auch den Museumshop soll und darf man nicht vergessen, war er doch einer der ersten dieser Art in Österreich. Heute verführen nicht nur über 800 hochwertige Produkte den Besucher zum Kauf, der Shop ist auch ein wichtiges wirtschaftliches Standbein des Museums.

Kunst Haus Wien - Die Baummieter
Das KunstHausWien (Ausstellungen und Shop) sind täglich von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Der letzte Einlass in die Ausstellungen ist um 18:30 Uhr)

Das TIAN bistro ist täglich von 10:00 bis 20:00 Uhr geöffnet, allerdings ist ab 19:00 Uhr nur der Eingang in der Weißgerberlände 14 geöffnet.

KunstHausWien

KunstHausWien – Museum Hundertwasser
1030 Wien, Untere Weißgerberstraße 13
Tel: Museum +43 1 712 04 91, TIAN bistro + 43 1 890 95 10-20
www.kunsthauswien.com

Time Travel Vienna

Egal ob Wienbesucher oder Einheimische, wer in einer knappen Stunde die Geschichte Wiens von den Sauriern über die Römer bis zur Gegenwart erleben, und natürlich auch Sisi kennen lernen möchte, der muss in die Habsburgergasse 10A.

Time Travel

Seit 2012 bringt man hier Besuchern auf einer Fläche von 1.300m2 die Geschichte von Wien, aber auch der Monarchie näher. In den weitläufigen Kellergewölben des Salvatorianer Klosters in der Wiener Innenstadt bietet eine „Zeitreise“ Geschichte und Information in packender, unterhaltsamer Art. Natürlich ist es ein Rundgang im Schnelldurchlauf, aber so sind Zeitreisen eben.

Time Travel
Früher wurde das Kellergewölbe des Kollegs St. Michael mit Raumhöhen von bis zu fünf Metern als Weinkeller genutzt, im zweiten Weltkrieg war es ein Zufluchtsort bei Bombenangriffen.  Das Gebäude wurde im 17. Jahrhundert errichtet, war über 300 Jahre das Heim des Barnabiten-Ordens. 1922 wurde es dann von den Salvatorianern übernommen. Das Kloster mit der nahen Michaelerkirche ist – wie Ihnen auch ein Mönch am Beginn der Führung erzählen wird – ist ein historischer, mystischer Ort. In der Habsburgergasse gab es sogar einen separaten Eingang, den Kaiser Franz Josef gerne nutzte, um ungestört in die Kirche zu gelangen. Auch Sisi besuchte des Öfteren die Messen in der Michaelerkirche. Unter dem Kloster befindet sich die Michaelergruft mit ungefähr 4.000 Särgen. Es gibt Verbindungsgänge zu anderen Kellergewölben – die unterirdischen Gänge reichen bis hin zur Stephanskirche.

Time Travel
Heute befindet sich hier die modernste Entertainment-Technologie: ein 5D Kino, Animatronic-Wachsfiguren, multimediale Shows und außergewöhnliche Sound- und Lichttechnik, ein faszinierendes Erlebnis für Jung und Alt. Alle 20 Minuten können die Besucher an einer Zeitreise teilnehmen.

Dann geht es hinab in die Keller und es folgt gleich zu Beginn ein kleiner Disput zwischen Mozart, Sisi, Maria Theresia, Sigmund Freud (er spricht eigentlich gar nichts). Ein Mönch versucht nicht nur den kleinen Streit zu schlichten, sondern auch die Besucher auf das Kommende einzustimmen bevor die Zeitreise im 5D Action Kino beginnt. Die Zeit fliegt nur so vorbei: Dinosaurier laufen durch das Bild, man wird in das Römerlager Vindobona zur Zeit Marc Aurels zurückversetzt, ist mitten in der Rattenplage zur Pestzeit oder findet sich plötzlich in einer Schlacht während der Türkenbelagerung um 1683 wieder.

Time Travel Vienna
Durch das imperiale Wien führen Kaiser Maximilian, Maria Theresia, Kaiser Franz Joseph und Sisi. Das humorvolle Gespräch wird von einer Multimediashow ergänzt, die nicht nur den Stammbaum der Habsburger zeigt, sondern auch das Leben am Hof schildert.

Wien ist die Stadt der Musik! Natürlich darf auch das Ballgeschehen nicht fehlen, dass Strauß und Mozart launisch kommentieren.  Die Besucher besteigen gemütlich die zwei Drehkarusselle und genießen ein Medley mit Werken von Mozart, Strauß und weiteren Wiener Komponisten. An den Wänden sieht man Bilder von vielen musikalischen Größen, die einige Zeit in Wien verbracht und hier auch komponiert haben.

Mit dem Tod Kaiser Franz Josephs ist man mitten in den Kriegsjahren des Ersten Weltkrieges, die durch das Attentat auf den Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo ausgelöst wurden. In einem Original Luftschutzbunker kann man den Anschluss an das Deutsche Reich 1938 miterleben und einen Fliegeralarm im Jahr 1945. Danach werden die Jahre 1945 bis 1955 behandelt, das Wien der vier Zonen und dann auch der legendäre Satz von des damaligen Bundeskanzlers Figls: „Österreich ist frei.“

Time Travel Vienna
Eine Kutschenfahrt, die hoch über das heutige Wien führt, zeigt nochmals alle Orte, die man unbedingt in Wien besuchen sollte: den Prater, Schloss Schönbrunn, Hofburg, Heldenplatz, Stadtpark und Staatsoper.

Die Shows laufen zwar in Deutsch, aber mit den Audioguides, die in 10 verschiedenen Sprachen zur Verfügung stehen, können auch ausländische Gäste den Geschichten leicht folgen.

Die „Zeitreisen“ finden von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10:00 bis 20:00 Uhr alle 20 Minuten statt, letzter Einlass ist um 19:00 Uhr.

Time Travel Vienna
1010 Wien, Habsburggasse 10A
Tel: +43 1 532 15 14
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www.timetravel-vienna.at

Porzellanmuseum Augarten

Im Wiener Augarten befindet sich die Wiener Porzellanmanufaktur, die das weltweit bekannte Augarten Porzellan mit langer Tradition noch immer in Handarbeit herstellt.

Schon das Schloss Augarten und der Park an sich laden zum Träumen ein und sind einen Besuch wert. Buchen Sie die 60-minütige Tour mit Guide, um mehr über die Entstehung des Unternehmens, die einzelnen Stationen und die präzisen Arbeitsschritte der „Meister“ zu erfahren.

Die drei Falken (Foto © Porzellanmanufaktur Augarten)

Wussten Sie, dass die Geschichte des Wiener Porzellans bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht? Im Jahr 1718 wurde der Manufaktur eine Monopolstellung zuteil. Das Spezialprivileg, unterzeichnet von Kaiser Karl VI, verlieh Claudius Innocentius du Paquier, dem k.u.k. Hofkriegsagenten, die alleinigen Rechte, Porzellan innerhalb der österreichischen Kronländer zu erzeugen. Seitdem genießt die Porzellanmanufaktur weltweites Ansehen.

Salamanderplatte (Foto © Fritz)
Während dieser Zeit galt das Gemisch aus Kaolin, Feldspat und Quarz als Prestigeobjekt und so wurden selbstverständlich auch das Kaiserhaus und der höfische Adel damit ausgestattet. Gefertigt wurde es damals im 9. Wiener Gemeinde Bezirk, in der Porzellangasse.

Foto © Wiener Porzellanmanufaktur, Arnold Pöschl
1864 musste die Altwiener Manufaktur in der Rossau schließen. 1923 wurde sie im Schloss Augarten wieder eröffnet, wo sie sich bis heute befindet.

An der nächsten Station wird Porzellan, beziehungsweise die Vorarbeiten mit diesem Material im Allgemeinen vermittelt. Im zweiten Raum startet die Produktionserklärung, die mich zum Staunen und zum Bewundern brachte, denn alle diese wunderschönen Skulpturen aus „Weißem Gold“, wie Reiter zu Pferd, geschmückt mit winzigen Kordeln oder grazile Raubkatzen, deren Kanten wie gemeißelt wirken, werden in vielen kleinen Einzelteilen gegossen und anschließend zusammengesetzt. Bevor diese weiter verarbeitet werden können, müssen die Figuren bis zu drei Wochen trocknen. Diese Zeit ist natürlich abhängig von der Größe des Objektes. Erst danach können die weiteren Prozesse beginnen.

Augarten Flagshipstore (Foto © Augarten)
Im Zuge der Besichtigung kann man sogar das „Herzstück“ der Produktionsstätte, die beiden riesigen Brennöfen, welche im ersten Vorgang auf 920° Grad Celsius und im zweiten auf 1.380° Grad Celsius erhitzt werden, bewundern. Zwischen dem ersten und dem zweiten Brand wird jedes Stück, ob Figur oder Geschirr, mit dem blauen Bindenschild aus dem Wappen der Babenberger gestempelt, um die Echtheit zu zertifizieren. Bei den letzten Verarbeitungsphasen dreht sich alles ums Sortieren, Schleifen und Bemalen. Anschließend wird die Gruppe ins hauseigene Museum entlassen. In der oberen Etage werden Exponate des frühen 18. bis 19. Jahrhunderts gezeigt und das Erdgeschoß widmet sich dem 20. und 21. Jahrhundert. Doch das Highlight der Ausstellung ist ein originaler Brennofen, der imposant über beide Ebenen ragt.

Foto © Arnold Pöschl

Die Führung vermittelt sehr anschaulich die verschiedenen und äußerst aufwendigen Schritte, welche die Kunstgegenstände auf Ihrem Weg zum Kunden oder in den Flagshipstore passieren müssen. Nach diesem informativen, sehenswerten und wahrlich interessanten Rundgang, auch für „Nicht-Porzellan-Kenner“ wie mich zum Beispiel, eröffnet sich ein tiefes Verständnis für dieses künstlerische Handwerk. Ich bin sicher, Ihre Neugierde mit meinen kurz angeschnittenen Ausführungen geweckt zu haben und wünsche Ihnen einen kaiserlichen und ebenso königlichen Ausflug in die Welt der Biedermeierzeit.

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 10.00 bis 18.00 Uhr, Sonn- und Feiertags geschlossen

-Barbara Wunsch-

Porzellanmuseum im Augarten
Schloss Augarten
1020 Wien, Obere Augartenstraße 1A
Tel +43 1 211 24-200, +43 1 211 24 – 199
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.augarten.at

Wien Museum

In seinem Haupthaus am Karlsplatz findet sich eine einzigartige Mischung aus Kunst und Geschichte auf drei Etagen: von der Jungsteinzeit bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Sehenswerte Sonderausstellungen laden immer wieder zum Besuch ein.

Im Wien-Museum
Das Wien-Museum – von 1887 bis 2003 „Historisches Museum der Stadt Wien“ genannt, war bis 1959 im Rathaus untergebracht. Schon 1914 gab es Pläne für ein Museum am Karlsplatz, auch von Otto Wagner, die allerdings nicht verwirklicht wurden. Der 1959 eröffnete, erste Museumsneubau der Zweiten Republik, stammt von Oswald Haerdtl, einem ehemaligen Mitarbeiter von Josef Hoffmann, der auch den Österreich Pavillon auf den Weltausstellungen der 30er Jahre errichtet hatte.

Die Dauerausstellungen des Wien Museums sind eine Mischung zwischen Kunstsammlung und historischer Sammlung und zeigen die Geschichte Wiens durch die Jahrhunderte.

Im Wien-Museum
So kann der Besucher seinen Rundgang bereits in der Jungsteinzeit beginnen, Höhepunkte der Sammlung bilden aber die sensationellen Funde aus dem römischen Legionslager Vindobona, die original erhaltenen Glasfenster und bedeutenden Plastiken aus dem Stephansdom, wie die z.B. die berühmten Fürstenfiguren. Sehenswert sind auch die Waffen und Rüstungen aus dem Wiener Bürgerlichen Zeughaus und die während der Türkenbelagerung erbeuteten Gegenstände. Außerdem findet man hier die ältesten Wiener Stadtpläne, kann sich die Modelle der Stadt vor und nach der Schleifung des Glacis und dem Bau der Wiener Ringstraße ansehen und so die Entwicklung der Stadt von einer mittelalterlichen Bürgerstadt zur Haupt- und Residenzstadt nachvollziehen.

Blick in die Ausstellung
Bewunderer barocker Malerei werden sich über die Gemälde von Franz Anton Maulbertsch, Johann Michael Rottmayr oder Paul Troger erfreuen.

Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung sind ausgewählte Möbelstücke, Kleider und Kunstgewerbe-Artikel aus dem 19.Jahrhundert, aber auch die rekonstruierte Wohnung des österreichischen Dichters Franz Grillparzer mit ihrer originalen Einrichtung und das Wohnzimmer mit anschließendem Kaminraum aus der Wohnung des legendären Architekten Adolf Loos.
Auch die bildende Kunst ist prominent vertreten, als Repräsentanten des Wiener Biedermeiers finden sich Werke von Waldmüller, Amerling, Danhauser oder Fendi, in „Wien um 1900“ finden sich Gemälde von Klimt, Schiele, Gerstl und Arnold Schönberg, aber auch Arbeiten der berühmten, und von Adolf Loos vielfach kritisierten, Wiener Werkstätten.

Blick in die Ausstellung im Wien-Museum
Im Museum wartet noch ein Café auf seine Besucher und im Innenhof, der im Jahre 2000 überdacht wurde, können Veranstaltungen durchgeführt werden. Meistens ist dort ein Spielplatz für Kinder untergebracht. Im Museumsshop können Souvenirs und allerhand Wissenswertes über Wien erstanden werden.
Zum Wien Museum Karlsplatz (Haupthaus) gehören auch eine große Anzahl von Außenstellen wie die Hermesvilla, das Prater-, das Uhren- und das Römermuseum, die Musikerwohnungen von Beethoven, Haydn, Mozart, Schubert und Johann Strauß und einige Standorte mehr.

Blick in die Ausstellung
Wenn Sie eine der Sonderausstellungen interessiert, vergessen Sie nicht auch den Dauerausstellungen einen Besuch abzustatten – Sie werden immer wieder interessante Wien-Aspekte entdecken.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und Feiertag von 10:00 bis 18:00 Uhr

Blick in die Ausstellung
Wien Museum Karlsplatz
1040 Wien, Karlsplatz 8
Tel: +43 1 505 87 47 0
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www.wienmuseum.at

Dom Museum Wien

Auch das Dommuseum, das direkt neben dem Stephansdom liegt, wurde von Grund auf umgestaltet, modernisiert und auf den neuesten museumstechnischen Stand gebracht. Anfang Oktober 2017 wurde es nun wieder eröffnet.

Dom Museum Wien, Fassade, Foto © Hertha Hurnaus, Dom Museum Wien
Das Dom Museum Wien ist Österreichs wichtigstes Museum für historische Sakralkunst. Die Sammlungen des Hauses sind einzigartig. Hier kann man in der Dauerausstellung die mittelalterlichen Schätze des Wiener Stephansdoms sehen, aber auch die Avantgarde-Klassiker aus der legendären Sammlung Otto Mauer.

Dom Museum Wien, Innenansicht, Foto © Hertha Hurnaus, Dom Museum Wien

Neben diesen ständigen Sammlungspräsentationen möchte die neue Museumsdirektorin Johanna Schwanberg einen zusätzlichen Fokus auf die Gegenüberstellung von Alt und Neu setzen: Werke der Gegenwart werden in unmittelbarer Nähe zu historischer Kunst gezeigt. Diese Sichtweise wird auch durch das Museumskonzept des international renommierten Architekten Boris Podrecca unterstützt, der sensibel die Struktur des denkmalgeschützten Wohnbaus aus dem 19. Jahrhunderts mit neuen Elementen wie einen gläsernen, runden Aufzug, der von einer eleganten freischwebenden Wendeltreppe umfasst wird und die BesucherInnen vom Stephansplatz in die Museumsräumlichkeiten „hineinzieht“, ergänzt.

Dom Museum Wien, Das Porträt Rudolf, IV., um 1360, Foto © Lena Deinhardstein, Lisa Rastl

Highlight der Dauerausstellung ist das Bildnis Rudolf IV., das als eines der wichtigsten historischen Schätze Österreichs und als ältestes Porträt des Abendlandes gilt. Das 650 Jahre alte Bild zeigt den Habsburger, der nicht nur die Universität in Wien gründete, sondern auch den gotischen Ausbau des Stephansdoms veranlasste.

Wurzel-Jesse-Monstranz, um 1630, Foto © Lena Deinhardstein, Dom Museum Wien

Neben der Dauerausstellung werden sich jährlich bis zu zwei Sonderausstellungen mit aktuellen Themen an der Schnittstelle von Gesellschaft, Religion und Kunst auseinandersetzen. Damit soll das Museum zu einer offenen Plattform für alle Kulturen und Religionen und zu einem Diskussionsforum werden, dass sich mit Fragen auseinandersetzt die in keinem anderen Museum so gestellt werden.

Dom Museum Wien, Innenansicht, Foto © Hertha Hurnaus, Dom Museum Wien

Es gibt ein Kombiticket mit dem Mozarthaus Vienna, sowie mit dem Stephansdom, außerdem werden Kombi-Rundgänge angeboten, sodass der Besucher die im Museum präsentierten Schätze aus dem Dom mit dem Ort ihrer Herkunft im Dom verbinden können.

Dom Museum Wien, Innenansicht, Foto © Hertha Hurnaus, Dom Museum Wien
Außerdem plant man ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm: Talks, Lesungen, Performances und vertiefende Kunstgespräche.
Für Apple und Android ist ein kostenloser interaktiver Mediaguide verfügbar und im Museumsshop warten zahlreiche interessante Angebote auf die Besucher.

Dom Museum Wien, Schreinmadonna, Wiener Bildhauer um 1420-30, Foto © Lena Deinhardstein, Lisa Rastl
Das Museum ist Mittwoch bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr und am Donnerstag von 10:00 bis 20:00 Uhr geöffnet, Montag und Dienstag ist geschlossen.

Dom Museum Wien
1010 Wien, Stephansplatz 6
Tel: +43 1 515 52-3300
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.dommuseum.at

Hofmobiliendepot

Das Hofmobiliendepot - Möbel Museum Wien

© Hofmobiliendepot
Das Museum in Wien ist einzigartig! Auf einer Ausstellungsfläche von 4.700m2 werden rund 6.500 Exponate von Kaiserin Maria Theresia bis zur Designerstücke aus dem 20. Jahrhundert gezeigt.

Die Geschichte des Hofmobiliendepots

1747 setzt Maria Theresia den ersten Hofmobilieninspektor ein und betraut ihn mit der Inventarisierung, der Pflege und dem Transport des hofärarischen (zum Zwecke der Hofhaltung bestimmt) Möbelbestandes. 1809 wird dieser Hofdienst unter Kaiser Franz I./II. auch für den Neuankauf des kaiserlichen Mobiliars zuständig und erhält die Bezeichnung Hofmobiliendirektion. Unter Kaiser Franz Joseph I. wird 1901 das k.k. Hofmobiliendepot in der Mariahilfer Straße 88 als zentrales Lager für das gerade nicht in Gebrauch befindliche Mobiliar mit angeschlossenen Werkstätten und Wagenremisen errichtet.

Nach dem Ende der Donaumonarchie geht der Möbelbestand in den Besitz der Republik Österreich über, die auch noch heute einen Teil für Repräsentationszwecken, etwa für den Bundespräsidenten, verwendet.

© Hofmobiliendepot
1924 wird die erste Schausammlung des nunmehr Bundesmobiliendepot genannten Lagers eröffnet. Die Objekte sind stilkundlich gegliedert und dienen als Vorbildersammlung für Handwerker. Zwei Säle mit Barock- und Empiremöbeln und 15 Biedermeierkojen illustrieren die Wohnwelt des „alten Wien“.
Nach einer Generalsanierung, bei der das bisher an das Mobiliendepot angrenzende Fabrikgebäude und ein Biederhaus zusätzlich erworben werden, erfolgt 1998 die Eröffnung des heutigen, von Architekt Alessandro Alverà umgestalteten Museums.

Was erwartet Sie beim Besuch?

Das Hofmobiliendepot ist mit 165.000 Objekten eine der größten Möbelsammlungen der Welt und zeigt Möbelkultur aus drei Jahrhunderten. Kern des Museums sind die Original-Einrichtungsstücke der Habsburger, die zur Ausstattung ihrer Schlösser in Schönbrunn, im Belvedere, Laxenburg und an anderen Orten dienten. Zu sehen sind Teppiche, Luster, Gemälde und Geschirr ebenso wie Sessel, Tische, Betten, Zimmerklosetts und ganze Raumensembles.

© Hofmobiliendepot
Rund 6.500 Exponate stammen aus dem Hofmobiliendepot von Kaiserin Maria Theresia. Aus der ersten Schausammlung 1924 sind noch die Biedermeier-Kojen als Museum im Museum in der Schau zu sehen, die aus höfischen Möbeln Beispiele für kleinbürgerliche Wohnszenerien nachstellen.

Bei der Neuausrichtung des Museums sollte neben der musealen Präsentation auch der noch immer bestehende Depotcharakter vermittelt werden. Es wurde daher ein begehbares Depot geschaffen, das in seiner Grundsituation aus der Zeit Kaiser Franz Josephs stammt. Nach wie vor wird das Mobiliar auch für die Ausstattung von Bundesämtern, Botschaften und Banketten benutzt.

© Hofmobiliendepot
Besonderes Augenmerk wird aber auch auf die Möbelkunst von der Wiener Moderne bis heute gelegt. So beherbergt das Möbel Museum Wien auch Einrichtungsgegenstände von österreichischen Architekten wie Adolf Loos, Otto Wagner, Josef Hoffmann oder Margarete Schütte-Lihotzky und zeitgenössischer Designer. Außerdem sammelt das Museum Ausstattungen, die sonst langsam aus dem Stadtbild verschwinden. In wechselnden Sonderausstellungen werden einzelne Aspekte des Architektur- und Designschaffens des 20. Jahrhunderts näher beleuchtet.

© Hofmobiliendepot

Sisi oder Sissi ist auch hier die Frage

Bis in die 1970er Jahre wurden fast alle in Wien gedrehten Filme mit Mobiliar aus dem Depot ausgestattet. Darunter auch die legendären Sissi-Filme von Ernst Marischka aus den 1950ern. Als besonderes Special führt daher auch ein eigener Sisi-Pfad durch die Schau, auf dem die im Film verwendeten Einrichtungsgegenstände den Originalmöbeln der Kaiserin Elisabeth und ihrer Familie gegenübergestellt werden.

Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.

© Hofmobiliendepot
Hofmobiliendepot · Möbel Museum Wien

1070 Wien, Andreasgasse 7
Tel: +43 1 524 33 57-0
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www.hofmobiliendepot.at

Parlament, Volksgarten

Das Parlament

1010, Dr.-Karl-Renner-Ring 3


1874 bis 1884 wurde das Parlamentsgebäude nach Plänen von Theophil Hansen errichtet. Das dem Historismus zuordenbare Haus sollte an das antike Griechenland als „Wiege der Demokratie“ erinnern. Diese „Ringstraßenantike“ zog der Architekt konsequent durch: Rossbändiger auf den Auffahrtsrampen mahnen die Leidenschaften zu zügeln, die Figuren griechischer und römischer Historiker zur geschichtlichen Verantwortung, Siegeswagen und Statuen antiker Staatsmänner und Gelehrter am Dach symbolisieren den Sieg durch Weisheit.

Parlament

Das Giebelfeld zeigt sich allerdings zeitgenössisch: „Kaiser Franz Joseph verleiht den 17 Kronländern die Verfassung“. Hier war anfangs der Sitz des Reichsrats, des Parlaments der österreichischen Reichshälfte der Österreich-Ungarischen Monarchie. Zwei große Sitzungssäle beherbergt das Gebäude, die durch den von der großen Säulenhalle beherrschten Mittelbau verbunden werden. Dieser soll die räumliche Trennung der beiden Häuser (früher Abgeordnetenhaus und Herrenhaus) bewirken, aber zugleich auch das architektonische Bindeglied der einzelnen Baukörper sein. Die Mittelachse von Ost nach West und von Front zu Front gliedert sich in Vorhalle, Vestibül, Atrium, Peristyl und anschließend in die zwei großen Säle.

Für die Ausstattung diesr Räume verwendete Hansen griechische Stilelement, so die dorische, ionische und korinthische Säulenordnung und in den beiden Sälen pompejanische Stukkolustrotechnik. Der Haupteingang am Portikus ist dem Tor des Erechtheions auf der Akropolis in Athen maßstabgetreu nachgebildet und mit einem Bronzeportal versehen. Das Vestibül des Parlamentsgebäudes weist ionische Säulen auf und ist in den Wandflächen aus Pavanazzo-Marmor mit Nischen geschmückt. In diesen stehen vom Eingang aus gesehen auf der linken Seite Apollo, Athene, Zeus, Hera, Hephaistos, auf der rechten Seite Hermes, Demeter, Poseidon, Artemis und Ares.

Das Fries „Gut und Blut fürs Vaterland“ von Alois Hans Schram umläuft oberhalb der Nischen die Wände und setzt sich in den beiden Korridoren und im Atrium fort. Hier werden die Allegorien „Segnungen des Friedens“, die „Bürgertugenden“ und die „Vaterlandsliebe“ dargestellt. Die thronende Austria ist zu sehen, der Krieger kniend ihren Treueid schwören und Frauen ihre Gaben opfern. Vor dem Parlament steht nochmals die Göttin der Weisheit, Pallas Athene. So eng diese Darstellung mittlerweile im Bewusstsein der Österreicher verankert und für diesen Ort auch passend ist, wollte Theophil Hansen ursprünglich den Monumentalbrunnen mit einer allegorischen Darstellung der Austria, einer Versinnbildlichung Österreichs, zieren. Doch die starken nationalen Strömungen in dieser Zeit ließen ihn von diesem Vorhaben Abstand nehmen. Verwirklicht wurde die 5,5 Meter hohe Statue erst nach seinem Tod 1902 durch den Bildhauer Carl Kundmann. 150 Kubikmeter weißer Marmor aus dem kleinen Südtiroler Dorf Laas wurden für die Statue benötigt. Pallas Athene steht auf einem Eulenkapitell, darunter die beiden Allegorien „Vollzug der Gesetze“ auf der linken Seite und „Gesetzgebung“ rechts.

Parlament
Die große Brunnenschale wurde aus Neuhauser Granit geschaffen, in der Mitte erhebt sich ein Zwischenpodest mit den allegorischen Personifikationen der Hauptflüsse der Monarchie: Donau, Inn, Moldau und Elbe. Der Inn ist wie ein antiker Flussgott mit nacktem Oberkörper und wallender Haar- und Barttracht, die anderen drei Flüsse in weiblicher Form dargestellt. Gleich rechts neben dem Inn blickt ihm die Donau tief in die Augen, auf der, dem Parlamentsgebäude zugewandten Seite befinden sich Elbe und Moldau, diese mit einem Lorbeerkranz geschmückt, mit einem Ruder in der Hand. Dazwischen sieht man pausbackige nackte Eroten, die auf Delphinen reiten. Seit 1920 (außer 1934 bis 1945) tagen hier Nationalrat und Bundesrat.

Parlament

Das Parlamentsgebäude wurde während des 2.Weltkrieges schwer beschädigt, danach aber bis 1956 wieder aufgebaut. Dabei wurde der Sitzungssaal des Nationalrats in einem damals modernen, funktionalem Stil neu gestaltet, während die übrigen öffentlich zugänglichen Räume wie das äußere Erscheinungsbild weitgehend originalgetreu wieder hergestellt wurden. Der Zutritt ist grundsätzlich Montag bis Freitag zwischen 6.30 bis 19.00 Uhr und am Samstag zwischen 9.00 und 17.00 Uhr beim Zentraleingang (Eingang Besucherzentrum) bei Terminen möglich. Der Zutritt zum Besucherzentrum unter der Parlamentsrampe ist frei und kostenlos. Führungen können an sitzungsfreien Tagen gebucht werden.

Interessante Links

www.parlament.gv.at

Der Volksgarten

Der Volksgarten entstand von 1819 bis 1823 am Ort der durch die Franzosen 1809 zerstörten Burgbastei. Im Park finden sich Denkmäler der Kaiserin Elisabeth und Franz Grillparzer, sowie eine Brunnengruppe von Viktor Tilgner.

Ideal zum Chillen - der Volksgarten

Mitten im Park liegt der Theseustempel, den P. von Nobile nach dem Vorbild des antiken Theseions in Athen erbaute. Die Idee der Volksgärten kam in Deutschland gegen Ende des 18.Jahrhunderts auf. Die Herrscher schufen für die urbane Bevölkerung Parkanlagen zur Erholung, Bildung und Erziehung. Wald- und Wiesenflächen, aber auch Teiche, Wasserspiele, Denkmäler und Pavillons wurden so angelegt.

Im Volksgarten
Der Volksgarten war die erste öffentliche Parkanlage in Wien. Im Zuge der Gestaltung der Ringstraße wurde er bedeutend vergrößert. 1864 erhielt er – ebenso wie der Burggarten, der Privatgarten des Kaisers eine neue Einfriedung nach einem Entwurf von Moritz Löhr. 1883 wurde er nochmals in Richtung Burgtheater erweitert und die Umzäunung wurde in alter Form weitergeführt. Heute befinden sich im Volksgarten eine Clubdisco und ein Tanzcafé, das allerdings nur im Sommer betrieben wird.

Im Volksgarten

Mehr auf www.volksgarten.at

Burgtheater

Das Wiener Burgtheater zählt zu den bedeutendsten Bühnen Europas, es gilt als das größte deutschsprachige Sprechtheater und ist die zweitälteste europäische Bühne (nach der Comédie-Française).

Das Burgtheater in Wien

Die Anfänge des Burgtheaters gehen auf 1540 unter Kaiser Ferdinand I. zurück, der das Theater in einem Ballhaus im unteren Lustgarten der Hofburg einrichten ließ. In diesem Gebäude wurde ursprünglich ein Vorläufer von Tennis gespielt. Erst am 14.März 1741 erteilte Kaiserin Maria Theresia dem „Entrepreneur der königlichen Hofopern“ und Pächter des 1708 errichteten Theaters am Kärntnertor Joseph Karl Selliers – die Erlaubnis das Ballhaus in ein Theater umzuwandeln.

Der Beginn am Michaelerplatz

1748 wurde das neu gestaltete „Theater nächst der Burg“ am Michaelerplatz eröffnet. Die kaiserliche Familie konnte damals direkt aus ihren Gemächern in ihre Hofloge kommen. Werke von Christoph Willibald Gluck, Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Grillparzer kamen hier zur Uraufführung.

Das Burgtheater

Kaiser Joseph II. erklärte das Theater am 17. Februar 1776 zum „Teutschen Nationaltheater“. Mittels kaiserlichen Dekrets wurde angeordnet, keine Stücke mit traurigem Inhalt zu spielen, um die kaiserlichen Zuschauer nicht in eine schlechte Stimmung zu versetzen. So mussten viele Stücke geändert oder mit einem „Wiener Schluss“ (einem Happy End) versehen werden. Ab 1794 wurde das Theater als „k.k. Hoftheater nächst der Burg“ bezeichnet. 1814 übernahm Joseph Schreyvogel die Leitung des Burgtheaters und unter seiner Direktion wurde Deutsch statt Französisch oder Italienisch als neue Bühnensprache eingeführt. Am 12. Oktober 1888 fand die letzte Aufführung im „Burgtheater am Michaelerplatz“ statt. Das alte Gebäude musste dem Michaelertrakt der Hofburg weichen und das Ensemble übersiedelte in die Spielstätte am Ring.

Die Zeit am Ring

Das Haus am Ring wurde von Gottfried Semper und Karl Freiherr von Hasenauer im neubarocken Stil entworfen. Am 16. Dezember 1874 begannen die Bauarbeiten, die sich jedoch durch verschiedene Streitigkeiten 14 Jahre lang hinzogen. Die Fassadenbreite umfasst 140 Meter, zwei langgestreckte Seitenflügel flankieren den erhöhten Mitteltrakt mit Bühnen- und Zuschauerhaus. Hunderte plastische Figuren schmücken die Außenfassade des Burgtheaters. Über allem thront Gott Apollo, zu seiner Rechten die tragische Muse Melpomene (Tragödie) und zur Linken die heitere Muse Thalia (Komödie). Über den Haupteingängen finden sich Darstellungen von Bacchus und Ariadne auf den Friesen. Porträtbüsten an den Außenfassaden zeigen die Dichter Calderon, Shakespeare, Molière, Schiller, Goethe, Lessing, Halm, Grillparzer und Hebbel. Masken weisen auf das antike Theater hin, allegorische Darstellungen von Liebe, Hass, Demut, Herrschsucht, Egoismus und Heroismus schmücken die Seitentrakte. Über dem Haupteingang findet sich noch die alte Aufschrift „k. k. Hofburgtheater“.


Die Deckengemälde in den beiden Stiegenhäusern schuf Gustav Klimt mit seinem Bruder Ernst und Franz Matsch. Auf der linken Seite – der, dem Café Landtmann zugewendeten, Erzherzogstiege bildete Gustav Klimt die Künstler des antiken Theaters in Taormina auf Sizilien ab, auf der rechten Seite, der Kaiserstiege – dem Volksgarten zugewandt – das Londoner Globe Theatre und die Schluss-Szene aus William Shakespeares „Romeo und Julia“. Über dem Eingang zum Zuschauerraum ist der „Eingebildete Kranke“ von Molière zu sehen. Im Hintergrund verewigte sich der Maler mit seinen beiden Kollegen. Kaiser Franz Joseph I. war von den Gemälden so begeistert, dass er den Malern das Goldene Verdienstkreuz verlieh.

Vor Vorstellungsbeginn öffnen sich an beiden Seitenflügeln die Tore der Feststiegen. Sie wurden von den Flammen im Zweiten Weltkrieg verschont und vermitteln einen repräsentativen Eindruck vom ursprünglichen Burgtheater. Der obere Teil der Feststiege wurde während des Krieges zerstört und in den Jahren 1947 bis 1955 wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit stammen auch die Deckenmosaiken der stilvollen Oktogone von Robert Pippal, über die man in das Pausenfoyer 1. Rand oder an den Publikumsgarderoben vorbei direkt in den Zuschauerraum gelangt. Das Pausenfoyer 1 – mit 60 Meter Länge der größte Pausenraum – war ursprünglich mit Deckengemälden verziert, die allerdings nach dem Brand nicht mehr rekonstruiert werden konnten. Das gleiche Schicksal traf den ursprünglichen „Teesalon“ mit dem Verbindungsgang zu Hoffestloge der kaiserlichen Familie. Heute befindet sich hier das große Buffet mit den Seitenräumen. Da die „Ehrengalerie“ damals nicht im Burgtheater aufbewahrt wurde, konnte sie wieder unversehrt Einzug halten.

Burgtheater Wien

Im zweiten großen Pausenfoyer – erreichbar über die Galeriestiegen, die 2. Mittelrangstiege oder die Logenaufgängen – befindet sich der neue Teil der Ehrengalerie: eine Porträtsammlung berühmter SchauspielerInnen von der Zeit Josephs II. bis heute, wie z.B. Gemälde von Gusti Wolf, Attila Hörbiger, Josef Meinrad und Katharina Schratt.

Der Zuschauerraum des Burgtheaters hat 1193 Sitzplätze, 103 Stehplatze und 13 Rollstuhlplätze. Er wird von einem riesigen Luster mit 600 Lampen, der 1955 von der Firma Bakalovits & Söhne hergestellt wurde, beherrscht. Der eiserne Vorhang, der 1953 montiert wurde, wiegt über 16,5 Tonnen, trennt die Bühne vom Zuschauerraum und hält 20 Minuten 1000° C aus. Nach dem verheerenden Großbrand des Ringtheaters mussten alle Wiener Theater mit einem Eisernen Vorhang versehen werden. Das Burgtheater hat zusätzlich auch noch eine hauseigene Betriebsfeuerwehr.

Technisches

Der Schnürboden befindet sich in 28 Metern Höhe. Er besteht aus 119 Zugstangen. Bei der Generalsanierung 1995 wurde bei ungefähr der Hälfte der Züge von „Handzug“ auf elektrohydraulischen Betrieb umgestellt. Die Drehzylinderbühne wurde mit integrierter Versenkung 1941 nach dem System von Prof. Sepp Nordegg entwickelt. Im drehbaren Teil sind vier Elemente eingebaut, die vollkommen geräuschlos bis auf 1 Meter Höhe gehoben und bis auf 8 Meter Tiefe gesenkt werden können und so einen Dekorationswechsel in 40 Sekunden ermöglichen. Die Bühne selbst gehört zu den größten unter Europas Schauspielhäusern. Das Bühnen-Portal ist 12 Meter breit und 9 Meter hoch, die Bühnenfläche beträgt rund 780m2 bei einer Breite von 31 Metern und einer Tiefe von etwa 25 Metern.

Das Belüftungssystem des Theaters ist einzigartig. Unter dem Schwammerl (dem runden Dach der Luftansaughütte auf der Seite des Volksgartens) befindet sich die riesige Luftschleuse, die nach Plänen des Architektenbüros von Ignaz Gridl konstruiert wurde. Die Luft wird durch Filter geblasen, gereinigt und temperiert. Die verbrauchte Luft wird aus dem Zuschauerraum durch die Messinggitter des Kristalllusterkranzes aus dem Raum ins Freie abgezogen. Der Sog wird durch die grüne Engelsfigur mit dem Blasinstrument erzeugt, die als Windfahne am Dach der Theaterkuppel steht.

Zwei Tage nach der Abschiedsvorstellung am Michaelerplatz wurde das neue Burgtheater mit Grillparzers Ester und Schillers Wallensteins Lager eröffnet. Technische Neuerungen wie die elektrische Beleuchtung wurden erfreut aufgenommen, allerdings wurde Kritik an der schlechten Akustik laut, die 1897 zu einem Umbau des Zuschauerraums führte. Am 12. April 1945 brannte das Haus nach einem Bombenangriff völlig aus – der Zuschauerraum und die Bühnen wurden unbrauchbar, nur die Stahlkonstruktion blieb erhalten. Wie durch ein Wunder blieben die Deckengemälde und Teile des Foyers nahezu unbeschädigt. Das Etablissement Ronacher wurde zum Ausweichquartier, wo am 30. April 1945 Sappho von Franz Grillparzer als erste Vorstellung zu sehen war.

1948 wurde ein Wettbewerb für den Wiederaufbau ausgeschrieben: die erste Intention das Haus in ein modernes Rangtheater umzuwandeln wurde jedoch fallengelassen. Der Charakter des Logentheaters blieb erhalten, allerdings wurde die zentrale Hofloge durch zwei Ränge ersetzt und durch eine neue, schräge Deckenkonstruktion im Zuschauerraum verbesserte man die Akustik deutlich. Die Wiedereröffnung des restaurierten Hauses fand am 14.Oktober 1955 mit einer Aufführung von Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ statt. Am 15. und 16. Oktober folgte „König Ottokars Glück und Ende“ von Franz Grillparzer.

Interessante Links

www.burgtheater.at
www.bundestheater.at
www.wien.gv.at/webcam/burgtheater.htm

Garten- und Stadtpalais Liechtenstein

Die fürstliche Familie Liechtenstein zählt zu den ältesten Adelsfamilien, die auch in Österreich und in der Tschechischen Republik über viele Jahrzehnte großen Einfluss auf das politische und gesellschaftliche Geschehen ausübte.

Palais Liechtenstein
Bereits um 1136 wurde mit Hugo von Liechtenstein erstmals der Name erwähnt. Hugo von Liechtenstein nannte sich nach der Burg Liechtenstein südlich von Wien in deren Umgebung der frühe Grundbesitz der Liechtensteins lag. Auch die Herrschaft Nikolsburg und damit auch die Schlösser Lednice und Valtice waren einmal im Besitz der Familie.

Selbstverständlich daher auch, dass die Familie in der Hauptstadt der k.u.k. Monarchie Besitzungen hielt. Zwei beeindruckende Palais mit einer einzigartigen Symbiose aus Natur, Architektur und Kunstsammlungen unterstreichen noch heute die außergewöhnliche Stellung der Familie Liechtenstein.

Das Gartenpalais

Inmitten einer herrlichen Parkanlage liegt das Gartenpalais mit Wiens größtem profanem Barocksaal. Der weitläufige Park, Herkulessaal und die Damenappartements stehen heutzutage als außergewöhnliche Eventlocations zur Verfügung, die jede Veranstaltung mit einer fürstlichen Atmosphäre adeln und so zu einem unvergesslichen Ereignis machen.

Gartenpalais - Garten mit Nordfassage 2012 © Palais Liechtenstein GmbH, Fotomanufaktur Grünwald
1687 erwarb Fürst Johann Adam Andreas I. von Liechtenstein von der Familie Auersberg das Grundstück in der Rossau, das später durch Zukäufe erweitert wurde. Ursprünglich wurde Johann Bernhard Fischer von Erlach mit dem Projekt eines Gartenpalastes beauftragt, die Liebe zu italienischer Kunst führte aber dazu, dass 1692 Domenico Martinelli die Idee einer palazzoartigen Stadtvilla im römischen Stil durchführte. Adam Andreas I. träumte davon, die besten Künstler aus Italien für die Innenausstattung gewinnen. Da jedoch der von ihm sehr geschätzte Marcantonio Franceschini sich weigerte nach Wien zu reisen, beauftragte der Fürst Johann Michael Rottmayr mit der Gestaltung des Freskenszyklus in der Sala Terrena, den Damen- und Herrenappartement und in den beiden Treppenhäusern.

Gartenpalais Sala Terrena © Palais Liechtenstein, Fotomanufaktur Grünwald
Im 19. Jahrhundert wurden Teile der monumentalen Fresken beschädigt, so fasste man die Ölgemälde von Antonio Bellucci in Stuckrahmen applizierte sie. Die verbleibenden Fresken wurden überputzt. Erst im Zuge der Renovierung des Palais 2000 wurden diese wieder entdeckt und erstrahlen nun, nach sorgfältiger Restaurierung, wieder im alten Glanz.
Die Stuckdekoration von Santino Bussi ist im ganzen Haus erhalten. Die Skulpturen im Haus und im Garten stammen von Giovanni Giuliani.

Gartenpalais Herkulessaal © Palais Liechtenstein GmbH, Fotomanufaktur Grünwald
Während der Jahre wurden natürlich einige Umbauarbeiten am Gartenpalais durchgeführt. So wurden die Fenster in den Eckräumen des ersten Stocks teilweise zugemauert um die Hängefläche für die Kunstwerke bei der Übersiedlung der Sammlung vom Stadtpalais ins Gartenpalais zu vergrößern.

Einige Eingriffe in die barocke Originalsubstanz wurden Anfang des 20. Jahrhunderts wieder rückgängig gemacht.
Nach wechselnden Geschehnissen fungierte das Gartenpalais ab 1979 als Dependance des Museums des 20. Jahrhunderts, das 1991 in Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien umbenannt wurde und seit 2001 im MuseumsQuartier zu besichtigen ist. Im gleichen Jahr wurde die grundlegende Sanierung begonnen, die die Rückkehr der Kunstschätze aus Vaduz ermöglichen sollte. Das bedeutete nicht nur das historische Gebäude auf den heute üblichen sicherheits-, brandschutz- und klimatechnischen Standard eines Museums zu bringen, sondern auch die gesamt künstlerische Ausstattung, die Deckengemälde Franceschinis und Belluccis, die Fresken Pozzos und Rottmayrs, den Deckenstuck Bussis einer sorgfältigen Restaurierung zu unterziehen.

Gartenpalais Südfassade © Liechtenstein - The Princely Collections Vaduz - Vienna
Nachdem das Gartenpalais von 2004 bis 2011 als Liechtenstein Museum geführt wurde, geht man ab 2012 neue Wege. Der Museumsbetrieb in der bisherigen Form mit fixen Öffnungszeiten wurde abgeschafft, der Fokus liegt nun in der Vermietung der Prunkräume für hochkarätige Veranstaltungen und auf gebuchten Führungen durch die Glanzstücke der Sammlung.

Der Garten ist nach wie vor von 7:00 bis 20:30 Uhr öffentlich zugänglich.

Gartenpalais Liechtenstein
1090 Wien, Fürstengasse 1
Tel: +43 1 319 57 67-0
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.palaisliechtenstein.com

Die Kunstsammlung

Herzstück des Gartenpalais ist die private Kunstsammlung des Fürsten, die Meisterwerke von der Frührenaissance bis zum Hochbarock umfasst. Wer einen Einblick in die beeindruckende Sammlung werfen möchte, muss sich einer der exklusiven Führungen anschließen, die über die Website bekanntgeben und dort auch gebucht werden können. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich.

Wunderschöne Decke im Palais Liechtenstein

Die Fürstlichen Sammlungen erreichten ihren Höhepunkt mit Karl I. von Liechtenstein an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert. Seine Prager Residenz war mit zahlreichen Gemälden und Kunstgegenständen geschmückt und im Schloss in Valtice gab es eine eigene Silberkammer mit mehr als 900 verschiedenen Objekten. Adrian de Fries schuf 1607 in seinem Auftrag die lebensgroße Statue Christus im Elend und wenig später den Heiligen Sebastian.
Sein Sohn Karl Eusebius initiierte eine Vielzahl wichtiger Bauprojekte und engagierte Architekten, Steinmetze, Stuckateure und Maler im großen Ausmaß. 1643 erwarb er Rubens Himmelfahrt Mariens als Hochaltarbild für die von ihm erbaute Pfarrkirche in Feldsberg, heute wird das Bild im Gartenpalais präsentiert.

Stiegenaufgang im Palais Liechtenstein
Die französischen Meister hielten mit Joseph Wenzel I. von Liechtenstein Einzug in die Sammlung. Zu seiner Ernennung zum kaiserlichen Botschafter in Paris ließ sich der Fürst 1737 mehrere Prunkkarossen anfertigen, als einzige ist der Goldene Wagen erhalten, der nun in der Sala Terrena im Gartenpalais ausgestellt ist.

Fürst Alois I. von Liechtenstein kümmerte sich besonders um die grafische Sammlung und die Bibliothek. Viele der Gemälde und Ausstellungsstücke waren damals im Stadtpalais der Liechtensteins untergebracht, unter Fürst Johann I. erfolgte am 1807 die Übersiedlung der Sammlungen ins Gartenpalais, da dort mehr Platz zur Verfügung stand. Johann I. war ein großer Liebhaber der holländischen und italienischen Malerei.

1837 wurde unter Fürst Alois II. der Umbau und die Neudekoration des Stadtpalais begonnen, das so im ersten Neorokoko des europäischen Kontinents erstrahlte. Alois II. hatte engen Kontakt zu den Künstlern seiner Zeit, nicht nur dass seine Kinder bei Josef Höger Zeichenunterricht nahmen, sind Porträts und andere Auftragswerke von Friedrich Amerling, Peter Fendi und Rudolf von Alt entstanden.

Palais Liechtenstein
Die Sammeltätigkeit von Johann II. von Liechtenstein widmete sich besonders der Kunst des 14., 15. und 16. Jahrhunderts, aber auch der Werke venezianischer Meister aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
1938 wurde die Galerie im Gartenpalais für das Publikum gesperrt, die Familie übersiedelte nach Vaduz und transferierte die Kunstschätze in den letzten Kriegswochen ebenfalls dorthin. Erst im März 2004 kehrte eine erlesene Auswahl an Kunstwerken wieder nach Wien zurück und ist seitdem bei ausgewählten Führungen wieder für das Publikum geöffnet.

Palais Liechtenstein
Heute umfassen die Fürstlichen Sammlungen um die 1700 Gemälde mit Meisterwerken von Lucas Cranach dem Älteren, Raffael, Peter Paul Rubens, Anthonis van Dyck, Frans Hals, Rembrandt, Rudolf von Alt, Ferdinand Georg Waldmüller und Friedrich von Amerling. Neben herausragenden italienischen Bronzen finden sich in der Sammlung auch Grafiken, Pietra Dura-Arbeiten, Emaillen, Elfenbeinen, Prunkwaffen, Porzellane, Tapisserien und Möbel, die einst Teil der Ausstattung der Schlösser und Paläste der Familie waren.

Das Stadtpalais

In zentraler Innenstadtlage befindet sich ein weiteres Baujuwel der Fürstlichen Familie Liechtenstein. Das Stadtpalais gilt als erstes bedeutendes Bauwerk des Hochbarocks in Wien. 1691 im Auftrag von Dominik Andreas Graf Kaunitz nach Plänen von Enrico Zuccalli begonnen, erwarb 1694 Fürst Johann Adam Andreas I. das Gebäude im unvollendeten Zustand und übertrug die Bauverantwortung Domenico Martinelli. Bedeutende Künstler wie Stukateur Santino Bussi, Bildhauer Giovanni Giuliani oder die Maler Andrea Lanzani und Antonio Belluci wirkten bei der Ausgestaltung mit. Die Frontseite zur Bankgasse zeigte das erste monumentale Barockportal Wiens von Martinelli.

Palais Liechtenstein
Das Stadtpalais war als Residenz des Fürsten vorgesehen. Küche, Bäckerei und die Wohnräume der Dienerschaft waren im Keller und im Erdgeschoss untergebracht, im ersten Obergeschoss befanden sich die repräsentativen fürstlichen Appartements, im zweiten Obergeschoss wurden ab 1705 die Werke der Fürstlichen Sammlung ausgestellt. Sehenswert die monumentale Treppe mit Skulpturen von Giuliani und Stuckaturen von Bussi.
Zwischen 1836 und 1847 ließ Fürst Alois II. von Liechtenstein von Peter Hubert Desvignes im Stil des „Zweiten Rokoko“ umgestalten. Für die Innenausstattung wurden Carl Leistler und Michael Thonet engagiert, deren prachtvolle Parkettböden mit Einlegearbeiten heute noch beeindrucken.

Stadtpalais Liechtenstein
Beeindruckend waren damals auch die technischen Raffinessen des Gebäudes: eine Aufzugsanlage verband vier Stockwerke, es gab eine hausinterne Sprechanlage, eine Heißluftheizung, deren Öffnungen teilweise kunstvoll in Kandelabersockel oder Wandverkleidungen integriert waren, mit einem Federdruck könnten sämtliche Fenster einer Gassenfront geöffnet werden, Türen, die auf einer Seite verspiegelt waren, konnten hochgezogen und gewendet werden.

Ein Bombentreffer und ein auf das Dach gestürztes Flugzeug führten am Ende des Zweiten Weltkrieges zu schweren Schäden. Erst 1974/76 konnte – auf Grund der großen Vermögensverluste der Familie während des Krieges – mit der Instandsetzung begonnen werden.

Palais Liechtenstein
2008 machte man sich an die Generalsanierung des Gebäudes, wurden doch die Kriegsschäden vorher nur oberflächlich behoben. Mit einem Stahlskelett und einem dreigeschossigen Tiefspeicher wurde das Haus, das sich in einem schlechten statischen Zustand befand, gestützt, danach begannen die restauratorischen Arbeiten, bei denen großer Wert auf authentische Materialien und originale Bautechniken gelegt. In minutiöser Handarbeit wurden zum Beispiel die Thonetböden – nur dort wo sie schadhaft waren – wieder hergestellt. Neuvergoldungen wurden nur dort vorgenommen, wo Ergänzungen notwendig waren, sonst wurde die rund 170 Jahre alte Vergoldung nur gereinigt. Dennoch wurde 1,5 kg Blattgold (rund 150.000 Stück) in rund 54.000 Arbeitsstunden per Hand aufgetragen.

Stadtpalais Liechtenstein
Die historische Technik der Türen im „Spiegelsaal“ wurde ebenfalls wieder hergestellt und heute beeindruckt das Palais auch durch die neueste Technik: das ganze Haus ist vollklimatisiert, alle Räume barrierefrei erschlossen und rund 1.200 LED-Leuchten ersetzen das historische Kerzenlicht auf den Lustern und Kandelabern.
Barocke Stuckdecken, üppiges Neo-Rokoko-Interieur, Original-Möbel, ausladene Luster und farbenfrohe Seidenbespannungen beeindrucken den Besucher und die Veranstaltungsgäste.

Das Stadtpalais kann ebenfalls im Rahmen einer gebuchten Führung besucht werden. Informationen über die Termine – meistens an zwei Freitagen pro Monat – und Buchung über die Website

Stadtpalais Liechtenstein
1010 Wien, Bankgasse 9
Tel: +43 1 319 57 67-0
www.palaislichtenstein.com

Rathaus

Mitte des 19.Jahrhunderts wurde durch die Eingemeindung zahlreicher Vorstädte das Alte Rathaus in der Wipplingerstraße (hier befindet sich heute das Dokumentations-Archiv des Österreichischen Widerstandes mit einer sehenswerten Ausstellung) bald zu klein. 1868 wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, den der deutsche Architekt Friedrich von Schmidt gewann. Nach einigen Diskussionen wurde als Standort schließlich ein Teil des ehemaligen Josefstädter Glacis gewählt. Der Bau dauerte von 1872 bis 1883. Die Rathausfassade ist ein Beispiel für einen Profanbau der Neugotik. Das Äußere – vor allem der Rathausturm – ist der Tradition flämischer Rathäuser der Gotik angelehnt. Der Grundriss mit sieben Höfen folgt jedoch eher der Konzeption barocker Paläste. Das Rathaus hat eine Grundfläche von nahezu 20.000m2, das Gebäude ist 152 Meter lang und 127 Meter breit. 2.035 Fenster bringen Licht in 1.575 Räume. Um die 14 Millionen Gulden betrugen die Baukosten.

Wiener Rathaus
Eine Geschichte wird von der Turmgleiche erzählt: zu diesem Anlass wurde ein großes Fest gefeiert. Friedrich Schmidt brachte während der Feierlichkeiten hoch oben auf dem Gerüst drei Trinksprüche aus: auf den Kaiser, das Vaterland und auf das Volk von Wien. Nach jedem Spruch warf er ein Glas in die Tiefe. Die ersten beiden zerschellten klirrend im Hof. Das dritte jedoch, das zu Ehren des Wiener Volkes geleert wurde, blieb zu den Klängen des Wiener Donauwalzers unversehrt im Hof liegen.

Machen wir einen kleinen Rundgang durch das Gebäude

Die Schmidthalle

Die Schmidthalle ist dem Friedrich-Schmidt-Platz zugewandt. Früher konnten die Gemeinderäte mit ihren Kutschen direkt in diese Halle fahren – heute ist hier die Stadtinformation untergebracht. Über die beiden seitlichen Stiegenaufgänge gelangt man direkt in den Gemeinderatssitzungssaal. Zwei Inschriften finden sich über den Stiegenaufgängen (Stiegen 7 und 8): „Quidquid agis, prudenter agas et respice finem“ – Was du beginnst, tue es klug und bedenke das Ende und „Suaviter in modo, foriter in re“ – Milde in der Art, stark in der Tat.

Der Gemeinderatssitzungssaal

Wien ist sowohl Stadt wie auch Bundesland, daher werden im Gemeinderatssitzungssaal sowohl die Gemeinderatssitzungen als auch die Landtagssitzungen abgehalten. Vor jedem Platz ist das Namensschild des Platzinhabers angebracht. Bis zur Amtszeit von Leopold Gratz saß der Bürgermeister auf der erhöhten Tribüne, nun hat er seinen Platz in der ersten Sitzreihe. Bei öffentlichen Sitzungen ist die Galerie für Besucher zugänglich. Die Platzkarten erhalten Sie von der Wiener Rathauswache.

Wiener Rathaus

Beachtenswert ist die schöne Kassettendecke, die der Holzbildhauer Franz Schönthaler gefertigt hat. Sie ist mit Rosetten geschmückt und mit 22 Karat Blattgold veredelt. Die Fresken zeigen bedeutende Ereignisse aus der Geschichte Wiens vom 13. bis ins 19.Jahrhundert und wurden vom Maler Ludwig Mayer geschaffen. Unter anderem kann man Rudolf I. von Habsburg und seinen Sohn König Albrecht sehen, die Grundsteinlegung für den Südturm des Stephansdoms, Maria Theresia und Josef II.

Allegorien zeigen die vielfältigen Aufgaben der Stadtverwaltung in den mittleren Besuchergalerien: Industrie, Gesundheitswesen, Kunst, Bildung und Erziehung, Wissenschaft, Soziales, Handel und Verkehr. Die Spitzbogenfenster mit der farbigen Bleiverglasung hat der Glasmaler Rudolf Geyling angefertigt. Im zweitem Weltkrieg zerstört, wurden sie nach den Originalplänen wiederhergestellt und dabei wurde in der mittleren Rosette der ursprüngliche Doppelkopfadler der Österreich-Ungarischen Monarchie durch das Stadtwappen von Wien ersetzt. Der Luster wurde von Friedrich Schmidt entworfen und 1878 auf der Pariser Weltausstellung vorgestellt. Er wiegt 3.200 Kilogramm, ist mit 213 Glühbirnen bestückt und hat einen Durchmesser von fünf Meter. Der Luster wurde übrigens gegenüber seiner früheren Position einen Meter höher gehängt, da die enorme Hitze der Lampen für die darunter sitzenden Abgeordneten unerträglich war.

Wiener Rathaus

Beachtenswert ist auch der Majolikakamin – ein Geschenk der Wiener Hafnerinnung. Er trägt die lateinische Inschrift: „Sapienta aedificabitur, prudentia gubernabitur Domus MDCCCLXXXV – Mit Weisheit wird das Haus gebaut, mit Klugheit regiert werden. 1885.

Festsaal

Im Festsaal des Rathauses finden sich die Statuen bedeutender Persönlichkeit aus Wien. Der Saal und die angrenzenden Räumen werden für Ausstellungen, Konzerte und auch Bälle benutzt, wie z.B. den jährlich stattfinden Life Ball. Friedrich Schmidt hat diesen Saal bis ins kleinste Detail geplant, 1999 wurde er restauriert. 71 Meter liegen zwischen den beiden Orchesternischen an den Stirnseiten. Nach oben bildet ein im Stil der Renaissance gehaltenes tonnenartiges Gewölbe den Abschluss.

Die Wappensäle

in den 60er Jahren des 20.Jahrhunderts erhielten die Wappensäle ihr heutiges Aussehen. Hans Robert Pippal gestaltete damals die Wappentücher für die neun Bundesländer im Kleinen Wappensaal und für die Landeshauptstädte im Großen Wappensaal. Die Säle werden heute für Ehrungen und Veranstaltungen genutzt. Die denkmalgeschützten Seidendamasttapeten sowie die großen Kristallluster verleihen den Räumen einen zusätzlichen repräsentativen Charakter.

Nord- und Südbuffet

Beidseitig des Festsaals liegen das sogenannte Nord- und das Südbuffet. Prunkstücke beider Räume sind die mundgeblasenen Glasluster im venezianischen Stil. Diese wurden von der Firma Lobmeyr im böhmischen Gablonz nach Entwürfen von Friedrich Schmidt angefertigt. Wandtäfelungen aus Eichenholz und reich verzierten Edelholzdecken aus Palisander und Mahagoni mit Blattgoldauflage schmücken die Räume. Das Nordbuffet dient als Erweiterung des Festsaals und wird für Buffets, als Bar oder kleiner Veranstaltungsraum genützt. Im Südbüffet ist das Büro des Bürgermeisters von Wien untergebracht.

Der Steinsaal I und der Steinsaal II

Größtenteils finden im Steinsaal I die Pressekonferenzen des Wiener Bürgermeisters statt, während der Steinsaal II den festlichen Rahmen für standesamtliche Trauungen bietet.

Der rote Salon

Wie der Name schon sagt, dominiert in dem an das Südbüffet anschließendem Raum die Farbe Rot. Kleine Empfänge, Ehrungen oder Begrüßungen durch den Bürgermeister finden hier statt. Eine getäfelte Holzdecke, rote Seidendamasttapeten, drei Prunkluster in venezianischem Stil sowie fünf Porträts von Bürgermeistern der Stadt Wien schmücken diesen Raum. Hier fand auch  am 27. April 1945 die konstituierende Sitzung der provisorischen Bundesregierung unter Karl Rennen statt.

Die Feststiegen

Aus allen Teilen der Österreich-Ungarischen Monarchie wurden Steine für die zwei symmetrisch angeordneten Stiegenaufgänge verarbeitet, die mit schmiedeeisernen Geländern, farbigen Maßwerkfenstern, Spitzbogengewölben und schlanken Säulen und Pfeilern geschmückt sind.

Der Arkadenhof

Der Arkadenhof ist mit einer Größe von 80,8 Metern Länge und 34,7 Metern Breite der Größte von sieben Innenhöfen und liegt genau in der Mitte des Rathauses. Die Arkaden sind spitzbogig und werden von kräftigen Säulen getragen, die den Hof ähnlich einer mittelalterlichen Kreuzganganlage umsäumen. Der Brunnen und die Skulpturen von Prof. Hans Muhr geben der Parkanlage inmitten des Rathauses ihr besonderes Flair.

Der Rathauskeller

Im Untergeschoss des Rathauses befindet sich der Wiener Rathauskeller, der eine Größe von über 3.500m2 aufweist und mit historischen Wandmalereien und Dekoren versehen ist. Der unter Denkmalschutz stehende Keller wird für Veranstaltungen, Feste und als Restaurant genutzt.

Der Rathausturm

331 Stufen führen auf den fast 98 Meter hohen Rathausturm, auf dessen Spitze der Rathausmann über Wien wacht. Zwei Wendeltreppen führen je 256 Steinstufen empor, dann sind es nochmals 75 Stufen auf den höchsten Punkt. Die Bedingung des Kaisers, dass der Rathausturm nicht die 99 Meter hohen Türme der Votivkirche überragen dürfte, umging Friedrich Schmidt mit einer List: der Turm selbst ist „nur“ 97,9 Meter hoch, mit dem auf der Spitze angebrachten Rathausmann erreicht er aber die stolze Höhe von 103,3 Metern. Der Rathausmann ist 650 Kilogramm schwer, 5,4 Meter hoch (inklusive Fahne), hat Schuhgröße 63 und wird von einem kugelförmigen 800 Kilogramm schweren Gegengewicht gehalten. Bei starkem Sturm kann er bis zu 25 Zentimeter schwanken. Er wurde vom Kunstschlosser Alexander Nehr nach einem Modell von Franz Gastell gefertigt. Vorbild war angeblich die Prunkrüstung Kaiser Maximilians I. 1948/85 wurde er restauriert, seitdem steht im Rathauspark eine Kopie der Figur.

Der Rathausplatz

Vor dem Rathaus hin zur Ringstrasse und zum Burgtheater breitet sich der Rathausplatz mit dem Rathauspark aus. Ganzjährig wird der Platz für die unterschiedlichsten Veranstaltungen genützt: im Winter findet hier der Christkindl- und Silvestermarkt statt, im Sommer das Rathausfestival, bei dem neben vielen Gastronomieständen, die für das leibliche Wohl sorgen, auf einer riesigen Videowall vor dem Rathaus Opern und klassische Konzerte gezeigt werden. Auch die feierliche Eröffnung der Wiener Festwochen findet alljährlich hier vor dem Rathaus statt. Der Großteil des Areals wurde durch den Gartenkünstler Rudolf Siebeck gestaltet. Die Parkanlage wurde im Juni 1873 – zeitgleich mit der Grundsteinlegung für das Rathaus – fertig gestellt und hat eine Gesamtfläche von rund 40.000 m2.

Brunnen im Rathauspark

Der Rathausplatz, der den Park in zwei Hälften teilt, wird an beiden Seiten von Marmorstatuen eingerahmt. Diese standen ursprünglich in der Nähe des heutigen Karlsplatzes auf der 1854 eröffneten Elisabethbrücke über den Wienfluss. Die Statuen stellen folgende Persönlichkeiten dar: Heinrich II. Jasomirgott, Leopold VI., Rudolf IV., Niklas Graf Salm, Rüdiger Graf Starhemberg, Johann Bernhard Fischer von Erlach, Leopold Karl von Kollonitsch und Joseph von Sonnenfels. Im Park finden sich noch eine Reihe von Denkmälern, am bekanntesten ist jenes der Komponisten Johann Strauß Vater und Josef Lanner. Zu den Naturdenkmälern im Park zählen ein Tulpenbaum, eine geschlitztblättrige Rotbuche, Plantanen, ein japanischer Schnurbaum, ein Ginko oder Fächerblattbaum, eine Rotbuche, die anlässlich des 50jährigen Regierungsjubiläums Kaiser Franz Joseph I gesetzt wurde und eine Eiche, die 1906 für Bürgermeister Dr. Karl Lueger gepflanzt wurde. In beiden Hälften des Parks befinden sich zwei identische Springbrunnen, die im jeweiligen Mittelpunkt aufgestellt sind. In den runden Becken sind kleine Felseninseln vorhanden, aus denen sich Wasserfontänen erheben. Die Brunnen werden seit dem 2. Dezember 1910 – dem Tag der Inbetriebnahme der 2. Wiener Hochquellwasserleitung – mit Wasser aus dem steiermärkischen Salzatal betrieben, um so der Bevölkerung das „Neue Wasser“ zu zeigen. Hinter dem Rathaus befindet sich der Friedrich-Schmidt-Platz, auf dem das Denkmal für Friedrich Schmidt steht, das von Edmund Hofmann von Aspernburg und Julius Deininger geschaffen wurde (1896).

Interessante Links

www.wien.info/de/sightseeing/sehenswuerdigkeiten/l-r/rathaus
www.wien.gv.at
de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Rathaus
www.christkindlmarkt.at
www.wien-event.at

Alte Uni, Alte Börse, Rossauer Kaserne

Die „alte“ Universität

Die Geschichte der Universität Wien

Alte UniversitätHerzog Rudolph IV. – der Stifter – gründete am 12. März 1365 die Universität Wien nach dem Vorbild der Pariser Sorbonne. Die „Alma Mater Rudolphina Vindobonensis“ ist damit – nach der 1348 gegründeten Prager Karlsuniversität – die zweitälteste Universität Mitteleuropas. Die Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden (universitas magistrorum et scholarium) waren von Steuern und dem Wehrdienst befreit, die Gerichtsbarkeit wurde vom Rektor ausgeübt. Mit den Reformen Martin Luthers (ab 1520) kommen auf die Universität Wien als „päpstliche Einrichtung“ schwierige Zeiten zu. Die erste Türkenbelagerung Wiens (1529), wiederkehrende Seuchen, der wirtschaftliche Rückgang der Stadt und die vermehrte Konkurrenz der Universitäten sorgten ebenfalls für sinkende Studentenzahlen. König Ferdinand I. beruft 1551 dem Jesuitenorden nach Wien und überträgt ihm zwei theologische Lehrkanzeln. Wiener Universität1623 erlässt Ferdinand II. die „Sanctio Pragmatica“ durch die der Jesuitenorden den Lehrbetrieb an der theologischen und philosophischen Fakultät übernimmt und 150 Jahre die dominierende Stellung behält. Erst Kaiserin Maria Theresia drängt Mitte des 18. Jahrhundert den Einfluss des Ordens auf die Universität zurück. Durch die Ausschaltung der Kirche und der universitären Selbstverwaltungseinrichtungen wird die Universität in eine staatliche Lehranstalt umgewandelt, bei der nun die Ausbildung von Beamten und Ärzten im Vordergrund steht. Gerard van Swieten, der kaiserliche Leibarzt führt die Reformen durch und richtet seine Aufmerksamkeit auf die medizinischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen, gründet neue Lehrkanzleien (Chemie und Botanik), und führt die Ausbildung der Medizinstudenten am Krankenbett ein. 1754 eröffnet der Botanische Garten der Universität Wien am Rennweg. Joseph II. setzt die theresianischen Reformen fort: die akademische Sondergerichtsbarkeit wird abgeschafft. 1778 können sich Protestanten erstmalig an der Universität einschreiben, 1782 werden Juden zum Medizin- und Jusstudium zugelassen, 1783 wird die deutsche Sprache als Unterrichtssprache verpflichtend eingeführt. 1848 – im Revolutionsjahr – fordern Studenten Lehr- und Lernfreiheit und ein Ende der Unterdrückung des geistigen Lebens. Das führt zum, bis heutigen gültigen, Artikel 17 im Staatsgrundgesetz: „Die Wissenschaft und die Lehre ist frei“. 1897 wurden Frauen erstmals als ordentliche Hörerinnen zugelassen.

Das Gebäude am Ring

Universität WienKaiser Franz Joseph I. eröffnete 1884 das nach den Plänen von Heinrich von Ferstel erbaute Hauptgebäude an der Ringstraße. Vorbild des Baus waren die italienischen Universitäten der Renaissance. In den Jahren 2005 und 2006 wurde die Aula zu einem hellen, funktionalen und behindertengerechten Eingangsbereich umgestaltet. Auf der linken Seite befindet sich ein Verzeichnis aller Rektoren der Universität Wien – die neun Nobelpreisträger werden auf Glasstelen mit Porträtfotos präsentiert. Im, an die Aula angrenzenden, Arkadenhof finden Studierende und Mitarbeiter der Universität Erholung und Raum für Kommunikation. 154 Büsten und Ehrentafel erinnern in den Arkadengängen an berühmte Wissenschaftler der Universität. Neu ist hier das Projekt „Der Muse reicht’s“ -  Kastalias Schatten von Iris Andraschek, das auf die nicht erfolgten Ehrungen der Leistungen von Wissenschaftlerinnen hinweisen soll.

Der große Festsaal

Sponsion in der Uni WienDer Festsaal bietet den feierlichen Rahmen für Festveranstaltungen wie z.B. für Akademische Abschlussfeiern. Zwei Standbilder zeigen Rudolph IV. und Kaiserin Maria Theresia. An der Decke befindet sich als Mittelbild „Triumph des Lichtes“ des Künstlers Franz Matsch, umrahmt von Schwarz-Weiß Reproduktionen des Fakultätsbilder „Theologie“ (Franz Matsch) und „Philosophie“, „Medizin“ und „Jurisprudenz“ von Gustav Klimt. Nur das Original von „Theologie“ ist erhalten geblieben, die Originale Klimts sind Ende des Zweiten Weltkriegs verbrannt.

Die Universitätsbibliothek

Die Gründung einer Bibliothek war schon im Stiftbrief von Herzog Rudolf IV. vorgesehen. Wertvolle Bücher verstorbener Universitätsmitglieder sollten hier gesammelt werden. Ab dem 17. Jahrhundert wechselte das Interesse von den Handschriften und Inkunabeln zur modernen Bibliothek des Jesuitenkollegs. 1756 wurde die Universitätsbibliothek gänzlich aufgelassen und die Bücher der Hofbibliothek einverleibt. Am 13. Mai 1777 wurde die neue Akademische Bibliothek gegründet – der Anfangsbestand umfasste rund 45.000 Bücher. Erst 1884 übersiedelte die Hauptbibliothek in das neue Hauptgebäude, das aber sehr bald aus allen Nähten platzte, sodass Erweiterungen des Bücherspeichers erfolgen mussten. Die Wiener Universitätsbibliothek ist heute die größte Büchersammlung Österreichs.

Buchtipps

Kurt Mühlberger: Palast der Wissenschaft. Ein historischer Spaziergang durch das Hauptgebäude der Alma Mater Rudolphina Vindobonensis. Hrsg. von der Universität Wien. Wien: Böhlau Verlag 2007 Thomas Maisel: Gelehrte in Stein und Bronze. Die Denkmäler im Arkadenhof der Universität Wien. Hrsg. von der Universität Wien. Wien: Böhlau Verlag 2007

Interessante Links

www.univie.ac.at
www.wikipedia.at

Die „alte“ Börse

1010; Schottenring 16

Die Alte Börse am Wiener RingDie Wiener Börse nahm am 1.9.1771 aufgrund des Börsepatentes von Kaiserin Maria Theresia den Handel auf und gehört damit zu den ältesten der Welt. Am Anfang handelte man nur mit Anleihen, Wechsel und Devisen, erst 1818 wurde begonnen mit Namensaktien zu handeln. 1860 übersiedelte die Börse gemeinsam mit der Nationalbank ins Palais Ferstl (Herrengasse 14)

Ausufernde Spekulationen im Vorfeld der Weltausstellung lösten am 8.5.1873 einen Börsenkrach aus, der eine schwere Rezession zur Folge hatte. Nach mehreren Ortswechseln zog die Wiener Börse in das von Theophil Hansen 1874-77 erbaute Gebäude am Ring. Seit dem Jahr 2000 hat die Börse ihren Sitz im Palais Caprara-Geymüller in der Wallnerstraße 8 in 1014 Wien.

Die Rossauer Kaserne

1090; Rossauer Lände 1

Rossauer KaserneNach der Revolution von 1848 wurde die – Kronprinz-Rudolf-Kaserne (oder Rudolfskaserne wie sie damals genannt wurde) als Teil eines Gesamtkonzeptes mit dem Arsenal und der Franz-Joseph-Kaserne gebaut. Dieses Dreieck sollte die Innenstadt gegebenenfalls vor dem Proletariat schützen. Es waren weitere Bauwerke geplant, die jedoch nicht realisiert wurden. Das Gebäude hat drei Innenhöfe und wurde als Defensiv- oder Densionskaserne nach Plänen von Oberst Karl Pilhal und Major Karl Markl von Baumeister Josef Zeller und dem Ziegeleibesitzer J. Stier erbaut und am 17. August 1870 ihrer Benutzung übergeben. Die Kaserne ist im Stil des romantischen Historismus errichtet. Die zinnengekrönten Ecktürme sollten im Falle eines Angriffs die Verteidiger ebenso schützen wie die Balkone über den Einfahrtstoren an der Rossauer Lände und am Schlickplatz. Sie waren als Geschützstände gedacht. Insgesamt bot die Kaserne Platz für 2.000 bis 4.000 Mann und 390 Pferde der k.k.Armee. Es gab 1.260 Räume, darunter 99 Offizierswohnungen und 43 Wohnungen für verheiratete Unteroffiziere, sowie die Kanzleien des Generalgenieinspektors, eines Truppendivisionskommandos und eines Brigadekommandos. Die Länge beträgt 269 Meter und die Breite 136 Meter. In der Kaserne liegen drei große Innenhöfe, einer davon wurde zu Ehren des Widerstandskämpfers gegen den Nationalsozialismus „Carl-Szokoll-Hof“ benannt. Aufgrund der Nähe zum Wasser war beim Bau ein besonders stabiles Fundament vonnöten, das auf rund 30.000 Piloten liegt. Lange Zeit machte das falsche Gerücht die Runde, der Architekt hätte sich erschossen, da er den Einbau der Toiletten vergessen hätte. Diese „Legende“ ist falsch. Allerdings befanden sich die Mannschaftsaborte ausschließlich in zwei Türmen in den Ecken der beiden äußeren Höfe, so dass man später doch – über das gesamt Gelände verteilt – neue Toilettenanlagen errichtete. Heute befinden sich hier der Stützpunkt der WEGA, des EKO Cobra, sowie die Landesverkehrsabteilung des Landespolizeikommandos Wien, außerdem die Verkehrsleitzentrale von Wien und einige Abteilungen des Bundesministeriums für Landesverteidigung.

Ringturm, Deutschordenkirche

Der Ringturm

1010, Schottenring 30

Das markante Hochhaus wurde von 1953 bis 1955 nach Plänen von Erich Boltenstein auf dem Platz eines im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäudes (des einzigen Gebäudes, das am Schottenring zerstört wurde) errichtet. Der 93 Meter hohe Ringturm galt als innovatives Projekt für den Wiederaufbau der Stadt – sein Name wurde in einem Wettbewerb in der Wiener Bevölkerung gefunden. Das Hochhaus ist mit seinen 23 Stockwerken und seinem 20 Meter hohen Wetterturm der zweithöchste Bau innerhalb der Ringstraße, nur der Stephansdom ist höher. 12.000m2 Nutzfläche stehen zur Verfügung. Benützer des Gebäudes sind die Konzernzentrale der Vienna Insurance Group (früher Wiener Städtische Versicherung) und Teile der Wiener Stadtwerke.

Der Ringturm

Der Wetterleuchtturm zeigt mit 17 Leuchten in verschiedenen Farben das Wetter für den kommenden Tag an, er ist direkt mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auf der Hohen Warte verbunden.

Die Bedeutung der Signale

•    rot aufsteigend = Temperatur steigend
•    rot absteigend = Temperatur fallend
•    grün aufsteigend = Wetterlage wird besser
•    grün absteigend = Wetterlage wird schlechter
•    rot blinkend = Warnung Gewitter oder Sturm
•    weiß blinkend = Schnee oder Glatteis

Deutschordenskirche, Deutschordenshaus und Schatzkammer

1; Singerstraße 7

Die Geschichte des Ordens

Der Deutsche Orden  wurde 1190 in Akkon als Spitalbruderschaft gegründet und fungierte ab 1198 auch als ritterliche Gemeinschaft zum Schutz der Pilger im heiligen Land. Der Orden war – nach den Johannitern und Templern – der dritte große geistliche Ritterorden der Kreuzzugszeit. Nach dem Vorbild der Templer wurde der weiße Mantel übernommen, an Stelle des roten Templerkreuzes trat ein schwarzes Kreuz.

Der Deutsche Orden bemühte sich auch außerhalb des Heiligen Landes Fuß zu fassen. so unter dem Hochmeister Hermann von Salza (1209-1239) – einem Vertrauten Kaiser Friedrichs II. – im siebenbürgischen Burzenland, oder im Kulmer Land am Unterlauf der Weichsel. 1291 ging Akkon verloren und der Hochmeister verlegte seinen Amtssitz zuerst nach Venedig, 1309 nach Marienburg. Der Ordensstaat wuchs durch seine straffe Führung zur stärksten Macht im Ostseeraum heran. Eine gut entwickelte zentrale Finanzverwaltung sorgte für ausreichende Einkünfte um die staatlichen und militärischen Aufgaben bewältigen zu können. Zur Sicherung des Staates wurde ein Netz von Burgen gebaut, mit der Gründung zahlreicher Städte förderte man die wirtschaftliche Entwicklung.

Fünf Großgebieter standen dem Hochmeister bei der Leitung zur Seite: Hochmeister, Großkomtur und Treßler (Schatzmeister) residierten in Marienburg, der Spitler (Leiter des Hospitalswesen) in Elbing, der Trapier (für Bekleidung und Ausrüstung verantwortlich) in Christburg und der Marschall (Militärischer Leiter) in Königsberg.

Deutschordenkirche

Nachgeborene Söhne des niederen Adels traten am Beginn seiner Gründung oft in den Orden ein. Die Priesterbrüder waren in dieser Zeit gleichberechtigt mit den Ritterbrüdern, jedoch nahm ihre Geltung im 14. und 15. Jahrhundert immer mehr ab. Große gesellschaftliche Umwälzungen und Auseinandersetzungen hinterließen ihre Spuren auch in der Geschichte des Ordens: 1410 erlitt der Orden eine schwere Niederlage bei Tannenberg gegen den Großfürsten Jagiello und verlor damit seine Vormachtstellung, 1525 trat der Hochmeister Albrecht von Brandenburg zum evangelischen Glauben über, 1466 wurde das verbliebene Ordensland in ein weltliches erbliches Herzogtum umgewandelt.1494 wurde der oberste Amtsträger des Ordens im Reich – der Deutschmeister – von Kaiser Maximilian in den Reichsfürstenstand erhoben, im beginnenden 16. Jahrhundert bedrohten die Hussitenstürme den Bestand der Ballei Böhmen, Apulien und Sizilien mussten in dieser Zeit aufgegeben werden. Die Bauernkriege erschütterten die Macht des Ordens von innen und von außen – viele Ritter- und Priesterbrüder legten ihr Ordenskleid ab.

Dem Deutschmeister Walther von Cronberg (1525-1543) gelang die äußere Konsolidierung. Er erhielt 1527 vom Kaiser die Berechtigung sich „Administrator des Hochmeistertums“ zu nennen und konnte damit den Besitzanspruch auf Preußen aufrechterhalten. Aus dieser Bezeichnung entstand später der Kurztitel „Hoch- und Deutschmeister“. Außerhalb des neuen Ordensstaates bildete sich eine Reihe von Balleien zu weitgehend selbständigen Gebilden. 1590 zum ersten Mal und später immer häufiger wählte man den Hoch- und Deutschmeister aus führenden Geschlechtern katholischer Territorialstaaten, vor allem aus dem Haus Österreich – dies ließ den Orden mehr und mehr zu einem Objekt habsburgischer Politik werden.

Deutschordenkirche

Die katholische Reform rief den Orden wieder zu seinen geistlichen Pflichten zurück, die Bedeutung der nichtadeligen Priesterbrüder war stark zurückgegangen und ihre Zahl war aus unterschiedlichen Gründen stark gesunken, deshalb wurde beschlossen Priesterseminare zu errichten: das erste 1574 in Köln, das zweite 1606 vom Hochmeister Erzherzog Maximilian von Österreich (1590-1618) in Mergentheim. Auch der Gedanke der Hospitalität gewann wieder an Bedeutung.

Der kampfbereite Einsatz der Ritterbrüder („cavalliere“) war besonders während der Türkenkriege die wichtigste Aufgabe. Ritterbrüder dienten als Offiziere in den Truppen von katholischen Reichsfürsten und in der kaiserlichen Armee. Seit 1696 stellte der Orden das Regiment „Hoch- und Deutschmeister“, das spätere Wiener Hausregiment.

Deutschordenkirche

Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges begann der Orden eine rege Bautätigkeit: Schlösser mit mächtigen Schlosskirchen, Kommendenhäuser, aber auch Dorf- und Stadtkirchen Hospitäler, Rat-, Schul- und Bürgerhäuser, Mühlen und Brücken wurden errichtet.Im ausgehenden 18. Jahrhundert gingen die Balleien Elsass und Lothringen komplett, Koblenz und Biesen zu großen Teilen in den französischen Revolutionskriegen verloren.1805 bestimmte der Friede von Pressburg, dass die Besitzungen des Deutschen Ordens erblich an das Haus Österreich übergehen sollten. Kaiser Franz ließ den Orden, dessen Hochmeister sein Bruder Viktor war, unangetastet, jedoch waren Amt und Orden in die Souveränität Österreichs eingebunden. 1834 verzichtete der Kaiser auf alle Anrechte und setzte damit den Orden wieder in alle früheren Rechte und Pflichten ein. Hochmeister Erzherzog Maximilian und P.Peter Rigler verdankte der Orden den Aufschwung, der nun einsetzte.1840 wurde das mittelalterliche Institut der Deutschordensschwestern wieder belebt, 1854 bestätigte Papst Pius IX. das Schwesterninstitut und die „Regeln der Schwestern vom Deutschen Hause Sankt Marien zu Jerusalem“: Weitere Priesterkonvente wurden gegründet.

In den 60er Jahren des 19.Jahrhunderts – unter dem Eindruck des Elends der Kriegsverletzten in der Schlacht von Solferino – wandte sich der Orden dem Kriegssanitätswesen zu und richtete auch während des Ersten Weltkrieges Feldspitäler ein. 1918 zeriss der Zusammenbruch der Donaumonarchie den Deutschen Orden in vier – durch Staatsgrenzen – geteilte Provinzen: Österreich, Italien/Südtirol, Tschechoslowakei und Jugoslawien. Der Orden wurde von den Nachfolgestaaten als Eigentum Habsburgs angesehen, Hochmeister Erzherzog Eugen verzichtete 1923 auf sein Amt und so wurde Norbert Klein (Bischof von Brünn) Hochmeister – 1927 wurde der Orden von allen Nachfolgestaaten als geistlicher Orden anerkannt. Wieder begann die Aufbauarbeit für den Orden, die ab 1938 von den Nationalsozialisten zunichte gemacht wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde nur in Österreich dem Orden das frühere Vermögen zurückgegeben. Langsam begann auch in den anderen Ländern wieder ein Neuanfang- in der Tschechoslowakei wurden die Brüder und Schwestern allerdings ausgewiesen und kehrten nach Deutschland zurück um 1949 in Darmstadt einen Konvent zu gründen. Heute verteilen sich die Brüder und Schwestern auf fünf Provinzen: Österreich, Südtirol/Italien, Slowenien, Deutschland, und Tschechien/Slowakei. Das Institut der Familiaren, das im Allgemeinen aus Laien besteht, ist dem Orden geistlich angegliedert, seine Mitglieder legen jedoch keine Ordensgelübte ab. Seit 1809 ist das Deutschordenshaus in der Singergasse auch Sitz des Hochmeisters des Ordens, womit der Deutsche Orden zu den wenigen kirchlichen Institutionen gehört, deren Generaloberer seine Residenz nicht in Rom hat. In diesem Haus befindet sich auch das Zentralarchiv des Ordens, die Schatzkammer und die Deutschordens-Kirche.

Die Schatzkammer

In der Schatzkammer des Deutschen Ordens findet sich prächtiges Tafelgeschirr, das die Dekoration der festlichen Tafeln in der Renaissance- und Barockzeit erahnen lässt. Die meisten Stücke stammen aus der süddeutschen Residenz Mergentheim. Aus dem frühen 19. Jahrhundert stammen viele Kelche und Reliquiare, die nach Wien kamen als unter Napoleon viele Ordenshäuser in Deutschland und die Inventare der Kirchen aufgelöst wurden. Zu sehen sind außerdem viele kostbare Insignien, vor allem Hals- und Brustkreuze der Ordensritter. Die Reste der Kunstkammer des Hochmeisters Erzherzog Maximilan von Österreich bilden einen wesentlichen Teil der Schatzkammer. Sie besteht aus seltenen und kuriosen Objekte aus der Natur, kostbaren Goldschmiedearbeiten und exotischen Gegenständen wie zum Beispiel orientalischen Waffen. Ausgestellt sind auch eine Reihe gotischer Altarbilder, die aus den Ordenskirchen von Graz, Friesach und Wien stammen. Darunter befinden sich auch zwei Ablaßtafeln aus dem 15. und 16.Jahrhundert. Da der Orden das Münzrecht besaß, findet sich auch eine große Sammlung an Münzen und Medaillen. Abgerundet wird die Ausstellung durch Porträts der Hochmeister, Bilder von Schlachten und Zeremonien, die die verschiedenen Epochen und Episoden des Deutschmeister-Ordens repräsentieren.

Die Deutschordenskirche St. Elisabeth

Bereits im 13.Jahrhunder stand an dieser Stelle eine Kirche, von der allein der Turm bis heute erhalten blieb, der Rest wurde von Bränden vernichtet. Danach wurde die Kirche in Etappen wieder aufgebaut. Am vierten Adventsonntag 1395 wurde das heutige Gotteshaus konsekriert und unter das Patrozinium der Heiligen Elisabeth von Ungarn, der Ordenspatronin, gestellt. Der heutige Bau hatte ursprünglich ein Rechteck mit vier großen Fenstern an der Südseite als Grundriss. Im Barock wurde dieser durch Einbauten in ein gestrecktes Oval umgewandelt. So wurde Platz für insgesamt acht, von gotischen Ornamenten umkleideten Emporen in den Ecken gewonnen, die von den dahinterliegenden Wohnungen zugänglich waren. Im Inneren fallen als erstes die über achtzig Wappenschilde auf, die sogenannten Aufschwörschilde. Jeder Ordensritter hängte sein Wappenschild in jener Kirche auf, in der er den Ritterschlag erhielt.

Das große Altarbild stammt aus dem Jahr 1667 und wurde von Tobias Pock, der auch das Hochaltarbild des Stephansdoms gemalt hat, geschaffen. Es stellt Maria mit dem Jesuskind auf dem Schoß dar, Elisabeth, Georg und Helena. Das Jesuskind krönt die Hl. Elisabeth, während Gottvater und der Heilige Geist von Engeln begleitet über der Gruppe der Heiligen schweben.

Der Flügelaltar, ein geschnitzter Schrein mit bemalten Seitentafeln, wurde 1520 im belgischen Mecheln für die Marienkirche in Danzig gefertigt – 1864 kam er nach Wien. Links neben dem Eingang finden Sie den Cuspinianaltar, der die Patrone seines Stifters Johannes Cuspinian (Johannes der Täufer) zeigt und seine beiden Gattinnen (Agnes und Anna). Außerdem sind drei Grabmäler bemerkenswert: sie stammen aus der Zeit der Türkenkriege. Es sind die Epitaphien des Erasmus Christoph Graf Starhemberg, des Guidobald Graf Starhemberg sowie des Johann Josef Philipp Graf Harrach.

Neben der Kirche liegt im Erdgeschoß die Sala terrena, ein gewölbter Zentralraum mit einer flachen Kuppel. Den Raum schmücken illusionistische Wandmalereien aus dem späten 18.Jahrhundert. Die Fresken zeigen reiches, teilweises figurales Ornament und mythologische Szenen. Die Sala terrena ist gewöhnlich nur für Konzerte geöffnet, kann aber im Rahmen einer Führung der Schatzkammer besichtigt werden.

Mit dem Deutschordenshaus sind auch die Namen zweier großer Komponisten verbunden: Im Gefolge des Salzburger Erzbischofs Hieronymus Graf Colloredo wohnte vom 16.März bis zum 2.Mai 1781 Wolfgang Amadeus Mozart hier und Johannes Brahms verweilte in dem Haus von 1863 bis 1865. Auch heute gibt es noch ein Gästehaus, dessen Räume für Wien-Aufenthalte gebucht werden können.

Öffnungszeiten: Kirche: täglich von 7.00 bis 18.00 Uhr
Schatzkammer: Di, Do und Sa von 10.00- 12.00 Uhr, Mi und Fr von 15.00-17.00

Führungen und Sondertermine für Gruppen gegen Voranmeldung
Das Zentralarchiv und die Bibliothek sind für wissenschaftliche Arbeiten oder für Führungen gegen Voranmeldung geöffnet
Tel: +43 1 512 10 65
Anfrage Gästehaus: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Interessante Links

www.deutscher-orden.at
en.wikipedia.org/wiki/Church_of_the_Teutonic_Order,_Vienna
www.planet-vienna.com/SPOTS/Deutschordenskirche/deutschordenskirche.htm

Minoritenkirche

Die Minoritenkirche

1.; Minoritenplatz 2a

Chiesa Nazionale Italiana „Madonna della Neve“ – Italienische Nationalkirche „Maria Schnee“

Die Minoritenkirche in Wien ist eine der ältesten Kirchen der Stadt, die auf eine bewegte Vergangenheit zurückblickt. Wahrscheinlich wurden die Minoriten von dem Babenbergerherzog Leopold VI. dem Glorreichen, vor 1230 ins Land gerufen, der ihnen ein Grundstück zwischen dem Schottenkloster und der herzoglichen Residenz – vor den Mauern der Stadt – schenkte. Wahrscheinlich stand dort schon eine kleine Kirche, die der Hl. Katharina von Alexandria geweiht war. 1237 und schließlich 1271 wurde das gesamte Gebiet in den erweiterten Mauergürtel aufgenommen. Die Fratres begannen mit dem Bau eines Klosters, das 1234 urkundlich erwähnt wurde und das einmal den Ballhausplatz, den Minoritenplatz, sowie Teile der Hofburg und des Volksgartens umfasste. Ein großer Brand im Jahre 1276 zerstörte große Teile des Konvents, - von dem ursprünglichen Baubestand ist nichts erhalten geblieben.

Ein Neubau von Kirche und Kloster wurde durch das starke Anwachsen der Minoritengemeinde notwendig. Bereits 1276 legte König Ottokar II. Přemysl den Grundstein zum Neubau der Kirche und versprach all jenen, die zum Bau der Kirche beitragen Steuerfreiheit. 1278 starb Ottokar jedoch bei der Schlacht auf dem Marchfeld, wodurch der Bau verzögert wurde und erst nach der Jahrhundertwende abgeschlossen wurde. Der einbalsamierte Leichnam Ottokars blieb 30 Wochen land im Kapitelsaal des Klosters, bevor er nach Znaim und dann nach Prag überführt wurde. Das Herz des Königs wurde in der Katharinenkapelle bestattet.

Die Minoritenkirche in Wien - Chiesa Nazionale Italiana
Die neue Kirche hatte ein zweischiffiges Langhaus mit zweijochigem Langchor (Presbyterium), der mit fünf Seiten eines Zehnecks schloss. 1785/86 in ein fünfstöckiges Wohnhaus umgebaut, wurde es 1903 abgerissen. Während des Baus der Wiener U-Bahn (1984-86) legte man die Grundmauern des ehemaligen Langchores bei archäologischen Grabungen frei, gleichzeitig wurde allerdings der Großteil der Fundamente des alten Presbyteriums vernichtet.

1304 verfügte Blanche (Blanka) von Valois, die Gemahlin Herzog Rudolfs III. und Tochter Philips des Schönen testamentarisch den Bau einer Kapelle zu Ehren ihres Großvaters, des König Ludwig IX. von Frankreich, der 1297 heilig gesprochen worden war, und stellte für diesen Zweck 1000 Pfund zur Verfügung. Allerdings verwirklichte erst Isabella (Elisabeth) von Aragon, die Gemahlin des Königs Friedrich des Schönen das Vorhaben, das anscheinend 1328 vollendet wurde. Die Stifterin wurde bereits 1330 in der Ludwigskapelle bestattet. Wahrscheinlich gehörte das Tympanon mit den Stifterbildnissen Friedrich des Schönen und seiner Gemahlin Isabella zu Füßen der Muttergottes, das später in das Nordportal eingrügt wurde zum ursprünglichen Eingang der Ludwigskapelle.

Die Minoritenkirche in Wien - Chiesa Nazionale Italiana
Nach 1339 wurde die Kirche erweitert und mit einer neuen Westfassade versehen, deren Mittelportal prunkvoll nach dem Vorbild der französischen Spätgotik ausgestaltet wurde. Eine Darstellung Herzog Albrechts und seiner Gattin Johanna von Pfirt, die wesentlich zur Entstehung beigetragen haben, findet sich im Mittelportal neben dem Kreuz Christi. Die reiche Ausstattung, zusammen mit den beiden – ebenfalls nach französischen Vorbildern (Notre Dame in Paris) ausgeführten prächtigen Fensterrosen an der Südwand sind ungewöhnlich. Um 1350-60 wurde der Glockenturm gebaut, der hauptsächlich aus zwei Teilen – einem unteren aus Steinquadern bis zur Höhe des Langhauses und einem oberen, achteckigen aus gemischtem Mauerwerk – besteht. Der Turm wurde während der Türkenkriege als als Beobachtungsturm eingesetzt, daher auch immer wieder beschossen: 1529 während der ersten Türkenbelagerung wurde der Turmhelm abgeschossen, 1683 wurde er wieder schwer beschädigt. 1733 schmückte man der Turm mit einer kupfernen Kuppel, die jedoch wegen Einsturzgefahr entfernt werden musste – darauf entstand das niedrige, zugespitzte Ziegeldach, das heute noch besteht.

Zahlreiche Adelige fanden in den Kapellen der Minoritenkirche, vor allem in der Ludwigskapelle, aber auch auf dem Friedhof ihre letzte Ruhestätte: Blanca von Valois, Isabella von Aragon, Margarete Maultasch, die letzte Landesfürstin von Tirol, aber auch Angehörige der Liechtensteiner, Dietrichsteiner, Hojos, Stauffenberger, Greifensteiner, Piccolomini, Medici und viele mehr. Ein Großteil ist im „Libro d’Oro“ der „Congregazione Italiana“ verzeichnet.

Die Wiener Minoriten lehrten bereits seit Ende des 14.Jahrhunderts an der Wiener Universität und im 18.Jahrhundert lebte im Wiener Konvent der venezianische Kosmograph Bruder Vincenzo Coronelli, den Kaiser Karl VI. zum Leiter der Donauregulierung ernannte und dessen berühmten Globen sich heute in der Sammlung der Wiener Nationalbibliothek befinden.

1625/26 wurde unter dem Jesuitenpater Wilhelm Lamormaini eine italienische Kongregation gegründet, die bis 1773 in einer Kapelle in der Bognergasse ihre italienischen Messen feierte. Danach fanden die Italiener in der Katharinenkapelle ihr neues Zuhause, die nach gründlicher Restaurierung am 1. Februar 1775 in Erinnerung and die „Santa Maria Maggiore“ zu Rom auf den Namen „Madonna della Neve“ (Maria Schnee-Kirche) geweiht wurde. Die Festmesse dirigierte Antonio Salieri. Da die italienische Gemeinde immer größer wurde, übergab 1784 Kaiser Joseph II per kaiserlichem Dekret die Minoritenkirche der italienischen Kongregation mit der Auflage die Kirche zu restaurieren. Um die Baukosten abdecken zu können, wurde das Presbyterium, sowie die Johanneskapelle in Wohnhäuser umgewandelt. Die feierliche Einweihung unter dem Namen „Madonna della Neve“ fand am 16. April 1786 statt. Sie steht auch heute noch unter deren Aufsicht und Schutz.

Während der napoleonischen Kriege diente das Gotteshaus als Lagerhalle für Stroh und verschiedene Geräte, die Franzosen verwandelten es in ein Proviantmagazin – dabei wurde der Fußboden durch das Einfahren der Wagen und durch einen in der Kirche aufgestellten Ofen zum großen Teil zerstört. Im April 1810 erhielt der damalige Präfekt wieder die Schlüssel zur Minoritenkirche, 1825 starb einer der berühmtesten Kongregaten – Antonio Salieri – und am 22. Juni erklang unter Mitwirkung der Hofkapelle und des Hofchores erstmals sein Requiem.

Die Minoritenkirche in Wien - Chiesa Nazionale Italiana

1845 schenkte Kaiser Ferdinand der Gütige der Kongregation ein Mosaik, das der Römer Giacomo Raffaeli nach dem Vorbild von Leonardo da Vinics berühmten Wandfresko vom letzen Abendmahl, angefertigt hatte. Das Kunstwerk war von Napoleon in Auftrag gegeben worden, wurde aber erst nach seinem Sturz beendet und musste von seinem Schwiegervater Kaiser Franz I. gekauft werden, der es ursprünglich für das Belvedere vorgesehen hatte. Das aus 12 Platten bestehende Mosaik, das ein Gesamtgewicht von 20 Tonnen aufweist, erwies sich allerdings zu groß, um es im Belvedere unterbringen zu können. Kaiser Ferdinand spendete zusätzlich noch 8000 Gulden, um die Anbringung der Werkes in der Minoritenkirche zu ermöglichen. Die feierliche Einweihung des Altars stand am 26. März 1847 statt. 1852 traten Kaiser Franz Joseph und der Thronfolger Franz Ferdinand der „Congregatione“ bei.

Anlässlich der Neugestaltung des Minoritenplatzes 1892-1905 wurde die letzte größere Veränderung der Kirche durchgeführt: es entstanden zwei neue Plätze (Ballhausplatz und der Minoritenplatz), die an die Kirche angrenzenden Häuser wurden abgerissen. Das ehemalige Minoritenkloster musste dem Haus-, Hof- und Staatsarchiv weichen, die Kirche bekam ein neues Gesicht: am auffälligsten ist der neugotische Durchgang an der Südseite mit den eingemauerten Grabsteinen, sowie das „Minoritenhaus“. Vier neue, in Trient gegossene Glocken wurden 1907 im Turm angebracht. Die feierliche Einweihung der Kirche fand am 4. Mai 1909 in Anwesenheit Kaiser Franz Josephs statt.

Im Inneren der Kirche finden Sie, angelehnt an die dritte Säule die Gestalt des Hl. Franz von Assisi, die von einem unbekannten Meister des 16, Jahrhunderts auf Steinquadern gemalt wurde. Der neugotische Hochalter von Ferdinand Hohenberg bezieht das große Altarbild von Ch. Unterberger mit ein; Die „Madonna della Neve“ (Maria Schnee), die in der römischen Basilika S. Maria Maggiore verehrt wird. Das Denkmal des Pietro Metastasio von Lucardi wurde 1855 zur Erinnerung an den „kaiserlichen Poeten“ errichtet. Im Mittelrelief segnet Papst Pius VI den sterbenden Dichter, hinter ihm sieht man den Komponisten Antonio Salieri, Wolfgang Amadeus Mozart und den betenden Joseph Haydn. Die Madonnenstatur (an eine Säule angelehnt) wurde 1345 von Herzog Albert den Minoriten geschenkt. Auf der linken Seite des Haupteinganges befindet sich die Madonna der Rossellino-Schule (1427-1478) aus Carrara-Marmor mit einem Rahmen aus rotem Marmor aus Verona.

In der Minoritenkirche finden regelmäßig Konzerte statt.

Öffnungszeiten

8:00 – 17:00 Uhr

Interessante Links

www.minoritenkirche-wien.info
www.salieri.lima-city.de (Informationen über den Chor)
www.wikipedia.org

Wiener Staatsoper

Wiens Opernhäuser

Ja, Sie haben richtig gelesen: Wien besitzt mehrere Häuser, die sich den unterschiedlichsten Opern, Operetten und dem Ballett annehmen. In manchen gibt es auch kleine Abstecher in die Musicalszene. Weltbekannt ist die Wiener Staatsoper, nicht minder berühmt die Wiener Philharmoniker. Aber auch Volksoper, Theater an der Wien und die Wiener Kammeroper haben sich mit ihrem Programm ein treues Publikum erkämpft und laden zum Besuch ein. Die Oper hat in Wien lange Tradition: bereits Anfang des 17.Jahrhunderts kam diese Musikgattung aus Italien nach Wien, anfänglich natürlich nur für das Kaiserhaus; Aufführungsstätten waren daher die Hofburg, die Redoutensäle, aber auch im Freien wurde gespielt. Leopold I. war ein großer Freund der Oper, schließlich komponierte er auch selbst! Er verfasste über 230 Kompositionen. Die Aufführungen unterschieden sich allerdings ziemlich von den heutigen Gegebenheiten. Die Darbietungen dauerten oft stundenlang, außer dem Kaiser, der auf der Bühne saß, mussten alle Anderen das Werk im Stehen genießen. Trotzdem wurden schon damals große Inszenierungen mit Feuerwerk und Flutung von ganzen Plätzen geschaffen.

Maria Theresia öffnete die Oper für alle Bürger. Es entstanden zwei Häuser: das alte Burgtheater am Michaelerplatz und das Kärtnertortheater (heute steht auf seinem Platz das Hotel Sacher). In diesem eleganten Logentheater wurden italienische, französische und deutsche Opern gezeigt, aber auch Kompositionen von Salieri uraufgeführt, nach der Eröffnung der Staatsoper wurde das Kärntnertortheater aber abgerissen.

Die Wiener Staatsoper

1; Opernring 2

Weit über die Grenzen Wiens ist das „erste Haus“ berühmt: mit rund 50 Opern- und 20 Ballettwerken pro Spielzeit bietet die Wiener Staatsoper das größte Repertoire eines Opernhauses weltweit. 

Geschichte

Dabei hatte die Staatsoper oder besser ihre Erbauer keinen guten Start. 1857 erließ Kaiser Franz Joseph I. das Dekret, die alten Stadtmauern und Befestigungen um die Wiener Innenstadt abzureißen und einen breiten Boulevard mit neuen Prachtbauten – die Ringstraße – anzulegen. August Sicard von Sicardsburg entwarf den Grundplan, Eduard van der Nüll gestaltete die Innendekoration und auch andere bedeutende Künstler wirkten mit, wie  Moritz von Schwind (Fresken im Foyer und „Zauberflöten“-Freskenzyklus in der Loggia). Die Wiener nahmen das Bauwerk anfangs allerdings nur mit Spott zur Kenntnis – „Liegender Elefant“ – wurde es im Volk genannt. Beide Architekten erlebten die Eröffnung der Staatsoper nicht mehr: der sensible van der Nüll beging Selbstmord, sein Freund Sicardsburg erlag wenig später einem Schlaganfall.

Die Wiener Staatsoper

Am 25. Mai 1869 wurde die Staatsoper in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph und der Kaiserin Elisabeth mit Mozarts Don Juan eröffnet. Mit der Zeit wuchsen auch die Anerkennung und die Popularität des Hauses bei den Wienern. Die Ära unter Direktor Gustav Mahler war einer der Höhepunkte in der Geschichte der Wiener Staatsoper: er erneuerte das veraltete Aufführungssystem, stärkte den Ensemblegeist und zog erstmalig auch bedeutende bildende Künstler zur Bühnengestaltung heran. Er pflegte Wagner, gestaltete Mozart und Beethovens Fidelio neu und förderte österreichische Komponisten ohne auf Verdi oder Richard Strauss zu vergessen.

Schwere Stunden erlebten die Oper und Wien während der Herrschaft der Nationalsozialisten und im zweiten Weltkrieg. Gegen Ende des Krieges, am 12. März 1945 erhielt das Haus einen verheerenden Bombentreffer, der es stark in Mitleidenschaft zog. Nur die Hauptfassade, die Feststiege und das Schwindfoyer blieben verschont, 10 Jahre dauerte der Wiederaufbau (mit erneuerter Technik und dem Zuschauerraum) bis die Wiener Staatsoper am 5. November 1955 mit Beethovens Fidelio unter Karl Böhm wieder eröffnet werden konnte. In der Zwischenzeit dienten das Theater an der Wien und die Volksoper als Ausweichquartiere.

Seither leiteten viele Berühmtheiten das Haus, wie Karl Böhm, Herbert von Karajan, Egon Seefehlner, Lorin Maazel, Claus Helmut Drese, Claudio Abbado, Eberhard Wächter und zuletzt Ioan Holender, der 2011 von Dominique Meyer und Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst abgelöst wird. Holender ist noch eine Besonderheit der Wiener Staatsoper zu verdanken: die Kinderoper im Zelt am Dach der Staatsoper. Seit 1999 stehen hier Kinder im Mittelpunkt: Kindergärten oder Schulklasse können so den Ring oder die Zauberflöte in einer Stunde erleben oder Opern, wie zum Bespiel das Traumfresserchen von W. Hiller sehen, die speziell für Kinder geschrieben wurden.

Zahlreiche Größen der Opernwelt wurden in Wien entdeckt oder hatten hier ihren ganz großen Durchbruch wie Angela Gheorghiu, Angelika Kirchschlager, Michael Schade, Bo Skovhus oder Ramón Vargas.

Das Gebäude

Wenn Sie am Opernring vor der Staatsoper stehen und auf die Vorderfront blicken, so sehen Sie jenen historischen Teil der vom ursprünglichen Bau von 1869 erhalten geblieben ist. Die Fassaden sind im Renaissance-Bogenstil, die Loggia der Ringstraßenseite soll den öffentlichen Charakter zusätzlich unterstreichen.

Blick auf die Wiener Staatsoper

Über der Hauptfassade der Loggia wurden 1876 die beiden Reiterdarstellungen von Ernst Julius Hähnel aufgestellt. Sie stellen zwei geflügelte Pferde dar, die von der Harmonie und der Muse der Poesie geführt werden. Die beiden Brunnen rechts und links der Oper wurden von Josef Gasser gestaltet. Sie stellen links „Musik, Tanz, Freude, Leichtsinn“ und rechts „Loreley, Trauer, Liebe, Rache“ dar.

Der vordere Teil ist schmäler als der hintere Teil des Gebäudes: vorne finden sich das Auditorium und alle dem Publikum zugänglichen Nebenräume, während sich die Bühne im hinteren Teil befindet. Die senkrecht auf den Haupttrakt stehenden Querflügel dienten ursprünglich als Wagenvorfahrten, an ihren Fronten finden sich Wappendarstellungen der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Das Kassenvestibül ist – ebenso wie das Hauptvestibül, die zentrale Treppenanlage mit ihrem unteren Teil, der Feststiege, das Schwindfoyer und Loggia, sowie der Teesalon im ersten Stock - in seiner ursprünglichen Form erhalten geblieben und gibt einen Eindruck vom ursprünglichen Interieur des alten Opernhauses.

Blick in die Wiener Staatsoper

Seitlich vom zentralen Eingang zu den Parterrebogen auf dem ersten Absatz der Feststiege sehen Sie die Porträts der beiden Erbauer der Wiener Staatsoper: Sicardsburg und Nüll, die vom Bildhauer Josef Cesar entworfen wurden. Darüber zwei Darstellungen – das Ballett und die Oper – von Johann Preleuthner. Beachtenswert ist auch das Deckengemälde „Fortuna, ihre Gaben streuend“ nach dem Entwurf von Franz Doblaschofsky. Die drei Wandgemälde in den Rundbögen (Ballett, komische und tragische Oper) stammen ebenfalls von ihm. Die Feststiege wird gesäumt von sieben allegorischen Statuen, die die sieben freie Künste darstellen: Baukunst, Bildhauerei, Dichtkunst, Tanz, Tonkunst, Schauspiel und Malerei. Die von Josef Gasser geschaffenen Statuen wurden in den letzten Kriegstagen unversehrt geborgen, ebenso sind die großen Spiegel wie durch ein Wunder erhalten geblieben.

Der Zuschauerraum

Der im Zweiten Weltkrieg beschädigte Zuschauerraum musste vollständig neu aufgebaut werden. Erich Boltenstein schuf die neuen Stiegenaufgänge auf die ehemalige 3.Galerie und sämtliche Publikumsräume in den oberen Rängen, die Architekten Otto Prossinger, Ceno Kosak und Felix Cevela gestalteten die Pausenräume im ersten Rang. Die Grundgestalt des Logentheaters nach den Plänen von Sicardsburg und van der Nülls wurde beibehalten. Der Zuschauerraum fasst heute 2284 Plätze, davon sind 1709 Sitz-, 567 Steh-, 4 Rollstuhl und 4 Begleitplätze. Um die Einzigartigkeit der Akustik des Raumes zu unterstützen wurden die Logenbrüstungen aus Eisenbeton mit Holz verkleidet. Die kaiserlichen Farben (Rot-Gold) wurden übernommen, der große Mittelluster wurde aus Sicherheitsgründen durch einen in der Decke eingebauten Beleuchtungskranz aus Kristallglas ersetzt. Dieser ist etwa 3000 Kilogramm schwer und beinhaltet 1100 Glühbirnen, der Durchmesser beträgt 7 Meter, er ist 5 Meter hoch und hat einen Raum für einen Beleuchterstand und Gänge zur Wartung des Lichtkranzes.

Hinter den Kulissen

Der „eiserne Vorhang“: Beachtung verdient auch der sogenannte eiserne Vorhang, der den Zuschauerraum von der Bühne trennt. Er wurde von Prof. Rudolf Eisenmenger gestaltet wurde und zeigte ursprünglich das Motiv aus Glucks Oper Orpheus und Eurydike. 1998 entwickelte „museum in progress“ eine Serie von Großbildern – die Umsetzung und die Fixierung der Bilder erfolgt über ein eigens entwickeltes Verfahren, das sowohl die Erhaltung des Ursprungsbildes als auch die optimale Qualität des neuen Meisterwerkes garantiert.

Der Orchesterraum

Der Orchesterraum ist 123m2 groß und bietet etwa 110 Musikern Platz – dem Wiener Staatsopernorchester. Aus den Mitgliedern dieses Orchesters rekrutieren sich die Wiener Philharmoniker. Der Orchestergraben ist mit einem hebbaren Fussboden ausgestattet, so dass seine Höhe variiert werden kann; - damit können bestimmte akustische Wirkungen erzielt werden und bei kleineren Besetzungen Auftritte auf der Vorbühne ermöglicht werden.

Blick auf die Bühne der Wiener Staatsoper

Der Gustav Mahler-Saal

Rechts vom Stiegenhaus befindet sich der sogenannte Gustav Mahler-Saal, der früher Gobelinsaal genannt wurde, da ihn Gobelins mit Motiven aus Mozarts „Zauberflöte“ schmücken, die Rudolf Eisenmenger entworfen hat. Zwanzig Arbeiterinnen der ehemaligen Wiener Gobelinmanufaktur haben diese, die 13.000 Farbnuancen aufweisen, in sechsjähriger Arbeit hergestellt. Bis 1994 befand sich hier die Direktionskanzlei. 100 Jahre nach Gustav Mahlers Dirigentendebüt wurde der Raum nach ihm benannt. Die Stelle seines Arbeitszimmers ziert heute sein Porträt, das der Künstler R.B. Kitaj geschaffen hat.

Goblin- oder Gustav Mahler-Saal

Insgesamt steht den Besuchern in den Pausen eine 120 Meter lange Kette an zusammenhängenden Räumen zur Verfügung – „sehen und gesehen werden“ war und ist in Wien schon immer eine wichtige Komponente des Opernbesuches gewesen – nicht nur beim Opernball.

Das Schwindfoyer und der Marmorsaal

Das original erhalten gebliebene Foyer (früher „Promenadensaal“) schmücken sechzehn Ölgemälde nach Kartons von Moritz von Schwind. Die Gemälde stellen Opern und ein Konzertstück dar: Der Freischütz, Der Barbier von Sevilla, Der Wasserträger, Die Weiße Dame, Hans Heiling, Die Vestalin, Jessonda, Der häusliche Krieg, Armida, Die Zauberflöte, Fidelio, Doktor und Apotheker, Die Hugenotten, und Die Schöpfung.

Blick auf die Decke des Schwindfoyers in der Wiener Staatsoper

Eine Büste des betreffenden Komponisten findet sich unter jedem Bild. Zwei Gemälde („Kampf um den Kranz“ und „Der Sieg“) von Friedrich Sturm schmücken die Decke, seitlich über den beiden Marmorkaminen befinden sich die Medaillons von Maria Theresia und Kaiser Leopold I. Im Schwindfoyer finden Sie auch die Büsten bedeutender Direktoren des Hauses, wie z.B. Gustav Mahler, Richard Strauss, Karl Böhm und natürlich Herbert von Karajan. Der anschließende Marmorsaal wurde von den Architekten Prossinger und Cevela aus dem zerstörten Kaisersaal und dem einstigen Rauchsalon geschaffen – die Marmoreinlegearbeiten stammen von Heinz Leinfellner und stellen Szenen aus dem Theaterleben dar.
Weitere Informationen und Programm: www.wiener-staatsoper.at

Arkadengang der Wiener Staatsoper

Karten: +43 1 513 1 513, über die Website der Staatsoper oder unter www.culturall.com
Führungen: Führungstermine werden auf der Website der Staatsoper veröffentlicht, meistens um 14:00 und um 15:00 Uhr
Tel: +43-1-51444-2606 oder 2421
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Theater an der Wien

Theater an der Wien

6; Linke Wienzeile 6

Das Theater an der Wien (gemeint ist der Wienfluss) ist das älteste Theater Wiens, das fast komplett in seinem ursprünglichen Zustand erhalten ist. Seine Gründungsgeschichte ist eng mit Mozart, der Zauberflöte und Emanuel Schikaneder verbunden.

Theater an der Wien - Außenansicht

Emanuel Schikaneder, der das Libretto der Mozartoper Zauberflöte schrieb und selbst den Papageno spielte, war ursprünglich im Freihaustheater zu Hause. Über 200x wurde in diesem Theater die Zauberflöte aufgeführt, was soviel Geld einbrachte, dass sich Schikaneder den Traum seines Theaters schließlich erfüllen konnte. Zuvor hatte er vom Kaiser das Privileg erhalten, ein Theater eröffnen zu dürfen. Dieses wurde daher – außerhalb von Wien, aber ganz in der Nähe der Stadtmauern mit dem Blick zum Kärntnertor – als „Kaiserlich Königlich privilegiertes Schauspielhaus“ am 13. Juni 1801 eröffnet. Das Bühnenhaus war außen ockergelb mit Empire-Fenstern und die Innenausstattung in Blau und Silber gehalten - die Farben Rot und Gold waren in der damaligen Zeit dem Hof vorbehalten – und es fasste fast 2000 Besucher. Nach nur zwei Jahren war der Theaterdirektor allerdings pleite und musste das Haus verkaufen, blieb aber im Besitz des kaiserlichen Privilegs und behielt die künstlerische Leitung. Er engagierte Ludwig van Beethoven als Kapellmeister und Hauskomponisten, und so wurde auch Beethovens Fidelio, die Eroica und viele seiner Orchesterwerke im Theater an der Wien teils unter seiner Leitung, teils unter seiner Mitwirkung als Pianist, uraufgeführt.

Theater an der Wien - Foyer
Das Programm des Theaters an der Wien war damals bunt gemischt: Musiktheater, Lustspiel, Konzerte, Tragödien, Ritterstücke wechselten einander ab und viele Uraufführungen folgten, wie 1810 Heinrich von Kleists: Das Kätchen von Heilbronn. 1812 stirbt Schikaneder völlig verarmt und einsam. In „seinem“ Theater dominieren aber weiterhin Aufführungen mit spektakulären Effekten: in Friedrich Schillers „Die Jungfrau von Orleans“ stehen mehr als 400 Personen und 80 Pferde auf der Bühne.

1818 tritt Ferdinand Raimund erstmals im Theater an der Wien auf – 1827 wird sein Zauberspiel „Moisasurs“ uraufgeführt. 1820 findet die Uraufführung der Oper „Die Zauberhafte“ von Franz Schubert statt, das Theater kämpft wieder mit finanziellen Problemen – 1825 übernimmt es Karl Carl und führt es mit Spektakel-Komödien und Ritterstücke wieder in die Gunst des Publikums. 1830 treten die Schauspielerin Therese Krones und Johann Nestroy dem Ensemble bei – in der Folge finden regelmäßig Uraufführungen von Nestroys Stücken statt, in denen er immer eine der Hauptrollen spielt: so 1833 Lumpazivagabundus, 1835 Zu ebener Erde und im ersten Stock, 1837 Das Haus der Temperamente, 1840 Der Talismann, 1841 Das Mädl aus der Vorstadt, 1842 Einen Jux will er sich machen, 1843 Liebesgeschichten und Heiratssachen und 1844 Der Zerissene.

Theater an der Wien - Unterbühne
1845 ist es wieder soweit – aus finanziellen Gründen wechselt wieder der Besitzer des Hauses: Franz Pokorny will als neuer Besitzer hauptsächlich Opern spielen, muss aber auch bald Konkurs anmelden. 1860 begründet jedoch Hauskomponist Franz von Suppé mit der Uraufführung „Das Pensionat“ die erste wienerische Operette, mit der der Siegeszug dieses Genres unter kräftiger Mitwirkung des neuen Direktors (Friedrich Stampfer) und der Hausdiva Josefine Gallmeyer beginnt. 1874 tritt Alexander Girardi zum ersten Mal im Theater an der Wien auf und am 5.April beginnt das „Goldene Zeitalter der Wiener Operette“ mit der Uraufführung der „Fledermaus“ von Johann Strauss.

1900 wird das biedermeierliche Vorhaus durch ein Wohnhaus im Stil der Jahrhundertwende ersetzt. Das Kaberett „Die Hölle“ zieht später in den Keller des Hauses ein – so wird der heutige Pausenraum dieser Tage noch im Hausjargon genannt. 1905 beginnt die „Silberne Ära der Wiener Operette“ mit der Lustigen Witwe von Franz Lehár. Emmerich Kálmán, Edmund Eysler, Leo Fall, Bruno Granichstädten, Ralph Benatzky und Paul Abraham prägen diese Zeit. 1932 ein weiterer Höhepunkt: Sissy (Musik: Fritz Kreisler, Paula Wessely in der Titelrolle) wird unter dem Direktor Hubert Marischka ein großer Erfolg – 20 Jahre später schuf sein Bruder aus demselben Stoff die Filmlegende Sissy mit Romy Schneider in der Hauptrolle. 1936 findet mit Zarah Leander in Ralph Benatzkys „Axel an der Himmelstür“ die letzte Veranstaltung statt, das Theater wird bereits 1938 geschlossen, übersteht aber diese Zeit und den Krieg unbeschädigt.

Theater an der Wien - Decke im Zuschauerraum
Am 6.Oktober 1945 wird das Haus mit Fidelio vom Ensemble der Wiener Staatsoper und den Wiener Philharmonikern unter Josef Krips wieder eröffnet. Das Ensemble der  zerstörten Wiener Staatsoper findet im Theater an der Wien für die nächsten zehn Jahre eine neue Heimstätte. Als die Staatsoper wieder in das renovierte Haus am Ring übersiedelt, überlegt man in Wien, das Theater in einen Supermarkt oder in eine Garage umzuwandeln. Die Wiener Stadtregierung entscheidet sich aber dagegen, das Haus wird renoviert und auch technisch auf den neuesten Stand gebraucht. 1962 wird es als Spielort der Wiener Festwochen wieder eröffnet, Herbert von Karajan dirigiert zwei Tage später Mozarts „Die Zauberflöte“ in szenischer Umsetzung.

Ab 1965 halten Musicals Einzug in das Theater an der Wien: Anatevka, Der Mann von La Mancha, Zorba, Evita und Jesus Christ Superstar sorgen in deutscher Übersetzung für Publikumserfolge. 1972 wird mit „Helden, Helden“ die erste eigene Musicalproduktion (Musik: Udo Jürgens) auf den Spielplan gebracht. Unter der Leitung von Peter Weck wird das Theater an der Wien in den 80er Jahren zu einer der angesagtesten Musicalbühnen im deutschen Sprachraum. 2005 endet die Musical-Ära mit der letzen Aufführung der erfolgreichen „Elisabeth“-Produktion, um 2006 unter der Intendanz von Roland Geyer zum neuen Opernhaus der Stadt Wien zu werden.

Blick auf die Bühne des Theaters an der Wien
Während die Wiener Staatsoper international mit dem größten Repertoire reüssiert, hat sich das Theater an der Wien dem Stagione Betrieb mit Schwerpunkten auf Barockopern und moderner Musik, verschrieben. In diesem Blockbetrieb findet jeden Monat eine andere Produktion (Ausnahme: Festwochen – hier ist das Theater vermietet) statt, die mit einer Besetzung (es gibt keine Zweitbesetzung) erarbeitet wird. Der Besucher hat daher die Garantie (außer im Krankheitsfall) immer die komplette Premierenbesetzung zu sehen und zu hören. Allerdings kann nicht jeden Abend gespielt werden, da die Sänger auch ihre Stimme schonen müssen. Das bedeutet 10-12 Premieren im Jahr, - das Theater an der Wien ist auch eine der wenigen Spielstätten, die während der Sommermonate geöffnet hat. Harnoncourt wird der Ausspruch zugeschrieben, dass der Stagione-Betrieb künstlerisch der einzig sinnvolle Betrieb sei, zugleich aber auch der wirtschaftlich ruinöseste.

Während die Bühnentechnik (Unterbühne) auf den neuesten technischen Stand ist, weist die Hauptbühne einige Besonderheiten auf. Schikaneder hatte beim Bau des Theaters nicht ausreichend Grundfläche zur Verfügung: es gibt daher nur eine kleine Hinterbühne und keine Seitenbühnen. Diese Ausstattung macht es daher auch schwierig Opern mit großen szenischen Anforderungen und Umbauten zu spielen. Kulissen können nicht – wie üblich – von den Seitenbühnen auf die Hauptbühne  hereingerollt, sondern nur vom Schnürboden herab gelassen werden. Seit der, in den 60er Jahren gebauten Drehbühne gibt es allerdings zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten.

Blick auf die Bühne vom Zuschauerraum

Alle Bühnenbilder werden – da sie durch einen kleinen Eingang passen müssen -  zerlegt angeliefert und dann auf der kleinen Hinterbühne wieder zusammengesetzt. Auch diese technischen Gegebenheiten sprechen für den Stagione-Betrieb, da es unmöglich wäre, schnell und täglich größere Umbauten durchzuführen. Der durchschnittliche Aufbau eines Bühnenbildes dauert 3-5 Tage, der Abbau mindestens einen Tag.

Weitere Informationen und Programm: www.theater-wien.at
Karten unter www.wien-ticket.at oder Tel: +43 1 58885

Führungen: Termine auf der Website des Theaters an der Wien oder wenden Sie sich direkt an

Mag. Philipp Wagner, Tel: +43 1 58830-664, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tipp: Wenn Sie es während Ihres Wienaufenthaltes nicht schaffen sollten, eine Vorstellung zu besuchen - machen Sie eine Führung und tauchen Sie in die Theaterwelt ein - es lohnt sich ...

Volksoper, Kammeroper

Volksoper Wien

9; Währinger Straße 78

1898 als „Kaiser-Jubiläums-Stadttheater eröffnet und zunächst nur als Sprechbühne geführt, wurden erst 1903 auch Opern und Singspiele aufgeführt, ein Jahr später folgte die Umbenennung in „Volksoper“. „Tosca“ und „Salome“ hat 1907 und 1910 hier ihre Wiener Erstaufführung und weltbekannte Sänger und Sängerinnen, wie Maria Jeritza, Leo Slezak oder Richard Tauber standen auf ihrer Bühne.

Volksoper Wien

Nach dem ersten Weltkrieg entwickelte sich die Volksoper zum zweiten Wiener Opernhaus, wurde aber ab 1929 zum „Neuen Wiener Schauspielhaus“, in dem auch die „leichten“ Operetten aufgeführt wurden. Nach dem zweiten Weltkrieg diente die Volkoper bis 1955 als Ausweichquartier der zerstörten Staatsoper, danach wurde die Volksoper wieder als eigenständige Bühne mit Schwerpunkt Oper, Operette und Musical geführt. Auch heute noch ist die Volksoper für diese Mischung bekannt, wobei sich der Schwerpunkt auf die Operette konzentriert und die Volksoper heute als das führende Operettenhaus der Welt bezeichnet werden kann. Mit „Volksoper Spezial“ wurde eine weitere Sparte geschaffen, die Soireen, Kabarettistisches und Parodistisches umfasst und die Bedeutung von Schauspieler-Musiktheater an der Volksoper unterstreicht. Auch den Jüngsten und Jugendlichen sind eigene Programme und Vorstellungen gewidmet, um ihnen die Welt des Musiktheaters näher zu bringen: Kinder-Workshops, Kinder-Zyklen, Schulprojekte und Führungen tragen dazu bei.

Zuschauerraum der Volkoper Wien
Weitere Informationen und Spielplan auf www.volksoper.at
Karten: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel: +43 1 514 44-3670

Die Wiener Kammeroper

1; Fleischmarkt 24

Sie ist das kleinste und jüngste Haus, das sich mit „großem“ Musiktheater in Wien beschäftigt. Erst 1953 von Hans Gabor gegründet, mietete man sich erst im Mozartsaal des Konzerthauses ein, ab 1954 wird während der Sommermonate im Schlosstheater Schönbrunn, in den Wiener Außenbezirken für die „Wiener Arbeiterkammer“ und im Wiener Konzerthaus für das „Theater der Jugend“ gespielt. Der Name entsteht in Anlehnung an die Begriffe Kammerspiele und Kammermusik, man pflegt neben der Opera buffa und der klassischen Wiener Operette die Moderne, wie etwa Boris Blachers „Flut“.

Blick in den Zuschauersaal der Wiener Kammeroper

1961 wird der Traum vom eigenen Haus Realität. Ein ehemaliger Tanzsaal wird für Opernzwecke adaptiert und mit den Einaktern „Die Heirat“ von Martinu, „Der Spieler“ von Orlandini und Monteverdis „Klage der Ariadne“ in der Fassung von Carl Orff eröffnet. Als einer der Höhepunkte in der jungen Geschichte der Kammeroper gilt die Inszenierung George Taboris von Leoncavallos „Bajazzo“ aus dem Jahre 1986.

Blick in die Kammeroper
1893 wird mit der Einführung der Reihe „Studio K“ der Moderne eine zusätzliche Plattform verliehen: Kammeropern von Tom Johnson, Peter Maxwell Davis, Luciano Chailly, Philip Glass oder Hans Werner Henze werden erstmals in Wien präsentiert. Die Übersetzung klassischer Werke wie „Carmen“ oder „La Bohème“ in die musikalische Sprache der Rockmusik spricht jugendliches Publikum an und sorgt nicht nur in Wien für Aufmerksamkeit.

Auf dem Spielplan der Wiener Kammeroper stehen ausschließlich Raritäten und/oder österreichische Erstaufführungen von Barockopern, Opera buffa, Kammer-Musicals und zeitgenössisches Musiktheater, das nicht zum Repertoire der großen Häuser zählt oder von freien Gruppen produziert wird.

Blick zur Bühne

Mit Beginn der Spielsaison 2012/2013 bespielt das Theater an der Wien die Wiener Kammeroper. Mit der Gründung des Jungen Ensembles des Theater an der Wien (JET) wird nun der traditionsreiche Spielort, der durch den Ausfall von Subventionen am Rande des Abgrundes stand, wieder belebt.

Weitere Informationen und Spielplan auf www.wienerkammeroper.at
Karten: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel: +43 1 512 01 00-77

Wiener Prater

Der Wiener Prater

Die Gegend um den heutigen Wurstelprater (der Vergnügungspark) und des Grünen Praters ist eine ursprüngliche Aulandschaft und hatte urwaldähnlichen Charakter. Die ersten urkundlichen Erwähnungen finden sich aus dem 12. Jahrhundert. 1194 schenkte der Babenberger Herzog Friedrich I. von Österreich einige Wiesen dieser Au einem adeligen Geschlecht – de Prato. Diese Familie stritt sich allerdings noch bis 1329 mit anderen um den Besitz. Später nannte sich das Geschlecht Prater von Wiesen und daher könnte auch der Namen herstammen.

Im Wiener Prater

1403 wird die Gegend als „Pratter“ urkundlich erwähnt. Eine andere Theorie besagt, dass er seinen Namen auf Grund seiner langgestreckten Form erhalten hat: „brataere“ – der Bratenspieß. Der Name wird aber auch auf das lateinische Wort „pratum“ – Wiese zurückgeführt. Prata legionis, die Wiesen der Legion, nannten die Römer die Wiesen um das befestigte Lager Vindobona.

Der größte Teil des heutigen Praters war aber zu jener Zeit im Besitz des jeweiligen Landesfürsten, im 13. Jahrhundert erhielt das Stift Klosterneuburg einen Teil davon und auch die Stadt Wien und einige andere geistliche Institutionen besaßen Gründe davon.  1484 wurde der Name von Matthias Corvinus in „Bardea“ umgewandelt, Kaiser Maximilian I. verwendete aber ab 1505 wieder die ursprüngliche Bezeichnung.  Unter  Kaiser Ferdinand I.  wurde 1537 und 1538 die Kastanienallee angelegt, die bis zum Jägerhaus, dem heutigen Lusthaus auf einer Länge von 4734 Meter führte.

Im Wiener Prater

Der leidenschaftliche Jäger Kaiser Maximilian II. wollte in der Nähe seiner Residenz seinem Jagdvergnügen nachgehen und  erwarb daher einige Teile des Praters, nahm andere zusätzlich in Pacht und verschloss den ganzen Besitz mit Zäunen und Planken zum kaiserlichen Forst. 1569 wurde die Jägerzeile (die heutige Praterstraße) angelegt, auf der der Kaiser für seine Jäger kleine Häuser in einer „Zeil“ (Reihe) bauen ließ.

Der Prater war nur für den Kaiser zugänglich: 1592 erging unter Kaiser Rudolf II. das Verbot: „Niemand soll in unserer Au, dem Prater, zur Sommer- oder Winterzeit gehen, fahren, reiten, hetzen, jagen oder fischen ohne Willen des kaiserlichen Forstknechtes Hannes Bengel.“ Dieser nahm sein Amt sehr genau, ging mit großer Grobheit gegen alle vor, die ihn um Erlaubnis ersuchten oder die ohne diese Erlaubnis den Prater betraten. Kaiser Karl VI. milderte diese Regel zwar ein wenig, trotzdem hatte nur der hohe Adel die Möglichkeit sich im Prater zu vergnügen: allerdings war es auch diesen nur im Monat Mai gestattet sich hier zu vergnügen und es war streng verboten aus den Wagen zu steigen.

Wiener Prater

1766 wurde das kaiserliche Jagdgebiet unter Josef II. für die Allgemeinheit geöffnet. Während der Sommermonate durfte nun jedermann einen Spaziergang bis zum Untergang der Sonne in den Prater unternehmen. Mit hereinbrechender Nacht wurden die Einlassgitter geschlossen, drei Böllerschüsse verkündeten dem Publikum die Schließung. Den Hinweis, dass sich der Kaiser nun unter das gemeine Volk mengen müsse quittierte dieser mit der trockenen Bemerkung: „ Wenn ich stets unter meinesgleichen herum wandeln wollte, dürfte ich nur in der kaiserlichen Gruft spazieren gehen.“

1775 wurde auch die Umzäunung abgerissen und so war der Prater zu jeder Jahres- und Tageszeit zugänglich. Gleich nach der Öffnung wurde die Kastanienallee zu einem Treffpunkt der besseren Gesellschaft von Wien. 1786 wurden die ersten Kaffeehäuser errichtet, der weltberühmte Zirkus de Bach eröffnete, eine Reihe von Vergnügungsbetrieben entstanden: Karusselle, Schießbuden und Imbiss-Stände. Besonders die kunstvoll gestalteten Hutschpferde hatten es den Wienern angetan:  Es freute sie über alle Maßen auf ihnen zu reiten und sich in luftige Höhen zu schwingen, dazu konnte man mit langen Stangen in Ringe stechen, was den Karussellen schließlich ihren Namen gab: Ringelspiel.

Wiener Prater

1809 wurde der Prater Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen mit Napoleon: am 11. Mai begann ein heftiger Kampf zwischen den Franzosen und österreichischen Truppen um die Einnahme des Lusthauses, der so hartnäckig geführt wurde, dass es den Franzosen nicht gelang, den aus Wien abrückenden Truppen den Übergang auf das jenseitige Donauufer abzuschneiden.

1814 war der Prater Schauplatz glänzender Festlichkeiten während des Wiener Kongresses. Im Prater fanden auch „volksbildnerische“ Einrichtungen ihren Platz im Prater: Theater, Wachsfigurenkabinett und ein „Menschenmuseum“, das Praeuscher Panoptikum mit 2000 Objekten, Vivarium, ein Planetarium entstanden. Sensationen wie eine Abnormitätenshow, bei der Liliputaner, Haarmenschen, siamesische Zwillinge auftraten, bereicherten ebenfalls den Prater.

Wiener Prater

Mit der Entwicklung der Technik wurde das Angebot immer vielfältiger: 1844 gründete der in Triest geborene Calafati das erste Eisenbahnkarussell. In dieser Hütte wurde 1854 die Figur des „Großen Chineser“ als Mast aufgestellt. 1897 erbaute der Engländer Basset das Riesenrad, heute eines der Wahrzeichen von ganz Wien. Das Gefährt mit einem Durchmesser von 61 Metern hatte ursprünglich 30 Waggons.  1896 wurde das erste Kino im Prater eröffnet, 1898 die erste elektrisch betriebene Grottenbahn. Diese Märchenbahn war die erste in Europa. 1911 gab es das erste „Aeroplankarussell“, 1926 das erste „Autodrom“, 1933 die erste „Geisterbahn“. Die heute noch fahrende „Liliputbahn“ – eine verkleinerte Form der großen Dampflokomotiven – nahm 1928 ihren Betrieb auf. 1935 kam eine „Flugbahn“, eine nicht auf Schienen gebundene Anlage, in den Prater.

Wiener Prater
Nur wenige historische Betriebe konnten sich in die Gegenwart retten. Dennoch sind sie es, die den Charakter des einzigartigen Vergnügungsparks ausmachen und Erwachsene, aber vor allem die Kinder begeistern. Das „Ponykarussell“ aus 1887 oder der nostalgische Rutschturm „Toboggan“ aus den 1950er Jahren begeistern heute noch Jung und Alt, genauso wie das Riesenrad oder die Liliputbahn, klapprige Geisterbahnen oder funkelnde Grottenbahnen.

Verloren gegangen ist leider das prachtvolle „Venedig in Wien“. Auf der heutigen Kaiserwiese befand sich um die Jahrhundertwende eine Illusionswelt der künstlich nachgebauten Lagunenstadt, die 1895 von Gabor Steiner erbaut worden war. Hier war Unterhaltung für alle angesagt: Die „bessere“ Gesellschaft kam mit dem Fiaker, Kadetten und Wäschermädels verabredeten sich hier zum Rendevouz, Drehorgeln, Heurigensänger und Damenkapellen begeisterten ebenso ihr Publikum wie Walzerkönig Johann Strauß oder die Operetten-Komponisten Joseph Lanner und Carl Michael Ziehrer.

Wiener Prater
Wenn man den heute neu umgestalteten Eingangsbereich des Praters betrachtet, der ein wenig an einen schlecht geplanten Disneypark erinnert, trauert man dieser Attraktion besonders nach. Zum Prater gehört aber auch die anschließende grüne, naturbelassene Praterau – ein Paradies für Jogger, Nordic Walker und Naturliebhaber mit ihren Bäumen, Wiesen und Teichen. Durch diesen Teil des Praters führt die 4,5 km lange Hauptallee, die mit alten Kastanienbäumen gesäumt ist. Früher wurden dort die farbenfrohen Blumenkorsen abgehalten, bei denen sich das Kaiserpaar und Bürgermeister Lueger zeigten.  Entlang dieser Allee bestanden früher drei, heute nicht mehr vorhandene, damals aber berühmte und gern besuchte Kaffeehäuser. Am Ende der Hauptallee findet sich noch heute das von Canevale 1783 errichtete „Lusthaus“.

Wiener Prater

Zum Prater gehört auch das Messegelände, auf dem 1873 die Weltausstellung stattfand. Die Rotunde, ein kuppelbekrönter Zentralbau brannte 1937 nieder, viel wurde während des Zweiten Weltkrieges zerstört und ging unwiederbringlich verloren. Dennoch blieb der Mythos des Praters erhalten: die Kraftmessmaschine „Watschenmann“ gehört ebenso dazu wie der frech-rotzige Praterkasperl und das „Schweizerhaus“, eine Institution der Wiener Küche (siehe Lokaltipps)

Heute finden Sie im Prater die verschiedensten Vergnügungseinrichtungen: von den oben erwähnten nostalgischen „Fahrgeschäften“ bis zu hypermodernen Attraktionen, über 250 verschiedene Möglichkeiten erwarten Sie: Automaten-Casinos ebenso wie Autodrom-Bahnen, Ballwurf- und Schießbuden, Hochschau- und Geisterbahnen bis zum Flugsimulator, sowie das größte Kettenkarussell der Welt. Speziell für Kinder gibt es Ringelspiele, Kasperltheater, die Altwiener Grottenbahn und vieles mehr.

Wiener Prater

Für das leibliche Wohl sorgen zahlreiche Imbissbuden, Zuckerwatte-Stände, Angebote von Salzgurken über gekochten Kukuruz (Mais) bis Restaurants auf hohem Qualitätsniveau.

www.prater.at
www.schweizerhaus.at

Alte Donau, Wasserpark

Alte Donau und Wasserpark

Nur wenige Großstädte bieten das Flair einer Weltstadt, verbunden mit jahrhundertlanger Tradition und vielfältigen Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. Wien ist so eine Ausnahme. Neben der „jungen Donauinsel“ bietet die Alte Donau und der Wasserpark Natur pur: ein Paradies für alle Wasserratten, Segler, Surfer und Erholungssuchende. Und das nur sieben U-Bahnstationen vom Stephansplatz entfernt – ein guter Grund, sich bei schönem Wetter auch nach „Transdanubien“ zu begeben.

Weltstadt und Freizeitparadies - Wien
Der Donaufluss beeinflusste die Stadt und ihre Entwicklung von ihrer Gründung an, positiv wie negativ, egal ob als Schifffahrts- und Handelsweg oder als Wahrzeichen, dem nicht nur Johann Strauss mit dem Donauwalzer „An der schönen blauen Donau“ ein weltbekanntes Denkmal setzte. Früher verzweigte sich der Fluss in viele einzelne Arme und bildete ein weites, wildes Augebiet. Verheerende Überschwemmungen, bei dem der Hauptstrom immer wieder seinen Lauf änderte, sorgten immer wieder für Zerstörung und Elend und machten den Bau von festen Brücken unmöglich, da diese immer wieder durch häufige Eisstöße im Winter zerstört wurden. Man entschloss sich daher zu einer Flussregulierung, die von 1870 – 75 durchgeführt wurde und bei der die heutige Alte Donau, damals ein Hauptarm (Floridsdorfer Arm) vom neu gegrabenen, heutigen Hauptstrom abgetrennt wurde. Die Alte Donau wurde dadurch zu einem Binnengewässer mit einer Fläche von 1,6 km2, das nur mehr durch das Grundwasser gespeist wurde. Durch das Kraftwerk Freudenau gibt es nun einen weiteren Zufluss und das Entlastungsgerinne der Neuen Donau sorgt für einen besseren Wasseraustausch. Durch Ausbaggern, Aussetzen von Aalen und Sauerstoffzufuhr hat man heute die Algenbelastung, die Anfang der 1990er Jahre eine starke Plage darstellte und das Schwimmen beeinträchtigte, gut im Griff und ist auf die gute Wasserqualität sehr stolz.

An der Oberen Alten Donau

Heute ist die Alte Donau in zwei Teile unterteilt, die miteinander verbunden sind. Die Obere Alte Donau erstreckt sich von der Floridsdorfer Brücke mit dem vorgelagerten Wasserpark bis zur Kagraner Brücke, die Untere Alte Donau von der Kagraner Brücke bis zur Prater Brücke und beide Teile sind ein beliebtes Freizeit- und Erholungsgebiet der Wiener, in dem viele öffentliche Bäder, Beisel (Kneipen), Cafés und Restaurant – viele mit Terrassen am Wasser, aber auch Surf- und Segelschulen zu finden sind. Hier kommen alle Wasserratten auf ihre Rechnung, genauso wie Segler oder Surfer, man kann sich Elektro-, Tret-, Ruder- und Segelboote leihen und an schönen Abenden ein Picknick auf dem Wasser genießen. Die Umgebung lädt zum Radfahren, Spazieren gehen oder einfach zum Relaxen ein.  Die Alte Donau ist das ruhigere und natürlichere Erholungsgebiet im Vergleich mit der Neuen Donau.

Die Obere Alte Donau

Sie beginnt gleich nach dem Floridsdorfer Wasserpark und wird auf der einen Seite von der Arbeiterstrandbadstrasse begrenzt. Hier befinden sich das Strandbad Alte Donau und das Bundesbad Alte Donau.

An der Oberen Alten Donau

Spaziergänger können von dieser Seite den Donaupark mit dem Donauturm besuchen – bis 1960 war das Gelände eine Mülldeponie, die nach der Sanierung in eine Parkanlage umgewandelt wurde. 1964 fand hier die Wiener Internationale Gartenschau (WIG) statt, 1985 wurde anlässlich des Besuches von Papst Johannes Paul II. eine Messe gefeiert und ein großes Kreuz aufgestellt. Hier kann man bei einem Ausflug auf den Donauturm eine wunderbare Aussicht über ganz Wien genießen.

An der Oberen Alten Donau

Auf der anderen Seite ist der Zugang zum Angelibad auf der Straße „An der oberen Alten Donau“ gleich beim Gartenrestaurant Birner, das ein Geheimtipp der Wiener Küche ist und einen wunderschönen Gastgarten mit Terrassen am Wasser besitzt. Am Anfang und Ende dieses Arms können Sie Boote mieten und manch ein Vermieter stattet Sie auch gerne mit einem Picknick-Korb aus, den Sie auf dem Wasser genießen können.

Die Untere Alte Donau

Die Untere Alte Donau ist durch das Gänsehäufel – eigentlich eine Insel, die in diesem Arm liegt, geprägt. Das Ufer ist hier nicht überall leicht zugänglich – an einem Teil führt relativ knapp die sogenannte Donauufer-Autobahn (A22) vorbei.

An der Unteren Alten Donau

Trotzdem wirkt ein Großteil naturbelassener – es gibt immer wieder Holzstege, die zum Verweilen am Wasser, aber auch zum „Wildbaden“ einladen. Hier finden Sie einige wunderschöne Restaurants und Cafés, die ihre Terrassen gleich beim Ufer haben. Es beeindrucken die Skyline der Uno-City und die der Hochhäuser bei Kaisermühlen, die einen interessanten Kontrast bilden.

An der Unteren Alten Donau

Floridsdorfer Wasserpark

Der Wasserpark beginnt gleich bei der Floridsdorfer Brücke auf der Floridsdorfer Seite.  Durch die erste Donauregulierung und der Stilllegung des Hauptarmes der Donau begann das Gebiet zu veröden und so entstand 1928 bis 1929 nach Plänen des Gartenarchitekten Fritz Kratochwjle anstelle des sumpfigen Geländes der Floridsdorfer Wasserpark.

Floridsdorfer Wasserpark

Bei der Errichtung des Parks wurden teilweise tiefe Gräben ausgebaggert und das Material gleich wieder zum Aufbau anderer Parkteile verwendet. Dadurch entstanden zwei durch Kanäle verbundene Teiche und eine große Insel. Die Wege wurden mit Laternen beleuchtet und für ihre Befestigung verwendete man Gneisstein. Steile, kleine Brücken im japanischen Stil wurden zur Überquerung der Kanäle angelegt und sind bis heute erhalten. Der Park hat eine Gesamtfläche von 143.000 km2, wobei  rund ein Drittel Wasserfläche ist.

Blick zur Vogelinsel im Floridsdorfer Wasserpark

Im Winter verhindert das Durchsickern des Donauwassers durch den Hubertusdamm weitgehend das Zufrieren des Wassers  und damit entstand ein natürliches Winterquartier für Stockenten, Möwen, Blesshühner und Schwänen. Eine Graureiher-Kolonie bevölkert heute die Insel.  

Blick auf den Floridoturm vom Floridsdorfer Wasserpark
Im Park befinden sich neben einem Kinderspielplatz gleich am Anfang viele Bänke mit Tischen, aber auch Sitz- und Liegeensembles, die zum Verweilen einladen.

Einladung zum Chillen im Floridsdorfer Wasserpark

Mit den öffentlichen Verkehrsmittel erreichen Sie den Wasserpark entweder mit der Straßenbahn, Linie 31, Haltestelle Floridsdorfer Brücker oder mit der U6 – Station Franz Jonas Platz und dann 5 Minuten Richtung Floridsdorfer Brücke gehen. Einige Parkplätze sind an der Oberen Alten Donau ebenfalls vorhanden.

Im Floridsdorfer Wasserpark
Floridsdorfer Wasserpark
1210 Wien, An der Oberen Alten Donau
Webinformationen über den Floridsdorfer Wasserpark

Die Sommerbäder an der Alten Donau

Wir wollen Ihnen nun die populärsten Strandbäder – wie das Gänsehäufel, dessen Ruf Reinhard Fendrich mit seinem Hit „Strada del Sole“ und der Zeile „ I steh aufs Gänsehäufel – auf Italien pfeif i“ noch größere Bekanntheit verschaffte, vorstellen.

Das Gänsehäufel

Es ist das Paradebad der Wiener – jeder „Einheimische“ kennt zumindest den Namen, wenn er es auch vielleicht noch nie besucht hat. Der „Lido von Wien“ hat bereits eine mehr als 100jährige Geschichte, wurde das Bad doch bereits am 5. August 1907 als „Strandbad der Commune Wien“ auf der Schotterinsel in Kaisermühlen eröffnet.

Eingang zum Gänsehäufel

Frauen und Herren waren anfangs strikt getrennt, doch wurde diese Trennung von den Wienern durch „spontane Eheschließungen“, die bereits bei der Anreise getroffen wurden, schnell unterwandert, sodass man gemeinsam ins „gemischte Familien-Bad“ gehen konnte. Die Wiener stürmten ihr Bad, das – anfangs für 666 Badegäste geplant – bald aus allen Nähten platzte. Nach der Zerstörung des Sommerbades im Zweiten Weltkrieg wurde das „Neue Gänsehäufel“ im Juni 1950 wieder in Betrieb genommen: schöner, größer und eleganter als je zuvor.

Die Alte Donau beim Gänsehäufel

Die Architekten Max Fellerer und Eugen Wörle erhielten den Naturcharakter des Bades, die Gebäude wurden in die Mitte der Insel gebaut, Strand und Baumbestand wurde natürlich belassen, das erste Wellenbecken Europas und ein 27 Meter hoher Uhrturm zählten zu den Attraktionen. 1993 hat die Badeanlage den Status eines Denkmals von historischer, künstlerischer und kultureller Bedeutung.

Im Gänselhäufel
Hier gibt es neben dem 1 km langen Strand auf einer Gesamtfläche von 330.000 m2 in den Sommermonaten jede Menge Animation für Groß und Klein. Bis zu 30.000 Personen tummelten sich an Rekordtagen bereits in diesem Bad, das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (U1 Kaisermühlen) und einem etwa 10 minütigen Fußmarsch zu erreichen ist. Von der U-Bahnstation gibt es auch einen kostenlosen Busshuttle ins Bad. Für alle, die mit dem Auto anreisen: Vor dem Bad befindet sich auch ein gebührenpflichtiger Parkplatz.

Der Klettergarten beim Gänsehäufel
Gänsehäufel
1220 Wien, Miossigasse 21
Weitere Informationen: www.gaensehaeufel.at

Das Angelibad

Auch das Angelibad hat eine lange Geschichte, wurde es doch bereits 1888 als Birner’sches Vier-Kreuzer-Bad gegründet, zu dem auch das Gasthaus Birner gehörte. Dieses Strandgasthaus existiert heute noch und zählt mit seiner schönen Terrasse und hervorragender Wiener Küche zu den Geheimtipps an der Oberen Alten Donau. Die Stadt Wien übernahm das Bad 1920 und benannte es in „Städtisches Strandbad Mühlschüttel“ um. Im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde es nach einem Brand 1949 wieder eröffnet.

Blick auf den Strand des Angelibades

Das Bad, das an den Wasserpark anschließt, gilt mit seinem 500 Meter langen Strand nicht nur durch das geheizte Kleinkinderbecken als Kinderparadies. Neben den diversen Spielgeräten steht unter anderem ein Kinderspielplatz, eine Minigolfanlage, ein Gatschplatz (Gatsch = Matsch) und ein Piratenschiff für die kleinen Besucher zur Verfügung. Plätze für Tennis, Basketball, Fußball, und Beachvolleyball können von den sportlichen Gästen genutzt werden.

Beim Angelibad an der Alten Donau

Wer öffentlich unterwegs ist, nimmt die U6 bis zur Station „Neue Donau“

Angelibad
1210 Wien, An der Oberen Alten Donau, (Übergang beim Gasthaus Birner)
Webinformation Angelibad

Bundesbad Alte Donau

Hier ging es früher „militärisch“ zu – war es doch ursprünglich ein einfacher Badeplatz, der ab 1919 von Soldaten des Militärschießplatzes Kagran als Militärschwimmschule benutzt wurde. Noch zwischen 1938 und 1945 nutzte es die deutsche Wehrmacht, bevor es nach dem Zweiten Weltkrieg das „Bundesbad Alte Donau“ wurde.

Bundesbad Alte Donau

An die sportliche Vergangenheit erinnert heute nur mehr der Badesteg mit seinen Querstegen, heute dient es mit seinen 61.000m2 nur mehr der Entspannung, wozu der schöne alte Baumbestand seinen Teil beiträgt.

Bundesbad Alte Donau
Bundesbad Alte Donau
1220 Wien, Arbeiterstrandbadstraße 93
Webinformation Bundesbad Alte Donau

Öffentliche Erreichbarkeit: U-Bahn: U1 bis zur Station "Alte Donau", dann 5 Minuten zu Fuß; Parkplätze für Autofahrer vorhanden, allerdings Kurzparkzone in der Arbeiterstrandbadstraße beachten

Strandbad Alte Donau

Das Bad, das zwischen dem Arbeiterstrandbad und dem Bundessportbad liegt, wurde bereits 1918 eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg erlitten auch dieses Bad und seine Einrichtungen schwere Schäden. Anfang der 1960er Jahre wurden die Bauten des Bades neu errichtet, der alte Baumbestand, teilweise aus der Zeit vor der Donauregulierung wurden erhalten, zusätzliche Neupflanzungen angelegt.

Strandbad Alte Donau

Das Bad, heute im Besitz der Stadt Wien, besitzt einen 150m langen Strand, viele sportliche Einrichtungen, ein Kinderbecken und eine Kleinkinderrutsche. 1998 errichteten die Pioniere des österreichischen Bundesheeres im Bad einen hölzernen Badesteg, der 2000 auf 60 Meter verlängert wurde.

Strandbad Alte Donau

Öffentlich kommt man mit der U1 (Station „Alte Donau“) ins Bad, in der Arbeiterstrandbadstraße gibt es für alle, die mit dem Auto anreisen, einige hundert Parkplätze.

Strandbad Alte Donau
1220 Wien, Arbeiterstrandbadstraße
Webinformation Strandbad Alte Donau

An der Alten Donau gibt es immer wieder Plätze und Buchten wo man „wild“ baden kann. Allerdings stehen dann weder Toiletten, noch Duschen oder absperrbare Kästchen zur Aufbewahrung von Kleidung oder Geldbörse etc. zur Verfügung.

Alte Donau
Während der Sommermonate sorgen viele Veranstaltungen und Events entlang der Alten Donau für Kurzweil und es lohnt sich, diese das eine oder andere Mal zu besuchen. Traditionell sind das Absegeln, Mondscheinfahrten, Lichterlfeste oder Picknick-Fahrten. Die aktuellen Veranstaltungen, wie auch eine Übersicht über die Bootsbetriebe, einige Gastronomiebetriebe und Übernachtungsmöglichkeiten finden Sie unter www.alte-donau.info

Donauinsel

Donauinsel

Die Donauinsel ist eines der größten Freizeitparadiese von Europa. Ein Eldorado für Skater, Jogger, Radfahrer, Wanderer, Schwimmer und Sonnenanbeter - hier ist einfach für jeden etwas dabei.

Ein Freizeitparadies der Wiener - die Donauinsel

Wien und die Donau haben eine Jahrhundert lange gemeinsame Geschichte: Jahrhunderte lang bestimmte der Strom die Geschichte der Stadt erheblich mit. Er bildete die Grenze zu den Siedlungsräumen und stellte während Hochwasser oder dem sogenannten Eisstoß eine große Gefahr für die Bevölkerung dar. Auf der anderen Seite bot sein Fischreichtum lange Zeit der Wiener Bevölkerung gutes Essen für die tägliche Mahlzeit. Heute noch erinnern die "Fischerstiege" oder "Krebsenwasser" an die früheren großen Fischbestände der Donau. Und heute noch finden sich vereinzelt die "Fischerboote", die fix am Ufer festgemacht sind. Erste Regulierungsversuche der Donau fanden bereits im 15.Jahrhundert statt. Ziel war es, die Einfahrt in den Donaukanal schiffbar zu erhalten. Im 18.Jht. wurde der Hochwasserschutz nach und nach zum Hauptmotiv aller Überlegungen. Vor allem die rasch wachsende Leopoldstadt sollte mit Schutzmaßnahmen aus Dämmen und Spornen geschützt werden. In der 2.Hälfte des 18.Jht. entstand so ein Dammsystem zum Schutz des Marchfeldes - der Vorläufer des Hubertusdammes. 1787 - beim verheerenden "Allerheiligenhochwasser" wurde der Damm an 14 Stellen durchbrochen. Es dauerte bis Mitte des 19.Jhts. bis er weitgehend wieder hergestellt war. Erste Vorschläge, im Trockenen eine Brücke zu bauen und dann das Strombett darunter zu verlegen, entstanden. Ebenso tauchten Überlegungen auf einen Donaudurchstich zu riskieren. Am 14.Mai 1870 war es dann soweit: in fünf Jahren wurde der 13 Kilometer lange Durchstich verwirklicht. Es entstand das Mittelwasserbett mit 285 Meter und dem Inundationsgebiet (das Überschwemmungsgebiet) mit 475 Metern Breite. Doch auch diese Maßnahmen führten nicht zum gewünschten Erfolg.

Blick auf die Donau
Anfang der 1970er Jahre begann man dann mit der Projektierung der Donauinsel als Hochwasserschutzanlage. 1972 bis 1987 wurde gebaut: der Aushub des Entlastungsgerinnes wurde zum Aufschütten der Insel benutzt. Die Länge der Donauinsel beträgt 21 Kilometer - mit einer Breite von bis zu 250 Metern und reicht in südöstlicher Richtung vom Einlaufbauwerk Langenzersdorf (Niederösterreich) bis zur Einmündung der Neuen Donau in den Hauptstrom beim Ölhafen Lobau. Von 1974 bis 1988 wurden 170 Hektar neuer Wald geschaffen - 1,8 Millionen Bäume und Sträucher wurden gesetzt.

Der Nord- und Südteil der Insel ist naturnah, der Mittelteil parkartig angelegt. Ein Wiener Original - Waluliso - sammelte auf der Donauinsel Unterschriften, um die Insel als Erholungsgebiet zu erhalten und Wohnungsbauten zu verhindern. Heute erfreuen sich die Wiener an den vielen Liege- und Lagerwiesen, FKK Bereichen, Grillplätzen, Kinderspielplätzen und den vielen anderen Einrichtungen. Die Donauinsel mit ihren naturbelassenen Teilen ist aber auch zu einem wichtigen Naturreservat geworden, wo sich auch seltene Vögel und Fischarten, aber zum Teil auch Rehe, Hasen und Biber angesiedelt haben.

Blick auf die Mexikokirche
In den 1980er Jahren entstand bei der Reichsbrücke (Nähe Unocity) die Lokalszene der Donauinsel. Angelehnt an die berühmte Copacabana in Rio wird sie von den Wienern Copa Kagrana (nach dem angrenzenden Stadtteil Kagran) genannt. Hier finden Sie die unterschiedlichsten Lokalitäten: vom griechischen Restaurant über die italienische Pizzeria bis zu Wiener Lokalen, Diskotheken und einfach Loungen zum Seele baumeln lassen. Es ist einfach alles da. Seit Mitte der 90er Jahren hat sich eine Szene auch vis á vis auf der Insel entwickelt, die durch Hochwasser schon einmal fast gänzlich zerstört wurde. Für diesen Teil hat sich daher der Name "Sunken City" eingebürgert. An schönen Abenden finden sich in diesem Teil der Donauinsel bis zu 10.000 Besucher ein.

In der Lobau

Die größte und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannteste Veranstaltung ist das Donauinselfest. 1984 aus einem kleinen Open-Air-Fest entstanden, entwickelte es sich zu einer 4tägigen Veranstaltung, bei der sich - bei freiem Eintritt! - bis zu 4 Millionen Menschen auf der Insel einfinden. Damit ist es das größte Musikfestival Europas. Auf den diversen Bühnen treten von internationalen Stars bis zu lokalen Größen alle auf, die Rang und Namen haben. 2011 zum Beispiel gibt es über 600 Stunden Programm, mit 2000 KünstlerInnen, über 300 Musik-, Theater- und Kabarettgruppen, auf 21 Festinseln, 13 Bühnen - insgesamt 4,5km2 Festgelände. 5 Info- und Meetingpoints sorgen für Übersicht - 250 Hütten und Verkaufsstände für das leibliche Wohl. 1000 ehrenamtliche Mitarbeiter ermöglichen die Durchführung des Festes. Das aktuelle Programm finden Sie auf: www.donauinselfest.at

Die Wiener Donauinsel

Natürlich ist auf dem Fest wie auch in der restlichen Zeit für Jugendliche und die Jüngsten gesorgt. Sie finden auf der Donauinsel 2 Abenteuerspielplätze und auch einen Wasserspielplatz! Der Sommer kann kommen.

Bisamberg

Wandern in Wien

In Wien kann man nicht nur die Kultur genießen, sondern auch die Natur. In kurzer Zeit ist man von der Innenstadt mit den Öffis (öffentlichen Verkehrsmittel) oder dem Auto im Wald und auf den Wiesen. Wandern im Wienerwald oder einfach durch die Wiener Weinberge streifen und anschließend ein Glas Wein in der untergehenden Sonne genießen – auch das macht den Flair Wiens aus.

Die Weingärten am Bisamberg laden auch zum Wandern ein
Wir stellen hier einige Stadtwanderwege vor, die zum gemütlichen Wanderausflug einladen. Entweder kann man sie komplett durchwandern, oder einfach einen Teil herauspicken – je nach Lust, Laune, Zeit und Kondition.

Der Bisamberg- Stadtwanderweg 5

Der Stadtwanderweg beginnt in Stammersdorf bei der Endstation der Straßenbahnlinie 31. Die weitere Route lautet: Josef-Flandorfer-Straße – Luckenschwemmgasse – Liebleitnergasse (Kirche) – Clessgasse – Neusatzgasse – Steinernes Kreuz – Parkplatz Hagenbrunner Straße – Senderstraße (blaue Markierung) – Unterer Senderrundweg – Magdalenenhof – Eichendorffhöhe – Promenadeweg Falkenberg – Herrenholz – Schießstätten – Luckenholzgasse – Clessgasse – Endstation Straßenbahnlinie 31.

Weglänge: 10,3 km – Gehzeit: 3-4 Stunden

Wandern am Bisamberg
Am Bisamberg reichen die Spuren menschlicher Siedlungstätigkeit bis in die Steinzeit zurück. Die Alten Schanzen zeugen von der Bedeutung des Bisamberges für die Verteidigung Wiens in den vergangenen Jahrhunderten. Der Weinbau in dieser Gegend ist ab dem 12. Jahrhundert belegt. Um diese Jahrtausende alte Kulturlandschaft zu erhalten, wurde das LIFE-Natur Projekt Bisamberg ins Leben gerufen, dessen Ziele die Wiederherstellung und Vergrößerung der Wiesenflächen sowie die weiterführende Pflege durch Beweidung mit Ziegen ist. Dadurch werden auch die Lebensbedingungen des Frauenschuhs und des Waldsteppen-Beifußes verbessert. Verwilderte Weingärten werden durch geeignete Pflege als Lebensraum für Ziesel gestaltet. Die Entnahme von nicht standort-heimischen Baumarten ermöglicht die Verbesserung der Artenzusammensetzung in den Waldbereichen. Durch die Erhöhung des Alt- und Totholzanteiles werden die Lebensbedingungen für den Hirschkäfer verbessert.

Am Bisamberg
Interessant sind auch die Trockenrasen, die zum Großteil durch landwirtschaftliche Tätigkeiten des Menschen wie Beweidung von lichten Wäldern oder stillgelegten Weingärten entstanden sind. Besonders auf den flachgründigen Böden der steilen süd- und westexponierten Hängen herrschen durch extreme Temperaturen, austrocknende Winde und geringe Wasserhaltekapazitäten der Böden extreme Bedingungen für Lebewesen. Als Besonderheit der Bisamberger Trockenrasen gilt ihr großer Orchideenreichtum. Neben Frauenschuh finden sich Knabenkraut- und Ragwurzarten, Riemenzunge und Ständelwurz. Diese blütenreichen Wiesen sind der Lebensraum vieler seltener Insektenarten. Ohne menschliche Eingriffe setzen sich Sträucher wie Weißdorn oder Hecken-Rose durch und verdrängen die Trockenrasenpflanzen. Sollen sie erhalten werden, bedürfen Sie einer Nutzung durch Mahd oder Beweidung.

Am Bisamberg

Eichen-Hainbuchenwälder wachsen vorwiegend in der Hügelstufe auf tiefgründigen Böden mit guter Wasserversorgung. Die Hauptbaumarten sind Hainbuche, Stiel- und Trauben-Eiche, Vogel-Kirsche und Sommer-Linde. In naturnahen Wäldern ist Altholz sowie stehendes und liegendes Totholz ein wichtiger Lebensraum für seltene Käferarten wie den Hirschkäfer.  Bewirtschaftet werden diese Wälder als Mittelwald. Dabei werden Hainbuche, Feld-Ahorn und schlechtwüchsige Eichen im Schnitt alle 30 Jahre als Brennholz genutzt.

Am Bisamberg

Gut gewachsene Eichen und Vogel-Kirschen werden nach 90 bis 120 Jahren als Wertholz genutzt. Flaum-Eichenwälder wachsen auf flachgründigen Böden und südexponierten Felsgraten. Neben Flaum-Eiche, Zerr-Eiche und Vogelbeere gibt es die Elsbeere, eine bereits selten gewordene Baumart. Am Übergang von Wiesen zu Gehölzen wachsen die wärmeliebenden Saumgesellschaften. Der Waldsteppen-Beifuß, eine der seltensten Pflanzen des Bisamberges, wächst weltweit nur auf wenigen Standorten im Pannonischen Raum. Der Osten des Gebietes ist landwirtschaftlich geprägt. Einige Äcker im Bereich der Alten Schanzen liegen auf Grund der schlechten Bodenqualität brach.

Am Bisamberg

Wenn die Vegetation kurz gehalten wird, bieten sie dem Ziesel, einem Steppentier, einen hervorragenden Lebensraum. Ein freies Blickfels in alle Richtungen ist für das Erspähen von Greifvögeln wichtig. An den flachen Hängen des Bisamberges im Osten ist Löß mit einer Mächtigkeit von bis zu 10 Metern abgelagert. Löß ist ein in den Eiszeiten vom Wind vertragenes Sediment und bietet hervorragende Bedingungen für den Weinbau, der am Bisamberg schon lange Tradition hat. Entlang der Wege kam es durch abfließendes Wasser zur Ausbildung von Hohlwegen. Die oft senkrechten Wände sind sehr stabil, solange sie nicht durch das Abbrechen überhängender Bäume zerstört werden.

Am Bisamberg

Diese Lößwände sind auch ein wichtiger Lebensraum für Wildbienen und Grabwespen. Blütenreiche Böschungen und Ackerwildkräuter in den Weingärten liefern Honig und Pollen als Nahrung. Die hervorragenden Weine dieser Gegend können in vielen Heurigen rund um den Bisamberg verkostet werden.

Magdalenenhof und Jagdschlösschen

Einer Überlieferung zufolge soll das Gut bis 1529 Eigentum des ehemaligen Magdalenenklosters gewesen sein. Eine andere besagt, dass der Hof um 1740 nach der Frau des ehemaligen Forstmeisters und Besitzers Magdalena Müller benannt wurde. Um 1780 scheint eine Freifrau von Linde als Besitzerin auf. 1828 gehörte das Gut der Land- und Forstwirtschaftlichen Betriebsgesellschaft und ist seit 1929 im Besitz der Stadt Wien.

Am Bisamberg - der Froschteich

Es gibt aber auch die Erzählung, dass das Haus 1873 als Mustervilla eines Baumeisterbetriebes auf der Weltausstellung im Prater ausgestellt war.
1911 wurde das Jagdschlösschen von Rudolf Dengler, dem Besitzer der 1930 aufgelassenen Brauerei Jedlesee, errichtet oder von der Weltausstellung am Bisamberg wieder aufgestellt. 1928 erwirbt die Stadt Wien Gründe am Bisamberg, darunter auch die Villa, die von 1930 bis  1955 als Wohngebäude für Land- und Forstwirtschaftsbedienstete der Stadt Wien dient. 1955 wird das Erdgeschoss verpachtet und es entsteht hier eine Jausen- und Backhendlstation. 1963 übernimmt die Familie Mesinovic die Villa und führt bis 1985 den Betrieb als Balkangrill und Pension mit Fremdenzimmer. 1986 übernimmt die Familie Sarsam die Villa und den Garten. Es wird umgebaut und 1987 entsteht ein Seminarbetrieb mit angeschlossenem Restaurant, ab 1989 werden Konzert- und Lesungsreihen in der Villa abgehalten, ab 1993 wird es als stilvolle Location für Feste, Feiern und Filmdrehs genutzt. 1997 wird ein botanischer Naturgarten mit über 150 verschiedenen krautigen Stauden angelegt und 2002 eröffnet die Ideenwerkstatt für Gartenthemen.

Der Magdalenenhof

Einige Räume sind bis heute im originalen Jagdstil erhalten und werden durch ihr besonderes Ambiente gerne für Feste gemietet. Besonders erwähnenswert ist der angelegte Naturstaudengarten im Eingangsbereich des Jagdschlosses, der jederzeit zugänglich ist und zum Verweilen einlädt.

Villa Magdalenenhof (Jagdschloss Magdalenenhof)
Senderstraße 130, 1210 Wein
Tel: +43 1 292 4109
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Website: www.magdalenenhof.com

Am Waldrand oberhalb des Schlösschens liegt, mit 332 Metern der höchste Punkt des Wiener Bisamberges, die Fathhöhe. Benannt nach einem General des 1. Weltkrieges, dem seine Soldaten hier ein Denkmal in Form einer Steinpyramide errichteten.

Am Bisamberg

In den 50er Jahren bereits verfallen, wurde das Denkmal im Jahre 1957 von Langenzersdorfer Bürgern renoviert und mit neuer Gedenktafel dem Dichter Joseph Freiherr von Eichendorff gewidmet. Es erinnert an seinen Aufenthalt und seine Wanderungen im Jahre 1811.

Weingut der Stadt Wien

Wien ist die einzige Weltstadt, in der Wein kommerziell angebaut wird. Und das bereits seit langem: Schon Kaiser Probus (232-282 n.Chr.) hat für seine römischen Legionen den Wein in Wien kultiviert.

Auf eine nicht ganz so lange Tradition, trotzdem aber auf eine große Vergangenheit, kann das Weingut Wien Cobenzl zurückblicken. Seit 1905 im Besitz der Stadt Wien zählt es mit rund 32 Hektar und einer Jahresproduktion von rund 1.000 Hektolitern zu den bedeutendsten der ganzen Stadt.

Am Bisamberg

Das Weingut besteht aus zwei Teilen, dem Weingut Cobenzl, mit 22 Hektar im 19.Bezirk, und dem Weingut Magdalenenhof, mit 10 Hektar an der Senderstraße im 21. Bezirk unweit des Senders Bisamberg. Auf dem Löss- und Braunerdeboden des Bisamberges gedeihen vor allem der leichte, fruchtig-resche Grüne Veltliner, eindeutig die Lieblingssorte der Wiener, und der Zweigelt. Begünstigt werden beide Rieden durch das pannonische Klima und die Nähe zur Donau.

Ziesellebensraum

Auf den Falkenbergwiesen befindet sich ein bedeutendes Vorkommen des streng geschützten Ziesels (Spermophilus citellus). Die Wiesenpflege richtet sich nach den Bedürfnissen dieser seltenen Art. Mountainbiker werden um Rücksicht auf diese schützenswerte Art gebeten.

Der Krötenteich

Dieser kleine Teich, ursprünglich als Löschwasserspeicher gedacht, entwickelte sich zum Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. Hier haben Amphibien der gesamten Region wie Wechselkröte, Teichmolch, Laubfrosch und Unke ein intaktes Laichgewässer, ohne das sie nicht überleben könnten. Abhängig vom Klima und der jeweiligen Art durchlaufen Amphibien im Jahresverlauf einen Zyklus, der immer mit Ortswechsel verbunden ist. Im Frühjahr von März bis April machen sich die Tiere auf den Weg zu ihrem Geburtsgewässer. Zur Zeit der Wanderung, speziell in der Nacht und bei Regen (Krötenregen), ist im Bereich der Tümpel besondere Vorsicht geboten und auf die wandernden Amphibien zu achten. Mit Zäunen und Tunneln wird versucht, die Amphibien vom Gang über die Straße abzuhalten.

Am Bisamberg

Amphibien sind „mehrjährig“, das bedeutet, dass sie auch im gefrorenen Gewässer den Winter überstehen können, sofern sie diesen nicht ohnehin im Laub verbringen, wie es für einige Arten typisch ist. Ein Austrocknen oder „Durchfrieren“ des Teiches kann durchaus positiv für die Amphibienpopulation sein, da räuberische Insektenlarven (z.B. Libellenlinsen) absterben und nicht überhand nehmen können, Dies gilt auch für Fische, die ebenfalls als Feinde der Kaulquappen angesehen werden können.

In Tümpeln dieser Art ist das massenhafte Auftreten der Wasserlinsen häufig. Diese Wasserpflanze wurzelt nicht im Boden, sondern nimmt die Nährstoffe über eine im Wasser hängende Wurzel auf. Damit die Wasserlinsen den Teich nicht völlig zudecken und ihm damit Licht und Sauerstoff nehmen, wird am Krötenteich das Wasser mit Hilfe eines Schaufelrades bewegt.

Am Himmel

Am Himmel

Am Pfaffenberg (auch Pfaffenkogel) genannt, einem 415 Meter hohen Berg im 19. Wiener Gemeindebezirk Döbling liegt „der Himmel“, seit vielen Jahren ein beliebtes Ausflugsgebiet der Wiener. Erstmals wurde er 1340 im Zusammenhang mit seiner Lage in Obersievering urkundlich erwähnt.

Das Oktogon am Himmel
Am Himmel gab es bereits früh einen Gutshof und eine Gaststätte, die zunächst in geistlichem Besitz war. 1784 wurde das Anwesen von Hofrat Binder von Kreigelstein erworben, der dort ein kleines Schloss errichten ließ. Sein Nachfolger legte auch einen Park an, der später auch landwirtschaftlich genutzt wurde. Im 19. Jahrhundert übernahm der Kaufmann Johann Carl Freiherr von Sothen den Besitz und errichtete am südlichen Abhang des Berges die Sisi-Kapelle. Prunkvolle Gartenanlagen mit Teichen, Wasserspielen und exotische Gärten zogen ab dem Jahr 1784 zahlreiche Besucher an.

Blick auf Wien
Ein Fußweg führte – an Feldern und Gärten vorbei über Sievering - von wo man durch eine Waldallee zum Schloss am Himmel gelangte. Die Blumenbeete und die Anlagen um das Schloss wurden vom ehemaligen Schönbrunner Gärtner Wenzel Buseck angelegt. Auf einem der Teiche in der Nähe konnte man sogar Boot fahren und auf einer Lichtung gab es zur Unterhaltung Kegelbahnen, Hutschen, Hütten, Tische und Bänke zur Unterhaltung und Erholung der Besucher.

Am Himmel
1834 war es mit dem „freien Eintritt“ vorbei, die Besucher konnten nur mehr mit einer gültigen Eintrittskarte auf den Himmel. Das ehemalige Bauernhaus wurde zum Gasthaus „Schweizerhütte“ und der gesamte Komplex wurde in „Franz Hamelas Meierei und Restauration Am Himmel“ umbenannt. Bis nach dem Ersten Weltkrieg blieb der Himmel ein beliebtes Ausflugsziel, und die 1854 bis 1856 errichtete Sisi-Kapelle, die Baron Carl Freiherr von Sothen anlässlich der Hochzeit von Elisabeth und Kaiser Franz Joseph errichten ließ und in der er wie auch seine Frau ihre letzte Ruhe fanden, ist für viele ein Platz der Ruhe und der Andacht.

Am Himmel
1997 erwarb das Kuratorium große Teile des Areals. Der Lebensbaumkreis, das Café Restaurant Oktogon, ein Weingarten und ein Naturkinderspielplatz entstanden nach und nach und machten den Platz und die Umgebung wieder als Ausflugsziel attraktiv. Auch die Sisi-Kapelle, die dem Verfall preisgegeben war und in Gefahr stand abgerissen zu werden, wurde renoviert.

Konzerte und viele unterschiedliche Veranstaltungen tragen nun dazu bei, den Himmel noch attraktiver für Besucher zu machen.

Der Lebensbaumkreis

Mit dem Lebensbaumkreis Am Himmel wird alter keltischer Tradition gedacht. Der Kreis symbolisiert den Verlauf eines ganzen Jahres, jedem Geburtsdatum ist ein eigener Baum zugeordnet, beginnend und endend mit dem Apfelbaum. Die vier Jahreszeitenbäume im Innenkreis sind nur einen einzigem Tag zugeordnet und teilen das Jahr in die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Der Lebensbaumkreis
Wandern Sie entlang der Stelen entlang und finden Sie Ihren persönlichen Lebensbaum und erfahren Sie die typischen Eigenschaften und Charakteristik des Baumes. Auf der Seite des Himmels im Internet können Sie dieses auch vorab nachlesen: www.himmel.at/index.php/Lebensbaumkreis

Der Klangraum

An den Säulen, die den einzelnen Bäumen zugeteilt sind, findet man nicht nur die schriftliche Information über die „Eigenschaften“ der einzelnen Bäume, über die eingebauten Lautsprecher werden diese auch dem Besucher vorgelesen.

Der Klangraum und Lebensbaumkreis Am Himmel in Wien
Die Lautsprecher dienen allerdings nicht nur als Erzähler für die Geschichten der Lebensbäume. An Wochenenden, an Feiertagen und zu speziellen Anlässen wird der Lebensbaumkreis aus allen 40 Lautsprechern mit klassischer Musik bespielt und verwandelt sich so zu einem einzigartigen Klangraum unter freien Himmel.
Auf der Webseite des Himmels können Sie sich über die Musikeinspielungen und deren Beginnzeiten am Laufenden halten: www.himmel.at

Die Sisi-Kapelle

Wenn Sie den Himmel besuchen, sollten Sie es nicht versäumen die Sisi-Kapelle zu besuchen. Sie wurde auf Betreiben von Johann Carl Freiherr von Sothen und vom Architekten Johann A. Garben geplant. Der Bau des ersten neugotischen Gebäudes von Wien sollte an die Vermählung Elisabeths (Sisi) mit Kaiser Franz Joseph erinnern und als künftige Grabstelle des Barons und seiner Gattin dienen. Die Kapelle wurde von 1854 bis 1856 durch den Stadtbaumeister Josef Kastan gebaut und am 31. Juli 1856 geweiht. Die Namenspatrone des Kaiserpaares, die Heilige Elisabeth, der Heilige Franz von Assisi und der Heilige Josef stellen die Titelheiligen der Kapelle. Die englische Gartenlandschaft wurde vom früheren Schönbrunner Gärtner Wenzel Buseck angelegt.

Die Sisi-Kapelle Am Himmel

1881 starb Sothen durch die Kugel seines Jagdaufsehers und wurde hier wie seine Frau begraben. Ab 1911 wurde die Kapelle vom Nonnenkloster „Zum Armen Kinde Jesu“ betreut, der nicht nur die Sisi Kapelle, sondern die ganze Liegenschaft Am Himmel vererbt wurden. 1927 wurde das Gebäude renoviert, 25 mächtige Eichen wurden abgeholzt um dadurch den Blick auf das historische Bauwerk wieder freizugeben. Dabei wurden auch die Grabstätten des in der Wiener Bevölkerung äußerst unbeliebten Paares entdeckt und sie neben der Kapelle neu bestattet.

Die Sisi-Kapelle am Himmel
Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt war das Bauwerk dem Verfall Preis gegeben, erst ein Bescheid des Bundesdenkmalamtes vom April 1975 rettete die Kapelle vor dem endgültigen Abriss. Fenster und Eingang wurden zugemauert, um das Gebäude vor Vandalismus zu schützen. Das ehemalige Altarbild von Leopold Kuppelwieser wurde demontiert, 1960 restauriert und ins Wiener Dom- und Diözesanmuseum überführt.

Die Sisi-Kapelle Am Himmel
Schließlich erwirbt der gemeinnützige Verein Kuratorium Wald das Gebäude und Grundstück von der Caritas. 2002 wird das gesamte Gebäude umfassend trockengelegt. Hans Hoffer erstellt ein neues künstlerisches und architektonisches Gesamtkonzept, das mit Mittel aus dem Altstadterhaltungsfond, dem Bundesdenkmalamt und vielen Firmen und privaten Spenden 2004 bis 2005 in detaillierter Kleinarbeit umgesetzt wird. Die Kapelle wird rekonstruiert, renoviert, erhält ein transparentes Glasdach, das den Blick in den Himmel zulässt und mit modernster Technik und einem LED-Lichtsystem ausgestattet ist.

2006 findet die feierliche Eröffnung statt und steht nun für vielfältige Verwendungszwecke von Konzerten über Hochzeiten oder aber auch Privatveranstaltungen zur Verfügung.

Am Himmel
1190 Wien, Himmelstraße/Höhenstraße

Wiener Märkte

Die Wiener Märkte

Was gibt es herrlicheres als in fremden Städten über die Märkte zu flanieren? Die Düfte der angebotenen Waren zu schnuppern, da und dort heimische Spezialitäten zu kosten oder eine Pause zu machen und Hunger und Durst zu stillen.

Am bekanntesten Markt von Wien: Der Naschmakrt

Wien ist in der glücklichen Lage für eine Großstadt einige Märkte mehr als den schon bei vielen Touristen bekannten Naschmarkt zu besitzen. Sie leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Nahversorgung in den einzelnen Bezirken. Bei allen gibt es eine Anzahl an fixen Ständen oder Buden, die jeden Tag geöffnet haben, meistens kommt Freitag und/oder Samstag noch ein Bauernmarkt dazu. Jeder Markt hat seinen eigenen Flair, seine eigenen Spezialitäten, seine eigenen „Geschichtln“ und seine eigene Geschichte. Manche sind zugleich Künstlertreff, manche bieten orientalischen Flair und werden bereits jetzt als „Little Istanbul“ bezeichnet.

Der Brunnenmarkt - Klein Istanbul

Allein gleich ist, dass man hier nicht nur Einkaufen kann, auf den Wiener Märkten gibt es ein kleines Schwätzchen hier, eine kleine Pause da, vielleicht einen „Kleinen Braunen“ (Kaffee) mit Freunden, den Austausch von Kochrezepten mit dem „Standler“, oder vielleicht sogar „A Hasse“ (Burenwurst) beim Würstelstand, wenn zu Mittag die ersten Hungergefühle auftauchen; auf den Wiener Märkten ist alles möglich. Wer es lieber orientalischer mag, verkostet Falafel oder einen ausgezeichneten Kebab.

Die Wiener Märkte laden zu all dem ein – genießen Sie den Flair und Sie werden auch den Ausspruch aus früheren Zeiten bestätigt finden: ja, in Wien beginnt eben der Balkan …

Der Wiener Naschmarkt

Schon im Mittelalter gab es eine Reihe spezieller Märkte in Wien, wie man heute noch an den Straßennamen wie Getreidemarkt, Fleischmarkt oder Heumarkt ablesen kann. Der Wiener Naschmarkt ist der ältesten. Seine Umgebung war bereits damals ein Hort der Lustbarkeit, befanden sich doch damals zwei bekannte Wiener Bordelle, ungefähr auf der Höhe des heutigen Theaters an der Wien. Die Wien (der Fluss) war damals noch unreguliert und  rings herum waren Weinberge. Bereits im 16. Jahrhundert gab es vor dem damaligen Kärntnertor den sogenannten „Kärtnertormarkt“ auf der Freyung.

Auch die Häuserfronten der Wienzeile beim Naschmarkt sind sehenswert

Nach Streitigkeiten zwischen dem Wiener Magistrat und dem Schottenkloster wird dieser 1780 an die Rechte Wienzeile verlegt, wo vor dem fürstlich Starhemberischen Freyhaus zuvor ein Aschen- und Mistablagerungsplatz war, aber auch schon Kräuter, Milch, Milchprodukte, Obst und Gemüse verkauft wurden. 1793 wurde die Anordnung erlassen, dass alles auf Wagen in die Stadt geführte Obst und Gemüse hier angeboten werden musste. Zuerst wird der Markt als „Aschenmarkt“ bekannt. Neben dem Wort Asche für einen Verbrennungsrückstand, war „Asch“ damals auch eine gängige Bezeichnung für Milcheimer, die aus Eschenholz gefertigt waren. So passte der Name doppelt, welche Auslegung die richtige ist, kann nicht mehr festgestellt werden, wahrscheinlich ist aber die zweite Deutung die Richtigere.

Am Naschmarkt in Wien
Ab 1812 taucht der Name „Naschmarkt“ bereits vereinzelt auf, ab 1820 gibt es Belege dafür, 1905 wird der Begriff offizielle. „Fratschlerinnen“ bieten hier ihre Ware feil und „Bradlbrater“ sorgen mit ihren Würsten, die sie in Kesseln garen, dass kein Hunger aufkommt. Zwischen 1895 und 1902 wird der Wienfluss im Zuge der Neugestaltung des Wientals von Otto Wagner überbaut und die neugeschaffene Fläche als Marktfläche ausgewiesen.

Der Wiener Naschmarkt

Dauerhafte Buden mit kupfergedeckten Glockendächern werden errichtet. 1916 wird das bei der Kettenbrücke gelegene Marktamt von F.Jäckel nach einem Entwurf von Otto Wagner erbaut. 1916 erfolgt die auf dem heutigen Flohmarktgelände die Errichtung eines Großmarktes, der aber nach Inzersdorf übersiedelt wird und 1977 seinem Nachfolger Platz macht. 1919 wird der alte Teil auf dem Freihausgelände (heute Teil des Resselpark bei Karlsplatz) aufgelöst und der Naschmarkt auf seine heute bekannte Fläche fixiert.

Der Wiener Naschmarkt

Heute ist der Naschmarkt zum Liebkind der Wiener und Touristen geworden. Hier gibt es nahezu alles, was die Küche braucht: Einheimisches und exotisches Obst und Gemüse, Gewürze aus aller Welt, Brot, Fisch, Fleisch, Geflügel, köstliche Antipasti, handgefertigte Nudeln, Oliven, Süßigkeiten, Tee, Essig. Öle und sogar ein Seifengeschäft - die Auswahl ist riesengroß.

Der Naschmarkt in Wien
Zusätzlich zu den Verkaufsständen haben sich einige hervorragende Gastronomiebetriebe etabliert, die Einheimischen und Besuchern eine Auswahl durch die Küchen dieser Welt bieten: asiatisch, chinesisch, libanesisch, italienisch, österreichisch, serbisch, Fisch-, Fleisch- und vegetarische Spezialitäten - die Auswahl ist schwer, man hat die Qual der Wahl. Herrlich auch die vielen Gewürzstände – riesengroß die Auswahl und wie es duftet! Es ist extrem schwierig hier entlang zu laufen ohne irgendeine der Köstlichkeiten zu verkosten oder zumindest eine Kleinigkeit einzukaufen.

Der Wiener Naschmarkt

Interessant auch der kleine Bauernmarkt, der sich nach den fixen Ständen stadtauswärts etabliert hat. Hier gibt es noch die richtigen „Doppler“ (2-Liter Flaschen) vom Weinbauern, lange Zeit in Misskredit, doch in der Zwischenzeit kommen größere „Flascheneinheiten“ mit dem Hinweis auf bessere Lagermöglichkeiten wieder in Mode oder die selbstgebackenen Kekse oder die „Mehlspeis“ (Kuchen), der neben Speck, Brot oder Käse angeboten wird. Auch Obst und Gemüse heimischer Provenienz sind hier zu finden.

Am Wiener Naschmarkt
An jeden Samstag findet auch noch – stadtauswärts – der größte Flohmarkt von Wien statt. Private wie gewerbliche Händler bieten Altes und Neues, Wertvolles und Ramsch den Besuchern an. Es wird gefeilscht, verhandelt, gekauft oder einfach nur geschaut – auf jeden Fall ein Erlebnis, dass man sich nicht entgehen lassen sollte.

Die wunderschönen Häuser beim Naschmarkt

Ein Blick auf die Umgebung lohnt sich ebenso auf jeden Fall: nicht nur das Gebäude der Wiener Sezession wird Jugendstilfreunden gefallen, gehen Sie von diesem auf der Linken Wienzeile stadtauswärts und bewundern Sie das Theater an der Wien und ein wenig später zwei der schönsten Jugendstilhäuser Wiens – es lohnt sich wirklich.

Wiener Naschmarkt
1060 Wien, Wienzeile (zwischen Linker und Rechter Wienzeile)
www.wienernaschmarkt.eu

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag von 6:00 bis 19:30 Uhr, Samstag von 6:00 bis 18:00 Uhr. Achtung: nicht alle Geschäfte öffnen und schließen zur gleichen Zeit.

Flohmarkt

Der Flohmarkt wird an allen Samstagen, des Jahres, auch an Feiertagen mit Ausnahme des 25.12. veranstaltet. Marktzeit ist 6:30 bis 18:00 Uhr. Sollte der 24.12. oder der 31.12. auf einen Samstag fallen, dann ist an diesen Tagen der Flohmarkt von 6:30 bis 12:00 Uhr geöffnet.

Am Wiener Naschmarkt

www.wien.info/de/einkaufen-essen-trinken/maerkte/naschmarkt

Brunnen- und Yppenmarkt

Beide Märkte haben seit langer Zeit Tradition und sind nun zum zweitgrößten Markt in Wien zusammengewachsen. Es gibt Gerüchte, dass am Brunnenmarkt mehr Menschen ihre Einkäufe tätigen als am Naschmarkt. Multikulti, aber auch Künstler sind hier angesagt. Der Brunnen- und Yppenmarkt ist vielleicht nicht so trendig wie der Naschmarkt, aber bodenständiger. Er überzeugt auch durch eine Riesenauswahl bei weitaus besseren Preisen als der Naschmarkt sie bietet.

Der Brunnenmarkt

Bereits 1786 entstand in Neulerchenfeld, damals ein Vorort von Wien, in der ehemaligen Elisabethgasse der Markt. An der Kreuzung mit der Neulerchenfelder Straße gab es auf Befehl Kaiser Joseph II. einen Brunnen, der an die Hochquellwasserleitung angeschlossen war und der die Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgen soll. Der Brunnen wurde daher 1873 zum Namensgeber der Brunnengasse. Allerdings musste er um 1870 der neuen Pferdestraßenbahn weichen. Der Markt blieb aber bestehen.

Der Brunnenmarkt
1897 entstand auf einem ehemaligen Exerzierplatz beim Yppenheim der Yppenmarkt, bereits 1895 war der Detailmarkt von der Neulerchenfelder Kirche auf diesen Platz verlegt worden, und seit den Jahrtausendwende hat sich hier eine florierende Lokalszene entwickelt. Im Laufe der Jahre sind so der längste Straßenmarkt von Wien, der Brunnenmarkt und der Markt am Yppenplatz zu einem einzigen Markt zusammengewachsen, der täglich für seine Besucher offen hält. Sind es unter der Woche rund 40 bis 50 Stände, werden es an Samstagen bis zu 120.

Am Brunnenmarkt

Hier wird gehandelt wie auf den Märkten in Südeuropa, was in dem türkisch dominierten Viertel zwischen Thalia- und Ottakringer Straße auch nicht überrascht. Die internationale Note, das südländische Flair und heimische Spezialitäten ohne Rivalität nebeneinander ist es auch die die Atmosphäre des Marktes bestimmt. Inzwischen haben auch einige ungarische Anbieter den Markt für sich entdeckt, sodass zwischen Kebab und Hausmannskost, istrischen und slowenischen Spezialitäten auch ungarische Salami und Paprikawurst und eingelegtes Kraut angeboten werden.

Am Brunnenmarkt
Wurden früher alle Marktstände in der Brunnengasse nach Marktschluss abgebaut und abtransportiert, ist die Brunnengasse seit 2005 für den Autoverkehr gesperrt und die Stände können über die Nacht stehen bleiben. Der fast nahtlos anschließende Yppenplatz bestand schon immer aus fixen Pavillons, die an Samstagen durch Stände der Bauern aus der Umgebung ergänzt werden. Das Viertel rund um die beiden Märkte zählt zu den buntesten Gegenden in Wien. Hier haben viele Künstler ihr Quartier aufgeschlagen, laufend eröffnen neue Lokale und an warmen Sommernächsten kann man entspanntes multikulturelles Treiben beobachten.

Am Brunnenmarkt

Knackiges Gemüse, frischer Fisch, exotische Gewürze, Fleisch, Backwaren, türkische, griechische, ungarische und einheimische Spezialitäten, aber auch einige Stände mit Gebrauchsgegenständen von Lederaccessoires über Textilien und Haushaltsstoffen erwarten den Besucher in Little Istanbul, und das alles zu ausgesprochen fairen Preisen. Am Samstag bieten die Bauern aus der Umgebung am Yppenplatz ihre Waren, wie Honig und Marmeladen, Fleisch und Selchwaren, Wein, Most, Milch, Obst und Brot an.

Am Brunnenmarkt
Ebenfalls zum Markt gehören zahlreiche Geschäfte und Lokale, in denen meist türkische Cafés oder Restaurants, Beisl, Feinkost- und Ramschläden, aber auch Schmuck- und Keramikhändler untergebracht sind.

Am Brunnenmarkt

Besuchen Sie unser kleines Istanbul, handeln Sie wie auf einem orientalischen Basar und genießen Sie die Stimmung und die Köstlichkeiten.

Der Brunnen- und Yppenmarkt
1160 Wien, Brunnengasse, Yppenplatz

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag von 6:00 bis 19:30 Uhr, Samstag von 6:00 bis 17:00 Uhr

Interessante Links

www.wikipedia.org/wiki/Brunnenmarkt
www.wien.gv.at/wirtschaft/marktamt/
www.einkaufsstrassen.at/einkaufsgebiete/16-ottakring/brunnenmarkt/
www.vienna.at/der-brunnenmarkt/
www.wien.info/de/einkaufen-essen-trinken/maerkte/yppenplatz-lokalszene/

Bildershow, Tipps und Plan

Tipps:

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Weitere interessante Links

www.wien.at (Deutsch, Englisch, Serbokroatisch, Türkisch)
www.wien.info (Arabisch, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Spanisch, Tschechisch, Ungarisch)
Wikipedia (Deutsch)

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