Zuerst dachte ich an einen Krimi, aber es ist „nur“ ein historischer Roman. Allerdings eine richtig spannende Geschichte aus dem alten Wien.

Michaela Baumgartner: DebütantenballIch lese gerne historische Krimis und daher war ich fast ein wenig enttäuscht, dass auf den ersten paar Seiten kein Mord passierte. Dennoch liest sich der Roman von Michaela Baumgartner fast wie ein solcher. Schon nach wenigen Seiten beginnt man mit der Familie Wohlleben mit zu fiebern.

Wo ist der Verlobte von Sophie? Ist er im Krieg wirklich gestorben? Wird sie einen Mann finden, der ihre Bildung und ihr Selbstbewusstsein schätzt? In Wien zur Zeit des Wiener Kongresses?
Was wird Fanny alles auf ihrem Debütantenball erleben – oder auch schon vorher…

Wird Georg, der Bruder der beiden, in ihre Liebschaften eingreifen (können)? Was sagen Mutter und Vater zu ihren Auserwählten? Und was spielt sich rund um den Kongress und die Verhandlungen ab?

Wien tanzt, doch dies können in erster Linie die ausländischen Gäste und die Adeligen. Wie geht es den Wienern?

Michaela Baumgartner führt den Leser durch das Wien zur Zeit des Wiener Kongresses und schildert die Geschichte der Familie Wohlleben, die zu den Wohlhabenden in dieser Zeit gehört. Aber auch ein Blick auf den niederen Stand, auf die sanft aufkeimende Emanzipation der Frau wird gezeigt. Historische Tatsachen werden mit einer spannenden Familiengeschichte ausgezeichnet und interessant vermengt. Lesenswert – irgendwann will man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Michaela Baumgartner: Debütantenball
Historischer Roman aus dem alten Wien
ISBN 978-3-8392-2807-4
Gmeiner Verlag
www.gmeiner-verlag.de