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In Bratislava schießen die kleinen Stadtbrauereien fast wie Schwammerl aus dem Boden und das die Qualität des Bieres steht den großen Brauereien in nichts nach. Im Gegenteil.

Bratislavské Meštianske Pivovary
Nicht nur die Tschechen können gut brauen, auch die Slowaken haben hier eine langjährige Tradition. Wir haben bei unserem letzten Ausflug mit Miska Sivekova von Slovakia.travel die Stadtbrauerei besucht, wo man nicht nur das ausgezeichnete selbstgebraute Bier verkosten, sondern auch noch recht gut essen kann.

Daniel Hodek von Bratislavské Meštianske Pivovary
Schon in der Mitte des 15. Jahrhunderts haben elf Bierbrauer „das Braurecht“. Bier wurde damals – wie zum Teil auch heute wieder – in kleinen Mengen gebraut und gleich an Ort und Stelle getrunken. Doch mal wollte mehr und so wurde 1477 unter aktiver Unterstützung der Ratsherren die Erste Pressburger Brauerei gegründet. Das Brauhaus stand an der Ecke der heutigen Laurinská und des Fischertores und wurde 1532 wieder abgerissen, Reste entdeckte man 1947 bei Abbrucharbeiten.

Bratislavské Meštianske Pivovary
1572 wurde bereits mit der Errichtung einer zweiten Brauerei begonnen, die den Namen „Die Bürgerlich Brauerei“ trug. Lange Jahre pachtete sie der reiche Bürger Michael Specht von der Stadt, 1880 kaufte die Familie Deutsch die Brauerei. Sie produzierte Bier nach dem Bayrischen Reinheitsgebot.

Bratislavské Meštianske Pivovary
Die Stadtbrauerei war unter den Pressburgern sehr beliebt, nicht nur wegen des hervorragenden Biers und der günstigen Lage an der Donau, sondern auch wegen des angeschlossenen Gasthauses mit seiner hervorragenden Küche. Da auch eine Haltestelle der Straßenbahn aus Wien in der Nähe war, sorgte für weiteren Zustrom der Gäste – denn auch in Wien sprach sich herum, dass man hier ausgezeichnetes Bier und hervorragendes Essen bekommt. Und so trafen sich hier auch gerne Dichter, Maler und Journalisten aus beiden Städten.

Bratislavské Meštianske Pivovary
Angeblich aber war die Bürgerliche Brauerei auch gerne von den leichten Damen und ihrer Kundschaft aus dem Nachbarbezirk besucht.

Bratislavské Meštianske Pivovary
Dennoch: kurz nach ihren 200.Geburtstag wurde 1968 dort das letzte Bier gebraut. Die Bürgerliche Brauerei musste der Neuen Brücke weichen.
2010 erinnerte man sich aber wieder an alte Traditionen und eröffnete die neue Stadtbrauerei in der Drevená Gasse. Auf drei gemütlich, aber auch stylisch eingerichteten Stockwerken kann man nun wieder gutes Bier und Essen finden.

In der Brauerei
Feinste Rohstoffe werden verwendet – Malz, Wasser, Hopfen und Hefe und sonst gar nichts. Das feine Malz kommt aus der tschechischen Region Žarec, das Wasser wird gefiltert und aufbereitet und dann in der klassischen Technologie des Zweimaischverfahrens mit Hilfe der Fermentation von unten gebraut. Modernste Maschinen sorgen für Spitzentechnologie und trotzdem stecken die Seelen der drei Eigentümer – alle Bierliebhaber – in ihrem Gerstensaft. Das Resultat ist ein Pils, herb im Geschmack und beliebt bei ihren Gästen. Das Bier hat 12% Stammwürze, die Hauptgärung dauert 8 bis 10 Tage, die Nachgärung etwa 4 Wochen, es ist nicht gefiltert und nicht pasteurisiert, so kommt das Hopfenaroma und der volle Geschmack noch besser zur Geltung.

Knoblauchsuppe in der Bratislavské Meštianske Pivovary
Bei den Speisen bemüht man sich um typische Bratislaver Schmankerl und Speisen, die gut zum Bier passen. Wir haben bei unserem Besuch eine hervorragende Knoblauchsuppe gegessen, die sicher jeden Vampir verjagt hätte. Ausgezeichnet gewürzt und eine Riesenportion.

Bratislavské Meštianske Pivovary
Als Hauptgericht konnten wir uns über ein Hühnchen mit Reis und einer Schwammerlsauce freuen, wobei ich gestehen muss, dass mit wahrscheinlich der Reis mit der Sauce gereicht hätte – ich bin nun mal kein Fleischtiger.

Groß wie eine Hauptspeise - die Nachspeise in der Bratislavské Meštianske Pivovary
Die Nachspeise – die man als Zuckermäulchen auch als Hauptgericht essen kann – waren Powidltascherl mit Mohn, ein wahres Gedicht. Unbedingt ausprobieren.

Bratislavské Meštianske Pivovary
Aber die Speisekarte bietet auch noch einige ganz typische Schmankerl wie „Utopenec“ (ertrunkene Wurst), im „alten“ Wien unter Wurst in Essig und Öl bekannt, hier auch noch mit Peperoni, Zwiebel und Knoblauch serviert. Oder Brimsenaufstrich oder „Šmitec“, einen geriebenen Schimmelkäse-Aufstrich mit Knoblauch-Röstbrot. Kuttelsuppe stand früher auch in Wien hoch im Kurs, ist aber heute von den Speisekarten fast verschwunden, aber auch Schweinsbraten, Stelzen (Schweineknie) oder das Bierbrauergulasch sollte man ebenso probieren wie die Kartoffelknödel mit geräuchertem Fleisch, die Brimsenpiroggen oder die Brimsennockerl. Wer den lokalen Köstlichkeiten misstraut, kann sich ja ein Wiener Schnitzel (hier vom Kalb!! – also richtig!) bestellen.
Und diese Aufzählung ist nur eine kleine Auswahl der Speisekarte. Es lohnt sich also wirklich öfter vorbei zu kommen.

Bratislavské Meštianske Pivovary
Bratislavský Meštiansky pivovar s.r.o.
811 06 Bratislava, Drevená 8
Reservierungen unter +421 944 512 265
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.mestianskypivovar.sk/de

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