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Es ist wirklich eine merkwürdige Geschichte aus den Weißen Karpaten, die sich wie ein Krimi liest und bei der man nie sicher ist, ob es sich und einen Tatsachenbericht handelt oder um einen Krimi.

Ich war schon auf der Buch Wien im Herbst 2017 von der jungen Autorin und ihrem Buch begeistert. 1980 in Brünn geboren, beschäftigt sie sich auch mit den alten Mythen und der Geschichte ihrer Heimat.  Kein Wunder, das sie bereits 2010 den wichtigsten Literaturpreis ihres Landes, den Magnesia Litera für „Die Vertreibung der Gerta Schnirch“ bekam. Das Vermächtnis der Göttinnen wurden bereits mit dem Josef-Škvorecký-Preis und dem Magnesia Litera Publikumspreis ausgezeichnet.

Es ist die Geschichte von Dora, die die letzte Nachfahrin eines uralten Geschlechts von Heilerinnen ist, die in den Weißen Karpaten leben. Ihr Wissen und ihre Kunst wurden von den „Göttinnen“ immer von Mutter der Tochter weiter vermacht und doch gerät die Nachfolge, die Vermittlung des Wissens um Mensch und Krankheiten und damit eigentlich alles aus den Fugen. Das Leben in den Karpaten ist schwer, die Landschaft karg, viele Menschen – darunter auch Doras Vater sprechen viel zu viel dem Alkohol zu. Dora wächst mit ihrem Bruder bei ihrer Tante auf, die sie jedoch von ihrem wirklichen Wirken fernhält. Sie wird – auch durch Schule und Gesellschaft – naturwissenschaftlich und kommunistisch geprägt – und versucht zuerst ihre eigene Geschichte mit rationalen Mitteln zu erforschen. Erst spät erkennt sie, welches Unrecht ihrer Tante und ihren Ahninnen angetan wurde, auch welche Rolle der Staat und einige nicht so „weiße“ Göttinnen zum Niedergang des Heilerinnengeschlechts beitrugen. Freunde stellen sich als Feinde heraus, Vertraute als Gegner. Ein toller Roman, der dem Leser nicht allzu weit zurückliegende Geschichte wieder näher bringt, aber zugleich fast wie ein Krimi aufgebaut ist.

Sehr lesenswert.

Das Vermächtnis der Göttinnen
Eine merkwürdige Geschichte aus den Weißen Karpaten
DVA
ISBN 978-3-421-04630-7
www.dva.de

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