Die Buch Wien ist eine meiner Lieblingsmessen. Schließlich bietet sie nicht nur jede Menge Ideen für neuen Lesestoff, sondern viel viel mehr…

Leider war meine Zeit heuer nur allzu knapp bemessen und so reichte es nur für einen kurzen Durchflug an einem Tag. Was ich noch immer sehr bedauere, denn der Zeitrahmen war einfach zu knapp, um den vielen Lesungen, die mich alle interessiert hätten, zu lauschen.

Auch Science Fiction Literatur war vertreten
Auch Science Fiction Literatur war vertreten


So bleibt mir nur festzuhalten, dass diese Messe mit ihren vielen Bühnen einfach die beste Möglichkeit nicht nur in viele unterschiedliche Bücher, Genres und Erzählungen hinein zu schnuppern, sondern auch die Gelegenheit ist, Autoren kennen zu lernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Es wurde auch gequizt
Es wurde auch gequizt


Nicht alle sind so widerspenstig, wie Norbert Gstrein, der dieses Mal eigentlich keinesfalls aus seinem Werk vorlesen wollte und es dann doch ganz kurz tat. Schließlich lässt sich niemand gerne aus falsch interpretieren, da war dann natürlich das Originalwort gefragt.


Ansonsten wurde wieder fleißig vorgelesen und fast hätte mich die Riesenauswahl an Neuerscheinungen überwältigt. Wenn ich nicht noch einen großen Stapel an ungelesenen Büchern zu Hause gehabt hätte, wäre es meinem positiven Kontostand auf jeden Fall wieder an den Kragen gegangen. Doch konnte ich der großen Gefahr widerstehen.
Beim Stand der Bestattung Wien war es allerdings um mich geschehen – dieses T-Shirt musste schon in die Tasche….

Lesen bis wir verwesen - ein guter Grundsatz
Lesen bis wir verwesen - ein guter Grundsatz


Sehr beeindruckt hat mich die Installation über „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus, die Deborah Sengl gestaltete und an der sie ein Jahr lang arbeitete.

Deborah Sengl: Die letzten Tage der Menschheit
Deborah Sengl: Die letzten Tage der Menschheit

 
Ihre Vorlage war die Bühnenfassung von „Die letzten Tage der Menschheit“. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich die literarische Vorlage von Karl Krauss sehr schätze, obwohl ich gestehen muss, dass ich es noch nie geschafft habe (egal ob gedrucktes Buch oder Hörbuch) sie vollständig zu lesen oder zu hören.

Extrablatt, Extrablatt! Neues von der Front!
Extrablatt, Extrablatt! Neues von der Front!


Dennoch einzelne Szenen erkennt man sofort und auch ich finde, dass es auch hier einige Parallelen zur Gegenwart gibt und dass Kraus damit nach wie vor, sehr zeitaktuell ist, obwohl „Die letzten Tage der Menschheit“ vor hundert Jahren (Erstveröffentlichung: 1918) erschienen sind. Die Installation ist für das Essl Museum entstanden, doch ich hoffe sehr, dass es nach der Buch Wien nicht in der Versenkung verschwindet, sondern dauerhaft ausgestellt bleibt.

Deborah Sengl: Die letzten Tage der Menschheit
Deborah Sengl: Die letzten Tage der


Auch für die jungen Leser wurde wieder jede Menge  „neuer Stoff“ geboten und die „Vorlese-Zone“ wurde regelrecht gestürmt. Für Nachwuchs an Leseratten sollte trotz Handy und Video-Games also gesorgt sein und es muss das eine ja schließlich das andere nicht ausschließen.

Auch Tschechien war natürlich vertreten
Auch Tschechien war natürlich vertreten


Jedes Jahr interessant für mich ist die Donau Lounge, wo man sich immer der Literatur aus den Ländern des Donauraums widmet. So auch heuer wieder. Unter anderem war auch Michal Ajvaz zu Gast mit seinem surrealistischen, durchaus lesenswerten Buch: Die Rückkehr des alten Warans.

Auch Natalie Kampusch hat ihr neues Buch präsentiert
Auch Natalie Kampusch hat ihr neues Buch präsent


Es ist heuer wie schon gesagt nur ein kleiner Rückblick. Vieles habe ich wirklich verpasst:
Erika Pluhar, die Grande Dame, Bettina Balàka, der Buch „Die Tauben von Brünn“ mich sehr interessiert hätte, Michal Ajvaz hätte ich gerne persönlich kennen gelernt, Arik Brauer stellte sein Buch „A Jud und keck a no“ vor, dass ich mir unbedingt noch besorgen muss, Manfred Buchinger hätte mir vielleicht erklären können, wie ich in Zukunft „Entspannt kochen“ kann, Barbara Frischmuth präsentierte ihr tolles neues Buch „Verschüttete Milch“, Lorenz Gallmetzer beleuchtete in seinem Buch die Zeit von „Mussolini bis Salvini“, Norbert Gstrein weigerte sich aus „Als ich jung war“ zu lesen und tat es dann doch – zumindest ganz kurz-, auch Natascha Kampusch, Daniela Kickl, Florian Klenk, Doris Knecht, Alfred Komarek, Herbert Lackner, Gerhard Loibelsberger, Reinhard Mitterlehner oder Tobias Moretti zuzuhören – um nur einige zu nennen – wäre ein Gewinn gewesen.

Wer kennt ihn nicht? Den Metzger...
Wer kennt ihn nicht? Den Metzger ...


Einige haben Bücher vorgestellt, die ich bereits gelesen habe – einige liegen schon bei mir auf dem Nachtkästchen. Und nachdem die Weihnachtszeit vor der Tür steht mein Tipp: Bücher schenken macht Freude.


Ich freue mich auf jeden Fall schon auf das nächste Jahr und hoffe, dass ich dann viel mehr Zeit auf der Buch Wien verbringen kann. Die Buch Wien 2020 findet im nächsten Jahr vom 11.-15.11.2020 statt. Sehen wir uns?