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Ein Buch, das für jeden zur Pflichtlektüre gehören sollte. Nicht ganz so leichte Kost wie ein Krimi, dafür aber voll von ausgezeichneten Analysen und Handlungsanregungen für Europa und kein „Politikersprech“.

Erhard Busek, vielleicht den Älteren noch bekannt als Vizekanzler, Unterrichts- oder Wissenschaftsminister. Mir ist er vor allem als Vizebürgermeister von Wien in ausgezeichneter Erinnerung geblieben: seine „bunten Vögel“ und seine Maßnahmen in der Kulturpolitik (auch für junge Menschen) machten unter anderem aus dem verschlafenen und ein wenig vermieften Wien eine lebendige Stadt. Damals begann es …

In späteren Jahren hat er immer wieder sein Interesse für Europa und im speziellen für Mitteleuropa und den Donauraum bekundet. Noch heute ist er Präsident des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa und auch die Kultur darf nicht fehlen: er ist auch Präsident des Gustav-Mahler-Jugendorchesters.

Er ist auch derjenige, der unseren Nachbarstaaten immer auf Augenhöhe begegnet ist, der die Kultur und das Gemeinsame in der Geschichte immer vor das Trennende gestellt hat, ohne aber den Blick auf Schwierigkeiten und Probleme zu verlieren. Früh schon warnte er vor der westlichen Arroganz gegenüber den östlichen, neuen Mitgliedern und diese Arroganz ist unter anderem auch der Grund, warum es diese Website gibt – um zu zeigen, wie viele schöne Plätze es bei unseren Nachbarn zu entdecken gibt. Man muss nicht Langstrecke in den Urlaub fliegen, um Neues zu entdecken, meistens reichen im Vergleich dazu wenige Kilometer und man sieht und lernt viel Neues. In diesem Sinne ist er auch ein bisschen der „geistige Vater“ meines Webauftritts.

In diesem Buch setzt er sich nun – 30 Jahre nach der Veröffentlichung ihres Buches „Projekt Mitteleuropa“, das noch vor dem Fall des Eisernen Vorhangs entstand – wieder mit Emil Brix mit der Situation in Europa und hier speziell in Mitteleuropa und dem Donauraum auseinander. Und die Conclusio beider Autoren lautet kurz und prägnant: Die Zukunft Europas wird in Mitteleuropa entschieden. Das Buch ist aber viel mehr als eine Analyse des derzeitigen Status Quo: es zeigt Wege auf, wie man es besser machen könnte, ja müsste. Bildung und Kultur stehen auch hier ganz oben auf der Liste, die Arroganz des Westens gegenüber den südlichen und östlichen Mitgliedsländern abbauen, gemeinsame Wege suchen, immer in Diskussion bleiben. Brix und Busek gehen auch auf aktuelle Themen wie Migration und Flüchtlinge ein, und auf die fehlende Solidarität der östlichen Mitgliedsstaaten der Visegrad-Gruppe und doch sie haben es mit ihrer Argumentation geschafft, dass ich deren Vorgehen nun auch mit ein bisschen anderen Augen sehe als vorher. Außerdem zählen sie die 10 Maßnahmen für Europa auf, die Trautl Brandstaller entwickelt hat und deren Kenntnis man eigentlich bei jedem Politiker abfragen sollte. Keine Angst: Hier wird nicht der EU kritiklos Lob gehudelt, sondern klar und schlüssig argumentiert. Absolut lesenswert!
Noch ein Tipp zu guter Letzt: Zum Erscheinen des Buches (März 2018) sind auch noch einige Veranstaltungen mit den Autoren geplant: www.kremayr-scheriau.at

Lassen Sie sich diese Veranstaltungen nicht entgehen. Es ist immer wieder sehr erfreulich, einen Politiker oder Ex-Politiker zuzuhören, der mit Herz und Verstand analytisch seine Fakten präsentiert, aber auch seinen Humor nicht vergessen hat und so zeigt, dass es auch ohne Worthülsen, NLP-Sprech und Spin-Doktoren geht.

Emil Brix, Erhard Busek: Mitteleuropa revisited
Warum Europas Zukunft in Mitteleuropa entschieden wird
Kremayr-Scheriau
ISBN 978-3-218-01108-2
www.kremayr.scheriau.at

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