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Die Kritiken für diesen Roman überschlugen sich begeistert, aber er schien die Leser doch auch in zwei Teile zu teilen – entweder sie äußerten sich ganz begeistert oder mit totaler Ablehnung des Buches. Und meine Meinung? Tja, die liegt irgendwo dazwischen….

Wer gerne und viel liest, kann oft schon nach den ersten Seiten sagen, ob man gerne weiter schmökert oder nicht. Bei einigen wenigen Autoren muss ich mich allerdings erst „einlesen“ z.B. bei Umberto Eco. Egal, ob es „Der Name der Rose“ ist oder „Das Foucaultsche Pendel“ ist, bei beiden Büchern brauche ich immer etliche Seiten bis ich das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Beim „Hundertjährigen“ geht es mir genauso. Außerdem hatte ich eigentlich ganz eine andere Geschichte erwartet. Ich kann zwar nicht sagen, warum, aber ich dachte an eine Vater-Sohn-Geschichte, an die Schwierigkeiten des Alters, vielleicht noch an einen „Aussteiger“ im fortgeschrittenen Alter, aber ich dachte niemals, dass ich hier eine äußerst ungewöhnliche Kriminalgeschichte „aufgetischt“ bekommen werde.

Auch hier „ziehen“ sich die ersten Seiten ein wenig, obwohl von Anfang an eigentlich eine ganze Menge passiert. Immerhin verlässt Allan an seinem 100.Geburtstag das Altersheim um seiner Geburtstagsfeier zu entgehen und tappt gleich in „seinen“ Kriminalfall mit einem Kofferdiebstahl hinein. Was dann alles ihm und seinen „Mitstreitern“ passiert, ist ebenso kaum zu glauben, wie sein ganzes früheres Leben, das immer wieder in Rückblenden erzählt wird.

Wenn man allerdings die Widmung des Buches an seinen Großvater zu Beginn der Geschichte liest, könnte man erahnen, was den Leser erwartet:

... „Ja, aber … ist das denn wirklich wahr, Opa?“ fragten wir Enkel dann immer ganz hingerissen.
„Wenn ein’n man jümmers bloß de Wohrheit vertellt, denn is dat de Tid nich wert, dat je em tohört“, antwortete Großvater. ... (Jonas Jonasson)

Was soll ich erzählen ohne die Spannung für die zukünftigen Leser zu nehmen? Ich verrate nur ein Detail: auch ein Elefant ist bei der illustren Gesellschaft, die sich hier zusammen findet mit dabei und man könnte fast sagen: auch er ist ein Mörder …. (wobei um genau zu sein – es ist eine Elefantendame)

Die Handlung lässt sich daher als skurril beschreiben und je weiter ich ins Buch hineingelesen habe, umso weniger wollte ich es wieder weglegen. Man wartet eigentlich auf den nächsten Gag, auf die nächste unglaubliche Wendung, auf den nächsten Präsidenten einer Großmacht, dem Allan in seinem früheren Leben geholfen hat. Selbst Mao war unter diesen mit dabei…

Wer sich also auf Neues, Skurriles, auf ein Buch der irrationalen Wendungen einlassen will und kann, wird sich mit jeder Seite mehr über die Geschichte freuen. Wer Realitätssinn und einen richtigen Krimi erwartet könnte enttäuscht sein.

Jonas Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
btb Verlag
ISBN 978-3-442-74492-3
www.btb-verlag.de

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