Savaria, Steinamanger

Drei unterschiedliche Namen für eine der außer-gewöhnlichsten Städte Ungarns. Seit mehr als 2000 Jahren durchgängig bewohnt, römische Kaiserstadt, Geburtsort des Heiligen Martins und von Karl dem Großen mit dem Ausruf: „So viele Steine am Anger“ bedacht, bietet Szombathely heute ihren Besuchern und Bewohnern viel Kultur und Kurzweil in vielen Veranstaltungen.

Geschichte

Die Römische Stadtgründung

Szombathely - Das Gemälde über die Geschichte der StadtÜber die Zeit vor den Römern ist nur wenig bekannt. Erst Entdeckungen in den letzten Jahren lassen darauf schließen, dass hier bereits eine keltische Siedlung bestand. Die Stadt wurde 43 nach Christus vom römischen Kaiser Claudius unter dem Namen Colonia Claudia Savariensium gegründet. Bereits vor dieser Gründung errichtete Kaiser Tiberius hier eine Festung. Die Lage der Stadt an der Bernsteinstraße, am halben Weg zwischen Carnuntum (Deutsch-Altenburg) und Poetovio (Ptuj), sowie die fruchtbare Ebene boten die besten Voraussetzungen für eine blühende Entwicklung der Stadt.  Wahrscheinlich siedelten sich hier auch bald aemonische Bürger, die als Handelsleute damals bekannt waren, um die Festung an.

Szombathely - Denkmal des Bischofs Szily vor der KathedraleBewohner der Stadt waren während der römischen Zeit überwiegend Veteranen der Legio XV. Apollinaris, die in Carnuntum stationiert waren und sich hier nach ihrem Dienst mit Familienmitgliedern niederließen. Das Land war fruchtbar und bot so den Menschen die Möglichkeit nach ihrem Ausscheiden aus dem Militärdienst ihren Lebensabend zu bestreiten. Ein Veteranenbezirk bestand aus ca. 20-30 Hektar, die der Veteran mit seiner Familie und seinen Sklaven bebauen konnte. Im Zentrum des Grundbesitzes und zugleich der Wohnsitz des Inhabers war die sogenannte Villa Rustica, die häufig mit Bodenheizung, Badezimmer und mit bemalten und mit Mosaik verzierten Räumen ausgestattet war.
Neben Emona (Ljubljana – Slowenien) und Scarbantia (Ödenburg/Sopron – Ungarn) gilt Savaria als eine der ältesten Siedlungen der Provinz Pannonien.

Szombathely - Denkmal über die Geschichte der StadtDie Stadt entwickelte sich sehr rasch und wurde zum Provinzzentrum der Verwaltung, in dem die Provinzversammlungen stattfanden, aber auch zu einem Mittelpunkt des Kaiserkultes, da man hier auch Tempel für die zu Göttern gewordenen römischen Kaiser errichtete.  Nach der Neuordnung des Sitz des Statthalters und die Schatzkammer der Provinz. Hier veröffentlichte kaiserliche Verordnungen und Angaben antiker Geschichtsschreiber belegen auch die häufige Anwesenheit römischer Kaiser in der Stadt.

Die Römer bauten eine 25 km lange Wasserleitung, die aus den Quellen der der umliegenden Berge Trinkwasser und Badewasser für die öffentlichen Thermen in die Stadt brachte. Diese wurde komplett kanalisiert, die Straßen mit riesigen Basaltsteinen belegt, öffentliche Gebäude waren mit Statuen, Steinskulpturen und Mosaiken dekoriert, aber auch die Wohnhäuser mit Wandgemälden und Gipsstuck verziert.

Szombathely - Die Dreifaltigkeitssäule am HauptplatzSavaria war zur Mitte des 2. Jahrhunderts eine typische römische Kleinstadt. Außerhalb der Stadtmauern standen wichtige Gebäude – im Westen und Süden befanden sich große Bezirke der Heiligtümer. Im Mittelpunkt des offiziellen Kults standen anfangs Jupiter, Juno und Minerva, sowie die religiöse Ehre der Kaiser. Vom 2. zum 3. Jahrhundert gewannen Mysterienreligionen östlicher Herkunft mehr und mehr an Bedeutung: diese ruhten auf einer starken emotionalen Verbindung und versprachen ein glückliches Leben im Jenseits für ein sittliches Leben im Diesseits. Verehrt wurden vor allem die ägyptische Isis, der persische Mythras und der syrische Jupiter Dolichenus. Der Isis-Kult in Savaria kann schon seit den 70er Jahren, also bereits kurz nach der Stadtgründung, nachgewiesen werden. Der Altar von Tiberius Julius Barbius stand ganz sicher schon im Isis-Heiligtum von Savaria. Das Isis-Heiligtum – nach römischer Tradition außerhalb der Stadtmauern gebaut – wurde unter der Herrschaft von Septimius Severus oder Caracalla entscheidend vergrößert und mit einem imposanten Portikus, die Hauptfassade mit Marmorskulpturen geschmückt. Das Iseum galt nicht nur als eines der prächtigsten Gebäude der Stadt, sondern gilt bis heute als die wichtigste orientalische Kultstätte in Pannonien.

Gässchen in SzombathelyAb dem Ende des 3. Jahrhunderts verbreitete sich das Christentum rasch auch in Pannonien und wahrscheinlich wurde das Heiligtum in den Jahren 370-380 abgerissen und auf dem Platz eine spätrömische Kornkammer (Horreum) errichtet.  Über die Anfänge des frühen Christentums in Savaria gibt es keine schriftlichen Aufzeichnungen. Anfänglich erließ die Stadt allerdings strenge Strafen gegen die, die religiöse Verehrung der Kaiser verweigernden, Christen. An der Wende zum 4. Jahrhundert war auch Pannonien Schauplatz ständiger Christenverfolgungen. 303 fand hier der Heilige Quirinus, Bischof von Siscia, der aus seiner Heimat in Kroatien geflohen war in Savaria den Märtyrertod. Dass die Flucht den Bischof aus Kroatien hierher führte, lässt bereits auf eine größere christliche Gemeinde schließen. Eine weitere wichtige Persönlichkeit der Christenheit erblickte in Savaria im Jahre 319 das Licht der Welt: der Heilige Martin wurde hier als Sohn eines Offiziers der hier stationierten Elitentruppe (lancearii Savarienses – die Lanzer von Savaria) geboren. Als Bischof von Tours in Gallien und durch die Legendenbildung über den „Verrat der Gänse“ bei seiner Ernennung zum Bischof, sowie durch die Teilung seines Mantels mit einem armen Bettler wurde er einer der bekanntesten Heiligen im frühen Mittelalter.

Die gebogenen Gassen von SzombathelyNach dem Untergang des Römischen Reiches zogen viele Bewohner von Savaria auf der Flucht vor den Hunnen nach Italien – der Legende nach gehören einige auch zu den Gründern von Venedig. Ein Teil blieb allerdings in der Stadt und sorgte dafür dass der antike Name von Szombathely erhalten blieb. Nach einem Erdbeben am 7. September 456 sind kaum Aufzeichnungen über die Entwicklung der Stadt bekannt. Die Bernsteinstraße wurde bis zur Mitte des 7. Jahrhunderts benutzt und es ist anzunehmen, dass die sich hier ansiedelnden  Völker, wie Hunnen, Ostgoten, Langobarden und Awaren) versuchten, die Vorteile des daraus sich ergebenden Handels für sich zu nutzen. Erst Ende des 8. Jahrhunderts begann die Stadt wieder eine wichtige Rolle zu spielen, als der Frankenkönig Karl der Große die Stadt – jetzt Sabaria genannt – 791 während eines Feldzugs besucht. Wahrscheinlich wollte der König den Geburtsort des Heiligen Martins besuchen, der schon damals der Schutzheilige des ganzen fränkischen Reiches verehrt wurde. Ende des Jahrhunderts wurde West-Transdanubien vom Frankenreich annektiert und verwaltungstechnisch dem Bayrischen Fürstentum angeschlossen. Nach der Karolinger Eroberung gehörte die Bernsteinstraße in ihrer ganzen Länge wieder zu einem einzigen Reich. Pannonien wurde in zwei Grafschaften untereilt: die nördliche Grafschaft auf dem Territorium des heutigen Komitats Györ-Moson-Sopron und die südliche (Raab) Grafschaft auf dem Gebiet des mittelalterlichen Komitats Vas.

Hausfassaden in SzombathelyIm Jahre 900 gelangte West-Pannonien in Besitz der landnehmenden Ungarn, allerdings schützte die unbewohnte Umgebung von Savaria noch 50 Jahre lang als Grenzzone die Grenzen des jungen ungarischen Fürstentums. In den Quellen ist von Sabaria nur mehr als Mitgift von Gisella die Rede. Durch die abnehmende Bedeutung der Bernsteinstraße verlor auch die Stadt an Einfluss und positiver Entwicklungsmöglichkeit. Mit dem, vom Hl. Stephan eingeführten, neuen Komitatssystem wurde Savaria-Sabaria Teil des westlichen Grenzkomitats des Landes. Vasvár mit seiner Burg wurde als Komitatssitz bestimmt – Savaria verlor weiter an Bedeutung.

Seit dem 13. Jahrhundert im Besitz des Bischofs von Györ, erhielt Szombathely im 14. Jahrhundert die Stadtrechte. Ein Privilegbrief mit Sonderrechten stammt allerdings erst aus dem Jahre 1407. Szombathely ist seit dem Mittelalter auch unter den Namen Savaria, Sabaria und Steinamanger bekannt. Ende des 15. Jahrhunderts war die Stadt bereits mit einer Mauer zum Schutz umgeben. Als Grund der Festung diente die römische Stadtmauer, an den Ecken standen runde Türme. Die Stadt hatte auch das Recht Märkte abzuhalten -  in Szombathely wurde im 16. Jahrhundert mindestens fünfmal ein Landesmarkt veranstaltet: vor dem Faschingssonntag, am Georgitag, am Dreifaltigkeitstag, am Frauentag und am Andreastag. Der große Markt zu Ehren des Heiligen Martins am Martintag kam erst viel später dazu.

Der Springbrunnen am Hauptplatz von SzombathelyAls Bischofssitz verfügte die Stadt schon im 13. Jahrhundert über zwei Kirchen: die Kirche des Hl. Martins außerhalb der Stadtmauer und die Kirche der Heiligen Jungfrau – auch Burgkirche genannt. 1346 kamen die Franziskaner in die Stadt, gründeten ein Spital für die Armen und bauten vorerst eine Kapelle und danach ihre gotische Kirche, die sich wie das anschließende Klostergebäude in der Nähe des östlichen Stadttores befand. Die mittelalterliche Hl. Martinkirche und die mehrmals umgebaute Franziskanerkirche sind auch heute noch zu sehen – die Burgkirche ließ Bischof János Szily bei den Bauarbeiten zum Dom nieder reißen. Später mussten sie im Zuge der Reformation die Stadt verlassen und kamen erst während der Zeit der Gegenreformation nach den Jesuiten wieder nach Szombathely zurück.

Szombathely - SistrumHatte die Stadt nach dem Niedergang der Bernsteinstraße einiges an Einfluss und Größe verloren, gewann sie während der Türkenkriege wieder an Bedeutung, da sie nie von diesen bedroht wurde und daher das Stiftkapitel von Vasvár in das sicherere Szombathely verlegt wurde – die Stadt wurde wieder kirchliches Zentrum, Ansiedler zogen aus den von den Türken zerstörten Gebieten nach Szombathely um.

Dennoch hatte die Stadt unter ständischen Kämpfen und Unabhängigkeitskriegen zu leiden. Auch der „Rote Hahn“, wie die Feuerbrünste damals genannt wurden, besuchte des Öfteren die Stadt. Das Altarbild St. Florian in der Franziskanerkirche zeigt das große Feuer, das am 3. Mai 1716 die Stadt zerstörte.

Szombathely - Das Gemälde über die Geschichte der StadtAm 17. Feber 1777 begann eine neue Epoche. An diesem Tag wurde im Rahmen der Landeskirchenreform die Diözese Szombathely von Maria Theresia gegründet, der erste Bischof János Szily von Felsőszopory begann gleich mit dem Ausbau der Stadt im Barockstil vom Architekten Menyhért Hefele unterstützt, der den historischen Stadtkern von Szombathely plante. Die Burg musste dem Bischofssitz und dem Dom weichen und Szily plante seine Kirche gleich für zukünftige Zeiten: und obwohl 1791 die Stadt damals nur an die 2500 Einwohner zählte, sollten in seinem Dom an die 5000 Gläubige Platz finden. Im Zuge der Märzrevolution wurde die Stadt 1848 durch österreichische Truppen besetzt. 1865 wurde die Bahnstrecke Sopron – Szombathely – Nagykanizsa eröffnet und sorgte für einen weiteren Aufschwung, der sich durch den Ausbau der Verbindungen weiter verbesserte. Der 1900 im Sezessions-Eklektikstil errichtete Bahnhof sorgte für eine verbesserte Bequemlichkeit der Reisenden, die industrielle Entwicklung der Stadt begann: es entstanden Maschinen- und Lederfabriken, auch die Ungarischen Motor- und Maschinenwerke ließen sich in Szombathely nieder.

Brunnen - Die Bürger von SzombathelyDie Stadt entwickelte sich aber auch kulturell und wissenschaftlich weiter: Am 19. August 1880 wurde feierlich das erste Theater eröffnet und am 26. August desselben Jahres sorgte die 21. Versammlung der Ungarischen Ärzte und Naturforscher des Gymnasiums mit der Wiederholung des Foucault’schen Pendelversuches in der Kathedrale für Aufsehen. 1895 werden die Elektrischen Werke gegründet und am 4. Juni 1897 wird die erste Straßenbahn in Gang gesetzt. Die Grauen des Zweiten Weltkrieges verschonen Szombathely nicht: am 4. März 1945 wird die Stadt durch englische Flieger in vier Wellen bombardiert, nicht nur Bahnhof und Flughafen werden zerstört, 70% der Gebäude werden dabei schwer beschädigt, 300 Menschen kommen ums Leben.

Szombathely - EisgeschäftDie einrückende Sowjetarmee konfisziert die noch übrig gebliebenen Güter. Bei den Wahlen am 4. November erhalten die Kommunisten nur 9% der Stimmen, daraufhin wird das bisherige Obergespan aufgelöst, der Beamtenapparat umorganisiert und in der Stadt kommunistische Versammlungen abgehalten. Während der Revolution von 1956 wird auch Szombathely erfasst – die Bewegung fordert auch hier Todesopfer, mehr als 500 Menschen werden zur Verantwortung gezogen, 156 zu Gefängnisstrafen verurteilt, einige in die Sowjetunion deportiert. Die 60er und 70er Jahre bringen die für diese Zeit typische Architektur: monumentale Wohnsiedlungen werden errichtet, es wird wenig Rücksicht auf frühere Epochen genommen. Trotzdem hat die Stadt auch diese Zeit gut überstanden. Ende des 20.Jahrhunderts ist die Stadt wieder das größte Handels- und Kulturzentrum der Region, die Grenzen zum Nachbarn sind offen, viele Ungarn und Österreicher pendeln hin und her, Kinder besuchen in den Nachbarländern die Schule.

Das Wappen der Stadt SzombathelyHeute ist sich Szombathely sowohl ihrer Stellung als auch ihrer Vergangenheit bewusst. Stolz verweist man auf die 2000 Jahre Vergangenheit und trägt sie mit dem Savaria Karneval in die ganze Region. Der neu renovierte Isis-Tempel, der Römergarten, aber auch die Veranstaltungen um den Martinitag und vieles mehr bringen viele Besucher in die Stadt, die heute wieder wie früher über den Marktplatz flanieren, die Sehenswürdigkeiten und kulturellen Angebote genießen und sich an den Darbietungen und den Spezialitäten kulinarischer Art erfreuen.

Savaria, Steinamanger

Drei unterschiedliche Namen für eine der außer-gewöhnlichsten Städte Ungarns. Seit mehr als 2000 Jahren durchgängig bewohnt, römische Kaiserstadt, Geburtsort des Heiligen Martins und von Karl dem Großen mit dem Ausruf: „So viele Steine am Anger“ bedacht, bietet Szombathely heute ihren Besuchern und Bewohnern viel Kultur und Kurzweil in vielen Veranstaltungen.

Geschichte

Die Römische Stadtgründung

Szombathely - Das Gemälde über die Geschichte der StadtÜber die Zeit vor den Römern ist nur wenig bekannt. Erst Entdeckungen in den letzten Jahren lassen darauf schließen, dass hier bereits eine keltische Siedlung bestand. Die Stadt wurde 43 nach Christus vom römischen Kaiser Claudius unter dem Namen Colonia Claudia Savariensium gegründet. Bereits vor dieser Gründung errichtete Kaiser Tiberius hier eine Festung. Die Lage der Stadt an der Bernsteinstraße, am halben Weg zwischen Carnuntum (Deutsch-Altenburg) und Poetovio (Ptuj), sowie die fruchtbare Ebene boten die besten Voraussetzungen für eine blühende Entwicklung der Stadt.  Wahrscheinlich siedelten sich hier auch bald aemonische Bürger, die als Handelsleute damals bekannt waren, um die Festung an.

Szombathely - Denkmal des Bischofs Szily vor der KathedraleBewohner der Stadt waren während der römischen Zeit überwiegend Veteranen der Legio XV. Apollinaris, die in Carnuntum stationiert waren und sich hier nach ihrem Dienst mit Familienmitgliedern niederließen. Das Land war fruchtbar und bot so den Menschen die Möglichkeit nach ihrem Ausscheiden aus dem Militärdienst ihren Lebensabend zu bestreiten. Ein Veteranenbezirk bestand aus ca. 20-30 Hektar, die der Veteran mit seiner Familie und seinen Sklaven bebauen konnte. Im Zentrum des Grundbesitzes und zugleich der Wohnsitz des Inhabers war die sogenannte Villa Rustica, die häufig mit Bodenheizung, Badezimmer und mit bemalten und mit Mosaik verzierten Räumen ausgestattet war.
Neben Emona (Ljubljana – Slowenien) und Scarbantia (Ödenburg/Sopron – Ungarn) gilt Savaria als eine der ältesten Siedlungen der Provinz Pannonien.

Szombathely - Denkmal über die Geschichte der StadtDie Stadt entwickelte sich sehr rasch und wurde zum Provinzzentrum der Verwaltung, in dem die Provinzversammlungen stattfanden, aber auch zu einem Mittelpunkt des Kaiserkultes, da man hier auch Tempel für die zu Göttern gewordenen römischen Kaiser errichtete.  Nach der Neuordnung des Sitz des Statthalters und die Schatzkammer der Provinz. Hier veröffentlichte kaiserliche Verordnungen und Angaben antiker Geschichtsschreiber belegen auch die häufige Anwesenheit römischer Kaiser in der Stadt.

Die Römer bauten eine 25 km lange Wasserleitung, die aus den Quellen der der umliegenden Berge Trinkwasser und Badewasser für die öffentlichen Thermen in die Stadt brachte. Diese wurde komplett kanalisiert, die Straßen mit riesigen Basaltsteinen belegt, öffentliche Gebäude waren mit Statuen, Steinskulpturen und Mosaiken dekoriert, aber auch die Wohnhäuser mit Wandgemälden und Gipsstuck verziert.

Szombathely - Die Dreifaltigkeitssäule am HauptplatzSavaria war zur Mitte des 2. Jahrhunderts eine typische römische Kleinstadt. Außerhalb der Stadtmauern standen wichtige Gebäude – im Westen und Süden befanden sich große Bezirke der Heiligtümer. Im Mittelpunkt des offiziellen Kults standen anfangs Jupiter, Juno und Minerva, sowie die religiöse Ehre der Kaiser. Vom 2. zum 3. Jahrhundert gewannen Mysterienreligionen östlicher Herkunft mehr und mehr an Bedeutung: diese ruhten auf einer starken emotionalen Verbindung und versprachen ein glückliches Leben im Jenseits für ein sittliches Leben im Diesseits. Verehrt wurden vor allem die ägyptische Isis, der persische Mythras und der syrische Jupiter Dolichenus. Der Isis-Kult in Savaria kann schon seit den 70er Jahren, also bereits kurz nach der Stadtgründung, nachgewiesen werden. Der Altar von Tiberius Julius Barbius stand ganz sicher schon im Isis-Heiligtum von Savaria. Das Isis-Heiligtum – nach römischer Tradition außerhalb der Stadtmauern gebaut – wurde unter der Herrschaft von Septimius Severus oder Caracalla entscheidend vergrößert und mit einem imposanten Portikus, die Hauptfassade mit Marmorskulpturen geschmückt. Das Iseum galt nicht nur als eines der prächtigsten Gebäude der Stadt, sondern gilt bis heute als die wichtigste orientalische Kultstätte in Pannonien.

Gässchen in SzombathelyAb dem Ende des 3. Jahrhunderts verbreitete sich das Christentum rasch auch in Pannonien und wahrscheinlich wurde das Heiligtum in den Jahren 370-380 abgerissen und auf dem Platz eine spätrömische Kornkammer (Horreum) errichtet.  Über die Anfänge des frühen Christentums in Savaria gibt es keine schriftlichen Aufzeichnungen. Anfänglich erließ die Stadt allerdings strenge Strafen gegen die, die religiöse Verehrung der Kaiser verweigernden, Christen. An der Wende zum 4. Jahrhundert war auch Pannonien Schauplatz ständiger Christenverfolgungen. 303 fand hier der Heilige Quirinus, Bischof von Siscia, der aus seiner Heimat in Kroatien geflohen war in Savaria den Märtyrertod. Dass die Flucht den Bischof aus Kroatien hierher führte, lässt bereits auf eine größere christliche Gemeinde schließen. Eine weitere wichtige Persönlichkeit der Christenheit erblickte in Savaria im Jahre 319 das Licht der Welt: der Heilige Martin wurde hier als Sohn eines Offiziers der hier stationierten Elitentruppe (lancearii Savarienses – die Lanzer von Savaria) geboren. Als Bischof von Tours in Gallien und durch die Legendenbildung über den „Verrat der Gänse“ bei seiner Ernennung zum Bischof, sowie durch die Teilung seines Mantels mit einem armen Bettler wurde er einer der bekanntesten Heiligen im frühen Mittelalter.

Die gebogenen Gassen von SzombathelyNach dem Untergang des Römischen Reiches zogen viele Bewohner von Savaria auf der Flucht vor den Hunnen nach Italien – der Legende nach gehören einige auch zu den Gründern von Venedig. Ein Teil blieb allerdings in der Stadt und sorgte dafür dass der antike Name von Szombathely erhalten blieb. Nach einem Erdbeben am 7. September 456 sind kaum Aufzeichnungen über die Entwicklung der Stadt bekannt. Die Bernsteinstraße wurde bis zur Mitte des 7. Jahrhunderts benutzt und es ist anzunehmen, dass die sich hier ansiedelnden  Völker, wie Hunnen, Ostgoten, Langobarden und Awaren) versuchten, die Vorteile des daraus sich ergebenden Handels für sich zu nutzen. Erst Ende des 8. Jahrhunderts begann die Stadt wieder eine wichtige Rolle zu spielen, als der Frankenkönig Karl der Große die Stadt – jetzt Sabaria genannt – 791 während eines Feldzugs besucht. Wahrscheinlich wollte der König den Geburtsort des Heiligen Martins besuchen, der schon damals der Schutzheilige des ganzen fränkischen Reiches verehrt wurde. Ende des Jahrhunderts wurde West-Transdanubien vom Frankenreich annektiert und verwaltungstechnisch dem Bayrischen Fürstentum angeschlossen. Nach der Karolinger Eroberung gehörte die Bernsteinstraße in ihrer ganzen Länge wieder zu einem einzigen Reich. Pannonien wurde in zwei Grafschaften untereilt: die nördliche Grafschaft auf dem Territorium des heutigen Komitats Györ-Moson-Sopron und die südliche (Raab) Grafschaft auf dem Gebiet des mittelalterlichen Komitats Vas.

Hausfassaden in SzombathelyIm Jahre 900 gelangte West-Pannonien in Besitz der landnehmenden Ungarn, allerdings schützte die unbewohnte Umgebung von Savaria noch 50 Jahre lang als Grenzzone die Grenzen des jungen ungarischen Fürstentums. In den Quellen ist von Sabaria nur mehr als Mitgift von Gisella die Rede. Durch die abnehmende Bedeutung der Bernsteinstraße verlor auch die Stadt an Einfluss und positiver Entwicklungsmöglichkeit. Mit dem, vom Hl. Stephan eingeführten, neuen Komitatssystem wurde Savaria-Sabaria Teil des westlichen Grenzkomitats des Landes. Vasvár mit seiner Burg wurde als Komitatssitz bestimmt – Savaria verlor weiter an Bedeutung.

Seit dem 13. Jahrhundert im Besitz des Bischofs von Györ, erhielt Szombathely im 14. Jahrhundert die Stadtrechte. Ein Privilegbrief mit Sonderrechten stammt allerdings erst aus dem Jahre 1407. Szombathely ist seit dem Mittelalter auch unter den Namen Savaria, Sabaria und Steinamanger bekannt. Ende des 15. Jahrhunderts war die Stadt bereits mit einer Mauer zum Schutz umgeben. Als Grund der Festung diente die römische Stadtmauer, an den Ecken standen runde Türme. Die Stadt hatte auch das Recht Märkte abzuhalten -  in Szombathely wurde im 16. Jahrhundert mindestens fünfmal ein Landesmarkt veranstaltet: vor dem Faschingssonntag, am Georgitag, am Dreifaltigkeitstag, am Frauentag und am Andreastag. Der große Markt zu Ehren des Heiligen Martins am Martintag kam erst viel später dazu.

Der Springbrunnen am Hauptplatz von SzombathelyAls Bischofssitz verfügte die Stadt schon im 13. Jahrhundert über zwei Kirchen: die Kirche des Hl. Martins außerhalb der Stadtmauer und die Kirche der Heiligen Jungfrau – auch Burgkirche genannt. 1346 kamen die Franziskaner in die Stadt, gründeten ein Spital für die Armen und bauten vorerst eine Kapelle und danach ihre gotische Kirche, die sich wie das anschließende Klostergebäude in der Nähe des östlichen Stadttores befand. Die mittelalterliche Hl. Martinkirche und die mehrmals umgebaute Franziskanerkirche sind auch heute noch zu sehen – die Burgkirche ließ Bischof János Szily bei den Bauarbeiten zum Dom nieder reißen. Später mussten sie im Zuge der Reformation die Stadt verlassen und kamen erst während der Zeit der Gegenreformation nach den Jesuiten wieder nach Szombathely zurück.

Szombathely - SistrumHatte die Stadt nach dem Niedergang der Bernsteinstraße einiges an Einfluss und Größe verloren, gewann sie während der Türkenkriege wieder an Bedeutung, da sie nie von diesen bedroht wurde und daher das Stiftkapitel von Vasvár in das sicherere Szombathely verlegt wurde – die Stadt wurde wieder kirchliches Zentrum, Ansiedler zogen aus den von den Türken zerstörten Gebieten nach Szombathely um.

Dennoch hatte die Stadt unter ständischen Kämpfen und Unabhängigkeitskriegen zu leiden. Auch der „Rote Hahn“, wie die Feuerbrünste damals genannt wurden, besuchte des Öfteren die Stadt. Das Altarbild St. Florian in der Franziskanerkirche zeigt das große Feuer, das am 3. Mai 1716 die Stadt zerstörte.

Szombathely - Das Gemälde über die Geschichte der StadtAm 17. Feber 1777 begann eine neue Epoche. An diesem Tag wurde im Rahmen der Landeskirchenreform die Diözese Szombathely von Maria Theresia gegründet, der erste Bischof János Szily von Felsőszopory begann gleich mit dem Ausbau der Stadt im Barockstil vom Architekten Menyhért Hefele unterstützt, der den historischen Stadtkern von Szombathely plante. Die Burg musste dem Bischofssitz und dem Dom weichen und Szily plante seine Kirche gleich für zukünftige Zeiten: und obwohl 1791 die Stadt damals nur an die 2500 Einwohner zählte, sollten in seinem Dom an die 5000 Gläubige Platz finden. Im Zuge der Märzrevolution wurde die Stadt 1848 durch österreichische Truppen besetzt. 1865 wurde die Bahnstrecke Sopron – Szombathely – Nagykanizsa eröffnet und sorgte für einen weiteren Aufschwung, der sich durch den Ausbau der Verbindungen weiter verbesserte. Der 1900 im Sezessions-Eklektikstil errichtete Bahnhof sorgte für eine verbesserte Bequemlichkeit der Reisenden, die industrielle Entwicklung der Stadt begann: es entstanden Maschinen- und Lederfabriken, auch die Ungarischen Motor- und Maschinenwerke ließen sich in Szombathely nieder.

Brunnen - Die Bürger von SzombathelyDie Stadt entwickelte sich aber auch kulturell und wissenschaftlich weiter: Am 19. August 1880 wurde feierlich das erste Theater eröffnet und am 26. August desselben Jahres sorgte die 21. Versammlung der Ungarischen Ärzte und Naturforscher des Gymnasiums mit der Wiederholung des Foucault’schen Pendelversuches in der Kathedrale für Aufsehen. 1895 werden die Elektrischen Werke gegründet und am 4. Juni 1897 wird die erste Straßenbahn in Gang gesetzt. Die Grauen des Zweiten Weltkrieges verschonen Szombathely nicht: am 4. März 1945 wird die Stadt durch englische Flieger in vier Wellen bombardiert, nicht nur Bahnhof und Flughafen werden zerstört, 70% der Gebäude werden dabei schwer beschädigt, 300 Menschen kommen ums Leben.

Szombathely - EisgeschäftDie einrückende Sowjetarmee konfisziert die noch übrig gebliebenen Güter. Bei den Wahlen am 4. November erhalten die Kommunisten nur 9% der Stimmen, daraufhin wird das bisherige Obergespan aufgelöst, der Beamtenapparat umorganisiert und in der Stadt kommunistische Versammlungen abgehalten. Während der Revolution von 1956 wird auch Szombathely erfasst – die Bewegung fordert auch hier Todesopfer, mehr als 500 Menschen werden zur Verantwortung gezogen, 156 zu Gefängnisstrafen verurteilt, einige in die Sowjetunion deportiert. Die 60er und 70er Jahre bringen die für diese Zeit typische Architektur: monumentale Wohnsiedlungen werden errichtet, es wird wenig Rücksicht auf frühere Epochen genommen. Trotzdem hat die Stadt auch diese Zeit gut überstanden. Ende des 20.Jahrhunderts ist die Stadt wieder das größte Handels- und Kulturzentrum der Region, die Grenzen zum Nachbarn sind offen, viele Ungarn und Österreicher pendeln hin und her, Kinder besuchen in den Nachbarländern die Schule.

Das Wappen der Stadt SzombathelyHeute ist sich Szombathely sowohl ihrer Stellung als auch ihrer Vergangenheit bewusst. Stolz verweist man auf die 2000 Jahre Vergangenheit und trägt sie mit dem Savaria Karneval in die ganze Region. Der neu renovierte Isis-Tempel, der Römergarten, aber auch die Veranstaltungen um den Martinitag und vieles mehr bringen viele Besucher in die Stadt, die heute wieder wie früher über den Marktplatz flanieren, die Sehenswürdigkeiten und kulturellen Angebote genießen und sich an den Darbietungen und den Spezialitäten kulinarischer Art erfreuen.

Ruinengarten

Sehenswürdigkeiten

Der Ruinengarten István Járdány Paulovics

Szombathely - Eingang zum RuinengartenIm Bischofs- oder Ruinengarten finden sich die Überreste vieler Jahrhunderte, die uns ein beeindruckendes Bild auf die frühere Stadt geben können. Der Eingang ist gleich rechts neben der Kathedrale und wer Szombathely besucht, sollte sich beide Sehenswürdigkeiten keinesfalls entgehen lassen.  Gleich nach dem Eingang kann man die Reste des kaiserlichen Palastes und der mittelalterlichen Burg erkennen, die vom ersten Bischof von Szombathely für den Bau der Kathedrale abgerissen wurde.

Die Anfänge der Burg stammen aus der Zeit der Arpaden. Ein Kreis von 38 Meter Durchmesser zeigt sowohl die romanische wir auch die gotische Periode der Burg. Die mittelalterliche Burg wurde unmittelbar auf römischen Mauern gebaut, die teilweise zerstört, teilweise beim Bau verwendet wurden. Ein Wassergraben diente der Verteidigung ebenso wie die runden Basteien, die – ebenfalls durch Wassergraben geschützt, mit der äußeren Burgmauer im 15. Jahrhundert errichtet worden waren. In der Mitte des, von einem Kreuzgang gesäumten, Hofes liegen die, an ein zentrales Achteck gebauten, vier-, sechs- und achteckige Nebenräume. Der Boden eines Raumes mit Bodenheizung ist mit buntem Mosaik bedeckt, das Innere war mit Wandgemälden und Marmorgesims verziert.

Zu der kaiserlichen Basilika gehörte eine riesige Aula, die früher für die Basilika des Hl. Quirin gehalten wurde und die vermutlich aus einem Atrium mit Säulen hervorging. Auch hier finden sich eine Bodenheizung und Mosaike, die aus dem 4. Jahrhundert stammen. Der Sockel der Wände wurde von bunten Marmorplatten belegt, die Wände waren mit bunten Fresken und Marmorgesims verziert. Interessant sind die altchristlichen Motive auf den Mosaiken: hier finden sich der Fisch, zwei Delphine, aber auch Blätter und Darstellungen des Granatapfels. Eine Steinmauer, von Kaiser Domitian beauftragt, schütze das frühe Lager. Sie wurde von innen mit viereckigen Türmen befestigt in denen sich die Wachen der Stadt aufhielten, die von hier aus sich nahende Feinde unter Beobachtung hielten. Innerhalb der Stadtmauer neben den Straßen errichtete Vespasian ein Heiligtum, dessen Altäre Jupiter bzw.  Merkur geweiht war. Hier fanden sich Öllichter, Krüge, Opferschüssel, Rauchpfannen, aber auch kultische Urnen mit verbrannten Tierknochen.

An der südlichen Seite des Ost-West Weges stand ein öffentliches Bad, das von Domitian errichtet wurde. Es diente nicht nur dem Baden, sondern war auch für Sport und Erholung geeignet: neben einem Schwimm- und Kaltwasserbecken gab es auch ein Warmwasserbecken mit Zentralheizung, ein Dampfbad sowie eine offene Halle zum Sport oder im Freien liegen. Auf diesem Teil der antiken Stadt befand sich auch das Zollhaus neben dem die in die Stadt führenden Wege zusammentrafen um in die Stadt zu gelangen. Der Hof des Hauses ist mit grauem, feinem Basalt gekennzeichnet. Der römische Zoll war kein Grenzzoll, sondern Brücken, Strassen- und Marktzoll, der von einem Privatunternehmer (meist durch dessen Sklaven) eingetrieben wurde, der am Gewinn prozentual beteiligt wurde. Üblich waren meist 12,5%, die in Ware abgeführt wurden. In der Nord-West Ecke finden sich ein Gasthaus, ein Wohnhaus und eine Töpferwerkstatt zu der ein Lager, das Geschäftslokal und ein Keramikofen gehörten. Im Museum des Ruinengartens befinden sich die hier ausgegrabenen Funde, wie Zollstempel, Münzen, verschiedene Produkte der Töpferwerkstatt, Öllichter und verschiedene Gefäße.

Histor. Park, Lager Savaria Legion, Iseum

Der Historische Themenpark und das Vorführlager von Savaria Legio mit Museum

Auch hier zeigt sich wieder die Verbundenheit der Stadt mit ihrer römischen Vergangenheit. Szombathely und Carnuntum (Petronell – Deutsch Altenburg), beide Städte auch zur Römerzeit verbunden, sind wohl jene beiden Stätten, an denen man am Besten in die Zeit der Römer, ihre Bräuche und ihr Leben eintauchen kann. Beide haben es auch geschafft, Geschichte auch für Kinder und Jugendliche unterhaltsam und interessant zu präsentieren.

Der Historische Themenpark

Hier kann man eine einzigartige, interaktive Ausstellung begutachten und viel über die antiken Naturwissenschaften erfahren. Die Bauten und Geräte der Exposition bringen die Wunder der Wissenschaft und der Technik dem Besucher näher, man erfährt über uralte Materialien und deren Einsatz im Leben der damaligen Menschen und wird mit den alten Lehren und wissenschaftlichen Erkenntnissen bekannt gemacht, vieles ist auch zum Ausprobieren vorhanden. Es gibt hier alte Werkzeuge und Maschinen wie die Förderschnecken, verschiedene Hebewerkzeuge, alles funktionsfähig und zum Ausprobieren. Beim Nachbau der Maschinen verwendete man Materialien der damaligen Zeit und die frühere Produktionstechnik. Man glaubt, dass manche dieser Gerätschaften schon von Archimedes benutzt wurden. Alle, die gerne selbst experimentieren, etwas ausprobieren und an der Römerzeit interessiert sind, sollten dem Themenpark einen Besuch abstatten.

Szombathely, Aréna Strasse
Tel: +36 94 510-160
Email: savariakarnevalt-online.hu
Website: www.temapark.hu (nur Ungarisch)

Öffnungszeiten

1.April bis 30. September: Dienstags bis Samstags von 10:00 – 18:00 Uhr
1. Oktober bis 31. Oktober: Dienstags bis Samstags von 10:00 – 16:00 Uhr

Das Vorführlager der Savaria Legion

Szombathely - Historischer ThemenparkIn der Nachbarschaft des Historischen Themenparks widmet man sich ebenso der römischen Vergangenheit. Im renovierten Gebäude unter der Aréna Strasse 8 befindet sich das Museum, das die komplette Ausrüstung, die Lagereinrichtung, ein Teil der Werkstatt und die Gebrauchsgegenstände der XV. Appoliniaris Legion aus dem 1. Jahrhundert zeigt. Im Rahmen einer Führung kann man auch einer Vorführung der richtigen Lagerordnung beiwohnen – wohl eine der außergewöhnlichsten Geschichtsstunden, die abgehalten werden können.
Allerdings ist eine Voranmeldung unbedingt notwendig (Montag bis Freitag von 9:00 – 15:00 Uhr)

Szombathely, Aréna Strasse
Tel: +36 94 510-160
Email: savariakarnevalt-online.hu

Das Iseum

Szombathely - IseumDer Kult der ägyptischen Göttin kam wahrscheinlich von Alexandria ausgehend in das römische Reich. Im griechischen und später auch im römischen Kulturkreis wurde die Figur der Isis mit zahlreichen neuen Elementen bereichert und zum Anfang der Kaiserzeit war sie eine der mächtigsten Göttinnen im Pantheon, sie avancierte zur Herrscherin der Götter (Isis Regina). Ihr Heiligtum (80 x 490 m groß) la nach römischer Tradition ursprünglich außerhalb der Stadtmauern. Septimius Severus oder Caracalla schmückten das Gebäude mit einem imposanten Portikus und einer Hauptfassade mit Marmorfiguren.

Um 370 wurde das Heiligtum abgerissen, durch die weite Verbreitung des Christentums hatte es keine Bedeutung mehr und an seiner Stelle wurde eine Kornkammer errichtet. Erst im 20. Jahrhundert begannen die Forschungs- und Ausgrabungsarbeiten: zwischen 1955-1962 wurde das Iseum teilweise freigelegt und rekonstruiert, aber erst 2001 erfolgten neue Forschungen, die mit Funden des heiligen Bezirkes (temenos) und Fragmente der Überschrift der Hauptfassade, sowie einigen wertvollen Marmorskulpturen belohnt wurden. Im Juni 2008 begann die Rekonstruktion des Iseums. Im Zuge der Neugestaltung wurden wieder wie früher um das Heiligtum Gebäude errichtet, die es ähnlich wie die Bauwerke früher umgeben. In diesen Räumen ist nun eine interaktive Ausstellung eingerichtet, die die Funde des Iseums und die Religionsgeschichte Pannoniens zeigt. Auch das zentrale Altargebäude ist rekonstruiert.

Ein Ausstellungsraum im Iseum in SzombathelyZusätzlich wurde eine alte Tradition wieder aufgenommen: im Sommer erklingen wieder die wunderbaren Töne der Zauberflöte durch Szombathely und das Iseum bietet den wunderbaren Rahmen für die Mozartoper. Da die Renovierungsarbeiten teilweise noch immer andauern, bitte erkundigen Sie sich in jedem Fall vorher ob der Eintritt möglich ist. Wir konnten eine wunderbare Ausstellung der Werke Giambattista Piranesi (1720 – 1778) bewundern. Der gebürtige Venezianer, Architekt und Künstler in einer Person, kam bereits in jungen Jahren nach Rom, wo er sich aufgrund seiner schwierigen finanziellen Lage mit Architekturzeichnungen beschäftigte und einer der führenden Vertreter, der als „Vedute“ bezeichneten Kunstgattung wurde. Damals – in der Mitte des 18.Jahrhunderts – hatte sich Rom zum beliebten Ziel des Kulturtourismus entwickelt und die Veduten (Veduta, die Ansicht oder Aussicht von Städten oder Landschaften, die möglichst wahrheitsgetreu dargestellt wurden) waren beliebte Souvenirs der Reisenden. Die strenge Monumentalität der antiken Ruinen beeindruckte Piranesi und seine Zeichnungen des antiken Roms beeindrucken noch heute die Besucher. Viele Blätter aus dieser Schaffensperiode befinden sich in Szombathely und sind es Wert dem Iseum einen Besuch abzustatten.

9700 Szobathely, Rákóczi F. Str.
www.szombathely.hu

Der Hl. Martin und Savaria

Der heilige Martin und Savaria

Szombathely, die Leidensstadt des Hl. Quirins, hat als Geburtsstadt des Hl. Martins aber auch eine große christliche Tradition, an die alljährlich nicht nur der Martinsmarkt und das Ganslessen erinnert. Im 4. Jahrhundert lebte in Savaria bereits eine größere christliche Gemeinde, der sich der Bischof von Siscia Quirin anvertraute. Trotzdem wurde Quirin angeklagt, im Stadttheater zum Tode verurteilt und am 4. Juni 303 wurde er mit einem Mühlstein um den Hals im Bach Perint ertränkt.

Martin wurde 316 als Sohn eines römischen Offiziers geboren und trat, nach Sitte der Familie in das römische Heer ein. Martin wurde bald durch seine charismatische Persönlichkeit und seine Güte bekannt. Laut einer Legende teilte er an einem kalten Wintertag am Stadttor von Amiens seinen Mangel mit einem zitternden Bettler. In der darauffolgenden Nacht erschien ihm im Traum Jesus Christus, um ihm mitzuteilen, dass eigentlich er der Bettler war, dem Martin geholfen hatte. Beeindruckt von diesem Traum ließ er sich taufen und als er 20 Jahre alt war, verließ er trotz des Verbotes seines Vaters die Armee und ging nach Osten um die Menschen zum christlichen Glauben zu bekehren. Als er einmal zu Hause weilte, taufte er auch seine Mutter. Auf seinen Pilgerfahrten besuchte er fast ganz Europa – so kam er auch durch Italien, Slowenien, Deutschland und Frankreich. Um das Erlangen seiner Bischofswürde rankt sich ebenfalls eine Legende: aufgrund seiner Bescheidenheit traute er sich nicht das Amt des Bischofs von Tours anzutreten und versteckte sich in einem Geflügelstall – doch die Gänse verrieten ihn durch ihr Geschnatter und so wurde auch die Gans zu seinem Symbol. Martin führte auch als Bischof ein strenges und enthaltsames Leben, das sich auch weiterhin durch seine Menschenliebe und Güte auszeichnete. Auch um seinen Tod rankt sich eine Erzählung: so wird überliefert, dass sein Leichnam nach seinem Tod per Schiff auf der Loire nach Tours befördert wurde und während dieser Fahrt – an einem kalten Novembertag – begannen am Flussufer alle Obstbäume an denen das Schiff vorbeifuhr zu blühen.

Der Hl. Martin gilt als Schutzheiliger der Bettler, Soldaten, Pferdehalter, Gänsezüchter, aber auch von Weinbauern und Fassbindern. Außerdem erbittet man seine Hilfe im Falle von Kinderkrankheiten, bei Rotlauf oder eitrigen Krankheiten. Die Verehrung des Hl. Martins begann bereits in Ungarn vor der Landnahme, Persönlichkeiten wie Karl der Große oder der Heilige Stephan verehrten ihn und letzterer erwählte ihn auch zum Schutzheiligen von Ungarn.

Mehrere Schriftstücke und auch Denkmäler belegen bis heute die Verehrung für den Hl. Martin: so steht im Privilegbrief des Königs Ferdinand II. von 1635 dass die Stadtbewohner von der Zahlung der Kammersteuer freisprach, so sie jedes Jahr zu Ehren des Hl. Martins 40 Forint zugunsten der Kirche, des Pfarrers und der Armen der Stadt entrichteten.

Seit 1995 feierte die Stadt den Martinstag mit einem reichhaltigen kulturellen, kirchlichen und gastronomischen Programm, 2005 wurde der Weg von Tours nach Szombathely zur Europäischen Kulturstraße erklärt und von 2003 – 2007 wurde sieben neue Pilgerwege ausgebaut, deren Ausgangspunkt bzw. Ziel Szombathely ist.

Das Besucherzentrum Sankt Martin und die Martinskirche

Szombathely - MartinskircheDas Besucherzentrum Sankt Martin ist nicht nur der Ausgangpunkt des Europäischen Kulturweges, sondern es beherbergt verschiedene Ausstellung über den Heiligen Martin, Sie bekommen Informationen über die Pilgerwege und auch die jüngsten Besucher wurden nicht vergessen: man kann Erinnerungsstücke aus dem Leben Sankt Martins anfertigen und mit nach Hause nehmen, Blei gießen, Münzen prägen, Siegeln aus Wachs fertigen oder St. Martins Lampions basteln. Ein großes Mosaik im Hof des Pfarrhauses zeigt die wichtigsten Stationen des Lebensweges des Heiligen und das Netzwerk der europäischen Pilgerwege. Hier, im östlichen Teil der Stadt (bis 1886 ein eigenständiges Dorf Szentmárton) befindet sich auch die zu Ehren des Heiligen geweihte Martinskirche, die der Legende nach über seinem Geburtshaus errichtet worden ist. Über dem Triumphbogen über der nördlichen Nebenkapelle findet man die Inschrift „Hic natus est sanctus Martinus“ – hier wurde Sankt Martin geboren.

Archäologische Ausgrabungen in den Jahren 1989-1992 bewiesen, dass sich weder unter der Kirche noch unter der Kapelle irgendein Objekt aus der Römerzeit befindet, das aus dem Geburtshaus des Martins entstanden sein sollte. Beweisbar ist, dass sich auf diesem Gebiet bereits im 1. Jahrhundert n.Chr. der östliche Friedhof der Stadt befand. Wahrscheinlich wurde das Grabmal des Hl. Quirin als Ort des Geburtshauses identifiziert. Über diesem wurde nämlich als Erinnerung an den Märtyrer eine Kirche errichtet. An Stelle der heutigen Barockkirche stand bereits im 9. Jahrhundert eine Kirche, die immer wieder umgebaut und erneuert wurde. Im letzten Drittel des 11. Jahrhunderts wurde sie abgerissen und danach wurde eine einschiffige kleine Kirche mit halbkreisförmiger Apsis aus römischen Ziegeln errichtet. Mitte des 13. Jahrhunderts erfolgte ein Umbau in spätromanischen Stil. Die gotische Kirche wurde Ende des 14. Jhd. errichtet und noch im Laufe des 15. Jahrhunderts war sie die einzige Pfarrkirche der Stadt. Nachdem sie 1638 in den Besitz des Dominikanerordens kam, begannen größere Umbauarbeiten, die aber nicht vollendet wurden, da die Kirche 1668 einstürzte. Der Bau der heutigen Barockkirche zwischen 1668 und 1674 wurde durch eine Spende von Batthýany Erzsébet ermöglicht, 1930 und 1931 wurde sie nochmals umgebaut.

An ihrer östlichen Mauer befindet sich der barocke Altar – in einer Heiligennische ist der Bischof mit Bischofsstab und einer Gans zu sehen. Im geschnitzten Heiligenschrank darunter wird zu festlichen Anlässen eine Reliquie des Heiligen (ein Stück seines Fingerknochens) ausgestellt. Das Ölgemälde „Sankt Marin und der Bettler“ stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts: Martin ist hier in Husarenkleidung dargestellt und die naturalistische Darstellung des Bettlers, der zugleich behindert oder krank ist und sich auf eine Krücke stützt, verleiht dem Gemälde eine außerordentliche Spannung und der Tat des Heiligen eine noch größere Bedeutung. Bereits im 12. Jahrhundert pilgerten die Menschen hierher um den Bischof um Hilfe zu bitten, wahrscheinlich stammt die aus Stein gefertigte Statue, die den Bischof in Sitzposition zeigt aus dieser Zeit. Viele Stiche aus der Zeit zeigen die Abbildung der Kirche, der Gnadenstatue der Heiligen Jungfrau Maria und den Heiligen Martin. Sehenswert ist auch die wunderschöne Monstranz, die die Dominikanergemeinde beim Wiener Goldschmiedemeister Adam Tantz fertigen ließ, auf der neben der Heiligen Jungfrau Maria und den dominikanischen Heiligen auch Sankt Martin zu sehen ist.

9700 Szombathely, Szent Márton Straße 40
Tel: +36 94 505 570
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Website: www.katolikus.hu/szombathely/marton/marton-de.html (Ungarisch, Deutsch, Englisch)

Der Friedhof St. Martin

Er ist einer der ältesten Friedhöfe der Stadt und besteht seit dem 1. Jahrhundert n. Chr.  Hier wurden die Opfer der Pestseuche aus den Jahren 1710-11, jene der Brände aus den Jahren 1716, 1749 und 1817, sowie der Cholera aus 1850 und der Typhusepidemie von 1908 beigesetzt. Die Opfer des 1. Weltkrieges wurden erst in den 20erJahren in den Heldenfriedhof hinübergebracht und hier ruhen auch verdiente Funktionäre, Politiker, Gewerbetreibende, Unternehmer und einfache Menschen, die zur positiven Entwicklung Szombathelys beitrugen.

Im 2. Weltkrieg wurde auch der Friedhof von mehreren Bomben getroffen und viele Grabdenkmäler zerstört. Heute stammen die ältesten Grabsteine aus dem 19. Jahrhundert. Im Zentrum des Friedhofs befindet sich ein Kreuzweg, um den in den 30er Jahren einige wertvolle Schnitzereien aufgestellt wurden. Der Grabstein von Nikits Franciscus, geschaffen vom Meister Ignác Raffensperger, gehört zu den schönsten Schnitzwerken des Friedhofs.

Der Sankt Martin Brunnen

Bereits ein Dokument aus dem 14. Jahrhundert berichtet über den vor der Kirche stehenden Brunnen, dessen Durchmesser mehr als einen Meter beträgt und mit Steinen von Csatár ausgelegt ist. Laut der Legende aus dem Mittelalter taufte der nach Hause zurückgekehrte Martin seine Mutter mit Wasser aus diesem Brunnen. Der im Laufe der Zeit mehrmals umgebaute Brunnen wurde von den Bewohnern der Siedlung als öffentlicher Brunnen genutzt. Der Brunnen selbst wurde auf zahlreichen Stichen und Gemälden verewigt: so ist bekannt, dass er über einen geschmückten Kranz und über ein Schöpfwerk verfügte, auf dem oben das Bild von Sankt Martin zu sehen war. 1938 wurde die Nutzung des Brunnens eingestellt, er wurde mit Betonplatten bedeckt und die Statue von István Rumi Rajki „Sankt Martin tauft seine Mutter“ ziert nun das Denkmal.

Dom, Bischofspalast, Museum Smidt

Die Kathedrale

Die Kathedrale von SzombathelyDer Dom von Szombathely ist die drittgrößte Kirche von Ungarn. Bischof János Szily ließ die Burg und die Burgkirche abreißen, um an ihrer Stelle und auf den römischen Ruinen die Kirche bauen zu lassen, die als Hauptwerk von Menyhért Hefele gilt. Der Grundriss hat die Form eines lateinischen Kreuzes mit einem verlängerten Chorteil und einen kurzen Kreuzschiff-Flügel. Obwohl die Stadt zur Zeit des Baues 1791 nur 2500 Einwohner hatte, wurde die Kirche so konzipiert, dass sie 5000 Gläubige Platz finden konnten. Hier im Dom wurde der Foucault’sche Pendelversuch, der den Erdumlauf beweist, von Adolf Kuncz und Loránd Eőtvős wiederholt.

Das Hauptschiff des Doms von SzombathelyIm Zweiten Weltkrieg wurde die Domkirche bei einem Bombenangriff schwer beschädigt und nur ein kleiner Teil der wunderbaren Deckenfresken und die Altargemälde konnten gerettet werden. 1913 überließ der Erzbischof von Tours eine der Reliquien des Heiligen Martins Szombathely. Ein Stück seines Schädels wurde in eine, von István Tóth gefertigte, Herme gelegt. Aus der gleichen Zeit stammt auch der Kelch des Kanonikus Sándor Tauber, der als Meisterwerk der Düsseldorfer Firma Beumers gilt und in dessen unteren Teil das Emailbild von Sankt Martin zu sehen ist. Das Altarbild des Kreuzschiffes trägt den Titel „Der Wundertäter Sankt Martin“ und stammt von Franz Anton Maulbertsch, der es 1791 fertigte. Das Altarbild zeigt den unsterblichen Bischof von Tours im Lichte seiner Wunder, in seiner linken Hand hält der Hl. Martin den Bischofsstab und segnet die Menschen. Vorne auf dem Bild ist der Bettler von Amiens zusehen, hinter ihm das taube Mädchen von Chartres und St. Paulinus von Nola.

Der Bischofspalast

Szombathely - Der BischofspalastDer schöne Palast im Stil des Spätbarocks wurde Ende des 18. Jahrhunderts nach Plänen von Menyhért Hefele gebaut. Von der gewölbten Wageneinfahrt im Erdgeschoss führt ein dekoriertes Treppenhaus in den schönsten Saal des Schlosses, dessen Innenraum ein Wandgemälde von Anton Maulbertsch aus dem Jahr 1783 ziert. Über dem Haupteingang sieht man die Verbreitung des neuen goldenen Zeitalters des Christentums in den vier Weltteilen. Ein weiteres Bild zeigt, dass mit der Gründung des Bistums auch im alten Savaria das Goldene Zeitalter ausbricht: vor der Frauengestalt in Stola, die das Bistum symbolisiert, sieht man die Heiligen von Szombathely – St. Martin und St. Quirin. Die aus dem Füllhorn fließende Blumenflut symbolisiert die Wiedergeburt des uralten Ruhmes der Stadt durch die Gründung des Bistums. Martin ist im Bischofsornat mit dem Bischofsstab dargestellt, die Komposition wird mit der Gestalt des Bettlers, neben ihm die Gans vollendet. Im Museum der Diözese wird eine Monstranz aus Silber aufbewahrt, die die Szene mit Martin und dem Bettler zeigt und die von Szaniszló Márton, einem Goldschmied aus Szombathely im 18. Jahrhundert geschaffen wurde.

Die Sala Terrena

Die Sala Terrena, im Erdgeschoß des Bischofspalasts, gilt als das älteste Museum Ungarns. Hier bewahrte Beschof Johann Szily alle jene Steine (beschriftet!) auf, die während des Baus des Doms gefunden wurden. Sie stammen von der mittelalterlichen Burg oder aus der Römerzeit. Diese Funde wurden bereits von König Mathias bewundert. Die Wände sind mit Fresken von Dorffmeister geschmückt, die antike Denkmäler von Savaria zeigen.  Während das Bischofpalais in der Regel nicht besucht werden kann, lohnt sich ein Ausflug in die Sala Terrena.

9700 Szombathely, Mindszenty Jósef Platz 1
Tel: +36 94 317 929
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Website: www.martinus.hu (Ungarisch)

Museum Smidt

Auf der südöstlichen Bastei der Burg wurde das Haus errichtet, das das Museum Smidt beherbergt. Darauf stützen sich die Gewölbe der Keller bzw. des Kellergeschosses. Das Museum wurde 1968 von Dr. Lajos Smidt gegründet, der seine Privatsammlung an die Stadt Szombathely und das Komitat Vas verschenkte. Der Leiter und Oberarzt des Krankenhauses der Stadt sammelte nicht nur Kunstgegenstände sondern auch medizinische Gegenstände, die einen Besuch interessant machen.

Im Museum sind mehrere ständige Ausstellungen untergebracht: Archäologische Funde aus dem Komitat Vas, eine kriegshistorische Sammlung (1948-49, I. und II. Weltkrieg, 1956, Schwert und Säbelsammlung aus der Monarchie), eine Geld- und Münzsammlung, die Medizinhistorische Ausstellung, eine Ausstellung zum Thema Glaskunst, eine Exposition von antiken und seltenen Büchern, die Sammlung von Wohnungseinrichtungen im Stil des Barock, Empire und Biedermeier (Möbel, Porzellan, Goldschmiedearbeiten, Uhren, Trachtengeschichte)

9700 Szombathely, Hollán Ernő Str. 2
Tel: +36 94 311-038
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Website: www.savariamuseum.hu (Ungarisch)

Synagoge, Rathaus, Hauptplatz

Die Synagoge

Szombathely - Die SynagogeDas ehemalige jüdische Gotteshaus wurde von Ludwig Schöne mit orientalischen und romntischen Elemente geplant und wird seit 1975 als Konzertsaal (Bartok Saal) und als Musikschule genutzt. Das Gebiet war früher das Eigentum derer von Batthány, die die Genehmigung für die Ansiedlung der Juden gaben. Später hat die jüdische Gemeinde das Gebiet gekauft und die Synagoge bauen lassen. Der Bartok-Saal kann nur in Verbindung mit einem Konzert besucht werden. Eine reine Besichtigung der Synagoge ist nicht möglich. Neben der Synagoge befindet sich das Denkmal der im 2. Weltkrieg verschleppten Juden.

9700 Szobathely, Batthyány Platz

Das Rathaus und der Brunnen

Der Brunnen der Bürger von Szombathely vor dem RathausWährend das Rathaus nicht zu den schönsten Gebäuden der Stadt gehört und noch an die kommunistische Zeit mit ihren typischen Bauten erinnert, sollten Sie sich auf jeden Fall aber den Brunnen davor ansehen. Vorbild der Gestaltung scheint der Brunnen der Bürger von Calais von Auguste Rodin zu sein. Für die Bürger von Szombathely hat er eine besondere Bedeutung: heißt es doch, dass man sein Wasser trinken musste, um als Bürger der Stadt aufgenommen zu werden. Vergessen Sie nicht auch einen Blick in die gebogene Gasse dahinter zu machen. Sie zeigt, wie alle anderen Gassen mit Biegung, dass hier früher die Stadtmauer verlief.

Der Hauptplatz

Der Hauptplatz von SzombathelyEr ist der unbestrittene Mittelpunkt der Stadt. Die dreieckige Form besitzt er bereits seit dem 13. Jahrhundert. Die Dreifaltigkeitssäule, die in ziert, stammt aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Ihr Standplatz war früher vor der Kirche, erst im Jahr 2000 würde sie am Hauptplatz aufgestellt.  Obwohl auch hier im Zweiten Weltkrieg – wie in der ganzen Stadt – viele Häuser durch Bombenangriffe beschädigt wurden, sind heute viele wunderschöne Häuserfassaden im Sezessions-, aber auch Barockstil zu bewundern. Machen Sie bei schönem Wetter eine kleine Kaffeepause, zum Beispiel im Art Café, und genießen Sie die Atmosphäre. Wenn es durch seine Form vielleicht nicht gleich auffällt, hat der Hauptplatz die gleichen Ausmaße wie der Markusplatz in Venedig; ein Beweis für den Reichtum der Stadt bereits in früheren Jahren. Einige Highlights sollten Sie nicht verpassen: So ist auch hier die Römerzeit mehr als präsent. Am besten sehen Sie dies in einer Bankfiliale, die mit einem Glasboden den Einblick in die „Unterwelt“ gewährt. Schauen Sie in die Innenhöfe und Durchgangspassagen und entdecken Sie die auch jene kleinen Schönheiten der Stadt, die vielleicht nicht gleich auf den ersten Blick zugänglich sind. Wenn Sie Richtung Informationszentrum schlendern finden Sie auf der rechten Seite James Joyce an einer Hauswand lehnen. Leopold Bloom, die Hauptfigur seines weltberühmten Romanes Ulysses, stammte aus Szombathely. Und so feiert man auch hier alljährlich einen Bloomsday. Ein Stück weiter finden Sie eine Plastik, auf der alle Meilensteine der Stadtgeschichte verewigt sind und in einem Hof findet sich ein riesiges Gemälde an der Hauswand, das die wichtigsten Eckpunkte der Stadtgeschichte zeigt.

Weitere Infos, Bildershow und Plan

Interessante Links

Wikipedia
Website der Stadt (Deutsch, Englisch, Ungarisch)
Urlaub in Ungarn (Deutsch)
Uralubstipps Ungarn

Tipps

Nach Szombathely kommen Sie bequem und mit dem ÖBB EU-Regio-Ticket auch günstig mit der Bahn. Vom Bahnhof sind es vielleicht 10 Minuten Fußmarsch zum Stadtzentrum. Besonders bei den vielen Veranstaltungen, wo man vielleicht auch das eine oder andere Gläschen in der Stadt verkosten will, empfiehlt sich diese Anreiseform.

Hier finden Sie alle Informationen wie Zeiten, Ticketpreise und Ausgangsbahnhöfe.

Bildershow Szombathely


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