Ist es ein Roman? Ein Krimi? Es ist auf jeden Fall ein bemerkenswertes Buch.

Christoph Lindenmeyer: TeufelsgasseDer Roman von Christoph Lindenmeyer kommt mit drei Hauptfiguren aus: einer davon lebt in Salzburg, die beiden anderen, von denen einer ein Faible für Namibia aufweist und der später auch eine Wohnung in Salzburg besitzen wird, stammen aus München und arbeiten beim Bayrischen Rundfunksender.

Ich habe selten ein Buch gelesen, dass so fein und detailreich nicht nur die Personen der Handlung zeichnet, sondern auch deren Leben, Umgebung, Träume, Wünsche und Hoffnungen. Die ersten paar Seiten kam mit der Erzählstil fast ein wenig langweilig vor, doch man kippt in diese Genauigkeit irgendwie hinein und wartet dann während des Lesens schon auf das nächste, fein gesetzte Detail.

Lindenmeyer beschreibt aber nicht nur die Charakteristika seiner Handelnden, sondern auch ihre Umgebung, ihre spezielle Lebenssituation, ihr Denken und ihr Fühlen. Das führt dazu, dass man sich einmal dem einen, dann wieder dem anderen „verwandt“ fühlen kann.

Der Mord passiert erst relativ spät in diesem Buch, was aber keine Rolle spielt, denn die Tätersuche ist in der Geschichte nicht das Spannende, sondern das wieso und warum. Wie kann es sein, dass ein Mensch den anderen umbringt, welche Motive stecken dahinter und könnte es jedem passieren?

Die Beantwortung der letzten Frage überlässt der Autor dem Leser, aber an der Entwicklung der Umstände, die zum Mord führen, kann man doch ableiten: es kann jeden treffen.

Interessant wird das Buch auch durch die Beschreibungen von Salzburg und München und die Schilderungen des Alltags in einem Rundfunksender. Rundherum lesenswert.

Christoph Lindenmeyer: Teufelsgasse
ISBN 978-3-7025-0999-6
Verlag Anton Pustet
www.pustet.at