Werner Gruber: Die Genussformel. Kulinarische Physik.Ich hätte nie geglaubt, dass Physik auch kulinarisch sein kann! Aber Werner Gruber beweist das Gegenteil.

Physik rangierte in meiner Gymnasialzeit ganz unten bei den Lieblingsfächern – hätte ich damals ein Fach abwählen können – wäre es ganz klar gewesen: Physik. Das hing zwar wie so oft auch mit den handelnden Personen (=Professoren) zusammen und immerhin soll nicht verschwiegen werden, dass unsere Lieblings-Physik-Professorin es schaffte uns vom Stricken, Schifferl versenken und Aufgaben machen abbringen konnte, aber die so richtig große Liebe wurde der Gegenstand trotzdem nicht.

Mit den Science Bustern, zu deren Gründungsmitgliedern Werner Gruber ja gehörte, wurde aber mein Interesse dann doch wieder etwas geweckt. Auch sein Einsatz für eine krachend knusprige Kruste des Schweinsbraten interessierte mich ziemlich, muss ich doch zugeben, dass ich diese in meinen Schweinebraten-Versuchen nicht immer zusammengebracht habe und mir auch nicht erklären konnte, warum mal schon und warum mal nicht.
Das wird sich jetzt ändern!

Das vorliegende Buch ist nämlich nicht nur ein Buch für Physikinteressierte und solche die es werden wollen, sondern ist auch mit vielen Rezepten gespickt. Wer möchte, kann sich vom Autor nicht nur erklären lassen, wie er kochen, braten und backen sollte, damit das Gericht gelingt, sondern er erhält neben der physikalischen Erklärung auch noch das genaue Rezept mit Anleitung. Herz was willst Du mehr! Jetzt kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Zum Abschluss kann man auch noch an der selbst entwickelten Genussformel schon vor dem Essen feststellen, ob und was einem schmecken wird und was nicht. Das war mir dann schon wieder zu physikalisch….

Wer also einen perfekten Schweinsbraten, das perfekte Spiegelei (auch so ein Klassiker!), Gulasch, aber auch Salzburger Nockerl, Holstein-Schnitzel, die verschiedensten Saucen, Knödel, Schinkenkipferl und vieles mehr physikalisch richtig kochen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.

Ich werde mich auf jeden Fall daran machen – mal sehen wie das Krusterl von meinem nächsten Schweinebraten aussieht, oder soll ich mit einem Spiegelei beginnen? Oder mit der gefüllten Gans?

Werner Gruber: Die Genussformel. Kulinarische Physik
Ecowin
ISBN 978-3-7110-0151-1
www.ecowin.at