PustevnyIn den Besikiden, nahe der Grenze zur Slowakei finden sich einige Leckerbissen für Kulturfreunde, aber auch für sportlich Interessierte. Eines davon ist Pustevny – und wenn Sie einmal einen Skiausflug oder einen Wandertag machen möchten und dabei Pause in einem Gipfelhaus im Jugendstil machen wollen, sind Sie hier genau richtig.

Pustevny befindet sich östlich des Gipfels des Radhošt’ auf dessen langgestreckten Bergrücken in den Mährisch-Schlesischen Beskiden. Bis ins 19. Jahrhundert gab es af dem Radhošt’-Kamm eine Einsiedelei, die jedoch nach dem Tod des letzten Besitzers 1874 aufgegeben wurde. Bereits 1898 wurde der slowakische Architekt Dušan Jurkovič mit der Errichtung einer Berghütte beauftragt. Jurkovič baute im Jugendstil mit Elementen der slowakischen Volksarchitektur. Jurkovič errichtete zwei Häuser Maměnka und Libušín – bei beiden zeichnet Mikoláš Aleš für die Inneneinrichtung verantwortlich. Außerdem entstand in dieser Zeit auch noch ein gezimmerter Glockenturm im walachischen Stil nach Plänen von Jurkovič. Die beiden Bauten Maměnka und Libušin wurden 1955 zum Nationalen Kulturdenkmal erhoben.

PustevnyDas alles wäre Ende des 2.Weltkrieges fast zerstört worden, wenn nicht die Partisanenbrigarde von M.R. Štefánik eingeschritten wäre. Eine Gedenktafel erinnert noch heute am Ältesten Haus des kleinen Orts an das Geschehen.

Im Winter bietet das Skigebiet Pustevny 9 Schlepplifte, einen Doppelsessellift sowie elf Abfahrtspisten für Skifahrer aller Leistungsstufen, im Sommer ist es Ausgangspunkt vieler Wanderungen unter anderem zu der 1105m hohen Kuppe südwestlich, auf der 1931 eine von Albín Polášek geschaffene Statue des heidnischen Gottes Radegast aufgestellt wurde. Allerdings erwies sich diese Skulptur den Witterungsbedingungen nicht gewachsen und wurde daher 1998 durch eine von Jan Sobek geschaffene Kopie aus festem Granit ersetzt. Das Original befindet sich heute in der Eingangshalle des Rathauses von Frenštát pod Radhoštěm. Radegast ist ein heidnischer Gott der Fruchtbarkeit, aber auch der Gastfreundschaft mit Stierkopf, Füllhorn, Ente und mit walachischen Bundschuhen. Um ihn und die Gegend ranken sich viele Legenden: so sollen in künstlich geschaffenen Höhlen unter seinem Standbild reiche Schätze verborgen sein, darunter eine Statue des Gottes aus reinem Gold. Es wird auch von einer Expedition erzählt, die tatsächlichen einen Goldschatz gefunden haben soll. In diesem Legenden liegt aber auch ein Teil Wahrheit: so gibt es hier ein umfangreiches Höhlensystem, bislang sind 370 Meter erforscht, die größte Höhle misst 6 x 3 Meter und es gibt ein wahres Labyrinth an Gängen. Der Radhošt’ wird aber auch als Berg der Hexen und der Sabbatfeiern gesehen, die vor allem in den Walpurgisnächten ihr Untreiben feiern.

PustevnyAm Gipfel in 1129 Meter findet sich die Kapelle St.Cyrill und Method, die zu Ehren der beiden Slawenapostel, die hier in frühchristlicher Zeit missionarisch tätig gewesen sein sollen, im Jahre 1898 fertig gestellt wurde. Später verkleidete man die Kapelle mit Schindeln und baute einen Glockenturm und Rundgang an. Das Innere der Kapelle wird von acht Fenstern erleuchtet, die mit Szenen aus dem Leben der Heiligen und den böhmischen und mährischen Schutzheiligen geschmückt sind. Den Altar ziert ein Gemälde der Walachischen Madonna.

Mit dem Auto gelangen Sie über Prostřední Bečva nach Pustevny, die Talstation des Sesselliftes liegt beim Hotel Ráztoka in Trojanovice.

Interessante Links

www.czechtourism.com (Deutsch, Englisch, ….)
www.czech-tourist.de/beskiden_pustevny.htm (Deutsch, Englisch)
www.pustevny.tschechische-gebirge.de (Deutsch, Englisch, Tschechisch, Polnisch)

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