Natürlich will man wissen, woher die schwarzen Kassen der CDU kamen und wie viel drinnen war/ist. Vor allem wenn Helmut Kohl und Wolfgang Schäuble am Einband abgebildet sind…

Karl-Heinz Ebert: Die Beichte meines Vaters über die Herkunft des BimbesSie wissen nicht was Bimbes ist? Keine Sorge, ich wusste es auch nicht. Bimbes scheint eine Wortschöpfung von Helmut Kohl zu sein und bezeichnet nicht mehr und nicht weniger als jenes Geld das in eben diesen schwarzen – sprich: nicht offiziellen - Kassen zu finden ist.
Oder auch Anderkonten liegt. Auch so eine Bezeichnung, die mir nichts gesagt hat. (Kurze Erklärung: jemand führt ein Konto für jemanden anderen…)

Die Vermutung, dass es auch in Deutschland Freunderlwirtschaft, Beziehungen und Schwarzgeld gibt und nicht nur in Österreich lag nahe. Obwohl sich unsere deutschen Nachbarn ja immer sehr korrekt und genau geben. Vielleicht wickeln sie nur ihre Schwarzgeldgeschäfte ebenso präzise und genau ab und daher kommen diese auch weniger ans Tageslicht. Nachdem man dieses Buch gelesen hat und dann noch an einige Skandale denkt, die in letzter Zeit doch ans Tageslicht gekommen sind (z.B. Uli Hoeneß), könnte man fast meinen es ist so.

Allerdings ist dieses Buch eine kleine Mogelpackung. Mit Kohl und Schäuble am Einband hatte ich natürlich große Erwartungen: in erster Linie eine Information wer aus Industrie und Wirtschaft welche Beträge abgeliefert hätte. Wer darüber Hinweise erwartet, wird allerdings enttäuscht. Allerdings erhält man dafür einen Bericht über längst vergangene Zeiten und vielleicht über den Beginn der schwarzen Kassen: ein Zustand, der bereits in die Zeit Adenauers zurückreicht und anscheinend eng mit der Gründung des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) und seinem Vorgänger, dem Freien Fernsehen, zusammenhängt.

Interessant, dass auch damals schon Fernsehsender mit der Intention gegründet wurden, regierungsfreundliches „Programm“ zu senden und auch damals schon die Wirtschaft Einfluss auf die Berichterstattung nehmen wollte/sollte. Dies gelang allerdings erst viel später – unter der Regierung Kohl – mit der Einführung der Privatsender.

Man sollte eben immer die Hintergründe der Gründungen, aber auch die aktuellen Besitzverhältnisse kennen, wenn man Information aus den Medien konsumiert. Einfach um eine „Blatt“- oder „TV“-Linie richtig einordnen zu können.

So hält das Buch zwar nicht was sein Titel verspricht, gibt aber interessante Einblicke in die Parteienfinanzierung in unserem Nachbarland und auch um die Einflussnahme in Medien.

Karl-Heinz Ebert: Die Beichte meines Vaters über die Herkunft des Bimbes
Die schwarzen Kassen der CDU
ISBN  978-3-86489-282-0
Westend Verlag
www.westendverlag.de