Mit der viertgrößten Stadt verbindet man zu aller erst das Pilsner Bier, Namensgeber und Urahn aller „Pils“, die so um den Erdball getrunken werden. Manche verbinden mit der Stadt Industrie und Skoda – auch nicht ganz falsch. Aber wussten Sie von ihrer wunderschönen Innenstadt, dem Puppenmuseum, der böhmischen Madonna und wie ein Kamel ins Wappen der Stadt kam? Nein? Dann wollen wir hier einiges über Pilsen erzählen, aber gleich zu Beginn der Tipp: Am besten Sie schauen sich das alles selbst an ….

Geschichte

Plzeň (Pilsen) - Der Konzertsaal in der BesedaPilsen wurde 1295 im Auftrag des böhmischen Königs Wenzel II. gegründet. Zwar existierte bereits ungefähr fünfzehn Kilometer vom heutigen Pilsen entfernt eine Stadt „Altpilsen“, diese jedoch lag in einem Teil und war daher durch die natürliche Umgebung in ihrem Wachstum begrenzt. Pilsen wurde an einem strategisch wichtigen Platz gegründet: einerseits war die Stadt durch den Zusammenfluss von vier Flüssen (Mies, Radbusa, Úhlava und Úslava) gut geschützt, auf der anderen Seite lag sie an drei wichtigen Handelswegen, die von Prag nach Regensburg, Nürnberg und Sachsen führten. Durch die Zolleinnahmen war auch bereits ein wirtschaftlicher Grundstein gelegt, die die Stadt bereits im Mittelalter zur drittgrößten Stadt in Böhmen - hinter Prag und Kuttenberg (Kutna Hora) - heran wachsen ließ. Bald nach der Gründung hatte die Stadt bereits 3000 Einwohner und obwohl die jüngste königliche Stadt in Westböhmen, entwickelte sie sich schnell zum politischen und wirtschaftlichen Zentrum der ganzen Region.

Plzeň (Pilsen) - Hruvinek und Spejbl - zwei landesweit bekannte FigurenWie man auch sehr schön am Modell im Rathaus sehen kann, wurde die Stadt sehr großzügig angelegt – rechtwinkelige gerade Straßen zeichnen die Stadt von Anfang an aus. In der Mitte ein riesiger Marktplatz mit 136 x 193 Meter, der zu den größten mittelalterlichen Marktplätzen in Europa gehört. 1300 wird die Stadt erstmals urkundlich erwähnt, nach 1400 werden in Pilsen bereits 46 verschiedene Handwerke aufgezählt. 1417 übernahmen die Hussiten eine kurze Zeit alle wichtigen Positionen der Stadt, kurze Zeit (1419) war sie sogar das Zentrum der Bewegung. Der berühmte Heerführer Žižka gehörte zu den bedeutenden Persönlichkeiten der Stadt – er erzielte 1419 seinen ersten Sieg in der Schlacht bei Nekmíř; obwohl er schließlich beide Augen verlor, wurde er nie in einer Schlacht besiegt.

Plzeň (Pilsen) - Das Pilsner WappenPilsen wurde vom westböhmischen katholischen Adel natürlich während dieser Zeit blockiert, die Lage der Hussiten wurde immer schwieriger, sodass sie 1420 die Stadt verließen. Pilsen wechselte sofort an die Seite der königlichen Macht und des Katholizismus. Fünf Mal versuchten die Hussiten in den kommenden Jahren die Stadt einzunehmen, scheiterten aber jedes Mal. Bei der Belagerung der Stadt 1433 hatten die Hussiten ein Kamel, ein Geschenk des polnischen Königs, mit dabei. Die Pilsner waren so fasziniert von dem unbekannten Tier, dass sie es unbedingt in ihren Besitz bringen wollten. So wurde ein Ausfall versucht und es gelang ihnen wirklich das Tier zu erbeuten und in die Stadt zu bringen. Das Kamel lebte angeblich sehr lange in der Stadt und wurde möglicherweise später an Nürnberg verschenkt. Nach den Hussitenkriegen wurden alle Städte die König Sigismund geholfen hatten, reich beschenkt – so auch Pilsen: Steuern, Maut und sonstige Gebühren wurden erlassen und er schenkte Ihnen das Kamel ins Stadtwappen.

Plzeň (Pilsen) - Blick auf die Stadt1468 fand ebenfalls ein wichtiges Ereignis in der Geschichte der Stadt statt. Zum ersten Mal wurde hier die Technologie des Buchdrucks angewandt.

1599 brach in Prag eine Pestepidemie in Prag aus, worauf Rudolf II. mit seinem Hofstaat nach Pilsen übersiedelte und das Reich von hier aus regierte. Er lebte im „Weißen Haus“ links neben dem Rathaus (heute Sitz des Informationszentrums), das bis heute „Kaiserhaus“ genannt wird. Rudolf kaufte es und ließ es zur Residenz ausbauen, allerdings kehrte er nie mehr zurück. Sein einjähriger Aufenthalt war allerdings ein positiver Impuls für die Stadtentwicklung.

Der Dreißigjährige Krieg brachte Pilsen Armut und große Schulden, allerdings blieb die Stadt immer dem Kaiser treu. 1618 wurde sie allerdings nach kurzer Belagerung von einem Heer der Stände unter Ernst von Mansfeld eingenommen und blieb bis 1621 besetzt.

Plzeň (Pilsen) - Das Café in der BesedaAb 1631 war Pilsen Basis eines kaiserlichen Heeres, das zum Schutz der Stadt von einer sächsischen Armee aus Bayern abkommandiert war. Die Unterbringung und Verpflegung der Soldaten belastete die Stadt jedoch wirtschaftlich schwer und führte zu hohen Schulden.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg war die Wirtschaft der Stadt ruiniert, die Vorstädte abgebrannt, die Stadtbevölkerung dezimiert und ein Drittel der Bürgerhäuser in der Innenstadt verwüstet und die Stadt konnte sich nur sehr langsam von dieser Situation erholen. Erst am Ende des 18. Jahrhunderts erreichte die Einwohnerzahl wieder den Stand vor dem Krieg, Pilsen blieb aber dennoch bis ins 19. Jahrhundert eine Provinzstadt ohne größere Bedeutung.

Erst in der zweiten Hälfte erreichte Pilsen wieder Größe und Bedeutung: 1869 entstand hier das Maschinenbauunternehmen Škoda. 1898 hatte das Eisenbahnwerk der Staatsbahnen, das auch in der Stadt beheimatet war etwa 2.000 Angestellte. Zwischen 1861 und 1877 wurde der Pilsner Eisenbahnknoten fertiggestellt, 1899 verkehrte die erste Straßenbahnlinie.

Plzeň (Pilsen) - Das BürgervereinshausŠkoda wurde zu einer der größten Waffenschmiede in Österreich-Ungarn, 1917 arbeiteten 32.000 Arbeiter in der Fabrik, auch in der Zeit des Protektorats wurden hier Waffen für das Deutsche Reich hergestellt, dadurch waren die Škoda-Werke auch das Ziel schwerer Luftangriffe durch die Alliierten.

Doch im Werk wurden nicht nur Waffen hergestellt: in der Zwischenkriegszeit baute Škoda Lokomotiven, Zuckerfabriken, Mühlen, Brauereien, Kraftwerke, etc. 1925 wurde der Automobilhersteller Laurin & Klement – heute Škoda Auto – übernommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden anfangs Dampf- und später E-Lokomotiven hergestellt, aber auch Turbinen und Kraftwerksanlagen, ab den fünfziger Jahren begann man ein ziviles Nuklearprogramm. Nach der Wende1989 wurde der Konzern privatisiert und in einzelne Bereiche aufgeteilt.

Ab 1945 setzte auch hier die Vertreibung der deutschen Bevölkerung ein.

Heute ist die Stadt vor allem durch ihr Pilsner Urquell bekannt, die „Mutter“ aller Pils-Biere, besitzt eine wunderschöne Altstadt mit großem Kulturangebot für Alt und Jung und ist Universitäts- und Bistumsstadt. Pilsen wurde auch zur Kulturhauptstadt 2015 ernannt.

Mit der viertgrößten Stadt verbindet man zu aller erst das Pilsner Bier, Namensgeber und Urahn aller „Pils“, die so um den Erdball getrunken werden. Manche verbinden mit der Stadt Industrie und Skoda – auch nicht ganz falsch. Aber wussten Sie von ihrer wunderschönen Innenstadt, dem Puppenmuseum, der böhmischen Madonna und wie ein Kamel ins Wappen der Stadt kam? Nein? Dann wollen wir hier einiges über Pilsen erzählen, aber gleich zu Beginn der Tipp: Am besten Sie schauen sich das alles selbst an ….

Geschichte

Plzeň (Pilsen) - Der Konzertsaal in der BesedaPilsen wurde 1295 im Auftrag des böhmischen Königs Wenzel II. gegründet. Zwar existierte bereits ungefähr fünfzehn Kilometer vom heutigen Pilsen entfernt eine Stadt „Altpilsen“, diese jedoch lag in einem Teil und war daher durch die natürliche Umgebung in ihrem Wachstum begrenzt. Pilsen wurde an einem strategisch wichtigen Platz gegründet: einerseits war die Stadt durch den Zusammenfluss von vier Flüssen (Mies, Radbusa, Úhlava und Úslava) gut geschützt, auf der anderen Seite lag sie an drei wichtigen Handelswegen, die von Prag nach Regensburg, Nürnberg und Sachsen führten. Durch die Zolleinnahmen war auch bereits ein wirtschaftlicher Grundstein gelegt, die die Stadt bereits im Mittelalter zur drittgrößten Stadt in Böhmen - hinter Prag und Kuttenberg (Kutna Hora) - heran wachsen ließ. Bald nach der Gründung hatte die Stadt bereits 3000 Einwohner und obwohl die jüngste königliche Stadt in Westböhmen, entwickelte sie sich schnell zum politischen und wirtschaftlichen Zentrum der ganzen Region.

Plzeň (Pilsen) - Hruvinek und Spejbl - zwei landesweit bekannte FigurenWie man auch sehr schön am Modell im Rathaus sehen kann, wurde die Stadt sehr großzügig angelegt – rechtwinkelige gerade Straßen zeichnen die Stadt von Anfang an aus. In der Mitte ein riesiger Marktplatz mit 136 x 193 Meter, der zu den größten mittelalterlichen Marktplätzen in Europa gehört. 1300 wird die Stadt erstmals urkundlich erwähnt, nach 1400 werden in Pilsen bereits 46 verschiedene Handwerke aufgezählt. 1417 übernahmen die Hussiten eine kurze Zeit alle wichtigen Positionen der Stadt, kurze Zeit (1419) war sie sogar das Zentrum der Bewegung. Der berühmte Heerführer Žižka gehörte zu den bedeutenden Persönlichkeiten der Stadt – er erzielte 1419 seinen ersten Sieg in der Schlacht bei Nekmíř; obwohl er schließlich beide Augen verlor, wurde er nie in einer Schlacht besiegt.

Plzeň (Pilsen) - Das Pilsner WappenPilsen wurde vom westböhmischen katholischen Adel natürlich während dieser Zeit blockiert, die Lage der Hussiten wurde immer schwieriger, sodass sie 1420 die Stadt verließen. Pilsen wechselte sofort an die Seite der königlichen Macht und des Katholizismus. Fünf Mal versuchten die Hussiten in den kommenden Jahren die Stadt einzunehmen, scheiterten aber jedes Mal. Bei der Belagerung der Stadt 1433 hatten die Hussiten ein Kamel, ein Geschenk des polnischen Königs, mit dabei. Die Pilsner waren so fasziniert von dem unbekannten Tier, dass sie es unbedingt in ihren Besitz bringen wollten. So wurde ein Ausfall versucht und es gelang ihnen wirklich das Tier zu erbeuten und in die Stadt zu bringen. Das Kamel lebte angeblich sehr lange in der Stadt und wurde möglicherweise später an Nürnberg verschenkt. Nach den Hussitenkriegen wurden alle Städte die König Sigismund geholfen hatten, reich beschenkt – so auch Pilsen: Steuern, Maut und sonstige Gebühren wurden erlassen und er schenkte Ihnen das Kamel ins Stadtwappen.

Plzeň (Pilsen) - Blick auf die Stadt1468 fand ebenfalls ein wichtiges Ereignis in der Geschichte der Stadt statt. Zum ersten Mal wurde hier die Technologie des Buchdrucks angewandt.

1599 brach in Prag eine Pestepidemie in Prag aus, worauf Rudolf II. mit seinem Hofstaat nach Pilsen übersiedelte und das Reich von hier aus regierte. Er lebte im „Weißen Haus“ links neben dem Rathaus (heute Sitz des Informationszentrums), das bis heute „Kaiserhaus“ genannt wird. Rudolf kaufte es und ließ es zur Residenz ausbauen, allerdings kehrte er nie mehr zurück. Sein einjähriger Aufenthalt war allerdings ein positiver Impuls für die Stadtentwicklung.

Der Dreißigjährige Krieg brachte Pilsen Armut und große Schulden, allerdings blieb die Stadt immer dem Kaiser treu. 1618 wurde sie allerdings nach kurzer Belagerung von einem Heer der Stände unter Ernst von Mansfeld eingenommen und blieb bis 1621 besetzt.

Plzeň (Pilsen) - Das Café in der BesedaAb 1631 war Pilsen Basis eines kaiserlichen Heeres, das zum Schutz der Stadt von einer sächsischen Armee aus Bayern abkommandiert war. Die Unterbringung und Verpflegung der Soldaten belastete die Stadt jedoch wirtschaftlich schwer und führte zu hohen Schulden.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg war die Wirtschaft der Stadt ruiniert, die Vorstädte abgebrannt, die Stadtbevölkerung dezimiert und ein Drittel der Bürgerhäuser in der Innenstadt verwüstet und die Stadt konnte sich nur sehr langsam von dieser Situation erholen. Erst am Ende des 18. Jahrhunderts erreichte die Einwohnerzahl wieder den Stand vor dem Krieg, Pilsen blieb aber dennoch bis ins 19. Jahrhundert eine Provinzstadt ohne größere Bedeutung.

Erst in der zweiten Hälfte erreichte Pilsen wieder Größe und Bedeutung: 1869 entstand hier das Maschinenbauunternehmen Škoda. 1898 hatte das Eisenbahnwerk der Staatsbahnen, das auch in der Stadt beheimatet war etwa 2.000 Angestellte. Zwischen 1861 und 1877 wurde der Pilsner Eisenbahnknoten fertiggestellt, 1899 verkehrte die erste Straßenbahnlinie.

Plzeň (Pilsen) - Das BürgervereinshausŠkoda wurde zu einer der größten Waffenschmiede in Österreich-Ungarn, 1917 arbeiteten 32.000 Arbeiter in der Fabrik, auch in der Zeit des Protektorats wurden hier Waffen für das Deutsche Reich hergestellt, dadurch waren die Škoda-Werke auch das Ziel schwerer Luftangriffe durch die Alliierten.

Doch im Werk wurden nicht nur Waffen hergestellt: in der Zwischenkriegszeit baute Škoda Lokomotiven, Zuckerfabriken, Mühlen, Brauereien, Kraftwerke, etc. 1925 wurde der Automobilhersteller Laurin & Klement – heute Škoda Auto – übernommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden anfangs Dampf- und später E-Lokomotiven hergestellt, aber auch Turbinen und Kraftwerksanlagen, ab den fünfziger Jahren begann man ein ziviles Nuklearprogramm. Nach der Wende1989 wurde der Konzern privatisiert und in einzelne Bereiche aufgeteilt.

Ab 1945 setzte auch hier die Vertreibung der deutschen Bevölkerung ein.

Heute ist die Stadt vor allem durch ihr Pilsner Urquell bekannt, die „Mutter“ aller Pils-Biere, besitzt eine wunderschöne Altstadt mit großem Kulturangebot für Alt und Jung und ist Universitäts- und Bistumsstadt. Pilsen wurde auch zur Kulturhauptstadt 2015 ernannt.

St. Bartholomäus-Kathedrale

Sehenswürdigkeiten:

St. Bartholomäus-Kathedrale

Pilsen - St. Bartholomäus KathedraleDie Kirche ist das dominanteste Bauwerk der Stadt, das den großen Marktplatz dominiert. Ihre Existenz kann bereits kurz nach der Stadtgründung belegt werden.  Die dreischiffige Kirche ist 58 Meter lang, 30 Meter breit, alle drei Schiffe haben die gleiche Höhe von 25 Meter. Durch die lange Bauzeit kann man alle frei gotischen Stile an der Kathedrale sehen.

Ursprünglich war die Kirche kleiner projektiert – man begann mit dem Presbyterium, entschied jedoch während des Baus, dass man doch eine größere Kirche benötigte und begann ein großes Schiff zu bauen. Doch als beide Teile fertig waren, verlor man die Lust und verband einfach das Hauptschiff mit dem Presbyterium. Noch heute kann man am besten von außen feststellen, dass die Proportionen von Hauptschiff und Presbyterium sehr ungewöhnlich sind.

Pilsen - Der Böhmische Altar in der Bartholomäus-KathedraleDie Kirche hatte früher einen 2. Turm, der jedoch bei einem Brand 1525 beschädigt wurde. Da die Stadt lange Zeit kein Geld hatte, die Kirche zu reparieren, war die Architektur bereits von der Gotik in die Renaissance übergewechselt und niemand wollte mehr einen zweiten Turm, der in der Gotik üblich gewesen war, die Kirche wurde daher einfach nur überdacht.  1835 wurde jedoch auch der andere Turm von einem Blitz getroffen, worauf man auch ihm ein neues Dach bauen musste. Heute ist der Turm 102,6 Meter hoch, in 60 Meter Höhe befindet sich ein Rundgang, der ganzjährig für Besucher geöffnet ist und von dem man, bei schönem Wetter, bis zum 70 km entfernten Böhmerwald sehen kann.

Im Inneren der Kirche befindet sich das wertvollste Kunstwerk: die Pilsner Madonna. Sie wurde 1390 aus Tonschiefer geschaffen und gehört zu den sog. „schönen gotischen böhmischen Madonnen.“ Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Jesuskind im Arm halten und es nicht auf ihrem Schoß sitzt. Madonna und Jesuskind bilden den Buchstaben „S“. Die Pilsner Madonna ist angeblich die erste ihrer Art, alle anderen wurden nach ihrem Vorbild gestaltet. Achten Sie auch darauf, dass das Kind in der Kirche einen Apfel, den Symbol für das Leben, in der Hand hält, das Jesuskind der Mariensäule oder Pestsäule vor der Kirche (eine Kopie der Madonna) hält jedoch einen Schädel, das Zeichen für den Tod.

Pilsen - Bartholomäus-Kathedrale - Die Madonna am HauptaltarDie Madonna ist eingebunden in den Hauptaltar der Kirche. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts führte der Architekt Josef Mocker ausführliche Restaurierungsarbeiten in der Bartholomäus Kirche durch. Er regotisierte die Kirche und entfernte alle Elemente, die nicht dem gotischen Stil entsprachen, darunter viele Barockaltäre. Er entwarf auch den pseudogotischen Hauptaltar, in dessen Mitte die Pilsner Madonna installiert wurde. Links und rechts von ihr stehen Heiligenstatuen, sie sind Überreste der älteren Altäre, der Rest stammt aus dem Restaurierungszeitraum. Unter der Madonna sind die Evangelisten zu sehen, oben in der Mitte steht der Hl. Bartholomäus, ganz oben findet sich der Erzengel Michael.

In einem kleinen Altar links vom Hauptaltar wird in einer Vitrine die Reliquie des Hl. Bartholomäus aufbewahrt.

Pilsen - BartholomäuskircheDie Kreuzigungsszene am Balken stammt aus der Spätgotik, Mitte des 16. Jahrhunderts.  Links sieht man Maria, rechts Johannes, in der Mitte kniet Maria Magdalena. Angeblich war noch eine Statue in die Szene eingebunden, die allerdings verloren ging.

Wunderschön sind auch die zwei großen Seitenaltäre, die aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts nach dem 30 jährigen Krieg stammen und die Hl. Familie zeigen.

Sehenswert auch die Kanzel, deren unterer Teil aus Stein im 14. Jahrhundert, der obere Teil im 19. Jahrhundert aus Holz gefertigt wurde.

Die spätgotische Sternberk-Kapelle ist mit Renaissance-Wandgemälden, die die Geschichte Böhmens darstellen, geschmückt. Die Familie der Sternberks hatte in der Nähe von Pilsen zahlreiche Besitztümer, allerdings ist hier niemand aus der Familie begraben. An der Wand steht der Zinnsarg von Bohunka von Lobkovice (1609) – allerdings wurde die Leiche exhumiert und weggebracht. In der Kapelle steht der böhmische Altar: Er wurde von Prof. Kastner im Jugendstil geschaffen, 1900 auf der Weltausstellung wurde dieser einzigartige Altar mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Auch hier ist die Darstellung der Maria mit dem Kind einzigartig – das Kind sitzt nicht auf ihren Schoss oder wird im Arm gehalten, sondern steht seitlich von ihr nur unterstützt. Rechts sehen Sie den Hl. Wenzel, der Patron der böhmischen Länder, auf der anderen Seite seine Großmutter, die Hl. Ludmilla.

Pilsen - BartholomäuskircheIn einer Ecke der Kapelle kann man auch heute noch eine steinerne Teufelsfratze sehen. Sie diente als eine Art „Sicherheitssystem“, um den Teufel am Betreten der Kirche zu hindern. Da der Teufel sich nicht in den Spiegel schauen kann, nahm man an, dass sein Schreck beim Anblick seiner eigenen Fratze so groß sei, dass er die Kirche sofort verlassen würde.

Die wunderschönen Kirchenfenster ersetzten an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert die ursprünglichen Bleifenster und wurden alle durch Spenden der Pilsner Bewohner finanziert. Vergessen Sie auch nicht den Außenaltar der Kathedrale zu besuchen: die hölzernen Statuen stammen aus dem 14. Jahrhundert – bemerkenswert ist jedoch das Barockgitter mit den Engelköpfen. Darunter finden Sie einen silbernen Kopf, der schon ziemlich mitgenommen aussieht, er ist der Glücksbringer von Pilsen und erfüllt – wenn er angegriffen wird – die Wünsche der Gläubigen. Eine Legende erzählt den Hintergrund: Einst wollte der Pilsner Henker heiraten. Pilsen - Bartholomäus-Kathedrale, Altar Peter und PaulDa sein Handwerk geächtet war, durfte er die Kirche nicht betreten und ein Freund zog mit seiner Braut vor den Altar in die Kirche an Seines statt.  Der Henker aber blieb außerhalb der Kirche und kniete vor dem Außenaltar. Ganz Pilsen war damals auf den Beinen, um die Hochzeit des Henkers mit zu verfolgen. Als die Trauung zu Ende war und der Henker aufstand, hielt er sich an eben diesen Engelskopf fest. Das sahen die Bewohner von Pilsen und dachten, dass es Glück bringen müsste, diesen Kopf nach ihm anzufassen. Seit dieser Zeit kommen Besucher und Bewohner zu diesem Altar um den Engelskopf zu berühren und um die Erfüllung der Wünsche zu bitten.

Die Deutschritter, die gleich nach der Gründung der Stadt in Pilsen eintrafen, hatten von Anfang an – fast 200 Jahre – das Patronat über die Kirche, danach fiel es an die Stadt. Heute ist Pilsen ein Bischofssitz, wodurch die Kirche zur Kathedrale erhoben wurde.

Hauptplatz Sehenswürdigkeiten

Der Hauptplatz (nám Republik)

Pilsen - Die Madonnastatue der Mariensäule am HauptplatzPilsens Straßen wurden bereits bei seiner Gründung schön rechtwinkelig und übersichtlich entworfen – in der Mitte der riesige Marktplatz, 136 x 193 Meter groß, der zu den größten mittelalterlichen Marktplätzen in Europa gehört.

Neben der Bartholomäus-Kathedrale steht die Pest- oder Mariensäule, die aus dem Jahre 1683 stammt. Wie viele andere Städte wurde Pilsen mehrere Male von der Pest heimgesucht. Die Madonna ist – wie bereits erwähnt – eine Replik auf die Pilsner Madonna, deren Original sich am Hauptaltar in der Kirche befindet. Zwei Unterschiede gibt es zwischen beiden Statuen: die Madonna der Mariensäule ist vergoldet und das Jesuskind hält hier einen Schädel als Zeichen des Todes in der Hand.

Seit August 2010 stehen drei Brunnenplastiken auf dem Platz, die mit echtem Gold vergoldet, drei Zeichen des Pilsner Stadtwappens symbolisieren, nämlich den Engel das Kamel und den Hund. Die Brunnenschüsseln sind aus Marmor aus China. Rund um den Hautplatz befinden sich viele schöne und interessante Häuser.

Das Rathaus (nám. Republiky 1)

Pilsen - Das RathausEs ist gut, die Besichtigungstour von Pilsen im Rathaus zu beginnen, steht doch  ein wunderschönes Modell der Stadt im hinteren Ausstellungsraum. In der Halle davor gibt es unterschiedliche thematische Ausstellungen zu sehen. An der Decke der Halle können Sie noch verschiedene Hacken sehen, die in früheren Zeiten dazu dienten Löschgeräte zu befestigen. Da die Städte oft von Bränden heimgesucht wurden, war es notwendig, dass die Bürger schnell auf diese im Falle eines Falles zugreifen konnten.

Das Rathaus ist ein Renaissancegebäude, das 1554 bis 1559 von Giovanni de Statia erbaut wurde. Ursprünglich war es mit biblischen Szenen in Sgraffito-Stil geschmückt, die allerdings nicht erhalten geblieben sind. 1907 bis 1912 wurde das Haus renoviert und die Fassaden neu gestaltet. Im dritten Stock befindet sich der Festsaal, der auch heute noch für Hochzeiten und verschiedene Veranstaltungen benutzt wird und  mit wunderschönen Wandmalereien geschmückt ist. Die Bilder zwischen den Fenstern zeigen Wenzel II., den böhmischen König und Gründer der Stadt, Rudolf II. von Habsburg, der das Reich ein Jahr lang von Pilsen aus regierte und Johann von Luxemburg, er war der erste Luxemburger auf dem böhmischen Thron. In der Mitte befindet sich das Stadtwappen.

Pilsen - Das RathausDie mechanische Uhr, die wir heute sehen, ersetzt die Sonnenuhr, die früher das Rathaus zierte. Durch die große Kathedrale war die Sonnenuhr jedoch so stark verdeckt, dass sie den ganzen Tag nur im Schatten lag und daher auch die Zeit nicht richtig anzeigen konnte. So entschloss man sich schließlich für den Austausch.  Schön ist auch das kleine Barocktürmchen am Dach anzusehen. Mit der kleinen Glocke, die sich vor dem Rathaus befindet, wurden früher die Ratsmitglieder zu ihren Sitzungen gerufen. Man kann sich kaum vorstellen, wie ruhig es damals gewesen sein musste, das alle dem Ton dieser kleinen Glocke folgen konnten.

Heute finden am Hauptplatz viele Veranstaltungen statt: Kunsthandwerksmärkte ebenso wie Weihnachts- und Ostermärkte oder Konzerte und Festivals. Am Wochenende startet hier ein kleiner Touristenzug, der sie bis zum Zoo bringt.

Weitere sehenswerte Häuser am Hauptplatz

Das Kaiserhaus (nám. Republiky 41)

Plzeň (Pilsen) - Das KaiserhausWie viele Häuser im Zentrum von Pilsen, geht der Kern des Gebäudes auf das Mittelalter zurück und durchlief später einige Umbauten. 1565 wurde es von Giovanni de Statia, dem Architekten des Rathauses verändert. Hier hat sich Rudolf II. mehrfach aufgehalten – zuletzt im Jahre 1600. An seiner Fassade ist eine Roland Statue (Žumbera) angebracht, ein mittelalterliches Symbol der Zünfte und des Handels, die ursprünglich einen Brunnen auf dem Hauptplatz schmückte. Das Haus gehört heute zum Rathaus und in ihm befindet sich heute das städtische Informationszentrum.

Pechovský-Haus (nám.Republiky 40)

Eckhaus im Renaissance-Stil, welches durch Verbindung von zwei älteren Häusern entstanden ist. Ein bedeutender Besitzer war Sebastian Pechovský, der Lehrer des späteren Kaisers Rufolf II.

Haus „Zum Roten Herzen“ (nám. Republiky 36)

Plzeň (Pilsen) - Das Haus zum roten HerzenUrsprünglich stammt das Haus aus der Renaissancezeit. Das Original-Portal wurde ins Westböhmische Museum übertragen. 1894 erfolgte ein Umbau nach Plänen von R. Štech, die Entwürfe der Sgraffiti stamme von M. Aleš. Er malte immer Motive aus der böhmischen Geschichte, die sich auf einigen Häusern in Pilsen finden. Hier erinnern die Ritter in Montur auf ihren Pferden an ein berühmtes Tournier, das in Pilsen 1555 durchgeführt wurde.

Das Erzbischöfliche Dekanat (nám. Republiky 35)

Das Haus war ursprünglich Besitz des Deutschen Ritterordens, im Jahr 1710 wurde es durch J. Auguston umgebaut und erhielt seine heutige Gestalt. Es ist eines der schönsten und wertvollsten Barockbauten Pilsens und ist heute Sitz des Bischofs. Pilsen wurde 1993 von Papst Johannes Paul II. zum Bistum erhoben. Über dem Portal befindet sich das Wappen des Prager Erzbistums.

Haus mit der Apotheke „Zum Weißen Einhorn“ (nám. Republiky 27)

Plzeň (Pilsen) - Die Apotheke zum Weißen EinhornDer bekannte Pilsner Bauherr M. Stelzer schuf den Bau 1859. Die Fassade in Neorenaissancestil ist wieder mit Sgraffito Malerei nach Zeichnungen von M. Aleš aus dem Jahr 1896 verziert. Die Bilder stellen das „Sammeln von Heilkräutern“ dar. Sehenswert ist auch der Einhornkopf, der auf den Namen der Apotheke hinweist.

Bezděkovský – Haus (nám. Republiky 7)

Erbaut in den Jahren 1906 – 1907 vom Architekten K. Hilbert. Die Skulpturen – Symbole des Bürgertums mit Braurechten – mit einem Relief des ursprünglichen gotischen Hauses sind von S. Sucharda erschaffen worden. Die Figuren über dem Parterre zeigen Allegorien zur Sicherung der Zukunft der Kinder: ein Mann mit einer Kiste, die die Ersparnisse symbolisiert, eine Frau mit einer Kanne, die für die Brauberechtigung steht, während ein junger Mann und eine junge Frau gemeinsam Weintrauben pflücken.

Haus „Zum Auge Gottes“ (nám. Republiky 12)

Der Gebäudekern gehört zu den ältesten Bauten der Stadt. Innen ist das restaurierte Deckenfresko mit der Darstellung der Dreifaltigkeit sehenswert.

Chotěšover Haus (nám. Republiky 13)

Plzeň (Pilsen) - Chotěšover HausUrsprünglich als gotisches Haus erbaut, gehörte es zum wohlhabenden Kloster von Chotěšov bis dieses in 1784 von Joseph II. aufgelöst wurde. Es besitzt die einzige Renaissance-Hofloggia in Pilsen. Heute gehört es zum Museum für Völkerkunde der Region Pilsen. Hier können Sie Ausstellungen über Wohnungseinrichtungen, Möbel des Pilsner Bürgertums von 1500 bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts sehen, außerdem eine Schwarzküche vom Anfang des 19. Jahrhunderts, Bauerstuben aus der Region und ein Barockapotheke. Ein Teil der Ausstellung ist auch im Gerlach-Haus untergebracht, das Sie hinter dem Wallenstein-Haus finden. Das Haus hat – wie fast alle Häuser am Platz – einen wunderschönen Innenhof. Dieser zeichnet sich aber durch eine italienische Loggia aus.

Das Wallenstein-Haus

Plzeň (Pilsen) - WallensteinhausDas rosa Eckhaus beherbergte den berühmten Heerführer 1633 – eine Statue ist auf der Ecke zu sehen. Wallenstein, der schon sehr krank war, wurde während seiner Pilsner Zeit ständig von Vertrauten des Kaisers überwacht. Er verließ Pilsen und zog nach Eger, wo er dann auf Befehl des Kaisers getötet wurde. Eine Legende besagt, dass Wallenstein in diesem Haus einen großen Schatz vor seiner Abreise versteckt hat – dieser wurde allerdings noch nicht gefunden.

Das Hotel Central – Gespenstermuseum (nám. Republiky 33)

Das Hotel ist einer der wenigen „modernen“ Bauten auf dem Hauptplatz. Es wurde 1973 anstelle eines wunderschönen alten Gasthauses gebaut, in dem sogar früher Könige abgestiegen sind. Erwähnenswert ist vielleicht der mittelalterliche Keller des Hotels – hier ist auch das Gespenstermuseum untergebracht.

Hauptplatz - Puppenmuseum

Das Puppenmuseum (nám. Republiky 23)

Plzeň (Pilsen) - PuppenmuseumDas Haus, in dem sich nun das Puppenmuseum Pilsen befindet, gehörte schon im Mittelalter zu den bedeutendsten Patrizierhäusern der Stadt. Es besteht aus einem Vorderhaus, dessen Kern noch aus vorhussitischer Zeit stammt und einem Hintergebäude im Hof, die beide durch einen schmalen Flügel an der Ostseite des Innenhofs miteinander verbunden sind. 1507 wurde das Haus nach einem Brand im Stile der Spätgotik umgebaut, 1580 bis 1590 erfolgte ein großzügiger Renaissance-Umbau. Aus dieser Zeit stammen auch die schönen Renaissance Fassaden. 1726 wurde die Holzbalkendecke im Erdgeschoss des Vorderhauses zu einem Gewölbe umgebaut und der zweistöckige Flügel im Hof errichtet. Aus der Barockzeit stammt auch der einzigartige Dachstuhl, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts gebaut wurde. Die Spitze des Geibels zieren Löwen-, Greifen- und Adlerplastiken. 

Übernachtungstipps Tschechien

 

Plzeň (Pilsen) - PuppenmuseumDas Puppenspiel hat in ganz Tschechien eine lange Tradition. Es diente nicht nur zur Unterhaltung und Erbauung von Kindern, sondern setzte und setzt sich auch mit ernsteren Problemen auseinander. Zusätzlich war das Spiel in Zeiten der Zensur durch die „Blume“ oder eben die Puppen die Zustände zu kritisieren.

Das Museum erzählt die Geschichte der Puppen, die bereits Anfang des 19. Jahrhunderts beginnt, als die Pilsner Vorstellungen der Wanderbühnen besuchten. Ein Teil der Ausstellung ist der Entwicklung des Pilsner Puppenspiels am Ende des 19. Jahrhunderts gewidmet, als das erste ständige Puppentheater entstand – das Škoda-Theater. In der Exposition gibt es auch ein einmaliges, „belebtes“ Modell, das nach einem erhaltenen Modell hergestellt wurde. Im zweiten Stockwerk wird die Geschichte der unterschiedlichen kleinen Familientheater präsentiert, deren Spiel sich mit der Welt der Kinder, aber auch der Erwachsenen auseinandersetzt.

 

Plzeň (Pilsen) - PuppenmuseumHier findet man auch die Puppentheater der Feriensiedlungen (Loutkové divadlo feriálních osad), in dem die Künstler Karel Novák, Josef Skupa und Jiří Trnka wirkten. Hier finden Sie auch die vielleicht bekanntesten tschechischen Puppen Spejbl und Hurvínek. Sie entstanden durch die Zusammenarbeit von Gustav Nosek, Josef Skupa und Jiří Trnka. 1937 führte Skupa mit Franz Wenig das Stück „Hurvinek lernt zaubern“ auf, das als das beste original tschechische Stück für Kinder bezeichnet wurde. Spejbl und Hurvínek war aber nicht nur reines Kindertheater: Das Stück „Ringelspiel in drei Etagen“ (Kolotoč o třech poschodích), das vom Skupa-Theater aufgeführt wurde, war eine eindeutige Satire auf den Zustand nach dem Münchner Abkommen in Tschechien und der Beweis für den Mut des Josef Skrupa und aller Theatermitglieder. Auch während des Krieges führte Skupa allegorische Stücke auf – 1343/44 endete die letzte Saison mit der Verhaftung von Josef Skupa und seiner Verurteilung wegen deutschfeindlicher Tätigkeit für fünf Jahre Gefängnis. Nach dem Krieg wurde das Theater nach Prag in die Königlichen Weinberge verlegt. Josef Skupa starb am 8.Jänner 1597 in Prag. Das gemeinsame Grab mit seiner Frau Jiřina befindet sich auf dem Pilsner Friedhof.

Plzeň (Pilsen) - PuppenmusseumEin weiterer berühmter Darsteller ist der „revolutionäre“ Kasper von František Nosek, ursprünglich als einer von einer Gruppe von Zwergen geschnitzt. Später dann wurde er, bereits im Kasperkostüm, zu einem Teil des Theaters „Jeslí“ und anschließend des Puppentheaters der Ferienkolonien. Der Kasper wurde gegen Ende des Ersten Weltkrieges berühmt, als Josef Skupa mit ihm eine Kabarettserie spielte, die sich über das damalige politische Geschehen lustig machte. Eine der berühmtesten Szenen war das ZU-Grabe-Tragen des österreich-ungarischen Adlers, der die gehasste Monarchie symbolisierte. Der Kašpárek sang bei der „Beerdigung“: „Gute Nacht, Österreich, schlaf süß, lass dir was träumen von k.u.k. Schlaf süß, gute Nacht ohne deine Hilfe wird jetzt weitergemacht.

Das Theater von Karel Novák wurde rekonstruiert und mechanisiert, so können die Besucher die Atmosphäre des Theaters in der Zeit des größten Erfolges der Puppentheater miterleben. Im dritten Stockwerk stellt das Theater Alfa seine Puppen aus ihren vielen, erfolgreichen Aufführungen vor. Hier gibt es außerdem einen multifunktionalen Saal, in dem man die unterschiedlichsten Puppen anfassen kann und die verschiedensten Techniken ausprobieren kann. Man glaubt gar nicht wie viele unterschiedliche Möglichkeiten es gibt, von der Handpuppe über Marionetten und und … Auch die Besucher können hier ihr kleines Puppentheater aufführen und entwickeln.  Lassen Sie sich überraschen – der Besuch lohnt sich für Groß und Klein. Wer sich dann erholen möchte, kann dies im Cafe Skupa machen, das durch die erhaltene Wohnung der Familie Skupa inspiriert ist, die hier noch in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wohnten.

Plzeň (Pilsen) - PuppenmuseumMuzeum Loutek Plzeň
301 00 Plzeň, Náměstí  Republiky 23
Tel: +420 378 370 801
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Website: www.muzeumloutek.cz (Deutsch, Englisch, Tschechisch)

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr

Alfa-, Tyl-Theater, viele schöne Häuser

Marionettentheater und Alfa-Theater

Hier können Sie Marionetten- und Puppenspiel live erleben. Seit 1966 wird hier wieder professionelles Marionettentheater gespielt. Dieses trug erst nur im Volksmund, später auch offiziell den Namen des Gebäudes „Alfa“. Seit 1967 ist das Theater Mitveranstalter des Festivals Skupova Plzeň. Im heutigen Alfa-Theater sind die Vorstellungen für alle Generationen und das umfangreiche Programm reicht von klassischen Märchen bis zur Poesie von Jacques Prévert. Daher bevorzugt das Ensemble eher den Begriff des Komödientheaters. Schauen Sie sich das an …

ALFA Theater
3120 00 Plzeň, Rokycanská 7
Tel: +420 378 038 451
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Website: www.divadloalfa.cz (Englisch, Tschechisch)

Josef-Kajetán-Tyl-Theater

Plzeň (Pilsen) - ThyltheaterDas Tyl-Theater wurde nach den Plänen von Antonín Balšánek errichtet, die Dekoration der prachtvollen Fassade stammt von bedeutenden Künstlern. Gebaut im Stil der Neorenaissance zählt es mit seiner prunkvollen Einrichtung zu den architektonischen Kleinoden der Stadt. Die Hauptfassade dominiert die Statuengruppe Oper und Drama von Ladislav Šaloun, weitere Ausschmückungen stammen von Stanislav Sucharda, Vilém Amort und Antonín Procházka. An der Südseite begrüßt die Statue von Josef Kajetán Tyl von Alois Soper die Gäste. Die Bilder im Foyer stammen von Josef Mandl, die Deckenmalerei von František Urban. Der monumentale Vorhang wurde von Augustin Němec nach dem Sujet „Pilsen begrüßt die Göttinnen der Kunst auf der Schwelle des neuen Theaters“ gestaltet.

Der Namensgeber des Theaters Josef Kajetán Tyl ist ein bedeutender tschechischer Dramatiker, der auch den Text zur Tschechischen Nationalhymne geschrieben hat. Er starb am 11. Juli 1856 in Pilsen und liegt auf dem Nikolausfriedhof begraben. Am 27. September 1902 wurde das Haus mit der Vorstellung von „Libuše“ von Smetana feierlich eröffnet. Das Josef Kajetán Tyl-Theater knüpft an die langjährige Theatertradition der Stadt an, die ersten Aufführungen in Pilsen gehen auf das Jahr 1759 zurück. Vier Theaterensembles haben Oper, Drama, Ballett, Operetten, aber auch Musicals in ihrem Repertoire. Das Tyl-Theater verfügt über zwei Spielstätten Plzeň (Pilsen) - Thyl-Theater– das Große Theater und das Kammertheater, in dem vorwiegend das Drama beheimatet ist. Seit seiner Renovierung im Jahre 1982 erstrahlt es wieder in seinem ganzen Glanz. Jedes ungerade Jahr ist eine Besichtigung des Großen Theaters möglich.

Josef-Kajetán-Tyl-Theater
301 00 Plzeň, Smetanovy sady 16
Abendkasse: tel.: +420 378 038 128
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Kartenbestellungen)
Website: www.djkt-plzen.cz

Weitere sehenswürdige Häuser in der Umgebung des Hauptplatzes

Kurze Zeit nach der Gründung 1295 zählte die Stadt bereits ungefähr 300 Häuser. Natürlich wurden sie im Laufe der Zeit öfter umgebaut und an die jeweiligen Anfordernisse angepasst, bei einem Großteil ist jedoch der historische Wert erhalten geblieben und so sind sie noch heute Zeugen interessanter Geschichtsereignisse.

Haus „U Salzmannů“ (Praažská 8)

Das heutige Haus steht anstelle eines Renaissancehauses, das Jan Merlian 1583 für sich selbst gebaut hat. Das Gebäude mit dem bossierten Renaissanceportal ist heute wie früher mit der Geschichte des Pilsner Biers verbunden. 1842 brauchte der Fuhrmann Salzmann das erste Fass der neuen Bürgerlichen Brauerei zu seinen Freunden nach Prag. 1858 eröffnete hier ein bekanntes Gasthaus und auch heute ist es ein Restaurant, das für seine tschechischen Spezialitäten bekannt ist. Am Portal findet sich die Inschrift: „Wenn Gott mit uns ist, wer soll dann gegen uns sein – liebe Gott und betrüge nicht, tue Gutes und halte nichts auf Gerüchte.“ Siehe auch Restauranttipps und Rezepte.

Perner-Haus (Pražská 12)

Einst mittelalterliches Haus, grundlegender Barockumbau in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts, als es der Familie Perner gehörte.

Haus Nr. 83 - Galerie „13“ (Pražská 13)

Einst mittelalterliches Haus mit drei bossierten Renaissanceportalen und einer einzigartigen bemalten Holzdecke im Renaissancestil. Heute Sitz der Westböhmischen Galerie.

www.zpc-galerie.cz

Haus „Zum Weißen Löwen“ (Pražská 15)

Im 16. Jahrhundert eines der größten und teuersten Renaissancehäuser in Pilsen. Gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde es im Spätbarockstil mit klassizistischen Elementen umgebaut. Hier war früher das Gasthaus „Zum Weißen Löwen“ (U Bílého Iva)

Fleischmarkt, Große Synagoge, Bibliothek

Der Fleischmarkt (Pražská 16)

Plzeň (Pilsen) - Der Fleischmarkt (Westböhmische Galerie)Dieses einzigartige historische Gebäude aus dem Jahr 1392 diente bis in die Fünfzigerjahre des 20. Jahrhunderts als Fleischmarkt. Es ist ein schönes Beispiel für einen mittelalterlichen Markt: 50 Meter lang und fast 12 Meter breit. Das Haus ähnelt einer Basilika mit einem Haupt- und zwei Seitenschiffen. In den Jahren 1964-1971 wurde es umfassend renoviert, danach entstand ein besonderer Ausstellungsraum, der durch die Westböhmische Galerie genutzt wird. Hier finden immer wieder unterschiedliche Ausstellungen statt, wie zum Beispiel "Ach! Italia, cara mia", die die Beziehung zwischen tschechischen Künstlern und Italien herstellte. Doch allein die Ausstellungsräume sind sehenswert - schauen Sie auf jeden Fall zumindest kurz vorbei!

www.zpc-galerie.cz

Haus mit dem Wasserturm (Pražská 19)

Plzeň (Pilsen) - Das Haus mit dem WasserturmDer spätgotische Wasserturm wird erstmals 1532 erwähnt und gehörte zur Stadtbefestigung. Jetzt befindet sich dort eine Galerie.

Wie es im Wasserturm aussieht, kann man bei einer Führung durch den Historischen Untergrund erfahren.

Haus in der Straße „Perlová“ (Perlová 4)

Das pittoreske Haus ist das Gegenstück zu den Patrizierhäusern. Es wurde auf alten Grundmauern nach 1575 als Wohnhaus für die Leute des einfachen Handwerks, wie z. B. Büttner, Schneider etc., erbaut. Heute ist es der Eingang zum Besichtigungsrundgang durch die historischen Kellerräume Pilsens.

Gerlach-Haus (Dřevěná 4)

Das Gerlach-Haus besteht aus zwei älteren Häusern, welche das namhafte Mitglied der Künstlerkolonie J. Merlian im Jahr 1575 für seine Zwecke im Barockstil umbaute. Sein Name stammt von einem seiner früheren Besitzer, Josef Gerlach, der Musik und Tanz unterrichtete. Einer seiner Schüler war der junge Bedřich Smetana. Heute gehört es zum Museum für Völkerkunde.

Stadtpalais „Zur Goldenen Sonne“ (Prešovská 7)

Plzeň (Pilsen) - Das Haus zur Goldenen SonneDas Stadtpalais entstand aus zwei mittelalterlichen Häusern, die schon vor 1530 miteinander verbunden waren. Sehr schön sind die Rokokofassade mit Hauszeichen und der Balkon.  Die Keller mit ihren Steinportalen und die Küchen im ersten Stock konnten erhalten werden. Heute ist das Gebäude Sitz des Nationalinstituts für Denkmalpflege.

www.npu.cz/npu/uop/341/dum
 
Die Große Synagoge

Die Große Synagoge in Pilsen ist mit 2.500 Plätzen die zweitgrößte (nach Budapest) Synagoge in Europa, die drittgrößte der Welt. Der ursprüngliche Entwurf stammte vom Wiener Architekten Fleischer, der einen gotischen Ziegelturm mit zwei 65 Meter hohen Türmen an der Frontseite vorsah. Fleischer wollte die Synagoge wie eine gotische Kirche errichten. Dieser Plan Pilsen - Die Große Synagogeund die Höhe der Türme sorgten in Pilsen allerdings für großen Aufruhr, sie wurden vom Magistrat der Stadt abgelehnt und die Pläne mussten verändert werden. Der neue Entwurf sah nur mehr 45 Meter hohe Türme vor und die gotische Umsetzung war einem maurischen Stil gewichen. 1880 wurde das Grundstück gekauft, das sich auf einem Platz der früheren mittelalterlichen Stadtmauern befand. Die jüdische Gemeinde in Pilsen war damals sehr reicht und hatte fast 2.000 Mitglieder. Da jedes Mitglied einen eigenen Platz in der Synagoge haben wollte, war eine Synagoge in dieser Größe auch notwendig geworden. 1893 war der Bau fertig. Die Disposition im Ganzen blieb gewahrt, das äußere Erscheinungsbild unterschied sich aber grundlegend von den ursprünglichen Plänen. Die niedrigeren Türme wurden durch zwiebelförmige Dächer abgeschlossen, auf der Spitze waren Krone, Turmknauf und Davidstern. Die Innenausstattung wurde in orientalischen Stil gestaltet, die Nebenschiffe und Eingänge von der monumentalen Neorenaissance inspiriert.  Der Bau an der Hauptverkehrsader betonte die Bedeutung der jüdischen Gemeinde in Pilsen. Die Synagoge war ihr Eigentum und wurde dank freiwilliger Geldspenden der Pilsner Juden und durch Anleihen jüdischer Vereine finanziert – die Baukosten betrugen 141.092 Gulden. Der Grundriss ist 56 x 30 Meter und das Gebäude besteht vorwiegend aus Ziegelstein in Kombination mit Steinquadern. Durch drei Türen kann man in das Gotteshaus eintreten. Über dem Gesims sind drei Fenster durch farbige Vitragen verziert, ein Satteldach liegt über dem Hauptschiff, das rot und weiß gedeckt ist.

Plzeň (Pilsen) - Die Große SynagogeIm Vestibül findet sich eine reiche, meist vergoldete Stuckverzierung, bei der Tür befinden sich die Sammelbüchsen der jüdischen Vereine.

Das Erdgeschoss der Synagoge bildet ein dreischiffiger Raum, der dem Schrein mit der Thora zugewandt ist. An den Seiten befinden sich die verzierten Eingänge in die Vorbereitungsräume, di auch Teil des Ehrenraumes für Gäste sind. Wunderschön das hölzerne Podium vor dem heiligen Schrein, das von großem handwerklichen Können zeigt.  Zur Bima, jenem Platz von dem während des Gottesdienstes aus der Thora verlesen wird, führen gerade Treppen mit vergoldeten Geländern zum Aron ha-Kodesch, dem Thoraschrein führen Wendeltreppen. Der ganze Raum zeigt eine herrliche Schnitzarbeit.

Die Synagoge diente der Gemeinde bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Sie überlebte die Kriegszeit als Lagerraum aller Gegenstände, die von den jüdischen Mitbürgern konfisziert wurden. Viele flüchteten oder wurden deportiert.

Plzeň (Pilsen) - Die Große SynagogeNach dem Krieg bestand die ehemals große Gemeinde nur mehr aus kaum 60 Mitgliedern. Sie erhielten zwar die Synagoge zurück, konnten aber deren Instandhaltung und Restaurierung nicht finanzieren und das Gebäude verfiel zusehends. 1973 wurde der letzte Gottesdienst in der Synagoge abgehalten, danach musste das Haus auf Grund des desolaten Zustandes geschlossen werden. Obwohl die Gemeindemitglieder versuchten in aller Welt Geld für die Renovierung aufzutreiben, misslang das Vorhaben aus finanziellen Gründen, bis 1995 der Staat für die Kosten der Renovierung der Fassade und des Daches einsprang. Der wunderschöne, stimmungsvolle Innenraum wartet nach wie vor auf seine Instandsetzung, ebenso wie die Thora und die einzigartige pneumatische Orgel. Eine Rarität ist auch die Heißluft- Fußbodenheizung.

Heute wird der Hauptsaal der Synagoge als Konzertsaal genutzt und beeindruckt nicht nur mit seiner Atmosphäre, sondern auch mit seiner hervorragenden Akustik.

Plzeň (Pilsen) - Die Große SynagogeDie Gottesdienste der jüdischen Gemeinde werden nun im kleinen Wintergebetssaal abgehalten, der Hauptraum ist für alle Besucher vom Passah-Fest (etwa Ende April) bis Mitte Oktober täglich außer Samstag von 10.00 bis 17.00 Uhr zugänglich.

In einem Umgang um das Hauptschiff zeigen Bilder das Leben der jüdischen Gemeinde, aber auch Meilensteine der Geschichte der tschechischen Juden.

Die Große Synagoge
301 24 Plzeň, sady Pětatřicátníků 11
Website: www.zoplzen.cz (Tschechisch)

Staatliche wissenschaftliche Bibliothek (Smetanovy sady 2)

Plzeň (Pilsen) - Die BibliothekDer erste Teil des Komplexes (das Dominikaner-kloster) wurde 1712 bis 1714 von Jaub Auguston erbaut, das durch die Kirche der Hl. Anna dominiert wurde. Das zerstörte Kloster der Hl. Anna wurde von 1804 bis 1809 durch Šimon Michal Schell in das Philosophische Institut im klassizistischen Stil umgebaut. Er verstärkte auch die Ecken mit den zwei Türmen, die den Park davor dominieren. Der östliche Turm enthält noch Teile des früheren Lititzer Tores.

Die Bibliothek wurde 1876 gegründet und besitzt heute ca. 400.000 Bände und einen Gesamtbestand von fast 2 Millionen Medien.  Vorher war im Gebäude der wissenschaftlichen Bibliothek ein Gymnasium untergebracht, in dem im 19. Jahrhundert der bekannte tschechische Komponist Bedřich Smetana studierte. Er wohnte hier 3 Jahre bei seinem Onkel, František Smetana, der am Gymnasium unterrichtete. Neben seiner Tätigkeit am Gymnasium war sein Onkel Schriftsteller und gehörte zur sogenannten Gruppe der „Tschechischen Erwecker“, darunter verstand man Menschen, die sich für die tschechische Kultur, Sprache und Musik einsetzten und die Gelichberechtigung von Tschechisch mit Deutsch forderten.

Im Smetana Park – vor der Bibliothek – steht auch sein Denkmal. Eine andere Statue des Parks ehrt einen ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt: Martin Kopetzky.

Bürgervereinshaus, Museum, Franziskanerkloster

Das Bürgervereinshaus - Měšťanska Beseda (Kopeckého sady 13)

Plzeň (Pilsen) - Das BürgervereinshausDas Bürgervereinshaus in Pilsen sollte – ebenso wie das Gemeindehaus in Prag – dem tschechischen Teil der Pilsner Bürger als Veranstaltungs- und Versammlungszentrum dienen, das sich auf die tschechische Kultur und tschechische Sprache konzentrierte. Das Haus wurde um 1900 fertiggestellt und der dominierende Jugendstil mit seinen Blumenblättern, Bildern, Frauen und Menschenköpfen sorgte für große Diskussionen in der Bevölkerung und war nicht unumstritten. Architekt Francis Kotek zeichnet für den Bau des dreistöckigen Gebäudes auf rechteckigen Grundriss verantwortlich, dass nach einem Entwurf von Alois Čenský, der den öffentlichen Wettbewerb 1898 gewann, errichtet wurde.

In der sozialistischen Zeit nutzte die Firma Škoda das Haus für ihre Mitarbeiter. Damals mussten alle „bourgeoisen“ Elemente überdeckt oder überstricken werden. Einiges davon ist verschwunden, vieles aber erhalten geblieben.

Plzeň (Pilsen) - Die Beseda1994 wurde die Hausfassade restauriert und die Bilder rekonstruiert. Das linke Bild zeigt ein Konzert und steht für die Musikaufführungen, die in der Beseda dargeboten werden, das rechte Bild zeigt einen Vortrag. In der Zeit von 19954 bis 1998 war auch das älteste Pilsner Puppentheater hier untergebracht. Während der zweiten Phase der Restaurierung wurde auch das Restaurant wieder in Stand gesetzt. 2005 wurde es in alter Pracht wieder eingeweiht.

Neben den Wandbildern stammen auch die vier allegorischen Gemälde im letzten Stock von Lada Novak. Im Zentrum der Fassade befindet sich ein Schild mit dem tschechischen Löwen von Antonín Popp. Über den Fenstern im dritten Stock befinden sich die Namen berühmter tschechischer Persönlichkeiten wie Smetana, Palacky, oder Naruda.

Plzeň (Pilsen) - Das BürgervereinshausWunderschön ist auch das Innere des Gemeindehauses. Wer Jugendstil liebt, sollte sich unbedingt in das Café begeben oder zumindest den Großen Saal besuchen. In diesem finden auch Konzerte der Pilsner Philharmonie statt, die wir nur empfehlen können. Der Saal ist wunderbar ausgestaltet und beeindruckt auch mit einer ausgezeichneten Akustik. Das große Deckengemälde stammt von Viktor Oliva, vier Bilder nehmen Bezug auf Tanz, Musik, Gesang und Vortrag nehmen. Die Figuren und Stuckverzierungen erarbeiteten Antoní Popp und Walter Otokar. Interessant ist auch die kunstvolle Beleuchtung links und rechts der Bühne, die wie Sonnenblumen in einer Vase wirken. Kunstvoll auch die Glasfenster im ersten Stock und die vier Original-Spiegel an den Wänden. Heute ist der Saal mit modernster Sound- und Lichttechnik ausgestattet und bietet 430 Besuchern je nach Ausstattung Platz.

Plzeň (Pilsen) - Das BürgervereinshausIm Foyer befindet sich eine 93 cm große Bronzestatue die den Tänzer Alois Holub zeigt. Die Malerei im Foyer und auf der Haupttreppe stammen von Franz Fröhlich, die Verglasungsarbeiten von Thomas Hecht und Francis Rehwalda.

Von den Fenstern kann man in den Hof blicken, in dem es eine kleine Freiluftbühne gibt. Das luxuriöse Café im Erdgeschoß hat eine Höhe von fast 6 Metern, die Decke ist reich verziert und vergoldet, die Wände sind mit Holz ausgekleidet – es ist einfach eine einzigartige Atmosphäre, die man hier zu Kaffee und Kuchen mitserviert bekommt.

Das Gebäude besitzt zusätzlich viele kleine und große Zimmer und mehrere Lounges, einen Tanzsaal, ein Restaurant, eine Bar, eine Bowlingbar, einen Musikpavillon und ein kleines Theater.

Das Westböhmische Museum (Křižíkovy Sady 2)

Plzeň (Pilsen) - Das Westböhmische MuseumDas Westböhmische Museum ist eines der wichtigsten Einrichtungen der Region und besitzt auch eine große Forschungs-abteilung. Es ist eines der größten Museen der Tschechischen Republik: Zwei Millionen Gegenstände dokumentieren die Entwicklung der Natur und der Gesellschaft im breiten Kontext Mitteleuropas. Zehn Fachabteilungen widmen sich unterschiedlichen Gebieten: Volkskunde, Neuere Geschichte, Urgeschichte, Mittelalter, Paläontologie, Botanik, Zoologie, Restaurierung, Abteilung für Archäologische Rettungsgrabungen und das Museum für Kunsthandwerk. Zu den Weltunikaten gehören die Sammlungen des Pilsner Stadtzeughauses, die eine in Europa einzigartige Sammlung von Schusswaffen vom Ende des 14. bis ins 17.Jahrhundert enthalten. Das Haus wurde auf einem Platz der früheren Verteidigungsmauer nach einem Entwurf von Josef Škorpil von 1898 bis 1913 gebaut. Die Jugendstildekoration des Neorenaissancegebäudes stammt von Celda Klouček.

Franziskanerkloster mit Mariä Himmelfahrtskirche

Plzeň (Pilsen) - Die FranziskanerkircheDie Franziskaner kamen bald nach der Gründung der Stadt nach Pilsen. 1618 wurde die Stadt zu Beginn des 30 jährigen Krieges das erste Mal erobert, der Durchbruch der Stadtmauer gelang hier beim Franziskanerkloster, das dabei zerstört wurde. Man fand hier fast 1300 Kanonenkugeln.

Das Gebäude gehört zu den ältesten der Stadt. Die Kirche wurde um 1350 fertig gestellt, ihr Turm in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Im Inneren ist der frühgotische Stil erhalten geblieben, durch die Zerstörungen bei der Eroberung der Stadt wurde es allerdings im 17. Jahrhundert wieder aufgebaut und ist daher bereits im Barockstil. Die barocke Westfront der Kirche stammt von Jakub Auguston. Die Kirche weist eine Besonderheit in ihren Maßen auf: so ist das Hauptschiff 22 Meter, das Presbyterium aber 24 Meter lang, da früher der Altar weiter nach vorne geschoben wurde, damit die Mönche hinter dem Altar Platz nehmen konnten , um in ihrer Andacht nicht von der Öffentlichkeit gestört zu werden.

Plzeň (Pilsen) - Das FranziskanerklosterHeute steht vorne der Barockaltar mit dem Bild der Maria Himmelfahrt in der Mitte, das wahrscheinlich  von einem Schüler Rubens gemalt wurde.

In der Kapelle der Hl. Barbara sind Fresken aus der Zeit um 1460 erhalten, diese Kapelle stand angeblich hier bereits vor der Gründung der Stadt.

Im Kreuzgang des Klosters ist eine ständige Ausstellung von gotischen und barocken Plastiken des Diözese-Museum in Pilsen zu sehen.

Historischer Untergrund, Brauereimuseum

Der historische Untergrund

Die historischen Keller im Pilsner Untergrund sind ein weitreichender Komplex aus unterirdischen Räumen und Kellern, der zu den größten in Europa gehört. Er entstand allmählich nach der Gründung der Stadt und wurde laufend erweitert. Ursprünglich wurden die Keller als Lagerräume für Lebensmittel genutzt, doch bald wurden sie auch Teil des Stadtbefestigungssystems. Hier zogen sich die Bürger bei Belagerungen zurück, hier versteckten sie ihre „Schätze“ wenn Überfälle drohten, hier sicherten viele Brunnen mit ihrem Wasser das Überleben.

Plzeň (Pilsen) -Die Stiefel der EismännerDer Eingang in das historische Kellersystem befindet sich beim Biermuseum und man tut gut daran beide Sehenswürdigkeiten im Rahmen einer Führung zu besichtigen.

Dabei erfahren Sie nicht nur einiges über die Bauweise der Keller, sondern tauchen auch in die Geschichte von Pilsen ein, die an Hand von vielen interessanten Funden interessant und kurzweilig präsentiert wird. So wird erklärt, wie die Lebensmittel in die Keller kamen, wie die Keller auf Grund des unterschiedlichen Materials des Bodens gearbeitet wurden, sie sehen mehrere Brunnen (die zum Teil 18 Meter tief sind!), lernen das System der mittelalterlichen Abfallgruben kennen und erfahren warum diese so „wertvoll“ für die heutigen Archäologen sind.

Plzeň (Pilsen) - Im Historischen UntergrundDie Führung beginnt im Eiskeller, indem in früheren Zeiten Eis für das Kühlen des Bieres während des Sommers gelagert wurde. Schuhe und Werkzeuge der „Eismänner“ lassen die schwere Arbeit auch heute noch erahnen. Die Gänge sind fast 15 km lang, gehen bis zu drei Stockwerke tief, wobei das unterste Stockwerk mit Wasser gefüllt ist. Die Verbindungsgänge entstanden erst im Rahmen der Sanierungsarbeiten Ende der 1960er Jahre. Sie erfahren, welche Bedeutung der Hund und das Kamel im Stadtwappen haben und dass es auf den Einfluss der islamischen Kultur zurück zu führen ist, dass man im Mittelalter mit Löffel und Messer zu essen begann. Die Gabel wurde nicht verwendet, sie galt als Teufelswerkzeug.

Plzeň (Pilsen) - Im Historischen Untergrund (Warzengläsesr)In den Vitrinen finden sich schöne Exponate von verschiedensten „Tischgerät“ – Keramik, Holz und später Glas, wobei die Herstellung von Glas in Böhmen früher als in Deutschland begann. Interessant auch die „Warzengläser“: sie hatten aufgeschmorte, kleine Glasstückchen, wie Warzen auf der Oberfläche, die einen wichtigen Zweck erfüllten: griff man während des Essens zum Glas mit fettiger Hand, konnte es einem nicht so schnell aus derselben entgleiten.

Auch dem Buchdruck widmet sich die Ausstellung im historischen Untergrund und das zu Recht: wurde doch in Pilsen 1468 das erste Buch in tschechischer Sprache gedruckt und stand bis 1533 die einzige tschechische Druckerei hier in Pilsen.

Viel kann man über das Handwerk und die Zünfte erfahren, aber auch über das Kriegshandwerk: immerhin lagern im Keller Kanonenkugeln aus der Hussitenzeit: die kleineren 30 bis 40 kg schwer, die Größte um die 200 kg und diese konnte noch 100 Meter katapultiert werden.

Plzeň (Pilsen) - Der WasserturmSehr beeindruckend ist auch der Wasserturm, der erstmals 1522 erwähnt wurde und später ein  Wasserwerk beheimatete. 6 Stockwerke und ein Halbgeschoss unter dem Dach groß. In diesem war ein Wasserbehälter, zuerst aus Blei, dann aus Kupfer untergebracht, der 58 Eimer (ungefähr 2,7 Kubikmeter) fasste. Zu sehen ist auch ein Nachbau des Wasserrades von 1875, das zum Antrieb der Pumpen diente. Das Wasser wurde durch das Etagenpumpensystem in den Behälter gepumpt, aus dem das Wasser dann wiederum über Holzleitungsrohre in die Brunnen auf dem Stadtplatz geleitet wurde.

 

 


Das Brauereimuseum

Das Museum, das Älteste seiner Art in der Welt, hat seinen Sitz in einem mittelalterlichen Haus, das die Brauereiberechtigung besaß. Während der Besichtigung erfahren Sie viel über die Geschichte des Bieres, das man schon 9000 v.Chr. in Ägypten und Mesopotamien braute und dessen Herstellung wahrscheinlich durch Zufall entdeckt wurde und über die Herstellung des Gerstensaftes. Sie können die gotische Mälzerei besuchen, die 1607 erstmals erwähnt wird, wahrscheinlich aber schon früher existierte und die verschiedenen Werkzeuge der Mälzer und Bierbrauer kennen lernen.

 

Plzeň (Pilsen) - Das BrauereimuseumEbenso überraschen die früheren Statuten für Gasthausbesitzer - so wurden sie für Betrunkene verantwortlich gemacht und mit teil drastischen Strafen bedroht, wenn sie diese beherbergten: der Kopf wurde kahl rasiert, das ganze Geschirr zur Strafe zerbrochen oder sie wurden an den Pranger gestellt – ob damit vielleicht auch manchen heutigen „Saufgelagen“ Einhalt geboten werden könnte?

Ein Film gibt Auskunft über die Fassbinderei, die auch heute noch von 9 Fassbindern in der Brauerei betrieben wird.

Sehr interessant ist das Modell eines Sudhauses, das ein Brauereimitarbeiter in 18 Jahre anfertigte und auf der Weltausstellung Expo 1958 vorgeführt wurde. Es war voll funktionsfähig und konnte bis zu 30 Liter gehopfte Würze pro Tag produzieren.

Plzeň (Pilsen) - BrauereimuseumWeitere Räume bieten Einblick in die Ausstattung eines Labors mit den Eingangsrohstoffen, Mikroskop, diversen chemischen Gefäßen und Laborgeräten, sowie ein Schreibtisch mit einer AEG Schreibmaschine aus der 2.Hälfte des 19.Jahrhunderts und einer mechanischen Rechenmaschine.
Außerdem sehen Sie eine nachgebaute Gaststube aus den 30er Jahren: mit Musik, Billardtisch, Bier und natürlich auch dazu passendem Essen: Käse, eingelegter Käse, Wurst und Soleier….

Natürlich findet sich im Museum eine große Sammlung der unterschiedlichsten Bierkrüge und Gläser: aus Keramik, Holz, Humpen mit Deckel, Steingut, Glas, aber auch der größte und der kleinste Krug der Welt, sowie ein gläsernes Fass mit dem angeblich das Bier im 19. Jahrhundert zum Papst in den Vatikan geliefert wurde.

Beachten Sie auch die kleine Barockglocke im Hof des Hauses: sie wurde geläutet, wenn der Sud fertig war, so wussten die Bürger der Stadt früher, dass es neues Bier zum Verkosten gab.
Plzeň (Pilsen) - BrauereimuseumUnd noch vieles mehr – hinfahren und anschauen zahlt sich wirklich aus.

Pilsner historischer Untergrund und Biermuseum
301 14 Pilsen, Veleslavínova 6
Tel: +420 377 235 574
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Untergrund) Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Biermuseum)
www.podzemi.plzenskepodzemi.cz (Untergrund) www.prazdroj.cz (Biermuseum) (Cz, D, E)

Öffnungszeiten für beide

April bis Dezember: 10.00 bis 18.00 Uhr, Februar bis März: 10.00 bis 17.00 Uhr –das Biermuseum hat auch im Jänner von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet

Pilsner Brauerei

Die Pilsner Brauerei - Plzeňský Prazdroj

Plzeň (Pilsen) - Brauerei (Foto: Stadt Pilsen)Bei einem Pilsen Besuch ist eine Führung durch die Brauerei fast schon Pflicht. Diese ist jedoch so interessant gestaltet, dass die Pflicht ganz schnell zur Kür wird. Im Rahmen einer Führung lernen Sie die Geschichte der Brauerei, des Pilsner Urquell, die neue Abfüllanlage, das neues und das alte Brauhaus kennen und können sogar einige der Rohstoffe, ebenso wie ein traditionell gebrautes Pilsner verkosten. Wir wollen Ihnen hier nur ein paar Highlights nahe bringen:

Bier gebraut wird in Pilsen schon gleich nach der Stadtgründung, die Geschichte der Brauerei beginnt im Jahre 1839: zu diesem Datum entschied sich die brauberechtigte Bürgerschaft von Pilsen ein gemeinsames Brauhaus zu gründen. Pilsen war schon immer die Stadt des Bieres. 260 Bürger hatten bereits seit Wenzel II. das Recht Bier herzustellen, fast jeder hatte seine eigenen Rezeptur und Zutaten und die Qualität war sehr schwankend. Frisch gebrautes Bier musste damals zum Rathaus gebracht werden, wo die Ratsherren mit einem „Test“ entschieden, ob das Bier verkauft werden durfte. Angeblich erschienen die „Prüfer“ in Lederhosen, das Bier wurde auf die Sitzbänke gegossen und wenn die Herren mit ihren Lederhosen dort „kleben“ blieben, war das Bier in Ordnung und durfte verkauft werden. Ich nehme aber trotzdem an, dass die Prüfer auch einen Geschmackstest vornahmen.

Plzeň (Pilsen) - BrauereiIm Februar 1838 war es wieder einmal so weit: 36 Fässer mit Bier mussten ausgegossen werden, weil einfach nicht zu trinken waren. Auch der gute Ruf des Pilsner Bier war in Frage gestellt. Dieser Eklat war die Initialzündung zum Bau einer modernen Brauerei, um die Produktion von Pilsner Bier in gleichbleibender hoher Qualität zu gewährleisten. Die Bürgerschaft beauftragte Martin Stelzer mit dem Bau, dieser hatte während seiner Reisen in Bayern den Braumeister Josef Groll kennengelernt. Stelzer überzeugte ihn, nach Böhmen zu kommen und in der neuen Brauerei Bier nach der neuen Methode der Untergärung zu brauen. So wurde am 5. Oktober 1842 das erste untergärige helle Lagerbier, das zum Urtyp aller anderen hellen Biere „aus der Taufe gehoben“ – zum ersten Mal gebraut. Damit war der Ruf des Pilsner begründet und verbreitete sich schnell. Viele Wettbewerber versuchten das Bier nachzumachen oder übernahmen einfach nur den Namen, obwohl die Qualität des Produktes nicht stimmte. Um das Pilsner Bier und den Namen zu schützen, wurde 1898 das Warenzeichen „Pilsner Urquell“ erfunden. Ab 1874 exportierte die Brauerei ihr Bier in die Vereinigten Staaten. 1912 besaß sie 336 eigene Eisenbahnwagons, im Jahr 1913/1914 überschritt die Jahresproduktion erstmals 1 Million Hektoliter. Auch gekrönten Häuptern wurde gerne das Pilsner serviert: so ist von Kaiser Franz Josef bekannt, dass er die Brauerei öfter besuchte und immer wieder auf ein Gläschen Pilsner bestand.

Plzeň (Pilsen) - Brauerei, SudhausHeute gehört die Brauerei zur südafrikanischen Brauerei SABMiller, die in 75 Ländern der Welt Brauereien unterhält, und das Pilsner Urquell zur Premiummarke des Konzerns bestimmte. Gleich beim Eingang kommen Sie durch das Jubliäumstor der Brauerei, das 1892 aus Sandstein auf einem Granitsockel erbaut wurde. Auf der anderen Seite erhebt sich gut sichtbar der 47 Meter hohe Wasserturm aus dem Jahr 1888, der angeblich nach dem Vorbild eines holländischen Leuchtturms errichtet wurde. Allerdings hat sich bis jetzt das „Vorbild“ noch nicht finden lassen. Zwei Wassertanks waren im Wasserturm untergebracht – einer mit Flusswasser zum Kühlen des Biers und einer mit Quellwasser zum Brauen. Der Wasserturm steht auf einem ehemaligen Hinrichtungsplatz: hier wurde 1695 Jan Sladký Kozina, Führer chodischer Rebellen in Pilsen hingerichtet, seine Leiche hing auf dem Galgen mehr als ein Jahr.

Plzeň (Pilsen) - BrauereiLinks neben dem Turm im Hintergrund sieht man riesige Metalltanks – die modernen Gär- und Lagertanks der Brauerei. 4800 Hektoliter Bier passen in so einen Tank, 130 davon gibt es am Gelände der Brauerei. Die Abfüllanlage ist eine der modernsten in ganz Europa und wurde 2006 in Betrieb genommen. 3 Abfüllstraßen, zwei für Flaschen, eine für Dosen, sorgen dafür dass Flaschen gewaschen und kontrolliert werden, das Bier pasteurisiert, abgefüllt, Flasche und Dose verschlossen, etikettiert und mit Ablaufdatum versehen in die Kiste oder die gewünschte Verpackungsart kommt und fertig für die Lieferung an den Handel bereitgestellt wird. 168 Abfüllventile haben beide Flaschenstraßen, eine Kapazität von 120.000 Flaschen pro Stunde, wenn der Betrieb vollläuft und beide Straßen in Betrieb sind. Und es sieht aus wie von Zauberhand – gerade 20 Angestellte sind notwendig um die komplette Abfüllanlage bei Vollbetrieb am Laufen zu halten.

Plzeň (Pilsen) - BrauereiIm drehbaren Kinosaal wartet dann ein kurzer Film auf Sie, der eine Einführung in das Bierbrauen gibt. Kurz wird erklärt wie man Bier braut und woraus es besteht. Hier ein Audioausschnitt aus dem Film:



Wichtig zu wissen ist, dass das Pilsner Urquell nur hier gebraut wird und auch komplett aus tschechischen Rohstoffen besteht. Das Wasser kommt aus eigenen Brunnen, aber auch das Malz und die Hefe werden selbst hergestellt – so ist gewährleistet, dass der einzigartige Geschmack des Originals zustande kommt.

Danach geht es in eine ganz tolle Exposition, die sich mit den Rohstoffen des Bieres beschäftigt. Hier gibt es die ersten Kostproben: Sie können Gerste (hart, eher neutral im Geschmack), Malz (weicher und süßer) und Hopfen (sehr bitter) verkosten. Unter dem Mikroskop kann man die Bierhefe sehen und eine Wasserinstallation weist auf die Wichtigkeit dieses Rohstoffes hin.
Plzeň (Pilsen) - BrauereiIm alten und neuen Sudhaus mit seinen Sudpfannen und Bottichen wird dann nochmals der Vorgang des Brauens erklärt und auf eine Besonderheit aufmerksam gemacht: Pilsner Bier unterliegt einem äußerst komplexen Brauvorgang – wichtig ist aber das dreifache Aufkochen und Maischen. Aber lassen Sie sich das am besten vor Ort erklären. Im alten Brauhaus wurde 75 Jahre lang produziert, ehe 2004 das neue Brauhaus in Betrieb genommen wurde.

Die Ausstellung in der „Schatzkammer“ zeigt sehenswerte Gegenstände aus der Geschichte der Brauerei. Unter anderem eine große offene Kupferpfanne, in der Josef Groll 1842 das erste Pilsner gebraut hat oder einen Tresor, in dem früher die Gehälter der Arbeiter aufbewahrt wurden, sowie zahlreiche Pokale und Fotos.

Der Brauereikeller bildet den Abschluss der Führung. Auch im Sommer sollten Sie ihn nicht zu leicht bekleidet betreten. Das gilt auch für’s Schuhwerk. Der Brauereikeller hat keine Verbindung zum historischen Untergrund der Stadt Pilsen. Es wurde per Hand gebaut und nach und nach bis zu einer Fläche von 32.000m2 erweitert. Heute ist nur mehr ein kleiner Teil des Kellers in Betrieb, der den Besuchern offensteht und einige Fässer „traditionell“ gebrauten Bieres lagern hier nach alter Methode und warten dann auf die Verkostung durch die Besucher. Früher lagerten hier allerdings bis zu 6300 Fässer und Bottiche. Die Keller sind 9 bis 22 Meter unter der Erde und bis zu 9 km lang.
Staunen kann man nur über die Größe des Eiskellers, der im Winter voll mit Eis – von den umliegenden Teichen - angefüllt werden musste und dann über ein ausgeklügeltes Kanalsystem die anderen Keller zu kühlen hatte. Auch beim Transport mit der Eisenbahn musste man früher dafür Sorge tragen, dass das Bier im Winter nicht einfriert und im Sommer nicht zu warm wurde. Freuen Sie sich dann zum Abschluss auf ein traditionell gebrautes, ungefiltertes und nicht pasteurisiertes Glas Pilsner.

Plzeň (Pilsen) - BrauereiWichtig ist auch noch zu sagen, dass auch Kinder Spaß an einer Führung in der Brauerei haben können, ohne dass man sie zum Trinken verleitet. In der Pilsner Brauerei gibt es speziell gestaltete Führungen für Kinder: sie erfahren viel über die Geschichte der Brauerei und des damaligen Lebens in Pilsen, besichtigen den Wasserturm, besuchen die Fassbinder und können auch probieren ein Fass selbst zu bauen. Um Bier probieren zu dürfen, muss man 18 Jahre alt sein!

Plzeňský Prazdroj
304 97 Plzeň, U Prazdroje 7
Tel: +420 377 062 888
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Website: www.prazdroj.cz

Besichtigungen finden täglich, auch ohne Voranmeldung, statt – bitte besuchen Sie die oben genannte Website. Es finden auch täglich Führungen in Deutsch und in vielen anderen Sprachen statt, hier ist eine Anmeldung empfohlen. Zumindest sollte Kontakt mit der Brauerei aufgenommen werden, um sicher zu gehen, die Führung nicht zu verpassen.

Zoo, Botanischer, Japanischer und Mediationsgarten, Dinopark

Zoologischer und Botanischer Garten mit Japanischen Garten und Dinopark

Plzeň (Pilsen) - ZooHier kommen alle auf ihre Kosten: die Tierfreunde, Pflanzenkundler und die Dinofans. Der Zoologische Garten wurde 1926 gegründet und der zweitälteste Zoo in der Tschechischen Republik. Auf einer Fläche von insgesamt 21 Hektar gibt es zahlreiche Wasserflächen, ein Arboretum, Felsen und das größte Bärenfreigehege in Europa. Der Pilsner Zoo ist auf bedrohte und ungewöhnliche Tierarten spezialisiert. 70% der 1150 gezüchteten Arten finden Sie in keinem anderen tschechischen Zoo. Er ist in verschiedene Gebiete gegliedert, in denen immer mehrere Tierarten wie in der freien Natur zusammen leben, die aber auch mit den jeweiligen Gewächsen dieses Gebiets bepflanzt sind. Sehenswert die einzigartige Inselexposition von Berber-Löwen, das Sukkulententreibhaus, oder das „Haus der afrikanischen Tiere“, in dem Zebras, Antilopen, Sträuße und Pelikane großen Auslauf haben. Eigentlich ist es aber unfair eine Gruppe extra vorzustellen - hier findet jeder seine Lieblingstiere und kann sie so lange er möchte beobachten: Schimpansen, Eisvögel, Spornschildkröten, Kängurus, Nasenbären, Amur Tiger, Schneeleoparden, Hirsche, Gemsen, Luchse und natürlich auch das Wappentier der Stadt – das Kamel.

Plzeň (Pilsen) - Botanischer GartenEin weiterer Bestandteil ist der dörfliche Bauernhof Lüftnerka mit einer Mustersammlung von Haustieren und landwirtschaftlichen Exponaten. Hier leben aber auch Pferde, Ziegen, Schweine, Tauben und Eulen und eine Schmiedewerkstatt, die in Betrieb ist kann man auch besuchen.

Der botanische Garten ist heute mit dem Zoogarten verschmolzen. Highlight ist sicher die nacktsamige Pflanze aus der namibischen Wüste „Welvitschia mirabilis“, aber auch das Arboretum mit Rosarium, die Heide, eine neuseeländische Ausstellung oder die Pflanzen aus Tundra und Taiga werden Botaniker begeistern.

Der japanische Garten Showa-en liegt im oberen Teil des Areals. Die Steine wurden direkt aus Japan geliefert und wurden vom japanischen Meister Eishin Harada geschaffen, der auch einen ähnlichen Garten im Schloss Schönbrunn in Wien gestaltet hat. Eine über vierhundert Jahre alte Kömereiche, die sich über den Hauptteil des Gartens wölbt trägt viel zu seiner ganz besonderen Atmosphäre bei.

Plzeň (Pilsen) - Japanischer GartenSollten Sie mit Kindern den Zoo besuchen, versäumen Sie nicht, gleich ein Kombiticket für den Dinopark zu kaufen. Kleine wie große Dinofans kommen hier auf ihre Kosten. Auf einer Fläche von 3 Hektar befinden sich an die 30 Modelle der prähistorischen Tiere in Lebensgröße, einige davon sind beweglich und je näher man dem Park kommt, umso lauter vernimmt man auch das Sauriergebrüll. Auf dem Gelände befinden sich auch ein 3D-Kino, ein Paläontologischer Kinderspielplatz und ein Naturlehrpfad. Einzigartig ist auch die Exposition der Wollemia nobilis, einer erst unlängst  in Australien entdeckten, 100 Mio. Jahre alten Pflanze.

Eines ist sicher: nehmen Sie sich für den Besuch des Zoos auf jeden Fall Zeit. Auch wenn Sie ohne Kinder unterwegs sein sollten – um alles Sehenswerte entdecken und genießen zu können, brauchen Sie einen vollen Tag.

Plzeň (Pilsen) - DinoparkÜbrigens: Im Juni, Juli und August fährt ein kleiner Zug von der Stadtmitte (Platz der Republik) zum Zoo, zu Fuß ist es doch ein ziemlicher Marsch vom Stadtmittelpunkt.

Zoo Pilsen
301 16 Plzeň, Pod Vinicemi 9
Tel: +420 378 038 325
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Website: www.zooplzen.eu

Öffnungszeiten

April bis Oktober: 8.00 bis 19.00 Uhr, November bis März: 9.00 bis 17.00 Uhr

Dinopark
Tel: +420 377 223 575
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Website: www.dinopark.cz

Öffnungszeiten

April bis Oktober: 8.00 bis 18.00 Uhr

Der Meditationsgarten (Denkmal für die Opfer des Bösen)

Plzeň (Pilsen) -  MeditationsgartenDer Garten oder besser gesagt die Gartenanlage ist das Lebenswerk  von Luboš Hruška. Hruška wurde 1927 in Pilsen geboren. Im Frühling 1948, kurz nach der Übernahme der politischen Macht durch die Kommunisten, wollte er in den Westen fliehen. Der Versuch misslang, er wurde gefasst und zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Während seiner 10 ½ jährigen Gefangenschaft lernte er nicht nur viele Grausamkeiten kennen, sondern auch die Crème de la Crème der inhaftierten tschechischen Opposition: waren doch in den 1950er und 60er Jahren über 270.000 politische Gefangene in mehr als 400 Gefängnissen und Arbeitslagern inhaftiert.

Während seiner Gefangenschaft fand Hruška zur Religiosität und hoffte wie viele andere auf eine „höhere Gerechtigkeit“ und er schwor den Obstgarten seines Vaters in eine Gedenkstätte für die Opfer der kommunistischen Gefängnisse zu verwandeln, so er überleben sollte.

Plzeň (Pilsen) - MediatationsgartenLuboš Hruška überlebte und machte sich an die Verwirklichung seines Traums. Über einen Zeitraum von 40 Jahren entstand ein einzigartiges Areal mit Hunderten von seltenen Nadelbäumen und einem monumentalen Kreuzgang, den der Bildhauer R. Podrázský schuf – eine Landschaft von außergewöhnlichen historischen und botanischen Wert, das heute zu den meistbesuchtesten Plätzen in Pilsen zählt. Schon bald nach seiner Öffnung für Besucher fanden die Besucher einen neuen Namen für diesen außergewöhnlichen Ort: „Der Meditationsgarten des Herrn Hruška“ und wirklich – Sie werden sehen, dass Sie den Garten nach einem Besuch voll neuer Energie verlassen, bereit alle ihre Probleme zu lösen. Es ist egal, ob Sie religiös sind oder nicht – die Atmosphäre des Gartens wird auch Sie beeindrucken und verändern.

1995 – nach der Fertigstellung der Kapelle des Hl. Maximilian Kolbes – übertrug Hruška den Garten an den Bischof von Pilsen, mit der Auflage für seine Pflege auch weiterhin zu sorgen und ihn für die Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten.


Památník Obětem zla (Meditačni zahrada)
Na Kramlíku, Plzeň-Doudlevce
301 00 Plzeň (u Tyršova mostu)
Tel: +420 603 809 798, 377 223 112
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Website: www.bip.cz/pamatnik.php

Öffnungszeiten

April bis Oktober von 10.00 bis 17.00 Uhr, in der Nebensaison nur nach Anmeldung. Es gibt Besichtigungstouren des Gartens mit Erklärungen über seine Entstehung und Ausführungen zu den einzelnen Skulpturen des Kreuzganges.

Techmania, Infos, Tipps, Bildershow und Plan

Techmania (Škoda Werke, Eingang 5 Borská Straße)

Plzeň (Pilsen) - TechmaniaDas ist die Ausstellung für große und kleine Technik- und Physikfans, sowie für alle Kriminalkommissare. Und ich bin mir sicher, dass auch alle, die mit diesen Bereichen normalerweise nichts am Hut haben, begeistert durch dieses Museum ziehen und alles Mögliche  ausprobieren werden. Wobei der Begriff Museum stimmt einfach auch nicht…

Pilsen - TechmaniaDie Ausstellung überrascht. In einem schmucklosen Bau (es ist leichter das Ausstellungsgebäude zu finden, als den Weg danach aus dem Werk) tritt man in eine ehemalige Fabrikhalle, die recht schmucklos aufgemacht ist. Die einzelnen Stationen allerdings sind klasse aufgemacht und machen Spaß.

Die gesamte Exposition gliedert sich in unterschiedliche Teile. Gleich nach dem Eintreten beginnt es mit einem Flughafen-Scanner der der Beginn zum Ausstellungsmodul „Top Secret“ ist. „Top Secret“ ist eine der neuesten Wanderausstellungen Europas und gibt einen Einblick in die Welt der Kriminalistik und der Spione. Vergleichen Sie Reifenspuren und Fingerabdrücke, starten Sie einen Lauschangriff auf feindliche Agenten oder bedienen Sie die Enigma, eine mysteriöse Defrichiermaschine.

Plzeň (Pilsen) - TechmaniaIm Abschnitt „Edutorium“ stehen Mechanik, Optik, Akustik, der Magnetismus, die Thermik und noch viele andere physikalische Themen im Mittelpunkt. 60 interaktive Exponate zeigen Anwendungen der Naturgesetze, die den Besucher ins Staunen versetzen. Wissenschaft wird spannend dargestellt und man lernt auch noch spielerisch dabei, wie etwas funktioniert.

In der „Rätselhaften Exposition“ erfordern die Denkaufgaben einiges Kopfzerbrechen, obwohl die einzelnen Stationen fast nur wie Holzspielzeuge für die Jüngsten aussehen. Hier kann man aber auch seiner Fantasie und der künstlerischen Begabung für Architektur freien Lauf lassen und Türme und andere Bauten aus Jenga-Steinen bauen.

Die Ausstellung über Škoda rundet das Programm ab. Kurzfilme, historische Exponate und Informationstafeln zeigen die Entwicklung der Škodawerke, informieren über ihre Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft des Werkes. Im Moment gibt es auch noch zusätzliche Informationen über die Atomkraft, die hier – wenig überraschend – von der positiven Seite dargestellt werden.

Entropa

Plzeň (Pilsen) - Techmania EntropaDas von David Černý, einem der bekanntesten zeitgenössischen, aber auch umstrittenen tschechischen Künstler, zum Beginn der EU-Ratspräsidentschaft Tschechiens geschaffene Werk, zeigt die Sicht der europäischen Länder von außen in künstlerischer Weise. Vorurteile mischen sich in dieser Umsetzung aber immer mit einem Körnchen Wahrheit, auch wenn es am ersten Blick für das jeweilige Land nicht schmeichelhaft erscheint und auch aktuelle Konflikte wiederspiegelt.

Da das Forschen hungrig und durstig macht, gibt es auch einen kleinen Shop, bei dem man sich mit Kaffee, Tee, heißer Schokolade, kalten Getränken und kleinen Snacks erholen kann.

Lassen Sie sich diese Ausstellung nicht entgehen, wenn Sie in Pilsen sind, schon gar nicht, wenn Sie mit jugendlichen Technikfreaks unterwegs sind. Erfreulich ist auch dass die Ausstellungsstationen nicht nur in Tschechisch, sondern auch in Deutsch und Englisch ausgezeichnet erklärt werden.
Plzeň (Pilsen) - Techmania
Techmania science center
Gelände der Škoda Holding, Zugang durch Tor V., Borská Straße (eigener Parkplatz am Gelände)
Tel: +420 737 247 585
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Website: www.techmania.cz

Bildershow Pilsen

Zum Abschluss möchten wir Ihnen noch ein paar Empfehlungen mit auf den Weg geben

1. Kinder und Jugendliche: Pilsen bietet für große und kleine Gäste eine Menge. Einige Tipps haben wir hier für Sie zusammengestellt: Pilsen mit Kindern besuchen

2. Wenn Sie noch mehr über Bier und die Brauerei wissen möchten, werden Sie hier fündig.

3. Hier finden Sie unsere Restauranttipps: Sedmý nebe Morávka, Šenk Na Parkánu, Na Spilce

4. Zu Guter Letzt sollte auch ein Übernachtungstipp nicht fehlen: Im angelo schlafen Sie wie ein Engel!

5. So kommen Sie nach Pilsen:

https://www.google.at/maps/place/Pilsen,+Tschechien/@49.7416761,13.3018837,12z/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x470af1e5133d11b7:0x31b9406e3fc10b83!8m2!3d49.7384314!4d13.3736371

 

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