Die europäische Kulturhauptstadt 2013 blickt auf eine lange, wechselhafte Geschichte zurück. Als wichtiger Verkehrsknotenpunkt war und ist sie auch heute wieder Schnittpunkt zwischen Ost und West. Weder Krieg, noch Feuer und andere Katastrophen konnten die Bewohner davon abhalten, sie zu einer der europäischsten Städte zu machen (Sándor Márai). Die Ernennung zur europäischen Kulturhauptstadt  ist wohl der Höhepunkt dieser Entwicklung.

Geschichte

Košice - Das InselchenDie Gegend ist seit der Jungsteinzeit besiedelt, im 7.Jahrhundert bewohnten Awaren das Gebiet, Funde aus dem 8. Jahrhundert weisen auf slawische Besiedlung hin. Im 9. Jahrhundert gehörte die Stadt zum Neutraer Fürstentum und danach zu Großmähren, gegen Ende des 11. Jhts wurde sie in das Königreich Ungarn eingegliedert. 1230 wurde die Stadt erstmals in einer Urkunde des Kapitels von Eger erwähnt. Die ersten Urkunden bezeichnen die Stadt als Villa Cassa, daraus entstanden das lateinische Cassovia, das deutsche Kaschau, das ungarische Kassa und das slowakische Košice. In der zweiten Hälfte des 13. Jh. entwickelte sich die ursprünglich landwirtschaftliche Siedlung zu einer Stadtgemeinde. Nach einem Tartareneinfall ließen sich deutsche Kolonisten in der Nähe der slawischen Siedlung nieder – bald verschmolzen aber beide Teile zu einer Stadt. Bereits 1248 erhielt Košice als eine der ersten Städte im Königreich das Stadtrecht. Es wurde ein Spital gebaut, Jahrmärkte abgehalten, der Dominikanerorden kam in die Stadt, die 1290 auch das Recht erhielt eine Befestigungsmauer zu bauen. Košice wurde zu einer der bedeutendsten und größten Städte des Königreichs Ungarn. Die Lage am Handelsweg nach Polen und die Erringung verschiedenster Privilegien sorgten dafür dass die Bedeutung weiter wuchs. 1347 wurde Košice die zweite königlich freie Stadt im Königreich Ungarn nach Buda. 1369 verlieh ihr König Ludwig der Große als erste Stadt in Europa ein Stadtwappen (bis dahin gab es dieses Privileg nur für natürliche und nicht für juristische Personen).

Košice - Die KathedraleIm 14. und 15. Jht. Erreichte die Entwicklung der Stadt ihren Höhepunkt, danach wurde sie in Machtkämpfe um den ungarischen Thron verwickelt und auch im Krieg zwischen dem Habsburger Ferdinand I. und Johann Zápolya in Mitleidenschaft gezogen. Der große Brand vom 13.4.1556 zerstörte nicht nur den neuen Dom, sondern auch große Teile der Stadt. 1657 gründete der Bischof von Eger in Košice die zweite Universität (nach Trnava) in der Slowakei.

Ferenc II. Rákóczi lebte um die Jahrhundertwende (vom 17. zum 18.Jht) in Košice, dass in die antihabsburgischen Aufstände stark mit hinein gezogen wurde. Durch die kriegerischen Auseinandersetzungen und die Kämpfe mit den Osmanen wurde die Stadt stark In Mitleidenschaft gezogen: die neuen Handelswege führten nun an Košice vorbei, Bratislava stieg zur Krönungsstadt auf und die reiche mittelalterliche Stadt entwickelte sich zu einer eher landwirtschaftlich geprägten Provinzstadt.

Košice - Die Fußgängerzone in der Altstadt1802 wurde Košice Sitz eines Bistums. Erst mit der Errichtung der ersten Fabriken um 1840 setzte wieder ein Aufschwung ein. Doch bereits 1848/1849 war das Umland der Stadt wieder Schauplatz mehrerer Schlachten: so eroberte die ungarische Armee die Stadt am 15.2.1849, wurde jedoch bereits am 24.6.1849 wieder von russischen Interventionstruppen zurückgeschlagen.

Nach dem Zerfall der österreich-ungarischen Monarchie fiel Košice im Dezember 1918 an die 1. Tschechoslowakische Republik und war im Sommer 1919 kurze Zeit Sitz der „slowakischen Räterepublik“, kam jedoch nach dem Ersten Wiener Schiedsspruch 1938 wieder zu Ungarn. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt 1941 bombardiert, 1945 von der Roten Armee erobert und war kurze Zeit die Hauptstadt der 2.Tschechoslowakischen Republik. Hier verabschiedete die Regierung auch am 5.April 1945 das nach der Stadt benannte Kaschauer Programm.

KošiceNach der Machtübernahme der Kommunistischen Partei im Februar 1948 wurde die Industrialisierung mit dem Bau des Ostslowakischen Eisenwerks (heute U.S. Steel Košice) vorangetrieben. Viele Arbeitssuchende kamen in die Stadt, die schnell zur fünftgrößten Stadt der Tschechoslowakei heran wuchs, sodass zahlreiche Plattenbautensiedlungen rund um den alten Stadtkern hochgezogen wurden. Nach der Trennung der Tschechoslowakei in zwei unabhängige Staaten 1992 ist Košice die zweitgrößte Stadt der Slowakei und 2013 europäische Kulturhauptstadt. 1995 wurde die Stadt anlässlich eines Besuches von Papst Johannes Paul II. zum Erzbistum erhoben.

Der Name der Stadt scheint vom Personennamen Koša oder vom slowakischen Wort koša (Waldlichtung oder Rodung, abgeleitet vom Verb kosiť) zu stammen. Über Jahrhunderte kann man die ständig wechselnden Verhältnisse zwischen den verschiedenen Ethnien der Stadt verfolgen: Deutsche, Slowaken und Ungarn wechselten einander in den Mehrheitsverhältnissen ab, die teilweise von den jeweilig Herrschenden erzwungen oder zumindest gefördert wurde. Die große jüdische Gemeinde, der bereits 1840 erlaubt wurde, sich innerhalb der Stadtmauern anzusiedeln, ist Teil der dunklen Geschichte der Stadt: 1944 wurden mehr als 18.000 Juden aus Košice und der Umgebung nach Ausschwitz deportiert, nur eine kleine Anzahl kehrte lebend zurück. Laut der Volkszählung von 2001 stellen die Slowaken mit 89% die Mehrheit, die größten Minderheiten stellen die Ungarn und die Roma. Es ist zu hoffen, dass das Jahr der europäischen Kulturhauptstadt auch hier Brücken bauen hilft und die Wertschätzung untereinander auch in den Programmen ihren Niederschlag findet.

Die europäische Kulturhauptstadt 2013 blickt auf eine lange, wechselhafte Geschichte zurück. Als wichtiger Verkehrsknotenpunkt war und ist sie auch heute wieder Schnittpunkt zwischen Ost und West. Weder Krieg, noch Feuer und andere Katastrophen konnten die Bewohner davon abhalten, sie zu einer der europäischsten Städte zu machen (Sándor Márai). Die Ernennung zur europäischen Kulturhauptstadt  ist wohl der Höhepunkt dieser Entwicklung.

Geschichte

Košice - Das InselchenDie Gegend ist seit der Jungsteinzeit besiedelt, im 7.Jahrhundert bewohnten Awaren das Gebiet, Funde aus dem 8. Jahrhundert weisen auf slawische Besiedlung hin. Im 9. Jahrhundert gehörte die Stadt zum Neutraer Fürstentum und danach zu Großmähren, gegen Ende des 11. Jhts wurde sie in das Königreich Ungarn eingegliedert. 1230 wurde die Stadt erstmals in einer Urkunde des Kapitels von Eger erwähnt. Die ersten Urkunden bezeichnen die Stadt als Villa Cassa, daraus entstanden das lateinische Cassovia, das deutsche Kaschau, das ungarische Kassa und das slowakische Košice. In der zweiten Hälfte des 13. Jh. entwickelte sich die ursprünglich landwirtschaftliche Siedlung zu einer Stadtgemeinde. Nach einem Tartareneinfall ließen sich deutsche Kolonisten in der Nähe der slawischen Siedlung nieder – bald verschmolzen aber beide Teile zu einer Stadt. Bereits 1248 erhielt Košice als eine der ersten Städte im Königreich das Stadtrecht. Es wurde ein Spital gebaut, Jahrmärkte abgehalten, der Dominikanerorden kam in die Stadt, die 1290 auch das Recht erhielt eine Befestigungsmauer zu bauen. Košice wurde zu einer der bedeutendsten und größten Städte des Königreichs Ungarn. Die Lage am Handelsweg nach Polen und die Erringung verschiedenster Privilegien sorgten dafür dass die Bedeutung weiter wuchs. 1347 wurde Košice die zweite königlich freie Stadt im Königreich Ungarn nach Buda. 1369 verlieh ihr König Ludwig der Große als erste Stadt in Europa ein Stadtwappen (bis dahin gab es dieses Privileg nur für natürliche und nicht für juristische Personen).

Košice - Die KathedraleIm 14. und 15. Jht. Erreichte die Entwicklung der Stadt ihren Höhepunkt, danach wurde sie in Machtkämpfe um den ungarischen Thron verwickelt und auch im Krieg zwischen dem Habsburger Ferdinand I. und Johann Zápolya in Mitleidenschaft gezogen. Der große Brand vom 13.4.1556 zerstörte nicht nur den neuen Dom, sondern auch große Teile der Stadt. 1657 gründete der Bischof von Eger in Košice die zweite Universität (nach Trnava) in der Slowakei.

Ferenc II. Rákóczi lebte um die Jahrhundertwende (vom 17. zum 18.Jht) in Košice, dass in die antihabsburgischen Aufstände stark mit hinein gezogen wurde. Durch die kriegerischen Auseinandersetzungen und die Kämpfe mit den Osmanen wurde die Stadt stark In Mitleidenschaft gezogen: die neuen Handelswege führten nun an Košice vorbei, Bratislava stieg zur Krönungsstadt auf und die reiche mittelalterliche Stadt entwickelte sich zu einer eher landwirtschaftlich geprägten Provinzstadt.

Košice - Die Fußgängerzone in der Altstadt1802 wurde Košice Sitz eines Bistums. Erst mit der Errichtung der ersten Fabriken um 1840 setzte wieder ein Aufschwung ein. Doch bereits 1848/1849 war das Umland der Stadt wieder Schauplatz mehrerer Schlachten: so eroberte die ungarische Armee die Stadt am 15.2.1849, wurde jedoch bereits am 24.6.1849 wieder von russischen Interventionstruppen zurückgeschlagen.

Nach dem Zerfall der österreich-ungarischen Monarchie fiel Košice im Dezember 1918 an die 1. Tschechoslowakische Republik und war im Sommer 1919 kurze Zeit Sitz der „slowakischen Räterepublik“, kam jedoch nach dem Ersten Wiener Schiedsspruch 1938 wieder zu Ungarn. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt 1941 bombardiert, 1945 von der Roten Armee erobert und war kurze Zeit die Hauptstadt der 2.Tschechoslowakischen Republik. Hier verabschiedete die Regierung auch am 5.April 1945 das nach der Stadt benannte Kaschauer Programm.

KošiceNach der Machtübernahme der Kommunistischen Partei im Februar 1948 wurde die Industrialisierung mit dem Bau des Ostslowakischen Eisenwerks (heute U.S. Steel Košice) vorangetrieben. Viele Arbeitssuchende kamen in die Stadt, die schnell zur fünftgrößten Stadt der Tschechoslowakei heran wuchs, sodass zahlreiche Plattenbautensiedlungen rund um den alten Stadtkern hochgezogen wurden. Nach der Trennung der Tschechoslowakei in zwei unabhängige Staaten 1992 ist Košice die zweitgrößte Stadt der Slowakei und 2013 europäische Kulturhauptstadt. 1995 wurde die Stadt anlässlich eines Besuches von Papst Johannes Paul II. zum Erzbistum erhoben.

Der Name der Stadt scheint vom Personennamen Koša oder vom slowakischen Wort koša (Waldlichtung oder Rodung, abgeleitet vom Verb kosiť) zu stammen. Über Jahrhunderte kann man die ständig wechselnden Verhältnisse zwischen den verschiedenen Ethnien der Stadt verfolgen: Deutsche, Slowaken und Ungarn wechselten einander in den Mehrheitsverhältnissen ab, die teilweise von den jeweilig Herrschenden erzwungen oder zumindest gefördert wurde. Die große jüdische Gemeinde, der bereits 1840 erlaubt wurde, sich innerhalb der Stadtmauern anzusiedeln, ist Teil der dunklen Geschichte der Stadt: 1944 wurden mehr als 18.000 Juden aus Košice und der Umgebung nach Ausschwitz deportiert, nur eine kleine Anzahl kehrte lebend zurück. Laut der Volkszählung von 2001 stellen die Slowaken mit 89% die Mehrheit, die größten Minderheiten stellen die Ungarn und die Roma. Es ist zu hoffen, dass das Jahr der europäischen Kulturhauptstadt auch hier Brücken bauen hilft und die Wertschätzung untereinander auch in den Programmen ihren Niederschlag findet.

Kathedrale zur Hl. Elisabeth

Sehenswürdigkeiten

Die meisten historischen Gebäude und Sehenswürdigkeiten liegen in der Altstadt in der Fußgängerzone rund um die ungefähr einen Kilometer lange Hauptstraße Hlavná ulica. Dominante ist die Kathedrale auf dem „Inselchen“, das von dem früher durch die Stadt fließenden Bach gebildet wurde. Heute liegen entlang des früheren Bachlaufes Straßenbahnschienen, auf denen allerdings nur mehr von Zeit zu Zeit eine Pferde- oder eine Nostalgiebahn ihre Dienste tut.

Die Kathedrale zur Heiligen Elisabeth

Košice - Die KathedraleBereits in der ersten urkundlichen Erwähnung 1230 wird eine Pfarrkirche erwähnt, die ebenfalls der Hl. Elisabeth geweiht war. 1378 brannte die ältere Kirche, die auch in Urkunden 1283 und 1290 erwähnt wird, ab und wurde danach nur provisorisch instandgesetzt, aber weiter benutzt. Da die Stadt jedoch florierte wurde die damalige Kirche bald zu klein und so nahm man den Bau einer neuen Kirche in Angriff, die – wie damals üblich – zuerst um die alte Kirche herumgebaut wurde. Sobald die Umfassungsmauern die notwendige Höhe erreicht hatten, trug man die alte Kirche ab. Der genaue Zeitpunkt des Baubeginns ist nicht bekannt, man nimmt an, dass man um 1380 mit der Errichtung des Doms begann. Die Bauzeit gliedert sich in drei Etappen: Die erste Bauhütte arbeitete bis etwa 1420, geplant war eine fünfschiffige Basilika nach dem Vorbild des St. Viktor Doms in Xanten.

Košice - Der Turm der Kathedrale1420 setzte die zweite Bauwerkstatt mit der Vollendung der Apside des nördlichen inneren Seitenschiffs und mit der Errichtung des Triumphbogens die Arbeiten fort. Der Plan der fünfschiffigen Basilika wurde zugunsten eines modernen Hallenraums verworfen, das Hauptschiff wurde durch ein ebenso hohes Querschiff gekreuzt, sodass vier niedrigere Räume zwischen den Armen des Hauptschiffes und des Querschiffes entstanden. Dadurch entstanden drei gleichwertige Fassaden, die künstlerisch ausgeschmückt wurden. Wie eine Inschrift aus dem Jahre 1440 beweist, muss der Bau zu dieser Zeit schon mehr oder weniger fertig gewesen sein – es wurde nur mehr an den Fenstern, dem Dachstuhl und dem Dach gearbeitet und war kurz vor der Fertigstellung des nördlichen Turms.

Die dritte Etappe des Dombaus fällt in die Zeit Matthias Corvinus. Der königliche Baumeister Stephan beendete 1477 an der Südseite die Marienkapelle und an der Nordseite die heute nicht mehr vorhandene Josephskapelle. Unter seiner Leitung wurde auch der südliche Turm des Doms gebaut, der mit einem dekorativen Kranz und den Wappen der von König Matthias beherrschten Ländern geschmückt ist. 1491 wird der Dom während einer Belagerung der Stadt schwer beschädigt. 1508 sind die Wiederherstellungsarbeiten und damit wahrscheinlich auch der Bau des Doms abgeschlossen.

Košice - Der Hauptaltar der Heiligen ElisabethWie die Stadt hat auch die Kathedrale eine wechselvolle Geschichte: Bereits 1556 richtet das große Feuer, das die Stadt heimsucht auch schweren Schaden am Dom an, nach einem weiteren Brand 1775 wird dem nördlichen Turm ein barockes Helmdach aufgesetzt; es folgen Erdbeben (1834) und Überschwemmungen (1845). Die Kirche wird durch die Naturkatastrophen so arg beschädigt, dass man 1857-1863 Renovierungsarbeiten durchführen muss, bei denen allerdings statische Mängel nicht beseitigt werden, sodass nach einem verheerenden Sturm 1875 die Risse im Gewölbe immer stärker hervortreten und bei einer Inspektion festgestellt wird, dass die Fundamente der Pfeiler auf einer von Grundwasser durchfeuchteten Kiesschicht stehen. Eine neue, unverzügliche Renovierung ist notwendig, bei der auch das Innere des Doms erheblich verändert wird. Mit der Aufsicht über die Arbeiten wird der Restaurator der Wiener Stephansdoms, Franz Schmidt, betraut. Die spätgotische St. Josephs-Kapelle wird abgerissen und deren Steine zum Aufbau des Jakobspalastes verwendet. Da bereits bekannt ist, dass Ferenc Rákóczi rehabilitiert wird und seine sterblichen Überreste nach Košice überführt werden, beginnt man mit dem Bau der Krypta an deren Stelle. Außerdem wird das Gewölbesystem der Seitenschiffe geändert und man kehrt zur ursprünglichen Konzeption der fünfschiffigen Basilika zurück. Das Sterngewölbe der Seitenschiffe wird durch ein Netzgewölbe ersetzt, die Portale erhalten zusätzliche steinerne Plastiken und obwohl der Dom dadurch vor dem Einsturz bewahrt wird, gehen leider viele ursprüngliche architektonische Elemente verloren.

Košice - Das Hauptschiff der KathedraleWährend der Umbauarbeiten entdeckt man auch den Grundriss der alten Kirche aus dem 13. Jahrhundert und alte Grabsteine, die nun in den Mauern der Arkade des Urbanturms zu sehen ist.
Die Kathedrale ist 60 Meter lang und 40 Meter breit und gilt als außerordentlicher Beitrag zur Entwicklung der gotischen Baukunst. Die Fenster stammen aus einer Wiener Fabrik und stellen die ungarischen Könige dar. Die hängende Vollplastik „Immaculata im Glorienschein“ unter dem Triumphbogen stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im Nebenschiff links vom Altar sind Überreste eines ursprünglichen Freskos zu sehen. Die Kathedrale ist die größte Kirche der Slowakei.

Der Hauptaltar der Hl. Elisabeth

Košice - Der Hauptaltar der Heiligen ElisabethDer wunderschöne Hauptaltar ist eine gotischer Flügelaltar aus den Jahren 1474-1477, der zu den wichtigsten Denkmälern mittelalterlicher Kunst in der Slowakei zählt und einer der größten gemalten spätgotischen Wandelaltären mit drei Modifikationsmöglichkeiten in Mittleeuropa gehört. In der Mitte des Altarschreins befinden sich die Madonna mit Kind, die alttestamentarische Heilige Elisabeth und die Heilige Elisabeth von Ungarn. Auf den Seiten finden sich acht Miniaturplastiken aus Terrakotta aus dem 19. Jahrhundert. Der Altar hat zwei Paare beweglicher Flügel mit 48 Bildern, geöffnet erscheinen an den beiden Seiten des Schreines je 12 Bilder eines Zyklus von Szenen aus dem Leben der Heiligen Elisabeth von Ungarn, geschlossen zeigt er 24 Szenen aus den Passionszyklus. Auf der Rückwand der festen Flügel sind die letzten 12 Bilder des Adventzyklus mit Szenen aus dem Leben der Jungfrau Maria. Kopien aller Bilder kann man bei einer Ausstellung im Löffler-Museum sehen.

Gotisches Pastophorium

Košice - Das gotische PastophoriumDas steinerne, gotische Pastophorium ist 18 Meter hoch und wurde von Meister Stephan aus Košice 1477 fertiggestellt. Das schmiedeeiserne Türchen stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist mit Miniaturwappen verschiedener Länder und Adelsgeschlechter geschmückt.

Die Kanzel

Die neugotische, steinerne Kanzel stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die Wendeltreppe mit Maßwerkgeländer führt zum Kanzelkorb, wo Plastiken von Propheten und Kirchenväter angebracht sind. Der Baldachin ist aus Holz.

Seitenaltar des Heiligen Antonius

Der Seitenaltar des Heiligen Antonius von Padua besteht aus zwei spätgotischen Altären aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, die dem Feuer von 1556 entrissen wurden. Das mittlere Altarbild des Heiligen Antonius stammt allerdings aus dem Jahr 1860 vom Košicer Künstler Klimkovič. Auf den Altarflügeln sind Gemälde von 16 Heiligen.

Das Taufbecken

Košice - Das Taufbecken der KathedraleDas bronzene Taufbecken stammt aus dem 14. Jahrhundert und gehört zu den ältesten Kunstwerken des Doms. Der Fuß des Beckens ist zur Verzierung mit Dreiecken durchbrochen, das Becken schmücken Reliefs, die Inschrift am Beckenrand ist nicht mehr lesbar. Der Deckel stammt aus dem Jahre 1914. Das Taufbecken wird auch heute noch verwendet.

Königliche Empore

Eine gotische Treppe, um die sich zwei Legenden ranken führt zur königlichen Empore. Eigentlich sind es zwei Treppen, mit zwei verschiedenen Eingängen, die sich am Weg nach oben fünf Mal kreuzen. Zwei Legenden ranken sich um diese besondere Bauweise. Nach der ersten Erzählung wollte man damit das Problem beseitigen, ob zuerst der König oder die Königin des Landes voran nach oben schreiten sollte. Beide konnten durch diese Konstruktion gleichzeitig die Treppe betreten. Nach einer anderen Interpretation ist es eine „Prüfung“ für Liebende. Auf dem Weg zur Empore begegnen sie sich fünf Mal – küssen sie sich auf fünf Mal wird die Verbindung glücklich.
Das gotische Kreuz, das nun in der Empore untergebracht ist, stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist 5 Meter hoch, der Corpus Christi ist über 3 Meter. Auf der einen Seite sieht man die Jungfrau Maria, auf der anderen Seite steht Johannes der Täufer.

Die Krypta

Košice - Figur über der Rakoczi-KryptaNachdem Kaiser Franz Josef der Überführung der sterblichen Überreste von Ferenc Rákóczi und seiner Getreuen zustimmte, wurde beim Umbau der Kathedrale die Krypta errichtet. 1906 wurden hier auch seine Mutter, Ilona Zrínyi, sein Sohn Jószef, sein Adjutant Bercsényi, General Esterházy und der Hofmeister Sibrik bestattet. Die Sarkophage wurden von den Bildhuern Mikula und Andreeti geschaffen.

An der Wand über dem Eingang zur Krypta befindet sich das Triptychon „Apotheose des Lebens von Ferenc II. Rákóczi“ – ein Werk von A. Dudits aus den Jahren 1914-1919.

Urban-Turm, Michaelkapelle, Theater, Glockenspiel

Der Urban Turm

Košice - Der Urban TurmNördlich des Doms befindet sich der ursprünglich gotische Urbanturm, der 1557 zu einem Glockenturm umgebaut wurde, damit die von Glockengießer Illenfeld hergestellte St. Urban-Glocke darin installiert werden konnte. Die Glocke ist signiert und trägt eine Inschrift, die sich auf das große Feuer anno 1556 bezieht. Sie wurde aus den Überresten der beim Brand heruntergefallenen und zerstörten Glocken gegossen. Die neue Glocke, die ein Gewicht von 7000kg hat war allerdings zu groß und zu schwer um sie im schmalen Turm der Kathedrale unterzubringen.

1628 wurde der Turm von M. Lindner im Renaissancestil umgebaut.1912 wurde um das Erdgeschoß die Arkade errichtet und in den Mauern ist ein Teil der, bei den Renovierungsarbeiten gefundenen, Grabsteine eingesetzt. Der Turm brannte mehrmals aus und musste rekonstruiert werden. Beim Brand 1966 wurden der Turm und die Glocke stark beschädigt. Das Original wurde rekonstruiert und befindet sich heute vor dem Urban-Turm. 1996 setzte man eine Kopie der Glocke in den Turm ein.

Košice - Das Wachsfigurenmuseum im Urban TurmHeute ist im Turm das Wachsfiguren-Museum untergebracht, in dem 23 Figuren von Persönlichkeiten aus der Geschichte der Slowakei ausgestellt sind, darunter der Pop-art Künstler Andy Warhol, die Stadtpatronin St. Elisabeth oder der Baumeister des Doms, Meister Stephan. An der Kassa gibt es Erklärungen zu den einzelnen Figuren in mehreren Sprachen.



Weitere Informationen unter www.waxmuseum.sk (Englisch, Slowakisch). Hier finden Sie auch die Beschreibung der verschiedenen Figuren.

 

Die St. Michael-Kapelle

Košice - Die St. MichaelkapelleDie kleine Kapelle, die südlich des Doms auf freiem Gelände steht, stammt vom Ende des 14. Jahrhunderts; ursprünglich war um sie herum der Friedhof von Košice. Das einschiffige Gebäude besitzt ein polygonal abgeschlossenes Sanktuarium und einen Turm an der westlichen Fassade. An dessen Giebel befindet sich ein Relief des Erzengels Michael mit einer Waage aus der Zeit um 1400. Ein Kreuzrippengemälde umspannt den Innenraum, an dessen Nordseite ein spätgotisches Pastophorium steht. Über dem Eingang in die Sakristei kann man das Wappen von Košice sehen. Im Inneren ist die gotische Mensa des Hochaltars, das Wandgemälde „Erzengel Michael zwischen zwei Heiligen“, die Bänke aus dem 18. Jahrhundert und die in die Wände eingelassenen Grabsteine aus der Gotik und der Renaissance bemerkenswert.

Das Theater

Košice - Das TheaterGegenüber der Kirche auf dem Inselchen steht auch das größte Theater der Stadt, das 1899 vom Siebenbürgener Architekten Adolf Láng, nach einer Bauzeit von zwei Jahren, im Neobarockstil fertiggestellt wurde. Es gilt als eines der schönsten Gebäude in der Slowakei. Neben seinen eklektischen Exterieur mit Jugendstilelementen beeindruckt auch das wellenförmige Innere den Besucher, das die Form einer Harfe ausweist. Bemerkenswert auch die wunderschönen Jugendstilapplikationen und die Decke mit Szenen aus einem Stück William Shakespeare in Gestalt der Peregrino Gastgeb aus Wien. Hier sind Oper, Ballett, Operette, aber auch Theaterstücke zu Hause.

In Košice gibt es aber auch noch ein Marionettentheater (Bábkové divadlo) und das Altstadt-Theater (Staromestské divadlo). Im Thália-Theater wird auf Ungarisch gespielt und das Theater Romathan ist das erste professionell betriebene Romatheater. Das Staatliche Philharmonische Orchester Košice hat seinen Sitz im Haus der Künste, das sich durch eine hervorragende Akustik auszeichnet.

Glockenspiel und singende Fontäne

Košice - Das GlockenspielIm Park um den Dom befindet sich das, 1997 aufgestellte traubenförmige Glockenspiel, dass zu jeder vollen Stunde sein Spiel erklingen lässt. Im Sommer „singt“ dazu eine Fontäne, die nach den Tönen des Glockenspiels leuchtet und im Rhythmus der Musik spritzt. Die 22 Glocken repräsentieren die 22 Bezirke von Košice.

Rathaus, Unteres Tor, Gespannhaus, Immaculata, Rathaus

Das Stadtwappen

Am südlichen Ende des „Inselchens“ vis à vis vom Eingang zum Archäologischen Museum befindet sich der „Engel von Košice“ – eine Skulptur des Stadtwappens. Der schöne Engel mit heraldischen Attributen breitet seine Flügel aus und hält das Stadtwappen beschützend in seinen Händen. Košice erhielt sein eigenes Wappen 1369 von König Ludwig dem Großen, der der Stadt das Recht gewährte ein eigenes Wappen zu führen. Das erste Wappen zeigte nur rot-weiße Streifen und drei Lilien im Hintergrund. Die heutige Form wird seit 1502 verwendet.

Das Untere Tor und das Archäologische Museum

Košice - Der Eingang zum MuseumIm Komplex dieses unterirdischen Museums kann man die Ausgrabungen des ursprünglichen Zugangs zur Stadt und Teile der ehemaligen Stadtbefestigung, wie sie in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bestand, besichtigen. 1996 wurden die Teile bei Umbauten der Hauptstraße freigelegt, heute ist der Komplex wegen seiner einzigartigen Atmosphäre auch Austragungsort vieler Veranstaltungen, Ausstellungen und des traditionellen Weinfestes im September.

Das Gespannhaus

Das Wappen an der Hauptfassade ist das Kennzeichen der Paläste von Košice. Am Gespannhaus, das als Zentrum für diese Gespannschaft sein 1779 gedient hat, befindet sich das Wappen der Abovskoturnianská Gespannschaft aus dem Jahr 1558. Heute ist das Gebäude Sitz der Ostslowakischen Galerie mit wechselnden Ausstellungen bildender Kunst. Aber auch der kleinste Kinosaal von Košice und ein wunderschöner Sitzungssaal sind hier untergebracht.

Immaculata

Košice - PestsäuleAuch Košice wurde des Öfteren von der Pest heimgesucht. Um diese abzuwenden bzw. für das Ende der Epidemie zu danken, wurden in ganz Europa sogenannte Pestsäulen aufgestellt. Die Statue der Unbefleckten Jungfrau Maria aus dem Jahr 1723 befindet sich in einem kleinen Park gleich hinter dem Theater. Sie wurde als Dank an die Jungfrau Maria für die überstandene Epidemie in den Jahren 1709 und 1710 errichtet. Die Statue ist im Barockstil errichtet; um die Säule der Jungfrau Maria wachen die Statuen des Heiligen Gabriel, der Heiligen Elisabeth von Ungarn, der Heiligen Margaretha, des Erzengels Michael und der Heiligen Barbara, die aus der Werkstatt des Bildhauers Leopold Hild stammen. Die Gruppe wurde mehrmals renoviert, einige der Statuen sind Kopien. Eine Legende besagt, dass sich unter der Statuengruppe die sterblichen Überreste des Heiligen Valentins befinden.

Das Historische Rathaus

Das schöne Gebäude im barock-klassizistischen Stil, das mit dem markanten Stadtwappen über dem Balkon verziert ist, wurde in den Jahren 1779 und 1780 erbaut. Die mit Pilastern gegliederte Fassade war ursprünglich mit antiken Statuen aus der Werkstatt von Anton Kraus geschmückt. In seinem Inneren liegen einige sehr schöne Säle und repräsentative Räume, die dem jeweiligen Oberbürgermeister der Stadt zur Verfügung stehen. In einem davon kann man die Bildnisse der Stadtvorsteher ab dem Jahre 1982 sehen. Über den Hof gelangt man in das ehemalige Kino Fórum/Slovan, das heute für Konzerte und Theatervorstellungen genützt wird. Im Erdgeschoss befindet sich das Besucherzentrum Košice, in dem man Informationen über die Stadt, aktuelle Veranstaltungen und die Umgebung bekommt oder auch Souvenire erstehen kann.

Henkerbastei, Rákoczi Gedenkhaus, reform. Kirche, Mikluš-Gefängnis

Die Henkersbastei, das Gedenkhaus Ferenc Rákoczi und die reformierte Kirche

Košice - Der Hof hinter der KircheDie Henkersbastei, die einen der Zugänge zur Stadt schützen sollte (das Bemalte Tor) ist das schönste Beispiel mittelalterlicher Bauten in Košice und die größte Bastei der Slowakei. Hinter der reformierten Kirche gelangt man in einem Innenhof, der einerseits für Feste und Theaterveranstaltungen Platz bietet und in dem auch eines der besonderen kulinarischen Festivals – das Gurmán Fest stattfindet, auf der anderen Seite befindet sich hier neben der Statue von Ferenc Rákoczi eine Kopie des türkischen Hauses, in dem Rákoczi gelebt hat. Ferenc Rákoczi ist der ungarische Nationalheld, ein reicher Adeliger, der in der Nähe von Košice – in Borsa 1676 geboren wurde und für das Selbstbestimmungsrecht und größere Freiheiten für die Ungarn gegen die Habsburger kämpfte. Nach einem missglückten Aufstand musste er Ungarn verlassen, ging zuerst nach Frankreich und nahm schließlich eine Einladung des Sultans in die Türkei an, wo er 1735 starb. Die Türkei war aber nicht nur für ihn ein Zufluchtsort geworden, sondern auch für seine Mutter, einen Sohn und etlichen Getreuen. 1906 hat man – nach seiner Rehabilitation durch Kaiser Franz Josef -seine sterblichen Überreste und die seiner Mitstreiter nach Košice zurückgeholt und in der Krypta im Dom der Heiligen Elisabeth beigesetzt. Damals begann man auch eine Kopie des Hauses zu errichten, in dem er seinen Lebensabend verbracht hatte. Auch die Einrichtung und viele Gegenstände des täglichen Lebens, sowie Bilder, die Rákoczi gemalt hat, wurden nach Košice gebracht und sind in dem 1992 gegründeten Museum ausgestellt, dass nach seiner Renovierung im März 2013 wieder eröffnet und für Besucher zugänglich gemacht wird. Sollten Sie ein einzigartiges Erinnerungsstück aus Košice suchen, besuchen Sie die Münzstätte und lassen Sie sich eine Gedenkmünze als Souvenir prägen. Im Hof vor dem Haus, das durch seinen orientalischen Stil auffällt, kann man auch die Statue von Ferenc Rákoczi sehen.

Das Mikluš-Gefängnis

Košice - Das Foltermuseum im Mikluš-GefängnisWenn wir vom Rákoczi-Museum wieder zurückkehren, finden wir auf der rechten Seite zwei – ursprünglich – gotische Häuser, die aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammen. Das Gefängnis entstand durch die Verbindung der beiden Häuser und wurde vom 17. Bis in das 19. Jahrhundert als städtisches Gefängnis mit einer Folterkammer genutzt. 1872 bis 1909 war im Gebäude das Gefängnis der Stadtpolizei untergebracht. In der nahe gelegenen Unterführung bei der Töpfergasse befand sich die Wohnung des Henkers. Heute befindet sich in den Gebäuden ein Museum, in dem man einiges über die Geschichte der Stadt, aber auch des Gefängnisses und der Foltermethoden der damaligen Zeit erfahren kann.

Márais Platz

Der Márai Platz mit der Márai-Statue

Košice - Sándor MáraiDer Platz ist neu benannt, die Statue des weltbekannten Schriftstellers und wahrscheinlich berühmtesten Bürger der Stadt, gibt es schon länger: Sándor Márai verbrachte in Košice seine Kindheit und seine Mittelschuljahre und erinnert sich auch in vielen seiner Bücher und Schriften an Kassa. Sie Statue zeigt ihn wie er über die Belange des Lebens nachdenkt. Ein vis à vis von ihm aufgestellter Sessel lädt den Betrachter ein, mit ihm zu plaudern und zu diskutieren. Während des Eröffnungswochenendes zur Kulturhauptstadt 2013 wurde der Platz feierlich – zur Freude der ungarischen Minderheit in Košice –Sandor Márai Platz benannt.

Košice -Denkmal Sándor MáraiMárai wurde 1900 geboren, in Košice geboren und obwohl er sich selbst mehrfach als „Deutscher aus der Zips“ bezeichnete und auch anfänglich in Deutsch schrieb, war er mit Leib und Seele Ungarn und immer auf seine Heimat stolz, wenn er auch mehr als sein halbes Leben woanders verbrachte.

Nach kurzer Studienzeit in Budapest emigrierte der junge Márai nach Deutschland, studierte auch hier zuerst an der Universität Leipzig Journalistik und schrieb nebenbei Artikel für ein Satireblatt, später  - nach seiner Übersiedelung nach Frankfurt am Main – für die Frankfurter Zeitung. 1923 heiratete er Ilona (Lola) Matzner, mit der er 62 Jahre bis zu ihrem Tod lebte. Kurz nach der Hochzeit zog man nach Paris, wo er als Korrespondent arbeitete. 1925 wurde er in die Kazinczy-Gesellschaft von Košice aufgenommen, inzwischen war er durch seine Gedichte und Zeitschriftenbeiträge auch in Ungarn bekannt geworden.

1926 unternahm er eine Reise durch den Nahen Osten und kehrte über Griechenland und Italien nach Frankreich zurück. Seine Reiseberichte wurden wieder in der Frankfurter Zeitung aber auch in der Ungarischen Zeitungen veröffentlicht. Unter dem Titel „Auf den Spuren der Götter“ veröffentlichte er seine Erlebnisse als Reiseroman.

1928 kehrte er nach Ungarn zurück, Lola folgte später. Es folgte seine produktivste Schaffensperiode, er schrieb Lyrik, Prosa, Dramen ebenso wie essayistische Werke. 1942 erschien sein Roman „Die Glut“, der bei seiner Wiederveröffentlichung 1998 in Deutschland innerhalb eines Jahres 200.000 Exemplare verkaufte.

Košice - Sándor MáraiSeit 1941 befand sich Ungarn an der Seite Deutschlands im Krieg, 1944 ließ Hitler den früheren Verbündeten besetzen. Die neu gebildete Regierung sorgte für die Deportation der jüdischen Bevölkerung, auch Lolas Vater und viele ihrer Verwandten kamen im Holocaust um. Aus Protest legte Sándor Márai am 19.März 1944 seinen Stift aus der Hand. Von diesem Zeitpunkt an, erschien keine Arbeit mehr von ihm. Weihnachten 1944 hatte die Sowjetarmee die ihre Stadtwohnung in Budapest besetzt. Als das Ehepaar zurückkehren wollte, stellten sie fest, dass vom Haus nur noch die Brandmauern standen und auch die 6000 Bände zählende Bibliothek vernichtet waren. Sándor Márai nahm trotz allem seine Arbeit als Schriftsteller wieder auf und es schien als ob auch das „offizielle“ Ungarn Wert auf seine Gegenwart legte.  Winter 1946/47 reiste er nach Italien, kehrte aber im Frühjahr wieder nach Ungarn zurück. Es schien als wolle er in Ungarn bleiben, doch bereits im Laufe des Jahres 1947 wurde ihm klar, dass er als bürgerlicher Schriftsteller im kulturellen und künstlerischen Betrieb keinen Platz mehr hatte. Bald gab es für die Werke Márais kein Papierkontingent mehr und ab Mitte 1948 wurden seine Werke von der offiziellen Literaturkritik vernichtend bewertet. Im September des Jahres entschloss er sich Ungarn zu verlassen und so geschah es auch, den Rest seines Lebens verbrachte er im Exil. Zuerst in der Schweiz, dann in Italien, später in den USA. 1957 leistet er den Eid auf die Verfassung. Nochmals kehrte er von 1967 bis 1980 nach Salerno in Italien zurück um sich dann aber endgültig in San Diego anzusiedeln.
1986 starb seine Frau an einem Krebsleiden, wenige Monate später auch sein Adoptivsohn János mit nur 46 Jahren.

Košice - Bei der Platzumbenennung des Sándor Márai PlatzesAuch in seiner Heimat erhielt er wieder mehr Aufmerksamkeit, man bot ihm auch großzügige Verträge für die Wiederveröffentlichung seiner Werke an, doch er verweigerte die Neuauflagen. Diese könnten erst geschehen, „wenn die sowjetischen Truppen aus dem Land abgezogen sind und wenn das ungarische Volk in Anwesenheit glaubwürdiger ausländischer Beobachter in freien, demokratischen Wahlen entschieden hat, unter welchem politischen System es zu leben wünscht.“
Diese Umsetzung seiner Forderung erlebte er nicht mehr: Márai erschoss sich am 22. Februar 1989 – seine Asche wurde ins Meer gestreut.

Das Gedenkzimmer Sándor Márai

In der Mäsiarska 35 kann man nun die persönlichen Sachen des Schriftstellers betrachten: Manuskripte mit seiner Unterschrift, seinen Globus, ein Kreuz, Fotos und Bilder und so einen der bekanntesten Persönlichkeiten der Kulturhauptstadt kennen lernen.

Kirchen und Palais

Die Seminar- oder Franziskanerkirche (Kirche zum Heiligen Antonius von Padua)

Košice - Die Seminar- oder FranziskanerkircheEs ist die zweitälteste Kirche von Košice, immerhin wurde sie bereits 1333 gebaut. Ursprünglich gehörte sie dem Franziskanerorden und war dem Heiligen Nikolaus geweiht, später wurde sie dem Heiligen Antonius von Padua gewidmet. Seit dem Jahr 1804 ist sie eine Seminarkirche. Lange Zeit wurde die Kirche auch zweckentfremdet: sie war Waffenlager, Kaserne,  Lebensmittellager, zeitweise aber auch Kathedrale. 1995 legte Papst Johannes Paul II. hier auch einen kleinen Stopp bei seinem Besuch des nahen Konvikts ein.

Das Kirchengebäude galt zu seiner Blütezeit als ein besonders schönes Beispiel der gotischen Kunst, im Laufe der Zeit wurde sie aber mehr und mehr – besonders im Inneren – barockisiert.

Die Universitätskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit (Jesuitenkirche oder sog. Prämonstratenserkirche)

Košice - Die UniversitätskircheDie Kirche im historischen Stadtkern von Košice wurde 1681 gebaut und der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Ihr Ursprung beginnt mit einer grausamen Geschichte: an der Stelle, wo die Kirche errichtet wurde, folterten Schergen von Georg I. Rákoczi drei Jesuiten zu Tode als Vergeltung für die Rekatholisierung Ungarns. Um der Gottesstrafe zu entgehen, ließen die Rákoczis an dieser Stelle eine Kirche für die Jesuiten erbauen. Diese errichteten in der unmittelbaren Nähe auch eine Schule und hier entstand auch die erste Universität in Košice, daher wird die Kirche auch als Universitätskirche bezeichnet. Im Baustil vermischen sich hier Renaissance und bunter Barock. Im Inneren finden sich viele Kapellen mit Altären, die jedem Besucher seine Privatsphäre für sein ganz persönliches Gebet ermöglichen. Bemerkenswert ist auch die optische Täuschung auf der Vorderseite, die wertvolle geschnitzte Kanzel aus dem 17. Jahrhundert, die schönen Wandmalereien von Erasmus Schrött sowie die Deckenmalereien mit Szenen der Gründung des Prämonstratenser Ordens.

Das Erzbischofspalais

Das rosa Gebäude an der Hauptstraße entstand 1804 durch den Umbau zweier benachbarter Adelsgebäude. Ein knappes Jahrhundert später wurde zum Palais der südliche Flügel angebaut. Das Erdgeschoss schmücken zwei gotische Portale. Im Inneren des Palais ist auch noch einiges von der ursprünglichen Einrichtung erhalten geblieben.

Das Forgáč-Palais

Košice - Der Forgáč-PalastKosiče ist reich an wunderschönen Häusern und Palästen, eines davon ist der Forgác-Palais im Empire Stil, der Anfang des 19. Jahrhunderts gebaut wurde. Wie das gemeinsame Wappen am Tympanon bestätigt war das Gebäude früher das Adelspalais der Familien Forgáč und Pongrác. Ende des 19. Jahrhunderts war hier die kaiserliche Zivilverwaltung untergebracht, ebenso ein berühmtes Herrenkasino und eine Bank, jetzt ist die Staatliche Bezirksbibliothek hier untergebracht.

 

Der Jakab-Palast

Košice - Der Jakab-PalastDer Jakab-Palast wird auch das „Neuschwanstein“ von Košice genannt und wenn man die vielen Türme und Türmchen sieht, erkennt man das Bauwerk, das von Peter Jakab 1899 im pseudogotischen Stil erbaut wurde, sofort.  Der Palast war kein Sitz einer Adelsfamilie, sondern das Privathaus des bekannten Baumeisters, der auch für den Bau des Staatstheaters oder das Ostslowakische Museum verantwortlich zeichnete. Im April 1945 wurde das Palais auch Sitz des Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik, Edvard Beneš.

 

Das Bettler-Haus

Košice - Das BettlerhausUm dieses wunderschöne Haus, das viele Besucher, die auf der Hauptstraße entlang schlendern, rankt sich folgende Legende: Es lebte einmal in Košice vor vielen Jahren ein sehr armer Mann, der seinen Lebensunterhalt mit Betteln bestritt. In der Ausübung dieser Tätigkeit, war er jedoch so erfolgreich, dass er sich nach einigen Jahren dieses Haus bauen konnte. Noch heute grüßt er die Passanten der Hauptstraße – er ist als Figur am Dach des Hauses zu sehen.

Das Andrássy-Palais

Nicht nur Sisi-Fans werden sich an Gyula Graf Andrássy erinnern, der 1823 hier in Košice geboren wurde. Heute noch zu sehen ist das Stadtpalais der Familie. Gyula war als einstiger Revoluzer und späterer Diplomat der bedeutendste Spross der Adelsfamilie, ob er wirklich Geliebte der Kaiserin Sisi war, sei dahin gestellt. Beide haben allerdings sicher durch gegenseitiges Vertrauen und Verständnis zum Österreich-Ungarischen Ausgleich beigetragen.

Museen und Synagogen

Das Slowakische Technische Museum (Kapitän-Palais)

Košice - Das Slowakische Technische MuseumDas einzige Museum der Slowakei mit vielen Ausstellungen zum Thema Verhüttung, Maschinenbau, Kunstschmiede, Entwicklung der Vermessungstechnik und Kartografie oder der Entwicklung von Schreibmaschinen. Aber auch Freunde des schwarzen Goldes (der Vinylschallplatten), Schellacks und Grammophone werden hier vergnügliche Stunden verbringen können. Außerdem gibt es auch noch die energetische Abteilung Aurel Stodola und den Saal der elektrischen Entladungen. Die meisten Exponate sind auch in englischer Sprache beschriftet, sodass man hier – das nötige Interesse vorausgesetzt – wirklich Stunden verbringen kann. Beeindruckend!

In dem Gebäude hatten früher die Kapitäne Oberungarns ihren Sitz. Durch zahlreiche Umbauten vermischten sich die Baustile des ursprünglich auf gotischen Häusern aufgebauten Baus. Als es zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht mehr den Anforderungen des Militärs entsprach, wurde zuerst eine Schule, dann eine Bibliothek und auch die städtische Verwaltung hier untergebracht. Seit 1945 bietet es jedoch Raum für das sehenswerte Technische Museum.

Das Ostslowakische Museum

Das Neurenaissance-Gebäude, in dem die Sammlungen des Ostslowakischen Museums untergebracht sind, wurde in den Jahren 1896 bis 1899 erbaut. Ein Besuch lohnt sich vor allem wegen eines besonderen Schatzes: in seinem Tresor ist ein wirkliches Juwel versteckt: der Goldschatz von Košice. Er besteht aus 2920 Goldmünzen, die aus dem 15. und 17. Jahrhundert und 81 europäischen Münzstätten stammen und einer 2,14 Meter langen Goldkette, insgesamt ist er 11 kg schwer.

Gegenüber dem Gebäude steht eines der schönsten Gebäude der Stadt – das Gebäude der Division, das mit Militärelementen geschmückt wurde und heute Sitz der Bezirksverwaltung Košice ist. Auch hier befinden sich Ausstellungsräume des Ostslowakischen Museums, die Ausstellungsstücke aus Gotik, Barock und Renaissance zeigen und besondere Naturschönheiten der Region Karpaten vorstellen.

Davor - am Ende der Hlavná-Straße befindet sich der Platz des Friedensmarathons (Námestie Maratónu mieru), der an den ältesten Marathon Europas erinnert. Daran erinnert auch die Statue des Platzes, ein laufender Mann, den der Bildhauer Arpád Raček geschaffen hat und die Namen der Sieger der einzelnen Jahrgänge, die auf der Säule verewigt sind. Jedes Jahr  - am ersten Oktoberwochenende – können Sportliche die 42 km in Angriff nehmen.

Museum Vojtech Löffler

Košice - Museum Vojtech LöfflerDas Museum wurde 1993 eröffnet und basiert auf der Schenkung Vojtech Löfflers an die Stadt. Löffler war einer der bedeutendsten Bildhauer aus Košice und vermachte der Stadt eine einzigartige Sammlung von über 2000 Kunstwerken. Neben Selbstporträts des Künstlers kann man auch eine außergewöhnliche Kollektion volkstümlicher Keramik und Töpferprodukte bewundern, wie auch eine Ausstellung von Selbstporträts bildender Künstler, Maler, die sich einige Zeit in der Stadt aufhielten. In den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts war Košice ein Ort, in dem nicht nur Vojtech Löffler hier wirkte, sondern auch zahlreiche Avantgardekünstler hier arbeiteten. Viele wurden zu persönlichen Freunden Löfflers, der ihre Selbstporträts sammelte.

Hauptmagnet des Museums sind aber die Werke des Bildhauers selbst. Seine Werke zeichnet die Darstellung einer Idee durch Vereinfachung der Gestalt aus, wobei das Wesen der Idee zwar zugespitzt, aber nicht eingeschränkt wird, Das Leitmotiv seiner Werke ist die Frau, wobei sein Interesse gefühlvoll mit einer idealen Vorstellung verbunden wird. Seine Porträts zeigen die Essenz der menschlichen geistigen und psychischen Regungen in physiognomischen Merkmalen. Seine Meisterschaft spiegelt sich aber auch in kleineren Kompositionen aus edlen Materialien wie Elfenbein, Bernstein, Korallen oder Silber wider, die auch zur Kreation von unverwechselbarem Schmuck verwendet wurden.

Neben der Dauerausstellung finden häufig Präsentationen der gegenwärtigen bildenden Kunst statt. In Zusammenarbeit mit Galerien aus den Nachbarländern bemüht sich das Museum aktiv um die Ausstellung der Werke junger Künstlergenerationen.

Die Synagoge in der Zvonárska Straße mit Gebetsraum und Mikve – und das Jüdische Gemeindehaus

Košice - Die SynagogeEs ist die älteste, erhaltene Synagoge der Stadt im maurischen Stil aus dem Jahr 1883. Das Gebäude ist mit geometrischen Elementen versehen und an der Wand erinnert eine Gedenktafel an die Opfer des Holocausts.

Ab 1840 durfte sich die jüdische Gemeinde auch innerhalb der Stadtmauern ansiedeln. Sie lebte in Eintracht mit der Bevölkerung von Košice, sie waren überwiegend aus dem ungarisch sprachigen Gebiet nach Košce gekommen, unterstützten Künstler und nahmen auch am gesellschaftlichen Leben teil, - bis zum Eintritt eines der dunkelsten Kapitel der Stadt: 1944 wurden über 18.000 Menschen jüdischen Glaubens nach Ausschwitz deportiert; nur wenige überlebten.

Die kleine jüdische Gemeinde hat nun im Nebengebäude ihr Gemeindehaus und ihr Gebetshaus. Im Hof befindet sich außer der Rabbinerwohnung, dem Raum und der Wohnung für den Schächter, einer koscheren Küche und dem Gesundheitszentrum der Gemeinde auch das älteste rituelle Bad – eine Miikve.

Die Synagoge und Schule in der Puškinova Straße

Košice - Die SynagogeDie Synagoge und die daneben angrenzende Schule sind das Werkt des bekannten Architekten Ľudovit Oelschläger aus Košice und dem Baumeister Hug Kaboš, die sie in den 1930er Jahren erbauten. Die orthodoxe Synagoge ist eine gelungene Kombination aus historischen Elementen und jenen der orientalischen Architektur der Schule, die gemeinsam mit Elementen der Moderne kombiniert wurden. An den Innenwänden kann man heute noch mit Bleistift geschriebene Nachrichten jener Juden sehen, die hier eingepfercht auf ihren Transport in das Konzentrationslager warteten. Als einzige Synagoge diente sie ununterbrochen für Gottesdienste. Im Souterrain der Talmud Thora-Schule war früher eine Matzen-Bäckerei eingerichtet. Hier wurden auch Menschen aus der Tschechoslowakei versteckt, die nach Süden oder nach Übersee flüchten wollten.

 

 

Weitere Infos, Bildershow und Plan

Interessante Links

www.kosice2013.sk
www.slovakia.travel
www.merian.de/magazin
de.wikipedia.org/wiki
www.kosice.info (Englisch)
de.wikipedia.org (Sandor Márai) 
www.visitkosice.eu/en (Englisch und Slowakisch)
www.k13.sk (Slowakisch)

Infos über die Region rund um die Kulturhauptstadt finden Sie hier:
www.kosiceregion.com (Englisch und Slowakisch)

Übernachtungstipps Slowakei

Bildershow Košice

 


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