Einst wurden hier kroatische Könige gekrönt, die Stadt war Bischofssitz. Heute ist es ein wunderbarer Ausgangspunkt für Ausflüge in die nahe gelegenen Nationalparks Krka, zu den Kornaten oder Paklenica.

Sonnenuntergang in Biograd

Außerdem ein Paradies für Taucher und Segler. Wunderschöne Strände, Sonnenuntergänge beim Spazierengehen entlang der Uferpromenade, jede Menge Sport- und Freizeitangebot und ein bisschen Sightseeing machen es aber für jeden Kroatienurlauber zum lohnenswerten Ziel.

Geschichte

Biograd na Moru (die „Weiße Stadt am Meer“) wurde auf den Ruinen einer alten römischen Siedlung namens Blandona gebaut. Erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 950 kannte man sie im Mittelalter auch unter dem Namen Alba Civitatis oder Belgrad. Im 11. Jh. war Biograd die Hauptstadt der kroatischen Könige. Um 1059 wurde es Sitz einer Diözese und im selben Jahr wurde das Benediktiner Kloster des Hl- Johannes gegründet, in 1069 das Nonnenkloster des Hl. Thomas. 1102 wurde hier Koloman von Ungarn zum kroatischen König als Symbol des Beitritts Kroatiens zum Königreich Ungarn gekrönt. 1125 wird die Stadt von Venedig zerstört. Als 1202 Zadar (Zara) von Kreuzfahrern des Vierten Kreuzzuges besetzt wird, finden viele Flüchtende in Biograd Aufnahme.

Schiff am Kai

Biograd wird dadurch auch als Zara vecchia (Altes Zara) bekannt. Im 13. und 14. Jh. wird Biograd na Moru von den Herzögen von Cetina, den Tempelrittern von Vrana und den Herzögen von Subic Bribir regiert. 1409 erwirbt Venedig die Stadt, die in ihrem Besitz bis 1797 bleibt. In den venezianisch-türkischen Kriegen erleidet Biograd ebenfalls großen Schaden. So wird die Stadt 1561 zerstört und niedergebrannt, ebenso geschieht es im Jahr 1646. Nach dem Untergang der Republik Venedig wird Biograd bis 1806 von Österreich regiert und dann bis 1814 von Frankreich, das dann von 1814 bis 1918 wieder von der Habsburger Monarchie abgelöst wird. Die touristische Entwicklung beginnt in Biograd bereits zwischen den beiden Weltkriegen: die ersten Gäste aus der damaligen Tschechoslowakei kommen bereits in den 1920ern nach Biograd, das erste Hotel wird 1935 auf dem Platz des heutigen Hotels Ilirja errichtet. Während des kroatischen Unabhängigkeitskrieges 1991 – 1993 wird Biograd mehrfach durch serbische Streitkräfte bombardiert und es entstehen dadurch erhebliche Schäden.

Auf einen gemütlichen Kaffee mit Blick aufs Meer
Heute ist Biograd eines der beliebtesten touristischen Zentren, durch seine große Marina bei allen Seglern und „Seefahrern“ sehr geschätzt, mit vielen Freizeit- und Sportangeboten, vielen schönen Plätzen zum Tauchen und natürlich zum Baden – nur 100m vom Stadtzentrum entfernt.

Sehenswürdigkeiten

Der Kern des Ortes liegt auf der kleinen Halbinsel, die bis zum Ende des 19.Jh. von einer Stadtmauer mit runden Türmen umgeben war. Der Dom – eine dreischiffige Basilika wurde fast restlos zerstört, Reste der Klosterkirche des Hl. Johannes konnten erforscht und konserviert werden, die Kirche des Hl. Thomas ist nur noch in Fragmenten erhalten.

Biograd

Das Heimatmuseum

Im Museum kann man noch einige Zeugnisse der Blütezeit Biogrades besichtigen: die archäologische Sammlung enthält vorgeschichtliche, antike und altkroatische Exponate. Sehenswert ist vor allem eine wertvolle Sammlung von Gebrauchsgegenständen aus einem Schiff, welches auf der Fahrt von Venedig nach Konstantinopel gesunken ist. Es stammt aus dem 16. Jh. und wurde neben dem Riff Gnalić, in der Nähe der Insel Pašman gefunden. Brillen in Lederfassungen, Rasiermesser, Nähnadeln, Herrenhemden und Wollmützen – diese Sammlung gilt als eine der Größten ihrer Art der Welt.

Die Kirche der Hl. Anastasia

Die Pfarrkirche wurde auf den Resten der Krönungskathedrale 1761 erbaut. Es ist ein einschiffiger Bau mit einer viereckigen Apsis und dem Glockenturm an der Nordseite. Das barocke Portal an der Fassade zeigt eine Inschrift über den Kirchenbau und darüber die Öffnung für die Rosette. Im Kircheninneren kann man mehrere Barockaltäre aus dem 17. Jh. bewundern, einer davon weist eine Goldfassung auf.
Außerhalb der antiken Siedlung liegen die kleinen Kirchen des Hl. Rokos und des Hl. Antons, sowie einige vorgeschichtlichen Fundstätten und Reste eines Aquädukts.

Gässchen in Biograd

Die Kirche des Hl. Anton

Dieser frühromanische einschiffige Bau stammt aus dem 13.Jh. An der Stelle, an der früher ein Altar stammt befindet sich heute eine Halbkreisapsis. Die Kirche wurde restauriert und dient im Sommer als Ausstellungsraum.

Die Kirche des Hl. Roko

Im Stadtpark gelegen, stammt der Bau aus dem 16.Jh. Es ist eine Votivkirche, die zu Ehren des Hl. Roko erbaut wurde, dem Schutzpatron gegen die Pest. Im Sommer ist sie für Besucher geöffnet. Eine Messfeier findet allerdings nur am Tag des Hl. Roko (16.8.) statt.

In der Umgebung

Für Ausflüge in die nähere Umgebung stehen an erster Stelle die wunderschönen Nationalparks Paklenica, Krka und die Kornaten, nicht versäumen sollten Sie allerdings auch den Telaščica Naturpark und jenen um den See Vransko (jezera Vransko).

In der Nähe
Auf der Insel Pašman (nur 10 Minuten Fahrt mit der Fähre) liegt das Benediktinerkloster des Hl. Cusma und Damianus, das 1125 nach der Zerstörung von Biograd erbaut wurde. Im Ort Kraj kann man das Franziskanerkloster des Hl. Domnius aus dem 16. Jh.  besichtigen.

Biograd
In Vrana befinden sich die Ruinen einer Templerburg sowie die Reste einer türkischen Karawanserai.
Wer sich weiter mit Kultur und Sehenswürdigkeiten beschäftigen möchte, besucht Zadar, Nin, oder Sibenik.

Interessante Links

www.biograd.info (Englisch, Kroatisch)
de.wikipedia.org (Deutsch)
www.biogradnamoru.hr (Englisch, Kroatisch, Deutsch und Italienisch geplant)
www.tzg-biograd.hr (Englisch, Deutsch, Kroatisch)
Nationalpark Telašćica www.telascica.hr

Übernachtungstipps Kroatien




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