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Franz Bartolomey: Was zählt, ist der Augenblick Die Wiener Philharmoniker und die Wiener Staatsoper sind beides Institutionen, die weit über die Grenze Österreichs bekannt, beliebt und bewundert werden.

Franz Bartolomey entstammt aus einer typischen Wiener Künstlerfamilie, die über Generationen dem Orchester angehört. In seinem Buch gibt er Einblicke in die Geschichte seiner Familie, erzählt vom berühmten Wiener Klang, dem sich das Orchester verpflichtet fühlt und von den vielen berühmten Persönlichkeiten, mit denen er und seine Vorfahren musizieren durften.

Die Bartolomeys sind wirklich eine typische Wiener Familie – können Sie doch tschechische Vorfahren vorweisen: František Bartolomej, der Großvater des Autors kam als junger Tscheche nach Wien zum Vorspiel an die k.k. Hofoper in Wien. In diesem Kapitel erfahren Sie aber nicht nur musikalisches – auch das politische Klima, das damals zwischen Wien und Tschechien herrschte, wird angesprochen.

Denn Franz Bartolomey, der III. beschreibt in seinem Buch nicht nur die Geschichte seiner Familie, sondern bringt dem Leser immer wieder auch die jeweilige Zeit näher. Er erzählt vom Orchester, den Lehrern, den Aufnahmeverfahren der Wiener Philharmoniker und berichtet von den großen Dirigenten, mit denen er musizieren durfte: Herbert von Karajan, Carlos Kleiber, Franz Welser-Möst und vielen anderen. Auch die Geschichte des berühmten Wiener Klanges (für den die Philharmoniker ja bekannt sind) wird erörtert, war doch der Großvater des Autors schließich nicht nur einer der führenden Klarinettisten des Orchesters, sondern auch Begründer der Wiener Klarinettenschule.

Während der erste Teil des Buches (der sich in den 1. und 2. Aufzug gliedert) noch chronologisch geordnet die „Familiensaga“ beschreibt, zerfällt für mich der zweite Teil ein wenig zu viel in Anekdoten und Ehrungen, Geschichten und der Beschreibung der vielen Treffen mit zweifellos interessanten Persönlichkeiten.

Der „3.Aufzug“ widmet sich dem Leben des Autors und hier steht dann mehr der Augenblick – so ja auch der Buchtitel – denn eine chronologische Erzählung im Mittelpunkt. Trotzdem ist dieser Teil für mich ein wenig verwirrend zu lesen und auch ein bisschen selbstverliebt geschrieben. Aber wahrscheinlich ist es auch am schwierigsten sein eigenes Leben und seine eigenen Leistungen zu schildern.

Freunde der Wiener Philharmoniker, der Wiener Staatsoper und des Wiener Klanges wird dies jedoch nicht stören. Das Buch gibt einen wunderschönen Blick hinter die Kulissen eines der berühmtesten Orchester der Welt, des Opernbetriebes und bringt Zeitgeschichte anhand der Familienerlebnisse nahe. Der Leser lernt berühmte Persönlichkeiten der klassischen Musikszene plötzlich nicht nur in deren professioneller Welt kennen, sondern in schon fast privater Atmosphäre.

Franz Bartolomey: Was zählt, ist der Augenblick"" Die Bartolomeys. 120 Jahre an der Wiener Staatsoper.
Amalthea
ISBN 978-3-85002-798-4

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