Heinz Fischer: Spaziergang durch die JahrzehnteHerbert Lackner begleitete Heinz Fischer auf seiner Rückschau

Das Buch führt wirklich durch die Jahrzehnte – beginnend im Jahr 1938, dem Jahr in dem Heinz Fischer geboren wurde, über seine Mittelschul- und Studienzeit, durch das lange Kreisky-Jahrzehnt und einem Zwischenstopp bei Fred Sinowatz kommen auch Weggefährten wie Ferdinand Lacina, Peter Kaiser, aber auch Heide Schmidt, Wolfgang Schüssel und Andreas Kohl zu Wort. Schon diese Auswahl zeigt, dass „der Heinzi“ eigentlich mit allen „konnte“ und auch immer wieder versuchte Brücken zu schlagen, Brücken zu den Anderen.

Wichtig scheint ihm – natürlich neben seiner Familie – auch immer der Respekt auf Augenhöhe, auch zu politischen Gegnern gewesen zu sein. Und ich kann mich eigentlich auch an keine Aussage von ihm erinnern, die ich unter der Gürtellinie empfunden hätte.

Und so schließt das Buch dann mit seinen Jahren als Präsident, die er auch bedächtig und überlegt in seinen Aussagen und immer um Vermittlung bemüht, durchzog.
Erst ganz am Ende erlaubt er sich ein bisschen zu werten, blitzt sein Urteil über die heutigen Verhältnisse durch. Doch auch dabei versucht er möglichst objektiv zu sein, ohne jedoch seine Meinung zu verbiegen oder hinter dem Berg zu halten.

Das Buch gewährt einen kleinen Blick hinter die Kulissen der Politik, der einzelnen Funktionen, die Heinz Fischer ausgeübt hat und auch auf den Menschen Fischer, seine Ideen und seine Überzeugungen. Und es zeigt einen sehr humorvollen Menschen, der auch in seiner Jugend den einen oder anderen Schabernack gedreht hat - hätte ich ihm gar nicht zugetraut...

„Moderiert“ von Herbert Lackner scheint es dem Leser wie eine kurzweilige Doppelkonferenz.

Heinz Fischer: Spaziergang durch die Jahrzehnte
begleitet von Herbert Lackner
Ecowin
ISBN 978-3-7110-0176-4
www.ecowin.at

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