Die Kriminalromane, die ich in letzter Zeit in meine Finger oder besser vor meine Augen bekomme, werden immer dicker. In diesem Fall ist es aber durchaus wünschenswert und spannend.

Peter Glanninger: FinsterdorfThomas Radek tritt seinen Dienst als Kriminalbeamter im LKA St. Pölten an und merkt bald, dass seine Kollegen eigentlich mehr eine Sekretärin, denn einen Kriminalisten gebraucht hätten. So ist er tagtäglich mit Berichten und Analysen, aber wenig Kriminalistischen beschäftigt.

Doch dann passiert eine Entführung in einem kleinen Dorf in Niederösterreich für die sich eigentlich niemand zuständig erachtet. War es überhaupt eine Entführung? Oder war das junge Mädchen nur aus dem verstaubten Dorf nach Wien ausgebüxt, um sich einmal so richtig austoben zu können und dann in Wien in schlechte Gesellschaft und Drogen geraten?
Oder steckt tatsächlich eine satanische Sekte dahinter?

Da keiner an einen richtigen Entführungsfall glaubt, bekommt Radek den Fall übertragen und er macht sich auf ins Dorf.

Komischerweise schweigen hier die Entführte, ihre Eltern und alle Dorfmitglieder. Alle Aussagen klingen ähnlich und wie abgesprochen. Was ist hier los? Was weiß der Priester? Und was hat der exzentrische Adelige, dem nicht nur alle Fabriken in der Umgebung gehören, sondern auch das halbe Dorf mit der Geschichte zu tun?

Thomas Radek taucht immer tiefer in den Fall, schon bald wird auch er bedroht. Doch nun stehen seine Kollegen und sein Chef hinter ihm und rollen den Fall ohne Rücksicht auf Verluste auf.
Obwohl man beim Lesen schon bald richtig die Zusammenhänge vermutet, bleibt der Roman spannend bis zuletzt.

Peter Glanninger: Finsterdorf
ISBN 978-3-8392-2823-4
Gmeiner Verlag
www.gmeiner-verlag.de