Die Kellergasse am GalgenbergDie Kellergasse am Galgenberg ist in mehrerer Hinsicht etwas ganz besonderes. Wer den Wein oder Radfahren oder einfach nur einen wunderschönen Ausblick ins Weinviertel liebt, hier wird er nicht enttäuscht.

Weinliebhaber kommen am besten am Tag der Offenen Kellertüre. Dann erwartet Sie schon ein Winzer mit all seinen Spezialitäten, es kann gekostet, getrunken und gegessen werden, bei schönem Wetter sitzt man gemütlich im Freien und bei schlechtem Wetter oder im Winter kann man es sich im Zelt oder im Presshaus des Winzers gemütlich machen.

Wer jedoch etwas über diese spezielle Kellergasse, über den Wein oder über den Galgenberg erfahren möchte, der sollte unbedingt eine Führung mit Manfred Monetti buchen. Er bringt den Besuchern Land und Leute näher und er weiß eine ganze Menge…

Manfred Monetti führt kompetent durch die Kellergasse
Die Kellergasse am Galgenberg gilt seit 2013 als die schönste Kellergasse Österreichs. Der Galgenberg ist nur 256 Meter hoch (und daher auch „Radfahrer freundlich“) und doch fanden hier 184 Weinkeller Platz. Einzigartig ist auch die Anordnung der Weinkeller, sind so doch in drei Reihen übereinander gebaut. Allerdings hatte diese Bauweise auch zur Folge, dass es keine Wasseranschlüsse in den Weinkellern gibt. Die Gefahr eines Wasserschadens in der obersten Reihe, die dann alle anderen unter Wasser setzen würde, ist einfach zu groß. Daher pressen die Weinbauern auch ihren Wein auf ihren Höfen und bringen dann den Most zum Reifen und Verkosten auf den Galgenberg. Viele der ehemaligen Presshäuser sind daher heute reine Verkostungskeller, die sogar mit Heizungen ausgestattet wurden. Schließlich will man auch bei niedrigen Temperaturen die Verkostung gemütlich genießen können.

Die Kellergasse am Galgenberg
In den Kellern allerdings wird nicht geheizt. Dort herrscht eine konstante Temperatur zwischen 8° bis 12°, gerade so wie es der Wein eben mag.
Die Weinbauern um den Galgenberg bewirtschaften gerade mal 40 Hektar an Weingärten. Für viele ist es eine Nebenbeschäftigung oder eben ein Hobby. Und gerade deshalb ist der Wien hier so gut, wie unser Führer, Herr Monetti, meint: „Schließlich macht man das, was man gerne tut, ja besonders gut.“

Manfred Monetti bei der Führung durch die Kellergasse
Manfred Monetti kann aber nicht nur über den Weinbau in Wildendürnbach viel erzählen, sondern auch über die Geschichte von und über den Wein: um die 8000 vor Chr. wurde im heutigen Irak bereits Wein kultiviert, die Kelten brachten den Wein nach Österreich und die Römer haben ihn zuerst verboten, da sie ihren eigenen Wein auch hierzulange verkaufen wollten. Doch das änderte sich mit Kaiser Probus, er verbot wiederum in Krems Bier zu brauen, um dem Wein hier zum Durchbruch zu verhelfen. Außerdem ließ er entlang der Thermenlinie Wein anpflanzen – und das ist auch noch heute so.

Die Kellergasse am Galgenberg
Presshäuser werden erst seit der Regentschaft Maria Theresias gebaut, vorher war Wein keltern verboten. Ursprünglich waren die Häuser aus Lehm und mit Stroh gedeckt, erst in weiterer Folge wurden sie mit Dachziegel gedeckt von der es zwei verschiedenen Sorten gab. Die viereckigen Dachziegel wurden Wiener Tasche genannt, die abgerundeten Biberschwanzdeckung. Letztgenannte ist die vornehmere Variante, sie gibt es in ganz Europa, auf allen Klöstern, Kirchen und Burgen.

Mit welchen Schindeln wurde hier wohl gedeckt?
Beim Gang durch die Kellergasse sehen sie auch eine Spindelpresse, die in dieser Gegend im Einsatz war. Baumpressen konnten aufgrund ihrer Größe in den kleinen Presshäusern hier nicht verwendet werden.

Manfred Monetti erklärt die Spindelpresse
Beachten Sie bei ihrem Rundgang auch die kleine Türe, die alle Presshäuser im ersten Stock haben. Hier war früher ein Lagerraum für Stroh und Heu. Da die Weintrauben zum Pressen mit Ochsenkarren heraufgekarrt wurden, musste man dafür sorgen, dass die Tiere während des Ausladens ruhig blieben.

Die

Daher warf man ihnen das Futter aus dem ersten Stock zu und die Tiere blieben geduldig, bis der Winzer mit seiner Verladetätigkeit fertig war. Das Heu konnte aber bequem durch die Tür auf der hinteren Seite des Presshauses im ersten Stock eingelagert werden.

Der Kirchturm am Galgenberg
Der Galgenberg und Wildendürnbach haben aber noch eine andere Sehenswürdigkeit: den alten Kirchturm. 1971 sprengte man unten im Dorf die alte, baufällige Kirche um Platz für ein neues Gotteshaus zu schaffen. Bei dieser Sprengung fiel der Kirchturm unbeschädigt herunter, man könnte es fast ein Ding der Unmöglichkeit oder ein Wunder nennen. Daher beschloss die Dorfgemeinschaft die Feuerwehr zu bitten, den Kirchturm mit dem Kranwagen auf den Galgenberg zu schaffen, wo er seitdem steht und als Florianikapelle geweiht wurde. Im Inneren der Kapelle kann man auf einem Touchscreen die Sprengung sehen.

Die Rebe, die niemals irrt
Interessant ist auch die Reben-Wetterstation, die sich niemals irrt. Ihre Vorhersagen sind nachvollziehbar:

Wenn die Rebe nass ist, regnet es,
wenn sie heiß ist, scheint die Sonne,
wenn die Rebe pendelt, hat es Wind,
wenn sie ruhig ist, ist es windstill,
wenn sie vereist ist, ist es Winter
und wenn die Rebe zu dir spricht, solltest du nichts mehr trinken …

Im Herbst sperrt jeder Winzer für drei bis vier Tage seinen Keller während der Tage der offenen Kellertüre auf und verkauft seine Produkte: Speck, natürlich seinen Wein und die eine oder andere selbst gemachte Spezialität.

Der Weinausschankwagen

Während dieser Zeit stellen Dorferneuerungsverein und Weinbauverein dem Winzer einen Weinausschankwagen zur Verfügung, der komplett mit Kühlschrank, Gläsern, Gläserspüler, einfach mit allen was man so braucht, ausgestattet ist. Ein Zelt wird auch aufgestellt, damit bei Schlechtwetter die Gäste geschützt sind.

Manfred Monetti mit Winzer Rindhauser
Lassen Sie sich diese Tage keinesfalls entgehen. Wir haben bei unserem Ausflug schon beim Rindhauser vorgekostet. Probieren Sie in jedem Fall seinen Weinviertel DAC, ein Gedicht, aber auch der Grüne Veltliner war hervorragend – und der Heurige (2015) wird angeblich noch besser …

Weinviertel DAC - ein Gedicht

Hier finden Sie noch ein paar Impressionen von unserem Ausflug:

 

Wer an einer Kellergassenführung am Galgenberg interessiert ist, meldet sich am besten bei Manfred Monetti, Tel: +43 676 43 56 329 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Weitere Informationen gibt es unter http://sinnliches-weinerlebnis.at und unter www.weinviertel.at

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