Die Geschichte um Udo Proksch und den Untergang der Lucona gehört zu meinen Jugenderinnerungen. Erst zum Zeitpunkt der Anklage erfuhr ich damals vom Club 45, von seinen Geschäften und seinen Machenschaften …

Ich musste dieses Buch lesen. Um zu wissen: stimmt es oder stimmt es nicht. Hat er wirklich mit voller Absicht die Lucona versenkt und wissentlich den Tod der Menschen an Bord in Kauf genommen. Doch genau diese Frage beantwortet Georg Biron nicht. Aber er schildert sehr gut die damalige Zeit, die „Freunderlwirtschaft“, die natürlich nicht nur bei Schwarz-Türkis, sondern auch bei Rot zeitweilig verurteilenswürdige Dimensionen annahm.

Es ist aber auch gut die Aufbruchstimmung der damaligen Zeit Ende der 1970, Anfang der 1980 beschrieben. Der Glaube von damals, dass alles nur besser werden kann, schneller, weiter, höher. Wenn möglich ohne zu große Anstrengung. Wer will, schafft es mit Links. Es war die Zeit des investigativen Journalismus, eines Alfred Worms, Profil und News.

Viel davon ist leider nicht übrig geblieben: einige Affären, einige dubiose Geschäfte, einige ungeklärte Kriminalfälle und Morde in höchsten politischen Kreisen. Damals einzigartig für die Republik. Aufgedeckt wird in großen Medien nur mehr wenig. Eine Headline reicht und man wendet sich anderen Themen zu.

Und dennoch: ich hab mich gerne an diese Zeit erinnert, in der so schillernde Persönlichkeiten wie Udo Proksch gelebt haben und ich erwachsen geworden bin.

Für alle meiner Generation zum Nachlesen und wieder erinnern, für alle Jüngeren die Möglichkeit ein Stück der 1970/80er kennen zu lernen.

Georg Biron: Der Herr Udo. Das wilde Leben des Udo Proksch
ISBN 978-3-99029-465-9
Wieser Verlag
www.wieser-verlag.com