Chatuna Tavdgiridze: Der Fisch mit zwei SchattenGanz ehrlich: es hat ziemlich lange gebraucht bis mich das Buch so richtig gefesselt hat, aber dann war es wunderschön ….

Zuerst ist mir nur die Sprache aufgefallen. Es ist immer schwierig die Übersetzung zu beurteilen, wenn man das Original nicht kennt, aber die deutsche Sprache, die Übersetzerin Anastasia Kamarauli verwendet ist wunderschön. Bei ihren Beschreibungen entstehen Bilder im Kopf und das ist es, das für mich Lesen ausmacht – dass die Fantasie angeregt wird.

Allerdings habe ich die einzelnen Träume und Bilder anfangs nicht zusammenführen können. Für mich blieben sie Stückwerk, Bilder aus einer fremden Welt, aus einem anderen Kulturkreis. Neue Bilder, die ich nicht kannte, mit denen ich aber auch nichts anzufangen wusste.

Die Träume der Könige waren für mich wie einzelne kleine Perlen, die aber in keinen Zusammenhang standen, fremd, manchmal ein bisschen unheimlich. Blitzer aus einer anderen -Welt, die ich nicht verstand und ich fürchtete: auch nie verstehen würde.

Doch dann – langsam – fügten sich die Perlen zu einer Kette. Plötzlich war hier doch ein Zusammenhang, eine Geschichte, die sich aus den einzelnen Träumen herausschälte und immer größer und bedeutender wurde. Noch immer fremd, aber schillernd, in den Bann ziehend.

Es ist kein Buch, das sich leicht so nebenbei liest. Man muss sich auf die Träume einlassen, muss versuchen die Bilder, die Magie zu verstehen. Dann aber taucht man ein in eine andere Welt und beginnt – zumindest teilweise – zu verstehen.
Lesenswert.

Chatuna Tavdgiridze: Der Fisch mit zwei Schatten
Die Träume der Könige
ISBN 978-3-99029-309-6
Wieser Verlag
www.wieser-verlag.com

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