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Richard H. Kastner: Magna Mater Austriae Wallfahrtsorte kommen wieder in Mode, viele – nicht nur praktizierende Katholiken – wandern auf den alten Wegen, die Europa fast durchgehend verbanden, manche wie Hape Kerkeling waren mal kurz weg am Jakobsweg.

Mariazell ist Österreichs wichtigster Wallfahrtsort. Mehr über Mariazell, seine Geschichte und seine Wichtigkeit im Habsburger-Reich zu erfahren, war meine Motivation dieses Buch zu lesen, die Erwartung wurde nur teilweise erfüllt.

Ich liebe Geschichtsbücher. Dafür, dass sie dem Leser die Vergangenheit spannend und augenzwinkernd nahebringen ohne zu langweilen. Dafür, dass sie uns mit Anekdoten, Legenden, Gerüchten unterhalten, aber sehr wohl unterscheiden, was wissenschaftlich und historisch gesichert ist und was eben eine Sage ist. Dafür, dass sie uns von unserer Vergangenheit erzählen und uns zeigen, wer wir sind, woher wir kommen und wie viele Gemeinsamkeiten es bereits in früheren Zeiten gab und woher manchmal das Trennende zwischen Nachbarländern oder Volksgruppen kommt.

Diesem Anspruch wird das vorliegende Buch allerdings nicht gerecht, vielleicht wollte es dies auch gar nicht. Für mich wirkt es leider in vielen Passagen eher wie eine Dissertation über Mariazell und die Habsburger.

Das Hauptkapitel, dass die Verbindung der Habsburger zu Mariazell beschreibt, ist zwar recht gut und flüssig geschrieben und nimmt den Leser bis zur heutigen Generation des ehemaligen österreichischen Herrscherhauses mit, zeigt wie groß auch heute noch die Verbindung der Familie mit dem Wallfahrtsort ist. Gut zu lesen ist die Geschichte über Erzherzog Johann und seinen Brandhof. Aber auch im Hauptabschnitt des Buches kommt in manchen Passagen die Detailverliebtheit des Autors zum Vorschein.

Die restlichen Kapitel sind teilweise langatmig und nicht einfach zu lesen. Wohl nur eingefleischte Mariazell-Fans werden die genaue Beschreibung der einzelnen Familien und Häuser des Ortes  zu schätzen wissen. Das gleiche gilt für die ausführlichen Beschreibungen der Wallfahrtswege, die nach Mariazell führen.

Auf der anderen Seite fehlt mir z.B. die wundersame Geschichte über die Teilung des Felsens durch die Madonnenstatue, die sicher in der Anfangszeit zum Ruhm von Mariazell (Maria in der Zelle) beigetragen hat. Auch auf die Namensgebung des Ortes wird nicht eingegangen.

Es soll allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass das Buch wunderschön illustriert ist. Neben vielen (zum Teil erstmals veröffentlichten Aufnahmen) finden sich auch noch eine Karte mit den Wallfahrtswegen nach Mariazell und ein alter Plan des Ortes.

Fazit:
Ausgesprochene Mariazell- und Habsburg-Freunde werden hier viel Wissenswertes und Neues entdecken. Auch alle jene, die eine Wallfahrt planen und mehr über ihren Weg nach oder von Mariazell aus wissen möchten, kann man dieses Buch empfehlen.

Wer allerdings Geschichte in Art der Bücher von Brigitte Hamann schätzt, könnte ein wenig enttäuscht sein. Wobei auch gesagt werden muss, dass Thema und Herangehen an das Thema natürlich unterschiedlich sind....

Magna Mater Austriae: Mariazell und die Habsburger
Amalthea
ISBN 978-3-85002-793-9
www.amalthea.at

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