Prima la Musica, dopo le paroleEigentlich bin ich ein Fan vom geschriebenen Wort und mag Hörbücher eigentlich weniger. Aber dieses Buch hätte ich gerne als Hörbuch …

Es ist ein Streitgespräch zwischen drei Größen der Kulturszene, Joachim Kaiser – langjähriger leitender Redakteur und Feuilletonchef der Süddeutschen Zeitung, August Everding – Intendant, Regisseur und Kulturpolitiker und Marcel Reich-Ranicki – der Initiator des Literarischen Quartetts, über das Thema was denn wichtiger, an erste Stelle zu setzen sei: die Musik oder der Text in der Oper …
In einer kurzen Passage im Buch ist auch noch „unser“ Marcel Prawy mit dabei. Das Gespräch fand im Rahmen der "Richard Strauss Tage" im Jahr 1995 statt.

Ich hätte gerne noch einmal die charaktervolle, immer ein bisschen knarrige Stimme von Reich-Ranicki gehört oder die weiche, schmeichelnde Stimme von Marcel Prawy – die Stimmen sind es, die mir bei dieser Auseinandersetzung am meisten fehlen.

Wie es bei diesen Größen mit unterschiedlichen Zugang und Interessen zu erwarten war, gab es natürlich keine Einigung in der Sachfrage. Nichts desto trotz werden sowohl Opern-, wie auch Literaturfreunde einige neue Denkansätze kennen lernen, vielleicht Musik- und Textpassagen in einigen Opern unter einem ganz anderen Licht sehen und ihre Freude daran haben.

Man sollte schon ein bisschen in der Opernwelt zu Hause sein, vielleicht auch Richard Strauss und seine Opern kennen, von Hugo von Hofmannsthal schon mal gehört haben und wissen, was ein Libretto ist. Wenn diese Voraussetzungen zutreffen, dann kann man sich auf diese geschriebene Diskussion ohne Probleme auch in Buchform einlassen.

Wie schade, dass alle drei Diskutanten nicht mehr unter uns weilen. Sie fehlen …

Prima la Musica, dopo le parole
Joachim Kaiser und Marcel Reich-Ranicki im Streitgespräch
moderiert von August Everding
ISBN 978-3-86489-222-6
Westend Verlag
www.westendverlag.de

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