Michel Jean erzählt in diesem Buch die Geschichte seiner Urgroßmutter und damit auch die Geschichte der Innu, einem Nomadenvolk in Nordamerika. Sie prägten lange bevor Christoph Kolumbus Amerika entdeckte die Geschichte des Landes.

Michel Jean: KukumEs ist die Geschichte eines außergewöhnlichen Lebens und einer außergewöhnlichen Frau. Almanda wurde als Waise bei Pflegeeltern aufgezogen und lernt mit 15 Jahren einen jungen Innu kennen. Beide verlieben sich ineinander und Almanda beschließt mit ihm zu gehen, seine Sprache zu lernen und seine Gebräuche anzunehmen, seinem Nomadenstamm anzugehören.

Es ist auch die Geschichte einer großen Liebe, die die größten Schwierigkeiten überwinden hilft. Es ist auch eine Erzählung der alten Bräuche der Innu von Pekuakami, des Zusammenhalts im Stamm, der freundlichen Begegnung und Aufnahme von Fremden, aber auch eine Dokumentation der Zerstörung durch die neuen Siedler und ihrer Missachtung der einheimischen Bevölkerung.

Die Erzählung zeigt, was bereits damals der „weise“ weiße Mann zerstört hat, mit seiner Gier und seinem Unwissen und dies auch heute noch tut. Michel Jean beschreibt in Kukum die alten Bräuche, Riten und Geschichten um sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, auch um darauf hinzuweisen, dass die Geschichte der einheimischen Innu und ihres Landes bereits lange vor Kolumbus und Cartier begann.

Ein wunderbares Buch, das zum Nachdenken anregt, keine Anklage, aber eine Erinnerung an Zeiten und Menschen, die man einfach nicht vergessen darf und sollte.
Absoluter Lesetipp!

Michel Jean: Kukum
ISBN 978-3-99029-470-3
Wieser Verlag
www.wieser-verlag.com