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Aus unveröffentlichten Tagebüchern seines Großvaters

Kaiser Karl, 2004 selig gesprochen, war der letzte Kaiser Österreich-Ungarns, der inmitten des 1. Weltkriegs nach dem Tod Kaiser Franz Josefs den Thron bestieg, diesen und das Land jedoch verlassen musste und schließlich seine letzten Jahre auf Madeira verbrachte, wo er mit 34 Jahren starb.

Während die Bücher über Kaiser Franz Joseph und natürlich auch über Kaiserin Elisabeth ganze Bücherregale füllen können und durch das Gedenkjahr zum Ausbruch des 1. Weltkrieges auch der ermordete Thronfolger Franz Ferdinand in den Mittelpunkt rückte, ist über Kaiser Karl eigentlich recht wenig bekannt. Umso erstaunlicher ist es nun, ein Buch über seine frühe Kindheit zu lesen.

Das Buch von Gabriele Praschl-Bichler ist nicht unbedingt ein Buch über die Person Karls, es gibt vielmehr Einblick in das Leben seines Großvaters und der Familie Habsburg. Natürlich ist es interessant die Tagebuch-Einträge zu lesen, interessanter ist es jedoch noch, was Gabriele Praschl-Bichler über die Zeit berichtet und wie sie geschickt, die einzelnen Eintragungen verbrindet.
Das ist auch notwendig. Schließlich gibt es öfters nur die Vermerke über Aufstehen, Frühstück und ob mit dem kleinen Karl gefrühstückt wurde oder nicht, ob er bei der gemeinsamen Tafel anwesend sein durfte oder nicht und ob seine Mutter wieder ohne ihn verreiste. Und dennoch lesen sich manche Seiten durchaus spannend.

Was mich beeindruckte und immer wieder zum Weiterlesen motivierte war die Möglichkeit die Gedankenwelt einer Familie kennen zu lernen. Nicht nur dass sie dem Adel entstammte, schließlich gehörte sie zum Kaiserhaus. Der Großvater Karls war der Bruder von Franz Joseph, sein Sohn Franz Ferdinand wurde nach dem Tod Rudolfs Thronfolger und danach war es an den kleinen Karl, schon sehr jung die Bürde des Kaisers und damit auch des Krieges und die Beendigung desselben zu verantworten. Ob er dafür mit seiner Ausbildung vorbereitet war, geht aus diesem Buch nicht hervor.

Gabriele Praschl-Bichler vermittelt eher Eindrücke der Familie, der Persönlichkeit des Großvaters und wie es eben bei „Kaisers“ und seiner Familie zuging. Wer sich dafür interessiert, wird sehr zufrieden sein und das Buch mit Genuss lesen, wer sich allerdings mehr Aufschluss über die Person Kaiser Karls erwartet, wird vielleicht ein wenig enttäuscht werden. Es werden wirklich nur die Kinderjahre abgehandelt. Der Großvater Erzherzog Carl Ludwig starb am 16.5.1896 und damit endet das Buch. Der spätere Kaiser Karl war zum Zeitpunkt des Todes gerade einmal acht Jahre alt.

Gabriele Praschl-Bichler: Kinderjahre Kaiser Karls. Aus unveröffentlichten Tagebüchern seines Großvaters  
Amalthea
ISBN 978-3-85002-879-0
www.amalthea.at

 

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