Moravský Krumlov

Wer auf den Spuren der Liechtensteiner in Tschechien und Österreich wandern möchte, kommt an Moravský Krumlov nicht vorbei. Aber auch sonst hat die Stadt eine interessante Geschichte und viele Sehenswürdigkeiten zu bieten.


Während sich Ceský Krumlov schon fast komplett herausgeputzt hat und im neuen (alten) Glanz erstrahlt, hat Moravsky Krumlov noch einen weiten Weg vor sich. Trotzdem ist das kein Grund es nicht zu besuchen.

Geschichte

Die Gegend um Moravský Krumlov war angeblich bereits um 3500 v. Chr. besiedelt, ein Dorf muss hier schon im 12. Jahrhundert existiert haben, die ersten schriftlichen Aufzeichnungen stammen aus dem Jahr 1240. König Přemysl Otakar II. erhob die Siedlung 1260 zur Stadt mit deutschen Rechten. In Verzeichnissen von Rudolf von Habsburg wird der Ort am 6. Mai 1277 als Krumlov erwähnt. Während dieser Zeit lässt sich auch der Deutsche Ritterorden hier nieder und gründet eine Kommende.

Ein Tor der Schlossmauer
Während dieser Zeit gehört die Burg wahrscheinlich den Herren von Obřan, deren Geschlecht 1312 ausstirbt und so geht die Stadt in den Besitz des Königs Johann von Luxemburg über, der sie sofort an die Herren von Lipa verpfändet. Aus dieser Zeit (1355) stammt auch das älteste bekannte Siegel der Stadt. Es zeigt einen Zinnenturm, mit einem Schild und einem Helm auf der Seite. Das Schildchen zeigt zwei schräggekreuzte Äste, der Helm besteht aus einem mit Pfauenfedern besteckten Fisch. Das Schildbild mit Helm und Helmzier war das Familienwappen der Herren vom Lipa, dem damaligen Besitzer der Stadt. Trotz der oftmaligen Besitzerwechsel blieb das Siegel größenteils unverändert bis in das 20. Jahrhundert erhalten.

Moravský Krumlov, Das Schloss vor 1900
Immer wieder wechseln die Besitzer der Stadt. Während der Hussitenkriege verjagen die Herren von Kravař die deutsche und katholische Bevölkerung. Der Ort wird geplündert und das Augustinerkloster zerstört.
Ab 1423 befindet sich ein hier ein Stützpunkt der Taboriten (ein radikaler und militanter Flügel der Hussiten), die die nördlichen Gebiete des heutigen Österreichs plündern. Mit dem Ende der Hussitenkriege werden die Privilegien der deutschen Bürger 1447 wieder bestätigt, 1458 erhält die Stadt das Recht zwei neue Jahrmärkte abzuhalten, was zu einem Aufschwung beiträgt.

Anfang des 16. Jahrhunderts kommen die ersten Täufer und Mährische Brüder in die Stadt und lassen sich hier nieder. Die Stadt wird teilweise evangelisch. 1537 lebt der bekannte Arzt und Alchemist Paracelsus in der Moravsky Krumlov.

Die Liechtensteiner in Moravský Krumlov

Zweimal 1539 und 1623 wütet die Pest in der Stadt, die auch während des Dreißigjährigen Krieges stark gelitten hat. 1Nach der Schlacht am Weißen Berg wird sie geplündert, wer kann flieht. Die siegreichen Habsburger enteignen die Herren von Leipa und so kauft Gundakar von Liechtenstein 1624 die konfiszierte Herrschaft für 600.000 Gulden und erreicht, dass die Herrschaft zum Erbfürstentum erklärt wird. Moravský Krumlov wird zur „Stadt Liechtenstein“, das Kloster 1641 wieder aufgebaut, Piaristen kommen in die Stadt. Deutsch wird wieder Amtssprache und die Fürsten fördern die Handwerkszünfte. Die reformatorischen Täufer müssen die Stadt verlassen und die Rekatholisierung wird eingeleitet.

Gundaker von Liechtenstein

Gundaker ist das jüngste von neun Kindern von Hartmann II. und Maria Anna, Gräfin von Ortenburg. Am 30. Jänner 1580 in Lednice geboren, gehört er zu der ersten Generation der Fürsten. Er beherrscht Arithmetik, Geometrie, taktische Kriegs- und Verteidigungsfertigkeiten, kann Italienisch, Französisch und Spanisch – Tschechisch spricht er auch noch 1635 sehr schlecht -, Tanzen, Reiten und besitzt politisches Wissen ebenso wie er mit der höfischen Etikette vertraut ist. Gundaker beginnt eine neue Residenz zu errichten und Schloss und Stadt umzubauen. Am 20. Juni 1644 verleiht Gundaker eine Wappenbesserung: zum ursprünglichen Stadtwappen mit blauen Schild, silbernen Zinnenturm, beseitet von zwei roten Schildchen mit silbernen, pfeilartigen Zeichen kommt nun das Familienwappen des Hauses Liechtenstein mit Fürstenhut hinzu.

Gundaker von Liechtenstein
1645 – 1646 besetzen die Schweden die Stadt und machen seinen Traum vom neuen Fürstentum zunichte. Gundaker verlässt die Stadt und zieht sich in seine niederösterreichische Herrschaft auf Schloss Wilfersdorf zurück, um nach drei Jahren wieder nach Uherský Ostroh zurückzukehren.

1663 ist in verheerendes Jahr für die Stadt, die von Türkeneinfällen, Hochwasser, einem Großbrand und von Seuchen geplagt wird. 1690 zerstört ein weiterer Brand einen Großteil der Stadt. Während des Ersten Schlesischen Krieges besetzen Preußen die Stadt, am 23. November 1805 besucht Napoléon Bonaparte das Schloss.
Während des Preußisch-Österreichischen Krieges 1866 – 1867 besetzen die Preußen die Stadt und bringen die Cholera mit. 1870 geht es dann wieder aufwärts, die Stadt wird an das Bahnnetz angeschlossen und bekommt ihren eigenen Bahnhof. 1885 wird Krumau zu Moravský Krumlov um es besser von Ceský Krumlov unterscheiden zu können. 1901 übernimmt das Adelsgeschlecht Kinsky die Herrschaft von Krumlov von den Liechtensteinern, die Stadt wird zu einem beliebten Sommerfrischeziel der Wiener.

Das Wappen der Liechtensteiner
Nach dem Ersten Weltkrieg kommt Krumlov zur neuen Tschechoslowakischen Republik, die Tschechisierung beginnt. Alle deutschen Beamten werden in tschechische Orte nach Böhmen versetzt, die deutschen Schulen der Stadt geschlossen. Mit der Bodenreform von 1924 werden 16 der 17 Meierhöfe der Familie Kinsky enteignet. 1938 kommen deutsche Truppen in den Ort, Mährisch Krumau wird bis 1945 dem Gau Niederdonau angeschlossen, tschechische Beamte und Kaufleute ziehen nach Böhmen.

Ein fürchterlicher Luftangriff der sowjetischen Armee legt am 8.Mai 1945 drei Viertel der Stadt in Asche und Trümmer. Wie durch ein Wunder bleiben das Schloss und die Pfarrkirche verschont.

Nach Ende des Krieges kommt Krumau wieder zur Tschechoslowakei, die Stadt wird von militanten Tschechen besetzt, es kommt zu –teilweise tödliche verlaufenden - Übergriffen auf die deutschmährische und altösterreichische Bevölkerung. Im März 1946 erfolgt die Zwangsaussiedelung der deutschen Ortsbewohner, ihr privates und öffentliches Vermögen wird konfisziert. Auch das Vermögen der evangelischen Kirche wird durch die Beneš-Dekrete liquidiert, die katholische Kirche in der kommunistischen Ära enteignet.

Wer auf den Spuren der Liechtensteiner in Tschechien und Österreich wandern möchte, kommt an Moravský Krumlov nicht vorbei. Aber auch sonst hat die Stadt eine interessante Geschichte und viele Sehenswürdigkeiten zu bieten.


Während sich Ceský Krumlov schon fast komplett herausgeputzt hat und im neuen (alten) Glanz erstrahlt, hat Moravsky Krumlov noch einen weiten Weg vor sich. Trotzdem ist das kein Grund es nicht zu besuchen.

Geschichte

Die Gegend um Moravský Krumlov war angeblich bereits um 3500 v. Chr. besiedelt, ein Dorf muss hier schon im 12. Jahrhundert existiert haben, die ersten schriftlichen Aufzeichnungen stammen aus dem Jahr 1240. König Přemysl Otakar II. erhob die Siedlung 1260 zur Stadt mit deutschen Rechten. In Verzeichnissen von Rudolf von Habsburg wird der Ort am 6. Mai 1277 als Krumlov erwähnt. Während dieser Zeit lässt sich auch der Deutsche Ritterorden hier nieder und gründet eine Kommende.

Ein Tor der Schlossmauer
Während dieser Zeit gehört die Burg wahrscheinlich den Herren von Obřan, deren Geschlecht 1312 ausstirbt und so geht die Stadt in den Besitz des Königs Johann von Luxemburg über, der sie sofort an die Herren von Lipa verpfändet. Aus dieser Zeit (1355) stammt auch das älteste bekannte Siegel der Stadt. Es zeigt einen Zinnenturm, mit einem Schild und einem Helm auf der Seite. Das Schildchen zeigt zwei schräggekreuzte Äste, der Helm besteht aus einem mit Pfauenfedern besteckten Fisch. Das Schildbild mit Helm und Helmzier war das Familienwappen der Herren vom Lipa, dem damaligen Besitzer der Stadt. Trotz der oftmaligen Besitzerwechsel blieb das Siegel größenteils unverändert bis in das 20. Jahrhundert erhalten.

Moravský Krumlov, Das Schloss vor 1900
Immer wieder wechseln die Besitzer der Stadt. Während der Hussitenkriege verjagen die Herren von Kravař die deutsche und katholische Bevölkerung. Der Ort wird geplündert und das Augustinerkloster zerstört.
Ab 1423 befindet sich ein hier ein Stützpunkt der Taboriten (ein radikaler und militanter Flügel der Hussiten), die die nördlichen Gebiete des heutigen Österreichs plündern. Mit dem Ende der Hussitenkriege werden die Privilegien der deutschen Bürger 1447 wieder bestätigt, 1458 erhält die Stadt das Recht zwei neue Jahrmärkte abzuhalten, was zu einem Aufschwung beiträgt.

Anfang des 16. Jahrhunderts kommen die ersten Täufer und Mährische Brüder in die Stadt und lassen sich hier nieder. Die Stadt wird teilweise evangelisch. 1537 lebt der bekannte Arzt und Alchemist Paracelsus in der Moravsky Krumlov.

Die Liechtensteiner in Moravský Krumlov

Zweimal 1539 und 1623 wütet die Pest in der Stadt, die auch während des Dreißigjährigen Krieges stark gelitten hat. 1Nach der Schlacht am Weißen Berg wird sie geplündert, wer kann flieht. Die siegreichen Habsburger enteignen die Herren von Leipa und so kauft Gundakar von Liechtenstein 1624 die konfiszierte Herrschaft für 600.000 Gulden und erreicht, dass die Herrschaft zum Erbfürstentum erklärt wird. Moravský Krumlov wird zur „Stadt Liechtenstein“, das Kloster 1641 wieder aufgebaut, Piaristen kommen in die Stadt. Deutsch wird wieder Amtssprache und die Fürsten fördern die Handwerkszünfte. Die reformatorischen Täufer müssen die Stadt verlassen und die Rekatholisierung wird eingeleitet.

Gundaker von Liechtenstein

Gundaker ist das jüngste von neun Kindern von Hartmann II. und Maria Anna, Gräfin von Ortenburg. Am 30. Jänner 1580 in Lednice geboren, gehört er zu der ersten Generation der Fürsten. Er beherrscht Arithmetik, Geometrie, taktische Kriegs- und Verteidigungsfertigkeiten, kann Italienisch, Französisch und Spanisch – Tschechisch spricht er auch noch 1635 sehr schlecht -, Tanzen, Reiten und besitzt politisches Wissen ebenso wie er mit der höfischen Etikette vertraut ist. Gundaker beginnt eine neue Residenz zu errichten und Schloss und Stadt umzubauen. Am 20. Juni 1644 verleiht Gundaker eine Wappenbesserung: zum ursprünglichen Stadtwappen mit blauen Schild, silbernen Zinnenturm, beseitet von zwei roten Schildchen mit silbernen, pfeilartigen Zeichen kommt nun das Familienwappen des Hauses Liechtenstein mit Fürstenhut hinzu.

Gundaker von Liechtenstein
1645 – 1646 besetzen die Schweden die Stadt und machen seinen Traum vom neuen Fürstentum zunichte. Gundaker verlässt die Stadt und zieht sich in seine niederösterreichische Herrschaft auf Schloss Wilfersdorf zurück, um nach drei Jahren wieder nach Uherský Ostroh zurückzukehren.

1663 ist in verheerendes Jahr für die Stadt, die von Türkeneinfällen, Hochwasser, einem Großbrand und von Seuchen geplagt wird. 1690 zerstört ein weiterer Brand einen Großteil der Stadt. Während des Ersten Schlesischen Krieges besetzen Preußen die Stadt, am 23. November 1805 besucht Napoléon Bonaparte das Schloss.
Während des Preußisch-Österreichischen Krieges 1866 – 1867 besetzen die Preußen die Stadt und bringen die Cholera mit. 1870 geht es dann wieder aufwärts, die Stadt wird an das Bahnnetz angeschlossen und bekommt ihren eigenen Bahnhof. 1885 wird Krumau zu Moravský Krumlov um es besser von Ceský Krumlov unterscheiden zu können. 1901 übernimmt das Adelsgeschlecht Kinsky die Herrschaft von Krumlov von den Liechtensteinern, die Stadt wird zu einem beliebten Sommerfrischeziel der Wiener.

Das Wappen der Liechtensteiner
Nach dem Ersten Weltkrieg kommt Krumlov zur neuen Tschechoslowakischen Republik, die Tschechisierung beginnt. Alle deutschen Beamten werden in tschechische Orte nach Böhmen versetzt, die deutschen Schulen der Stadt geschlossen. Mit der Bodenreform von 1924 werden 16 der 17 Meierhöfe der Familie Kinsky enteignet. 1938 kommen deutsche Truppen in den Ort, Mährisch Krumau wird bis 1945 dem Gau Niederdonau angeschlossen, tschechische Beamte und Kaufleute ziehen nach Böhmen.

Ein fürchterlicher Luftangriff der sowjetischen Armee legt am 8.Mai 1945 drei Viertel der Stadt in Asche und Trümmer. Wie durch ein Wunder bleiben das Schloss und die Pfarrkirche verschont.

Nach Ende des Krieges kommt Krumau wieder zur Tschechoslowakei, die Stadt wird von militanten Tschechen besetzt, es kommt zu –teilweise tödliche verlaufenden - Übergriffen auf die deutschmährische und altösterreichische Bevölkerung. Im März 1946 erfolgt die Zwangsaussiedelung der deutschen Ortsbewohner, ihr privates und öffentliches Vermögen wird konfisziert. Auch das Vermögen der evangelischen Kirche wird durch die Beneš-Dekrete liquidiert, die katholische Kirche in der kommunistischen Ära enteignet.

Das Schloss und der Park

Sehenswürdigkeiten in Moravský Krumlov:

Das Schloss Moravský Krumlov

Der mäandernde Fluss Rokytná gibt dem mährischen Krumau seinen Namen. Hier war schon früh ein Ort, wo Handel und Handwerk blühten. Nach 1146 wird, da die alte Burg im Kampf zerstört wurde, eine neue aus Stein gebaut. Die Burg liegt an der schmalsten Stelle des Mäanders, den der Fluss um die ganze Stadt herum bildet.
Sie wird erst um die Mitte des 14. Jahrhunderts erstmals urkundlich als Adelsburg erwähnt. Vom ursprünglichen Gebäude sind heute noch Teile des südlichen und östlichen Palas-Flügels mit drei Türmen erhalten. Das Schloss wird mehrmals umgebaut. 1368 errichten die Grundherren Kravař eine Burg als mittelalterliche Residenz, ein großer viereckiger Turm wird errichtet und die Burg erweitert. Das Schloss wird mit Wassergräben auf der östlichen und westlichen Seite befestigt.

Schloss Moravský Krumlov

1513 erfolgt der erste Umbau in einem Mischstil zwischen Gotik und Renaissance, weitere folgten, und unter der Herrschaft von Bertold/Pertold V. von Leipa gelingt der vorläufige Höhepunkt der Bautätigkeit 1562: Ein repräsentatives Arkadenschloss im Renaissancestil entsteht, vom italienischen Baumeister Leonardo Garda de Biseno errichtet, das als das älteste seiner Art in Mähren gilt. Der italienische Stil zeigt sich besonders in der Reliefausschmückung an den Pfeilern, die im toskanischen, ionischen und korinthischen Stil geformt wurden. Die komplette Fertigstellung und die Ausgestaltung der Innenräume zieht sich allerdings noch bis in die ersten beiden Jahrzehnte des 17. Jahrhunderts, in die Herrschaft der letzten Besitzer, der Herren von Leipa hinein. Auf Anregung von Johann IV. von Leipa entstehen 1592 bis 1593 auch die Reitställe, einstöckige Gebäude mit einer Sonnenuhr und einem Spätrenaissance-Portal.

Der Arkadenhof des Schlosses um 1900
Mit der Übernahme des Schlosses durch die Liechtensteiner 1625 durch Gundaker muss die Residenz entsprechend dem fürstlichen Stand ausgestattet werden. Man knüpft an die vorherigen Umbauten im Renaissancestil an: Fassaden, Flure, der Hauptsaal und die Kapelle werden geändert.

Der Arkadenhof des Schlosses heute
Die Pläne einen Ziergarten, ein Lustschloss, eine Grotte und in der Vorburg einen Brunnen anzulegen, werden durch den Einmarsch und die Besetzung der Stadt durch die Schweden zunichte gemacht. Der Fürst verlässt Mähren und zieht ins niederösterreichische Schloss Wilfersdorf, kehrte jedoch bereits nach drei Jahren nach Uherský Ostroh zurück.

Die Sonnenuhr
In Moravský Krumlov findet er die Stadt verwüstet und das Schloss zerstört. Erst sein Sohn Ferdinand Johann baut die Stadt und auch das Schloss wieder auf. Er beruft Giovanni Tencalla nach Moravský Krumlov, der schon den Brunnen im Vorhof gestalten sollte. Der daraus entstehende Bauboom in Mährisch Krumau reicht bis ins Ende des 17. Jahrhunderts unter die Herrschaft von Maximilian II. Moritz hinein. Maximilian II. macht Mährisch Krumau endgültig zu seinem Wohnsitz. Er plant die Errichtung eines barocken Gartens und des Lustschlosses abschließen zu können, Johann Bernhard Fischer von Erlach wird um Mithilfe gebeten, doch auch diesmal können die Pläne nicht realisiert werden.

Die Terrasse des Schlosses wird bald renoviert
Weitere Umbauten des Schlosses werden schließlich ab den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts vom Hofarchitekten Isidore Marcellus Amandus Canevale durchgeführt, der die Fassadengestaltung und die Renovierung der fürstlichen Wohnungen gemeinsam mit Johann Christoph Fabich durchführt. In diesem neuen Stil werden auch der Innenraum des Hauptsaals und die Schlosskapelle gestaltet. 1772 bleibt nur mehr der Burgturm auf der Südseite vom Umbau verschont. Eleonore von Oettingen, die Gemahlin von Karl Joseph von Liechtenstein widmet sich dem Aufbau einer englischen Parkanlage rund um das Schloss.

Einige Innenräume sind bereits hergerichtet und werden als Ausstellungsräume genutzt
Auch die Napoleonischen Kriege 1809 suchen die Stadt heim und es dauert mehrere Jahre bis sich Mährisch-Krumau wieder erholen kann. 1908 geht das Schloss in den Besitz der Grafen von Kinsky über.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird das Schloss verstaatlicht und, da die Stadt fast komplett zerstört ist, für vielfältige Verwendungszwecke freigegeben. Büros ziehen hier ein, Räume werden als Schlafsaal, Klassenzimmer oder Lehrwerkstätten genutzt.
1992 wird das renovierungsbedürftige Gebäude schließlich um den symbolischen Preis einer Tschechischen Krone an eine Aktiengesellschaft verkauft.
2004 erhält das Schloss im Rahmen einer Auktion einen neuen Besitzer: Incheba Bratislava.

Die neuen, renovierten Ausstellungsräume
Bis 2011 ist in den Räumen des Schlosses der monumentale Bilderzyklus „Das Slawische Epos“ von Alfons Mucha zu sehen, dann werden die Bilder nach Prag gebracht. Heute finden sich im renovierten Teil des Schlosses aktuelle Ausstellungen.

Der Schlosspark

Der Schlosspark erstreckt sich westlich des Schlosses und besitzt ein Ausmaß von rund 12 Hektar. Er ist die Heimat von vielen seltenen Nadel- und Laubbaumarten, wie zum Beispiel des Bergahorns. Viele stammen davon aus der Zeit Eleonors Marie von Oettingen, der Gemalin von Prinz Karl von Liechtenstein. Sie ließ den, bereits nach der großen Flut im Jahre 1670 angelegten „Unteren Park“, ausbauen und anstelle der ursprünglichen Wassergräben die gewölbten und bis heute erhaltenen Tunnel errichten. Außerdem wurden verschiedene Statuen im Park aufgestellt und Teiche mit Goldfischen angelegt. Das große Eingangstor zum Unteren Schlosspark mit seinen massiven Pfeilern hat klassizistischen Charakter, an der Wand des Oberen Schlossparks, am südlichen Stadtrand der Stadt steht eine Pestsäule aus dem Jahre 1636.

Der Platz vor dem Schloss mit Brunnen
Graf Franz Kinsky lässt den Park 1910 höher legen. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es hier ein modernes Alpinarium mit Blumengarten.
2004 bis 2006 wurde der Schlosspark saniert, 2007 wurden die Arbeiten mit dem Bau der Schlossbrücke abgeschlossen und damit das ursprüngliche Aussehen zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder hergestellt.
Heute ist der Park ein beliebter Erholungsort für Touristen und Einheimische.

Die Floriani Kapelle

Die Floriani Kapelle

Der Heilige Florian, Hüter des Feuers, ist seit Jahrhunderten der Schutzpatron von Moravský Krumlov. Bereits 1623 steht am Brunnenplatz eine Statue des Heiligen, die aber leider nicht erhalten geblieben ist. Nach einem verheerenden Brand 1690 wählen die Bürger der Stadt den Heiligen Florian zum Schutzpatron.

Die Floriani Kapelle in Moravský Krumlov
Der Legende nach ließ Fürst Anton Florian von Liechtenstein die Kapelle als Dank an seine Rettung bei einer Jagd erbauen. Er hatte sich im Sturm verirrt, als sein Pferd plötzlich schnaubend stehenblieb und sich nicht mehr von der Stelle bewegte. Als er abstieg und die Umgebung genauer betrachtete, merkte er, dass sein Pferd am Rande einer Klippe angehalten hatte und er fast in den sicheren Tod gestürzt wäre. Seit dieser Zeit heißt der Hügel auf dem die Kapelle steht auch „Floriánek“.

Nach historischen Quellen wird mit dem Bau der Kapelle 1695 begonnen und bereits zwei Jahre später wird sie dem Schutzpatron der Stadt geweiht.

Die Kapelle ist aus behauenem Stein gebaut, hat drei Eingänge und einen Turm an jeder Ecke. Ursprünglich zierte ein fünfter Turm in der Mitte das Gebäude, dieser wurde jedoch abgerissen.
Im Inneren befanden sich zwei schöne Altäre, eine Orgel und zwei Glocken. Während der Napoleonischen Kriege lagern die Franzosen 1809 mit an die 10.000 Mann in dieser Gegend und zerstören die Kapelle. 1829 werden auch die Glocken gestohlen.

1833 beschließt man, die Kapelle wieder herzustellen. Geld wird für die Restaurierung gesammelt, auch lokale Handwerker und der Fürst spenden. Am 4. Mai 1834 erfolgt die feierliche Einweihung. Die Stadt schenkt der Kapelle die sogenannte Sturmglocke aus dem ehemaligen Rathaus. Die neue Orgel wird zum ersten Mal am 25. April 1838, dem 148. Jahrestag des großen Feuers, gespielt.

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wird die Kapelle nochmal verwüstet: Orgel, Inneneinrichtung und Malerei werden beschädigt.
1968 bis 1969 kommt es zu einer teilweisen Restaurierung des Innenraumes und der Außenfront.
1989 werden die traditionellen Pilgerfahrten am Tag des Heiligen Florians wieder aufgenommen, der jedes Jahr Anfang Mai gefeiert wird, 1997 bis 1998 wird die Kapelle komplett renoviert, das Jahr darauf um die Kapelle die Abendbeleuchtung installiert.
Die Kapelle zum Heiligen Florian ist mehrmals im Jahr – vor allem für Wallfahrten am ersten Sonntag nach dem Tag des Heiligen Florian (4. Mai) geöffnet. Sehenswert ist das Hochaltarbild von Johann Georg Gutwein aus dem Jahr 1702.

Weitere Sehenswürdigkeiten, Bildershow und Plan

Weitere Sehenswürdigkeiten

Das Mausoleum der Liechtensteiner

Das Mausoleum wurde von Marie Eleonore von Oettingen in der Nähe der Allerheiligenkirche gebaut. Ihr Mann Karl von Liechtenstein wurde hier 1789 begraben, viele andere Mitglieder der Familie Liechtenstein folgten. Als letzter fand hier Rudolf von Liechtenstein 1908 seine letzte Ruhestätte. Beachtenswert sind die Fresken und das Erlöserbild von Josef Huber aus dem Jahr 1789. An den Seiten des Portals kann man die Familienwappen der Familien Liechtenstein und Oettingen sehen.

Die Pfarrkirche Allerheiligen (Farní kostel Všech Svatých)

Die Kirche wird 1248 dem Heiligen Laurentius geweiht, 1646 beginnt der Maurermeister Andrea Erna mit dem Umbau. Die ursprünglichen Piaristenschulen wurden den Paulinern übertragen.

Kloster und Kirche des Heiligen Bartholomäus (Kostel sv. Baroloměje)

Das Kloster stammt aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhundert und wurde von Gundakar von Liechtenstein 1634 komplett renoviert. Sehenswert sind das Hochaltarbild von Johann Georg Gutwein aus 1701 und der Dreikönigsaltar von Ignaz Lenglacher.

Bildershow Moravský Krumlov

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