Eugen Freund. Der Tod des Landeshauptmanns.Vieles hätte man von Eugen Freund erwartet: Ein Buch über die Weltpolitik oder vielleicht eines über das Innenleben des ORFs, aber einen Kriminalroman?

Nun denn, ein bisschen hat der Roman ja auch mit Politik zu tun, immerhin geht es um den Tod des ehemaligen Landeshauptmanns von Kärnten, Jörg Haider.

Der Roman besteht aus zwei Erzählsträngen, die langsam und etwas verwirrend beginnen, aber immer spannender werden und dann schließlich zueinander finden. Die eine Geschichte besteht aus lauter Mails, die an eine der Hauptpersonen geschickt werden, die zweite beschäftigt sich mit einem Mordfall bzw. dem Verschwinden eines HNA-Angestellten. Verbindungen zur neonational-sozialistischen Szene inklusive, aber auch gewisse Treffen von Haider mit Führern aus dem arabischen Raum werden angesprochen und die Geschäfte und Verbindungen einer bestimmten österreichischen Bank in Kroatien.

Anfänglich war ich vom Buch enttäuscht, aber von Seite zu Seite entwickelt sich die Geschichte spannender und zu Ende will man es gar nicht mehr aus der Hand legen.

Wer sich allerdings Aufklärung über die Hintergründe erhofft oder neue Verschwörungstheorien erwartet hat, wird enttäuscht. Wenn Freund auch einige dieser Theorien aufgreift, es ist und bleibt ein fiktiver Kriminalroman.

Eugen Freund. Der Tod des Landeshauptmanns.
Kremayr-Scheriau
ISBN 978-3-218-00877-8