• 3.6.- bis Herbst 2022
  • Open
  • Heidi Horten Collection
  • 1010 Wien
  • Hanuschgasse 3
  • T: +43 1 512 50 20 (werktags von 9-12Uhr)
  • https://www.hortencollection.com

Wien ist um ein neues Museum reicher. Im Hanuschhof wurde am 3. Juni 2022 das neue Museum der Heidi Horten Collection mit der Ausstellung „Open“ eröffnet.

Die Kunstsammlerin überlebte die Museumseröffnung nur wenige Tag: Heidi Horten starb am 12. Juni in ihrem Haus in Klagenfurt. Durch das Museum und ihre Kunstsammlung hat sie sich aber zuvor noch ein Denkmal gesetzt.

Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung

Horten wurde in Wien geboren und durch ihre Ehe mit dem „Kaufhauskönig“ Horten zur Milliadärin, aber auch zur Kunstsammlerin. Überrascht vom großen Erfolg der Ausstellung „WOW!“ im Leopold Museum in Wien, bei der erstmals große Teile ihrer Sammlung der Öffentlichkeit präsentiert wurde, reifte in ihr der Wunsch diese in einem eigenen Museum auch für spätere Generationen öffentlich zu zeigen.

Blick in die Ausstellung - im Hintergrund die Dinofrau
Blick in die Ausstellung. Im Hintergrund die Dinofrau

Wien, ihre Geburtsstadt, sollte der Sitz des Museums werden und mit dem Hanuschhof fand sie ein Gebäude in zentraler Lage, zwischen Oper und Albertina, das in nur zwanzigmonatiger Bauzeit von den Wiener ArchitektInnen the next ENTERprise Architects, unter der Leitung von Marie-Therese Harnoncourt-Fuchs und Ernst J. Fuchs zu einer modernen Museumslandschaft umgebaut wurde.

Marie-Therese Harnoncourt-Fuchs und Ernst J. Fuchs erläutern ihr Werk bei einer Führung vor dem Museum
Marie-Therese Harnoncourt-Fuchs und Ernst J. Fuchs erläutern ihr Werk bei einer Führung vor dem Museum

Die Eröffnungsausstellung „Open“ lässt daher auch Platz, um die Architektur zu bewundern. Der Ursprungsbau wurde entkernt, ein Kellergeschoss hinzugefügt und die zwei Ausstellungsebenen eingezogen, die zu schweben scheinen. Dazu viel Licht und die Möglichkeit, für zukünftige Ausstellungen auch eine Menge zu ändern und an die Bedürfnisse anzupassen.

Schon die Architektur ist einen Besuch des Museums wert
Schon die Architektur ist einen Besuch des Museums wert

Allein schon die Innengestaltung lohnt einen Besuch, Treppen führen wie frei schwebend von Stockwerk zu Stockwerk, bieten durch ihre Versetzung „Platz“ für große Skulpturen und erinnerte mich entfernt – jedoch mit eigenem Stil – an das Guggenheimmuseum in New York. 

Blick ins Museum
Blick ins Museum

Es ist eine wahrhaft gelungene Verbindung zwischen Alt und Neu, die sich schon beim Eingang des Museum zeigt: ein Teil der alten Fassade wurde entfernt, um dem neuen Eingang Rechnung zu tragen. Meiner Meinung nach eine sehr gelungene Einladung an die Besucher doch weiter zu kommen. 

Auch der Innenhof des Hanuschhofs wurde umgestaltet
Auch der Innenhof des Hanuschhofs wurde umgestaltet

Im Hof befindet sich auch noch ein kleiner Skulpturenpark, der frei zugänglich ist.

Der Teeraum - zum Wohlfühlen und Reflektieren
Der Teeraum - zum Wohlfühlen und Reflektieren

Im Museum sollte man auf jeden Fall auch den Teeraum besuchen, der zum Verweilen und vielleicht auch zum Reflektieren über das Gesehene einladen soll. Oder einfach nur zum Staunen.

Kunst ist überall
Kunst ist überall

Und ich muss auch erzählen (sorry, sonst vielleicht kein Thema, aber es muss sein), dass der Kunstgenuss den Besucher sogar bis aufs WC verfolgt. Mehr wird hier nicht verraten, aber schaut es euch an – und es ist in jedem Stockwerk anders!

Selbst etwas Banales wie eine Garderobe kann einfach "schön" sein
Selbst etwas Banales wie eine Garderobe kann einfach "schön" sein

Auch in die Garderobe sollte man einen Blick werfen.

Wer einen Besuch im Museum plant, sollte daher nicht nur die drei Kapitel der Ausstellung im Kopf haben, sondern sich gerade beim ersten Besuch auch auf die Architektur des Hauses einlassen.

Lichtinstallationen ist ein Teil der Ausstellung gewidmet
Lichtinstallationen ist ein Teil der Ausstellung gewidmet

Ein Teil der Ausstellung fokussiert sich auf die Lichtarbeiten der Sammlung, die mit dem Ankauf eines Objekts aus Neonröhren von Dan Flavin seinen Anfang nahmen.

Schrift und Licht trifft aufeinander
Schrift und Licht trifft aufeinander

Ein weiterer Bereich befasst sich dann mit Schrift als Phänomen, das sowohl in klassischen Gemälden wie auch in den Leuchtarbeiten der Sammlung originärer Bestandteil des Kunstwerkes ist.

Lena Henke, UR Mutter, 2019
Lena Henke, UR Mutter, 2019

Im dritten Kapitel widmet man sich der existenziellen Auseinandersetzung des Menschen im Spannungsfeld von physischer Außenwelt und seelischen Innenleben und seinem Verhältnis zu Tier und Natur. 

Man versucht auch, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen
Man versucht auch, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen

Erwähnt werden sollte auch, dass sich eine Kabinettausstellung der Geschichte des Hauses bzw Wiens und eine dem Umbau des Gebäudes widmet.

Führungen und Rahmenprogramm

Jeden Samstag um 11:30, 13:30 und 14:30 Uhr, sowie an Sonntagen um 14:30 und 16:00 Uhr finden Führungen statt, die über die Architektur wie auch die Ausstellungsexponate informieren 

Die neugierige Dinofrau blickt ins nächste Stockwerk
Die neugierige Dinofrau blickt ins nächste Stockwerk

Familienworkshops

Alles leuchtet, alles strahlt! Ein neues Haus für Sammelschätze.

Bei den Führungen für Kinder ab drei Jahren und Erwachsenen kann man die Schätze von Heid Horten entdecken: fantastische Formen, eine neugierige Dinofrau, Licht, das zur Kunst wird, bonbonfarbene Skulpturen oder wilden Buchstabensalat.

Babypause

Kunst mit Kind

Auch die besten Mamas und Papas brauchen einmal ein bisschen Abwechslung und hier werden Kunst und Kind bei einer kurzweiligen Ausstellungsführung verbunden. Für Babys steht vom Wickeltisch bis zur Stillmöglichkeit alles bereit und Gekrabbel, Gebrabbel und gegenseitiges Verständnis sind herzlich willkommen

Mehr über die Programme, Zeiten und Tickets findet ihr unter www.hortencollection.com/programm

Noch ein paar Impressionen:

Zur Eröffnung sind auch zwei Publikationen erschienen, die an der Kasse der Heidi Horten Collection und im Buchhandel erhältlich sind. Eine befasst sich mit dem Haus und seiner Geschichte, die andere mit der Eröffnungsausstellung „Open“.

Das Museum ist täglich, außer Dienstag, von 11:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Am Donnerstag kann das Museum bei freiem Eintritt von 18:00 bis 21:00 Uhr besucht werden. (Achtung! Ein Timeslot-Ticket ist aber erforderlich!)

Drei Künstlergenerationen in einer Ausstellung vereient

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