Günther Freitag: Die Entführung der Anna NetrebkoDer Titel täuscht ein wenig: Anna taucht „persönlich“ eigentlich gar nicht im Roman auf. Irgendwie stimmt der Titel aber doch wieder, denn in die Gedankenwelt eines der Hauptdarsteller wird sie entführt…

Keine Angst, auch wenn Sie kein Opernfan sein sollten, auch dann können Sie die Geschichte von Günther Freitag mit viel Vergnügen lesen. Wenn Sie sich allerdings in der Opernwelt, noch dazu rund um die Wiener Staatsoper, gut auskennen, steigt das Vergnügen noch ein wenig mehr. Denn dann tauchen die Personen, - und die Übereinstimmung mit lebenden Personen sind sicher rein zufällig und nicht beabsichtigt -  gleich vor dem geistigen Auge auf. Wer könnte den tennisspielenden, langjährigen Staatsoperndirektor aus Rumänien denn nicht einer Person aus dem Wiener Opernparkett zuordnen?

Aber auch wer Tratsch und Gerüchte erwartet wird enttäuscht. Das Buch dreht sich um eine erfolgreiche Rechtsanwältin (wahrscheinlich könnten mir hier Kenner der Szene ebenfalls mit Namen behilflich sein) und ihrem nicht ganz so erfolgreichen Sohn, die ihre Differenzen auch über ihre Vorlieben für Tenöre und Sopranistinnen austragen. Damit kommen nicht nur Anna Netrebko, sondern auch Pavarotti und Kaufmann ins Spiel. Was dies aber mit dem Verkauf einer Kanzlei, einer (zu) erfolgreichen Mutter, interessanten und schwierigen Klienten, einem Abschiedsfest und dem Auftritt einer Chorsängerin in den nachgemachten Kleidern von Anna Netrebko zu tun hat, sollten Sie selbst herausfinden. Freuen Sie sich auf vergnügliche Leseabende mit Günther Freitags neuem Roman.

Günther Freitag: Die Entführung der Anna Netrebko
Wieser Verlag
ISBN 978-3-99029-159-7
www.wieser-verlag.com