Andreas Kiendl werden viele von der SoKo Kitzbühel kennen, vielleicht auch vom Film „In deri Tagen bist Du tot“. Leibnitz ist sein erster Roman ….

Andreas Kiendl: LeibnitzUnd dieser schreit nahezu nach einer Fortsetzung. Kiendl schildert die Geschichte einer ganz „normalen“ Familie in Leibnitz. Man lebt mit den Eltern des Mannes beisammen, hat zwei Kinder in die Welt gesetzt und singt im Kirchenchor. Dennoch – so ganz stimmt es in der Ehe von Claudia und Christian Grebien nicht. Claudia fühlt sich von den Schwiegereltern nicht anerkannt, Christian trinkt des Öfteren ein Gläschen zu viel. Beide Probleme sollte man aber in den Griff bekommen können – und die gemeinsamen Chorproben und Auftritte genießen beide und die Liebe zur Musik verbindet sie doch immer wieder.

Doch dann geht es auf einmal Schlag auf Schlag. Claudias Mutter und ihr Stiefvater übersiedeln nach Kanada und als ein Badebesuch überraschend abgebrochen werden muss, verunglückt ihr Mann, der sie vom Bad abholen soll mit einigen Promille zu viel im Blut bei der Autofahrt schwer.

Das Leben von Claudia und Christoph ändert sich dadurch beträchtlich. Während Claudia ihr Leben umkrempelt und nun tatkräftig versucht Verantwortung zu übernehmen, ist das Zurück für Christoph schwer. Nicht nur dass er den Unfall nur schwer verletzt überlebt hat, nun wird auch seine Alkoholkrankheit ruchbar.

Claudia kämpft um ihre Ehe (obwohl sie diese selbst durch einen Seitensprung gefährdet hat), versucht einen Zugang zu ihren Schwiegereltern und zu Christoph zu finden – und scheitert.

Kiendl schildert behutsam den unausweichlichen Abstieg von Christoph, wie er Schritt für Schritt immer wieder tiefer in seine Alkoholabhängigkeit rutscht, aber auch wie Claudia und wohl auch die Kinder darunter leiden. Die Argumente, warum er trinkt, trinken muss. Das Selbstmitleid und schließlich auch die Wahnvorstellungen, die mit dem hohen Alkoholkonsum einhergehen.  Claudia wendet sich immer weiter von ihrem Mann ab, beginnt ein neues Leben, findet (fast?) eine neue Liebe. Eigentlich wartet man als Leser nur mehr auf das Happy End: den Tod von Christoph und auf das neue, glückliche Leben von Claudia.

Doch dann passiert etwas Überraschendes, Unerwartetes …

Und nachdem danach viele Fragen offen bleiben, warte ich jetzt auf die Fortsetzung. Die ist mit Herr Kiendl schuldig!

Andreas Kiendl: Leibnitz
ISBN 978-3-8392-2494-6
Gmeiner Verlag
www.gmeiner-verlag.de