Ich habe schon den ersten Band mit Inspektor Bruno Zabini verschlungen. Beim zweiten Roman ging es mir jetzt ähnlich.

Günter Neuwirth: Caffè in TriestBereits die Lektüre des Buches „Dampfer ab Triest“ bot mir ein großes Vergnügen. Ein Inspektor, der in Triest zur Zeit der Österreich-Ungarischen Monarchie höchst erfolgreich ermittelt und sich gerne neuen Ermittlungstechniken bedient. Aber Zabini fällt nicht nur durch seine Ermittlungstätigkeit, sondern auch durch sein Liebesleben auf: „beglückt“ doch der Junggeselle gleich zwei verheiratete Frauen. Zur damaligen Zeit Grund genug, der ehrenvolle Anstellung als Kriminalinspektor verlustig zu gehen.

Die Liebe genießt dieses Mal besondere Aufmerksamkeit. Während eine Liebschaft des Inspektors auffliegt und seine weitere berufliche Laufbahn am Spiel steht, steht die Liebe auch im Kriminalfall des Buches im Mittelpunkt. Dabei verliebt sich ein junger, ehrgeiziger Slowene, der sich gerade mit seinen Kaffeeimporten einen Namen in Triest macht in die Tochter eines Triesters Großhändlers. Elena erwidert seine Gefühle, doch einer ihrer Verehrer, der Dandy Dario Mosetti, ebenfalls aus reicher Familie, rast vor Eifersucht, wird aber von Elena abgelehnt. Rache ist angesagt, doch anstatt Jure einen „Denkzettel“ zu verpassen, wird sein Bruder Jože verprügelt. Doch dieser wehrt sich …

Zu guter Letzt ist auch noch ganz Triest in Aufruhr, denn der Thronfolger hat sich mit seiner Gattin angesagt, um die neuen Dampfer vom Stapel zu lassen. Wird vielleicht ein Anschlag der italienischen Irredentisten vorbereitet?

Was die Bücher von Günter Neuwirth für mich so interessant und lesenswert macht, sind – neben den Kriminalfällen und dem „Liebesleben“ des Inspektors Zabini - seine Beschreibungen von Triest. Man hat direkt die Stadt vor Augen und glaubt die einzelnen Viertel zu sehen. Auch die Atmosphäre der Stadt und ihrer Bewohner zur dieser Zeit wird beschrieben: Hier treffen Italiener, Slowenen und Deutsche aufeinander, einmal mit mehr Akzeptanz und Respekt voreinander, dann wieder mit weniger. Auch die nationalistischen Strömungen, die zu dieser Zeit bereits auftreten, sind wunderbar beschrieben.

Egal, ob man gerne ein historisches oder ein spannendes Buch lesen möchte oder einen Liebesroman – hier ist alles vorhanden und greift sehr passend ineinander. Lesenswert.

Günter Neuwirth: Caffè in Triest
ISBN 978-3-8392-0111-4
Gmeiner Verlag
www.gmeiner-verlag.de