Der Salzburg-Krimi spielt im Jubiläumsjahr der Salzburger Festspiele, also heuer. Doch das Corona-Virus hat die Atmosphäre wahrscheinlich zu der im Buch beschriebenen stark verändert.

Das tut der Spannung allerdings keinen Abbruch. Der Krimi beginnt mit Szenen ziemlich weit entfernt der Festspielstadt, erst später steigt man so richtig in den „Festspielbetrieb“ ein – und schon passiert der erste Mord.

Eine junge Schauspielerin, gerade bei Jedermann für eine Kollegin eingesprungen, wird tot aufgefunden. Mord? Unfall? Selbstmord?

Bald stellt sich heraus, dass sie nicht nur mit der Buhlschaft der diesjährigen Jedermann-Aufführung verwandt ist, sondern auch einen – sagen wir es einmal so – zwiespältigen Charakter besaß. Vor kurzem noch Mitglied einer Straßentheatergruppe wurde sie von ihrer berühmten Schwester in die Tischgesellschaft „hineinreklamiert“. Und das obwohl schauspielerisches Talent nicht unbedingt zu ihren Stärken gezählt hat.

Kommissar Martin Merana steht unter Zeitdruck und vor einem Rätsel als sich herausstellt, dass sie ermordet wurde. Obwohl es genügend enttäuschte Liebhaber, vergrämte Kollegen und verärgerte Freunde und Mitmenschen gibt, ist anfangs kein wirkliches Motiv zu finden.

Gerade da passiert der zweite Mord – wieder trifft es ein Mitglied der Jedermann’schen Tischgesellschaft. Irgendwie ahnt Merana, dass die Morde zusammenhängen, aber es fehlen nach wie vor die Motive und das Bindeglied zwischen beiden Bluttaten. Was hat er bei den Übermittlungen übersehen?

Erst langsam schält sich die Verbindung zu den Szenen am Beginn des Buches und zu den Motiven heraus. Ein ideales Buch für den Strand und das Bad, das den Leser den Sommer entspannt genießen und Corona vergessen lässt.

Manfred Baumann: Jedermannfluch
Salzburg-Krimi
ISBN 978-3-8392-2722-0
Gmeiner-Verlag
www.gmeiner-verlag.de