Ich gebe es zu: Auch ich freue mich immer wieder, wenn meine Überlegungen oder besser gesagt Ahnungen bestätigt werden – und jetzt habe ich auch noch jede Menge Argumente dafür …

Der Untertitel des Buches lautet: Wie wir mit Wasserstoff die Zukunft erobern – und dass wir in Zeiten der Umweltverschmutzung und Klimakrise nun endlich etwas unternehmen müssen, fordert nicht nur Greta Thunberg mit ihren Fridays for Future – es sollte eigentlich jedem denkenden Menschen der westlichen Hemisphäre klar sein.

Als ein Puzzle der Lösung in diesem Problemkreis wird in letzter Zeit immer wieder das Elektroauto gehypt, was mir als überzeugter Atomgegnerin gar nicht gefällt. Der Strom kommt zwar aus der Steckdose, aber irgendwie muss er ja auch erzeugt werden und so hege ich seit langem den Verdacht, dass dies nur eine Initiative zur Verlängerung und zum Ausbau der Atomenergie wird. Wir wissen zwar bis dato noch immer nicht wohin mit dem strahlenden Abfall und keiner möchte es in seinem Vorgarten die nächsten Jahrzehnte lagern, aber wir produzieren weiter darauf los und verschieben dieses Problem einmal an die nächste Generation.

Aufmerksam wurde ich auf den „Wasserstoff“ schon vor Jahren bei einer Präsentation von Toyota, bei der ein Auto vorgestellt wurde, dass mit eben diesen Stoff im „Tank“ betrieben wurde und damit auf einer Öko-Ralley teilnahm. Natürlich waren die Aussagen des Herstellers voll des Lobes über seine Technologie, aber die Schlussfolgerungen schienen mir nachvollziehbar und hoffnungsvoll.

Jedoch stießen all diese Ideen bei späteren Diskussionen im Freundeskreis auf totale Ablehnung: von zu teuer über nicht sicher bis zu „da hast du eine Bombe unter dem A…“ bis zu einem lapidaren „das wird sich nie durchsetzen“ war alles dabei und so bin ich mehr als froh, dass nun Timm Koch dieses Thema aufgegriffen hat und mich mit Argumenten für die nächsten Diskussionen „befeuert“ hat.

Gleichzeitig möchte ich das Buch all jenen empfehlen, die fähig sind einstudierte Wege zu verlassen und einmal einen Neuanfang zu denken wagen. Natürlich werden große Anstrengungen in der Wirtschaft, der Forschung notwendig sein und auch die Politik ist gefordert – aber unsere Zeiten erfordern nicht mehr vom Alten, sondern Aufbruch zu Neuem.

Ich war überrascht und zugleich ein bisschen beruhigt, was sich auf diesem Sektor bereits alles getan hat – wie weit man in manchen Bereichen bereits in der Forschung ist und wie machbar und beherrschbar die Technologie scheint. Und auch hier gibt es verschiedene Wege um ans Ziel zu gelangen. Viele davon sind viel versprechend und sollten auf einer größeren Bühne diskutiert werden.

Bei uns in Österreich sind im Herbst 2019 Wahlen -  für eine Partei, die die Zukunft gestalten möchte, sollte dies ein Thema sein. Die Balkanroute ist geschlossen, die Pensionen sind am Weg, wie wäre, wenn man nun Klima und eine Wende in der Energiepolitik diskutieren würde?

Außerdem ist es auch ein Wirtschaftsthema – China z.B. ist an diesem Thema sehr interessiert. Die europäische Industrie und Wirtschaft sollte diese Entwicklung nicht durch ihr Festhalten auf das Althergebrachte verschlafen – ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an die - einst große - Elektroindustrie ….

Lesenswert!

Timm Koch: Das Super Molekül
Wie wir mit Wasserstoff die Zukunft erobern
Westend Verlag
ISBN 978-3_86489-240-0
www.westendverlag.de