All jene, die sich für österreichische Literatur um die Jahrhundertwende interessieren, finden hier Geschichten um Hofmannsthal, Schnitzler und das Junge Wien…

David Österle: Freunde sind wir ja eigentlich nichtDas Buch von David Österle ist sicher kein Werk für einen Massenmarkt, wer sich aber so wie ich für die Jahrhundertwende, die Kunst und die Literatur um diese Zeit interessiert, dem wird es einige neue Einblicke in die Zeit und auch in die Persönlichkeiten der damaligen „Literaturszene“ geben.

Mich interessieren auch immer die Menschen hinter den Künstlern und im Buch erfährt der Leser mehr über das Leben und auch die Ansichten von Hugo von Hofmannsthal,  Richard Beer-Hoffmann, Arthur Schnitzler, Felix Salten, Herman Bahr und andere. Liest man ihre Werke (und wer hat das nicht in der Schule getan oder darf/muss/kann es „im Leben danach“, ist es meiner Meinung nach auch ebenso interessant ihre Lebensumstände zu kennen.

Außerdem gebe ich zu, dass ich immer auch ein wenig an Tratsch und Klatsch interessiert bin und ich es auch spannend finde, mehr über diese Zeit zu erfahren. Wien war damals das Zentrum der Monarchie, die Metropole wo Kunst neue Formen hervorbrachte, man sich gegen das „Althergebrachte“ auflehnte und es doch nicht schaffte, das „Alte“ abzuschütteln.

David Österle ist allerdings kein „Klatschreporter“. Er war bis 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter und zuletzt Stv. Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Geschichte und Theorie der Biographie in Wien.  Der Leser hält also ein Buch mit wissenschaftlichem Background in seinen Händen, das aber nicht langweilig zu lesen ist.

David Österle: „Freunde sind wir ja eigentlich nicht“
Hofmannsthal, Schnitzler und das Junge Wien
Kremayr & Scheriau
ISBN 978-3-218-011624
www.kremayr-scheriau.at