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Der Titel erschließt sich erst spät, aber die Sprache und die Idee des Romans sind einfach genial…

 Barbara Frischmuth: Verschüttete MilchWie Frischmuth den Roman entwickelt ist einfach großartig: eine erwachsene Frau durchsucht die Fotografien ihrer Kindheit und Jugend und beginnt sich an die verschiedenen Gegebenheiten zu erinnern. Von einem Foto zum nächsten lernt man als Leser nicht nur Julianes Kindheit und Jugend – so ihr Name – besser kennen, sondern auch ihre ganze Familie, ihr Dorf, ihre Verwandten, Freunde und – ganz wichtig – auch die Zeit, in der sie aufwächst.

Vom Krieg ist da in den Erinnerungen – wenn auch nur wenig – die Rede. Mehr schon von den Bonzen, die früher in den Hotels ihrer Eltern und Großeltern zuerst urlaubten und dann sich einquartierten wie später die Befreier. Vom Internat ist die Rede ebenso, wie von den Hausgeburten ihrer Mutter, von ihrem Stiefvater, den Erwartungen, die in sie gesetzt wurden und von ihren Träumen.

Ein Roman, bei dem der Leser immer tiefer in die Geschichte und das Leben von Juliane eintaucht – geschrieben in einer wunderbaren Sprache – mit vielen Ausdrücken und Redewendungen der damaligen Zeit, aber auch des lokalen Kolorits. Vielen Dank dafür, Barbara Frischmuth.

Ein ganz besonderer Roman, der den Leser auch einlädt, seine eigenen Fotos hervorzukramen und darüber nachzudenken, wie wohl seine Geschichte ausfallen würde. Empfehlenswert!

Barbara Frischmuth: Verschüttete Milch
aufbau Verlag

ISBN 978-3-351-03710-9
www.aufbau-verlag.de

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