Andreas P. Pittler: Tod im HamanEs ist ein ganz ausgefallener Mord, der in der Hauptstadt Makedoniens – in Skopje – passiert und die Aufklärung des Verbrechens wird nicht nur durch diese Umstände erschwert.

Das ist wieder einmal ein ganz toller Krimi. Bis zum Ende verfolgt man ganz gespannt die Aktionen, Wendungen, Intrigen, Fallen etc. mit denen sich Hauptkommissar Tucović herumschlagen muss. Dazu kommen noch die politische Situation im Land nach dem Zerfall der Republik Jugoslawien und sein Vater, der dies eigentlich nicht so richtig wahrhaben möchte. Konflikte zwischen Serben, Makedonier und Albaner, eine Regierung, die als korrupt gilt, ein Vorgesetzter, der in diesem Umfeld eigentlich nur Karriere machen möchte und eben ein ganz ausgefallener Mord im Hamam am größten Baumogul des Landes.

Was hat die Art der „Hinrichtung“ zu bedeuten? Ist sie nur eine falsche Spur, die ausgelegt wurde? Hatte das Mordopfer Feinde? Bestach es zu wenig oder zu viel? Hatte die Konkurrenz die Hand im Spiel oder vielleicht doch ein korrupter Politiker?
All das sind nur einige Fragen, die Hauptkommissar Tucović beschäftigen. Aber auch seine pubertierende Tochter und sein Vater, der zwar gute Kontakte zur albanischen Bevölkerung unterhält, aber mit den Behörden und auch Nachbarn durch seine Treue zu Tito und dem jugoslawischen Staat immer wieder aneckt, bringen den Ermittler hin und wieder zum Verzweifeln.

Interessant ist auch der Sprachstil des Buches. Ich will der Art des Schreibens von Pittler nicht einen wienerischen Touch unterstellen, aber ich bin immer wieder auf eine eigene Ausdrucksweise gestoßen, die vielleicht aus seinem Wiener Hintergrund kommt. Auf jeden Fall ist es ein eigener Stil, den ich beim Lesen sehr geschätzt habe.
So werden weitere Bücher des Autors sicher folgen….

Andreas P. Pittler: Tod im Hamam (wtb Wieser Taschenbuch)
Wieser Verlag
ISBN 978-3-99029-179-5
www.wieser-verlag.com