Peter Paul Kaspar: Wer hat das Ave Maria geklaut?Peter Paul Kaspar berichtet über die wechselvolle Geschichte musikalischer Ohrwürmer.

Es ist ein Buch für Musikliebhaber und Musikkenner. Für alle, die es ganz genau wissen möchten. Für jene, die öfter Klassik hören und sich auch mit Komponisten, Stilen und Interpretationen beschäftigen und denen vielleicht schon das eine oder andere Male aufgefallen ist, das eigentlich zwei Stücke von unterschiedlichen Komponisten ähnlich klingen.
Peter Paul Kaspar lehrt uns, dass es vor nicht allzu langer Zeit – als es noch keine Urheberrechtsgesetzte gab – eigentlich eine Ehre war, kopiert zu werden. Viele große Komponisten, wie zum Beispiel Liszt hier anzuführen – komponierten Variationen über Stücke verehrter Meister.

Der Autor zeigt aber auch auf, wie einige Werke aus dem Zusammenhang gerissen wurden und nun eigentlich bei thematisch „unpassenden“ Veranstaltungen eingesetzt werden: so ist der Eurovisionsmarsch eigentlich feudale Kirchenmusik, Schuberts Ave Maria, das sich Brautpaare gerne zur Hochzeit wünschen, hat eigentlich einen sehr traurigen Charakter: es ist das Gebet einer Jungfrau für ihren kranken Vater und der Hochzeitsmarsch von Mendelssohn, ein anderer Klassiker, wurde eigentlich für ein Stück voller Witz, Spott und Ironie geschrieben – für den Sommernachtstraum von Shakespeare.

Über manche Kapitel des Buches wird der durchschnittlich musikbegeisterte Leser (wie ich) lächeln, manche wird er lehrreich und interessant finden, ein paar allerdings waren mir etwas langweilig. Ich hatte auf Grund des Titels vielleicht auch eine falsche Erwartungshaltung an das Buch.

Wer sich allerdings für Musik und Musikgeschichte, für Komponisten und Klassik zu begeistern weiß, wird das Buch wahrscheinlich in einem Zug durchlesen und begeistert immer wieder nachlesen.

Peter Paul Kaspar: Wer hat das Ave Maria geklaut?
Die wechselvolle Geschichte musikalischer Ohrwürmer
Verlag Anton Pustet
ISBN 9 783702 508319
Verlag Anton Pustet
www.pustet.at