In Wien geht ein Mörder unter den Wirtschaftsflüchtlingen um, die „gute Österreicher“ werden wollen. Allerdings ist vorerst nur die deutschen Einwanderungsgruppe betroffen – die Gruppe Piefke5.

Torsten Schönberg: Der StempelmörderEs ist ein Wien-Krimi, aber nicht nur. Wir Wiener bekommen bei dieser Geschichte schon unser „Fett ab“. Zuerst dachte ich ja, der deutsche Autor schildert seine Sicht auf Wien – und er übertreibt halt ein bisschen. Doch das Geschehen setzt immer noch eines drauf. Ist es schwarzer Humor? Satire? Oder schildert hier jemand nichts als die blanke Wahrheit ein bisschen verbrämt, um es uns Wienern leichter zu machen der Geschichte zu folgen? Es ist wahrscheinlich von überall ein bisschen und manchmal ist es sooo nah am tatsächlichen Geschehen (wenn wir es uns eingestehen), dass es fast schon weh tut.

Doch kurz zur Geschichte:
In Wien bemühen sich drei Gruppen von Einwanderern „gute Österreicher“ zur werden: Geflüchtete aus dem ehemaligen Jugoslawien werden in das Programm „Tschuschen 6“ gesteckt, für die türkische Minderheit gibt es die Ausbildung „Atatürk hab 8“ und für deutsche Bundesbürger eben „Piefke 5“. Unser Erzähler ist Teil des Programms Piefke 5 und mit einem Kärntner befreundet, der es komischerweise auch in ebendiese Ausbildung geschafft hat.

Beide wohnen im Männerwohnheim Meldemannstraße in der Brigittenau. Für ihre Ausbildung helfen sie beim Dornbacher Kirtag aus, auf der Sicherheitswache in Favoriten, bei der Friedhofsverwaltung des Zentralfrieshofs in Simmering, bei der Mistabfuhr, im Arbeitslosenstrandbad in Floridsdorf oder Arbeitsmarktservice in Ottakring. Bei der Beschreibung ihrer Tätigkeiten und ihres Lebens kann man dem Autor gewisse Insiderkenntnisse nicht absprechen, auch mit dem „Goldenen Wienerherz“ scheint er sich bestens auszukennen. Während sich also der deutsche Erzähler und sein Kärntner Freund mehr oder weniger bemühen, ihre Arbeiten zu erledigen und nicht allzu sehr aufzufallen, passieren in ihrem Umfeld immer wieder Morde, deren Opfer den Stempel „Piefke 5“ aufweisen. Schnell geraten auch die Beiden ins Visier der Wiener Polizei. Doch auch in dieser Organisation geht nicht alles mit rechten Dingen zu ….

Ich weiß eigentlich bis heute nicht so richtig, ob mir der Krimi nun gefallen hat oder nicht. Ich bin echt verwirrt. Auf jeden Fall ist er anders als alles was ich bis dato gelesen habe und auch sein Wienblick ist mehr als überraschend. Am besten ihr macht euch selbst ein Bild.

Aber schreibt mir, wie ihr diesen Krimi findet...

Torsten Schönberg: Der Stempelmörder
ISBN 978-8392-2810-4
Gmeiner Verlag
www.gmeiner-verlag.de