Die Höhle von Postojna

Das kleine Dörfchen Postojna wartet gleich mit einer Sehenswürdigkeit auf, die eine lange Geschichte auszeichnet: die zweitgrößte Tropfstein- und eine der weltbekanntesten Höhlen der Welt, die Höhle von Postojna – schon früh als Adelsberger Grotte bekannt,

Geschichte

Bereits im Jahr 1213 wurden die ersten Besuche in der Höhle mit Unterschriften an den Wänden festgehalten und schon im 16. Jahrhundert erreichten die Besuche ihren ersten Höhepunkt. 1689 erschien „Die Ehre dess Hertzogthums Crain“ von Johann Weichard von Valvasor, in dem die Höhle beschrieben wurde und einen weiteren Besucheransturm auslöste. In den Gängen der Höhle konnten Unterschriften aus der Vergangenheit gefunden werden. 1818 wurde das erste Licht installiert, es wurden Wege angelegt und man entdeckte weitere Teile der Höhle während der Vorbereitung auf den Besuch des österreichischen Kaisers. Der einheimische Lampenwart Luka Čeč entfernte sich am 14.4.1818 von einer Gruppe Arbeiter, die für die Verzierung und feierliche Beleuchtung des Eingangsbereiches der Höhle und der großen Halle zuständig waren und kletterte durch eine Wand in einen bis dahin unbekannten Höhlengang. Von ihm wird der Ausspruch überliefert: “Hier ist eine neue Welt, hier ist ein Paradies.“ Mit dieser Entdeckung eröffnete sich ein Zugang tief in das Innere der Höhle, in das Geheimnis der Karstlandschaft.
Die Behörden reagierten schnell auf die Entdeckung: sie verriegelten unverzüglich die Höhle und bewahrten sie so vor ungebetenen Gästen.

Der alte Eingang, heute Ausgang der Höhle
Am 17.8.1819 besuchte Thronfolger Erzherzog Ferdinand die Höhle und 1824 fanden die ersten Tanzveranstaltungen in der „Kongresshalle“ statt. In diesem Jahr übernahm auch die neu gegründete Höhlenkommission die Leitung der Höhle. Sie organisierte die Höhlenverwaltung und die Höhlenführungen. In dieser Zeit wurden auch die ersten Gästebücher aufgelegt und die Eintragungen beweisen, dass die Besucher der Höhle bereits damals aus aller Welt kamen.

Die Höhle von Postojna
1824 wurde auch das erste Höhlenstatut veröffentlicht und das Eintrittsgeld eingeführt. 1928 wurde am Höhleneingang ein neues Verwaltungsgebäude erbaut, in dem sich ein Restaurant und die Eingangsstation der Höhlenbahn mit einem Empfangsraum für die Besucher befanden. Wer die Höhle zu Fuß begehen wollte, stieg durch den Haupteingang, dem heutigen Ausgang ein.
Durch den Bau der Eisenbahnlinie Wien – Laibach – Triest, die 1857 fertig gestellt wurde, erhöhte sich die Zahl der Besucher beträchtlich. In die Zeit von Anton Globočnik als Vorsitzender der Höhlenkommission (1868 bis 1885) fielen viele positive Erneuerungen: die Höhlenbeleuchtung wurde modernisiert, neue Gleise wurden verlegt, in der Großen Halle wurde eine Brücke über die Pivka gebaut, der Fußsteig auf den Kalvarienberg wurde ausgebessert und mehrsprachige Tafeln, neben Deutsch auch Italienisch, Slowenisch und Tschechisch wurden für die Besucher aufgestellt. Jeglicher Profit floss in seiner Verwaltungszeit ausschließlich in die Verbesserung der Höhleninfrastruktur.

Die Höhle von Postojna
Im Frühling 1857 besuchte auch das Kaiserpaar mit Begleitung die Höhle, die damals noch nur per pedes besichtigt werden konnte. Für die Kaiserin Elisabeth und ihre Hofdamen wurden daher drei mit Samt gepolsterte Tragen angefertigt. Da diese nicht benutzt wurden, standen sie danach auch anderen betuchten Höhlenbesuchern zur Verfügung. Zu diesem Anlass wurde auch eine prachtvolle Beleuchtung montiert: über 12.000 Leuchten, davon alleine 1.500 in der Großen Halle, wurden angebracht.

1872 wurde die erste Höhlenbahn angelegt und Schienen bis zum heutigen Großen Berg (früher Kalvarienberg) verlegt. Nun konnten die Besucher eine Fahrt in zweisitzigen, von Höhlenführern geschobenen Wagen, genießen. Die kleine manuell betriebene Bahn war allerdings dem Besucheransturm nicht gewachsen. So plante man zwar bereits vor dem Ersten Weltkrieg eine mit Motor betriebene Zugbeförderung, konnte sie aber erst 1924 verwirklichen.

1883 besuchte Kaiser Franz Joseph noch einmal die Höhle und bei diesem Besuch wurde die elektrische Beleuchtung vorübergehend installiert. Davor waren die Höhlenführer mit Öllampen und Lampenwärtern unterwegs, die die Wandlampen ständig an- und ausmachten. Je nach Bezahlung wurde mehr oder weniger geleuchtet. Die Gäste hatten die Wahl zwischen nur einigen wenigen Kerzen oder der „großen Beleuchtung“, die vier bis fünf Kilogramm Kerzen verbrauchte.

Die Höhle von Postojna
1884 elektrisches Licht installiert, das 1901 und 1928 erweitert und modernisiert wurde und am Anfang mit 12 Bogenlampen die Höhle beleuchtete. Jede davon hatte eine Leuchtkraft von 1.400 Kerzen. Ab 1924 wurden Lokomotiven mit Verbrennungsmoto eingesetzt, diese wurden 1957 durch eine elektrische Bahn ersetzt. Damit konnte man die Abgase verringern und die Fernsicht verbessern. Da die Besucherzahlen aber weiter anstiegen, war der Besucherstau vorprogrammiert. Die eingleisige Strecke aus der Vorkriegszeit hatte nur zwei Ausweichstellen auf der gesamten Strecke und so konnte diese nur mit drei Lokomotiven befahren werden.

So fand am 20.6.1964 die feierliche Eröffnung der zweigleisigen Strecke statt, mit einer Schleife am Höhleneingang und einem Kopfbahnhof bei der Ausstiegsstation der Höhlenbahn unter dem Großen Berg, 1968 wurde auch eine Schleife bis zum Konzertsaal fertiggestellt.

Den größten Tourismusboom erreichte die Höhle zwischen 1970 und 1990: mehr als 16 Millionen Gäste aus der ganzen Welt besuchen die Höhle. 1985 gilt als das absolute Rekordjahr: 942.256 Menschen, davon 757.318 Touristen aus dem Ausland besuchten die Höhle. Den Tagesrekord hält allerdings der 8.6.1978, an dem allein 12.025 Besucher durch die Höhle geführt wurden.

Das kleine Dörfchen Postojna wartet gleich mit einer Sehenswürdigkeit auf, die eine lange Geschichte auszeichnet: die zweitgrößte Tropfstein- und eine der weltbekanntesten Höhlen der Welt, die Höhle von Postojna – schon früh als Adelsberger Grotte bekannt,

Geschichte

Bereits im Jahr 1213 wurden die ersten Besuche in der Höhle mit Unterschriften an den Wänden festgehalten und schon im 16. Jahrhundert erreichten die Besuche ihren ersten Höhepunkt. 1689 erschien „Die Ehre dess Hertzogthums Crain“ von Johann Weichard von Valvasor, in dem die Höhle beschrieben wurde und einen weiteren Besucheransturm auslöste. In den Gängen der Höhle konnten Unterschriften aus der Vergangenheit gefunden werden. 1818 wurde das erste Licht installiert, es wurden Wege angelegt und man entdeckte weitere Teile der Höhle während der Vorbereitung auf den Besuch des österreichischen Kaisers. Der einheimische Lampenwart Luka Čeč entfernte sich am 14.4.1818 von einer Gruppe Arbeiter, die für die Verzierung und feierliche Beleuchtung des Eingangsbereiches der Höhle und der großen Halle zuständig waren und kletterte durch eine Wand in einen bis dahin unbekannten Höhlengang. Von ihm wird der Ausspruch überliefert: “Hier ist eine neue Welt, hier ist ein Paradies.“ Mit dieser Entdeckung eröffnete sich ein Zugang tief in das Innere der Höhle, in das Geheimnis der Karstlandschaft.
Die Behörden reagierten schnell auf die Entdeckung: sie verriegelten unverzüglich die Höhle und bewahrten sie so vor ungebetenen Gästen.

Der alte Eingang, heute Ausgang der Höhle
Am 17.8.1819 besuchte Thronfolger Erzherzog Ferdinand die Höhle und 1824 fanden die ersten Tanzveranstaltungen in der „Kongresshalle“ statt. In diesem Jahr übernahm auch die neu gegründete Höhlenkommission die Leitung der Höhle. Sie organisierte die Höhlenverwaltung und die Höhlenführungen. In dieser Zeit wurden auch die ersten Gästebücher aufgelegt und die Eintragungen beweisen, dass die Besucher der Höhle bereits damals aus aller Welt kamen.

Die Höhle von Postojna
1824 wurde auch das erste Höhlenstatut veröffentlicht und das Eintrittsgeld eingeführt. 1928 wurde am Höhleneingang ein neues Verwaltungsgebäude erbaut, in dem sich ein Restaurant und die Eingangsstation der Höhlenbahn mit einem Empfangsraum für die Besucher befanden. Wer die Höhle zu Fuß begehen wollte, stieg durch den Haupteingang, dem heutigen Ausgang ein.
Durch den Bau der Eisenbahnlinie Wien – Laibach – Triest, die 1857 fertig gestellt wurde, erhöhte sich die Zahl der Besucher beträchtlich. In die Zeit von Anton Globočnik als Vorsitzender der Höhlenkommission (1868 bis 1885) fielen viele positive Erneuerungen: die Höhlenbeleuchtung wurde modernisiert, neue Gleise wurden verlegt, in der Großen Halle wurde eine Brücke über die Pivka gebaut, der Fußsteig auf den Kalvarienberg wurde ausgebessert und mehrsprachige Tafeln, neben Deutsch auch Italienisch, Slowenisch und Tschechisch wurden für die Besucher aufgestellt. Jeglicher Profit floss in seiner Verwaltungszeit ausschließlich in die Verbesserung der Höhleninfrastruktur.

Die Höhle von Postojna
Im Frühling 1857 besuchte auch das Kaiserpaar mit Begleitung die Höhle, die damals noch nur per pedes besichtigt werden konnte. Für die Kaiserin Elisabeth und ihre Hofdamen wurden daher drei mit Samt gepolsterte Tragen angefertigt. Da diese nicht benutzt wurden, standen sie danach auch anderen betuchten Höhlenbesuchern zur Verfügung. Zu diesem Anlass wurde auch eine prachtvolle Beleuchtung montiert: über 12.000 Leuchten, davon alleine 1.500 in der Großen Halle, wurden angebracht.

1872 wurde die erste Höhlenbahn angelegt und Schienen bis zum heutigen Großen Berg (früher Kalvarienberg) verlegt. Nun konnten die Besucher eine Fahrt in zweisitzigen, von Höhlenführern geschobenen Wagen, genießen. Die kleine manuell betriebene Bahn war allerdings dem Besucheransturm nicht gewachsen. So plante man zwar bereits vor dem Ersten Weltkrieg eine mit Motor betriebene Zugbeförderung, konnte sie aber erst 1924 verwirklichen.

1883 besuchte Kaiser Franz Joseph noch einmal die Höhle und bei diesem Besuch wurde die elektrische Beleuchtung vorübergehend installiert. Davor waren die Höhlenführer mit Öllampen und Lampenwärtern unterwegs, die die Wandlampen ständig an- und ausmachten. Je nach Bezahlung wurde mehr oder weniger geleuchtet. Die Gäste hatten die Wahl zwischen nur einigen wenigen Kerzen oder der „großen Beleuchtung“, die vier bis fünf Kilogramm Kerzen verbrauchte.

Die Höhle von Postojna
1884 elektrisches Licht installiert, das 1901 und 1928 erweitert und modernisiert wurde und am Anfang mit 12 Bogenlampen die Höhle beleuchtete. Jede davon hatte eine Leuchtkraft von 1.400 Kerzen. Ab 1924 wurden Lokomotiven mit Verbrennungsmoto eingesetzt, diese wurden 1957 durch eine elektrische Bahn ersetzt. Damit konnte man die Abgase verringern und die Fernsicht verbessern. Da die Besucherzahlen aber weiter anstiegen, war der Besucherstau vorprogrammiert. Die eingleisige Strecke aus der Vorkriegszeit hatte nur zwei Ausweichstellen auf der gesamten Strecke und so konnte diese nur mit drei Lokomotiven befahren werden.

So fand am 20.6.1964 die feierliche Eröffnung der zweigleisigen Strecke statt, mit einer Schleife am Höhleneingang und einem Kopfbahnhof bei der Ausstiegsstation der Höhlenbahn unter dem Großen Berg, 1968 wurde auch eine Schleife bis zum Konzertsaal fertiggestellt.

Den größten Tourismusboom erreichte die Höhle zwischen 1970 und 1990: mehr als 16 Millionen Gäste aus der ganzen Welt besuchen die Höhle. 1985 gilt als das absolute Rekordjahr: 942.256 Menschen, davon 757.318 Touristen aus dem Ausland besuchten die Höhle. Den Tagesrekord hält allerdings der 8.6.1978, an dem allein 12.025 Besucher durch die Höhle geführt wurden.

Die Höhle von Postojna

Die Höhle

Über 20km an Höhlengängen ist für die Besucher erschlossen und können zum Teil mit einem Zug befahren werden. Das Höhlensystem besteht aus drei Hauptebenen, wobei auf der untersten noch heute der Fluss Pivka fließt. Die Höhle ist durch die Pivka mit der Otoska Jama, Magdalena Jama, Črna Jama und derPlaninska Jama verbunden.

Die Entstehung

Das Höhlensystem von Postojna ist mindestens seit dem frühen Pleistozän durch die Pivka, den Hauptabflus des Pivka-Beckens und ihre unterirdischen Zuflüsse geschaffen worden. Datierungen der im Höhlensystem abgelagerten Sedimente ergaben ein Alter von bis zu 0,9 Millionen Jahren. Das abfließende Wasser drang entlang von Klüften und Störungszonen in das Kalkgestein vor und führte zur Entstehung von Höhlen. Unterstützt wurde der Ablauf durch tektonische Vorgänge, die zum Absinken und Aufsteigen der geologischen Einheiten gegeneinander führten, so musste sich das Wasser ständig neue Wege suchen. Außerdem wurden die jeweils aktiven Höhlenabschnitte von der Pivka durch die mitgeführten Sand-, Kies- und Geröllmassen erweitert. Ein großer Teil der Gänge verläuft in Nordwest-Südost-Richtung, ein zweiter Teil steht fast senkrecht dazu und ist stärker verzweigt als der erste Teil.

Die Höhle von Postojna
Stalaktiten, Stalagmiten und Stalagnate

Kohlensäurehaltiges Wasser fließt durch den Karst und löst den Kalkstein bis zur Kalksättigung in sich auf. Wenn es auf einen Hohlraum trifft, fließt das Sickerwasser an der Decke entlang, verliert an Fließgeschwindigkeit, bildet  Tropfen und lagert durch die Oberflächenspannung Calcit ab. Das entstehende Material wird Sinter genannt.  Dieser Sinterkalk bildet den von der Decke herabhängenden Tropfstein, den Stalaktiten. Fällt der Tropfen auf den Boden, enthält er noch etwas Kalk, der beim Aufprall nochmals Kohlendioxid freigesetzt und Kalk fällt aus.

Die Höhle von Postojna

Damit wächst ein weiterer Tropfstein vom Boden in die Höhe und bildet einen Stalagmiten. Die Größe eines Stalaktits ist durch sein Gewicht begrenzt, das ihn irgendwann von der Decke reißen kann. Ein Stalaktit ist immer deutlich schlanker als ein Stalagmit. Wachsen Stalaktiten und Stalagmiten als Säule zusammen wird diese Form dann Stalagnat genannt. Durch im Wasser gelöste Mineralien können Tropfsteine auch unterschiedliche Färbungen aufweisen.

Die Besichtigung des Höhlensystems

Der Besuch des Tropfsteinparadieses mit seinen Gängen und prachtvollen Hallen ist ein einzigartiges Erlebnis, während der eineinhalbstündigen Besichtigung kommt der Besucher durch die touristisch ausgestatteten Gänge der vielfältigen Höhlenlandschaft. Während des ersten Teil des Besuchs sitzt man bequem im Höhlenzug und bewundert staunend die paradiesischen Landschaften, dann geht es zu Fuß weiter und so kann man in Ruhe die Tropfsteinskulpturen betrachten. Es ist kein Zufall, dass in der langen Zeit von 200 Jahren an die 100 Reiseführer über die Höhle verfasst wurden.

Mit dem Zug in die Höhe von Postojna

Eingangsbereich

Es ist ein Labyrinth aus Gängen, die in die Unterwelt führen, die den Besucher am Eingang erwartet. Hinter dem Restaurant Jamski dvorec befinden sich der Höhleneingang und die Einstiegsstation des Zuges. Während dieser Teil künstlich verbreitert wurde, dienen die beiden natürlichen Teile als Höhlenausgänge. Im Eingangsbereich befindet sich auch der Gang mit den alten Unterschriften an den Wänden, die ältesten aus dem 13. Jahrhundert. Auch der Blick auf den Fluss Pivka, der hier ins Erdinnere taucht, ist spektakular.

Der Eingang zur Höhle von Postojna
Dann steigt man in das Züglein ein und schon ist man in einer fantastischen Welt der Natur und kommt die nächste Zeit nicht mehr aus dem Staunen heraus…

In der Höhle

Die Alte Höhle

Dieser Höhlenabschnitt wurde im Jahre 1818 entdeckt, in diesem Abschnitt fährt heutzutage teilweise der Höhlenzug, hier sind noch Teile des alten Gehwegs zu sehen. Reicher Sinterschmuck zeichnet den Teil der Höhle aus, an einigen Wänden sind noch immer Flussspuren zu sehen. Zu diesem Abschnitt gehört auch die Kongresshalle bzw. der Ballsaal, wo einst prächtige Feste veranstaltet wurden. 1899 bis 1927 befand sich hier auch ein wenig außerhalb das erste unterirdische Postamt, wo die Besucher Postkarten kaufen und abschicken konnten. Später wurde es dann tiefer in die Höhle verlegt.

Die Höhle von Postojna

Der Große Berg (Kalvarienberg)

Dieser unterirdische Saal entstand durch einen Deckenbruch wie man heute noch an der Anhöhe aus Steinen und Felsen erkennen kann. In der Decke sind noch die Stellen sichtbar, wo einzelne Kalkschichten abbrachen. Durch die Spalten sickert Wasser durch, das den Sinter in Form von Tropfsteinen an der Decke ablagert. Am Boden stehen riesengroße Stalagmiten, die mehrere Millionen Jahre alt sind. Von oben bietet sich ein wunderschöner Anblick, unter anderem auf die Russische Brücke. Unter dem Großen Berg befindet sich die Höhlenbahnstation, von hier aus geht man zu Fuß in die Höhle weiter.

Die Höhle von Postojna

Schöne Höhlen und der Russische Gang

Diese Gänge führen nach Norden, wo der natürliche Teil der Höhle von Postojna endet. Das Ende der Schönen Höhlen ist mit dem Russischen Gang durch einen künstlichen Teil verbunden, so dass die Besucher die Besichtigung in einem Rundgang unter der Russischen Brücke fortsetzen können. Die Schönen Höhlen sind bekannt durch den herausragenden Schmuck an Sinter, der sich stellenweise in eigenen Hallen ausbreitet, die nach Sintereigenschaften benannt wurden.

Die Spaghetti Halle
In der Makkaroni- oder Spaghetti-Halle hängen nebeneinanderstehende dünne und hohle Röhrchen aus Kalkspat von der Decke, sie erinnert an einen Steinregen.
In der Weißen Halle beeindrucken die weißen Sinter und weißen Tropfsteine aus reinem zusatzstoffarmen Kalkspalt. Hier sind auch jene typischen Becken zu finden, manche so groß wie Badewannen, die mehrere tausend Liter Wasser fassen können.

Die Weiße Halle
Überwiegend rötlichem Sinter findet man in der Rote Halle. Die Sinterfarbe hängt von den Zusatzstoffen ab, die das Wasser mitbringt. Zusatzstoffe aus Eisen und Tonerde sind für die rote Farbe, Mangan, Kohlenstoff oder schwarze Erdstoffe sind für die schwarze Farbe verantwortlich.

Der weiße Brillant

Unter der Russischen Brücke in Richtung Konzertsaal steht der etwa 5 Meter hoher, prunkvoller, weißer Tropfstein, der Brillant genannt wird und seit Jahrzehnten das Symbol der Höhle von Postojna ist. Er steht an einem Ort, an dem die Decke stärker und gleichmäßiger tropft. Das Wasser läuft an der ovalen Oberfläche des Tropfsteins entlang und lagert hier konstant und gleichmäßig eine dünne Schicht aus Sinter an, die aus reinem Calcit besteht und dem Tropfstein seinen strahlendweißen äußeren Schein gibt. Neben ihm steht eine an den Barockstil erinnernde Sintersäule.

Der Brillant, Foto © Dragan Arrigler
Im Hintergrund sieht man die Sintervorhänge und die wasserfallartige Sinterskulptur mit von der Decke hängenden winzigen Stalaktiten, die Orgel genannt wird. Diese zählt zu den schönsten aus Sinter bestehenden Naturwundern der Höhle von Postojna.

Konzertsaal

Mehr aus tausend Besucher kann diese Halle in der Höhle von Postojna aufnehmen, ideal für verschiedene Veranstaltungen, die hier seit Jahrhunderten organisiert werden. Hier kann man auch noch Souvenirs kaufen und danach begibt man sich zur Bahnstation, um mit dem Zug die Höhle wieder zu verlassen. In der Halle befinden sich auch Garderobe- und Sanitäreinrichtungen. In der Konzerthalle ist auch eine Dauerausstellung der über 100-jährigen Geschichte des unterirdischen Postamts zu bewundern und man kann eine Ansichtskarte kaufen, auf der ein Foto des ersten unterirdischen Postamtes abgebildet ist, das 1911 in einer Wiener Zeitschrift veröffentlicht wurde.

Die Höhle von Postojna
Wie beliebt das älteste unterirdische Postamt der Welt ist, zeigen die Zahlen: waren 1894 Ansichtskarten an sich noch eine Rarität, wurden sie bald zum Welterfolg. 1909 besuchten 12.000 Besucher die Höhle, die innerhalb von drei Stunden 37.000 Ansichtskarten verschickten. 1911 waren es zu Pfingsten bereits 75.000. Ab diesem Jahr erhielt das Höhlenpostamt mit vier Postbeamten auch seine regulären Öffnungszeiten, davor war es nur bei besonderen Gelegenheiten geöffnet.

Kongresshalle

Die Halle ist nach dem 4. Internationalen speläologischen Kongress benannt, der 1965 in dieser Halle das erste Mal stattfand. Da hier das erste Fest zu Pfingsten 1825 nach der Eröffnung stattfand, das später jedes Jahr am Pfingstmontag gefeiert wurde, nannte man die Halle auch den Ballsaal. Anfang der 1990er Jahre wurde das einst traditionelle Pfingstfest wiederbelebt. Auf der Veranstaltung mitsamt Gottesdienst, sorgen neben heimischen Musikern auch gastierende Musik- und Gesangsgruppen für die festliche Stimmung.

Die Höhle von Postojna

Die Drachenjünglinge

Die Drachenjünglinge und andere Bewohner der Höhle

Er ist der geheime Star in der Höhle von Postojna: der Grottenolm oder auch Menschenfischlein. Eigentlich sind sie alle Jünglinge, da die erwachsenen Tiere die meisten körperlichen Eigenschaften behalten, könnte er da nicht auch einmal ein Drache werden?

Doch jetzt sind sie auch die Lieblinge der Besucher, die meisten wohnen in den Teilen der Höhle, die nicht von Besuchern betreten werden, aber ein paar von ihnen können in der Proteus-Höhle im Vivarium betrachtet werden. Diese befindet sich im Gang neuer Unterschriften, 50 Meter vom Eingang der Höhle entfernt.

Proteus Anguinus, Foto © Arne Hodalic
Der Grottenolm (Proteus anguinus) wird 25 bis 30 Zentimeter groß und ist damit das größte Höhlentier. Er ist an das Leben im Dunkeln vollkommen angepasst – seine Haut ist fast weiß mit einer rosaroten Tönung, sie sieht fast durchsichtig aus, und enthält keine schützenden Pigmente. Auch seine Augen sind zurückgebildet. Er atmet durch Kiemen, durch eine einfache Lunge und durch die Haut, sein entwickeltes Innenohr ist zugleich Gleichgewichts- und Hörorgan. Seine beiden weit auseinanderstehenden dünnen Beinpaare haben vorne drei und hinten zwei Zehen. Beim Schwimmen setzt er auch seinen flossenförmigen Schwanz ein.

Der Grottenolm, Foto © Ciril Mlinar Cic
Krebse, Würmer, Schnecken und sonstige wirbellose Wassertiere stehen auf seinem Speiseplan. Der Drachenjüngling ist eigentlich ein richtiger Methusalem: er kann bis zu 100 Jahre alt werden und ohne Nahrung auch mehrere Jahre überleben. Nachkommen entstehen, indem die Weibchen an der Unterseite von flachen Steinen ihre Eier ablegen.
Der Grottenolm ist in Slowenien eine geschützte Tierart und steht seit 1982 auf der Liste der seltenen und bedrohten Arten und darf daher ohne besondere Zustimmung der zuständigen Naturschutzorgane auch nicht gefangen werden.

In der Höhle von Postojna sind allerdings noch viele weitere Arten von Tierbewohnern zu finden, man spricht von 99 bis zeitweise 150 verschiedene Arten: kleine Spinnen, kleine Höhlenkäfer, Wasserasseln, Heuschrecken, Wasserschnecken, Fledermäuse und so weiter. Damit zähle die Höhe von Postojna zu den bewohntesten Höhlen der Welt. Sie gilt auch als Wiege der Speläobiologie, seit Luka Čeč 1831 den ersten Höhlenkäfer entdeckte und man in den weiteren Jahren unerwartet eine große Anzahl von Höhlenbewohnern entdeckte.
Das Aquarium mit den Grottenolmen
Da die steigende Anzahl der Besucher einen negativen Einfluss auf die Fauna der Höhle hatte, schlug der Speläologe und spätere Direktor, Ivan Andrej Perko vor, einen Teil der Höhle aus der Besichtigung zu streichen und dort eine biologische Forschungsstation einzurichten. 1931 entstand so die „Stazione Biospeleologica“. Die modernisierte Station – das Vivarium Proteus – wurde renoviert, restauriert und 2002 wieder eröffnet. Ein Teil ist für die wissenschaftliche Forschung bestimmt, der andere enthält ein Aquarium, in dem die Besucher lebendige Höhlentiere beobachten können.

Ihr Besuch

Was Sie für Ihren Besuch wissen sollten:

Die Temperatur ist in der Höhle konstant und beträgt Sommer wie Winter um die 10 Grad. Passen Sie daher ihre Schuhe und auch ihre Bekleidung den Gegebenheiten an. Einen warmen Umhang kann man sich von Mai bis September auch vor dem Höhleneingang ausleihen.
Die Besichtigung der Höhle ist nur mit Führern möglich, die die Besonderheiten der Höhle in Deutsch, Englisch, Italienisch und Slowenisch näher erklären. Es sind auch Audioguides in weiteren 17 Sprachen verfügbar.

Der Fluss Pivka in der Höhle von Postojna
Gehbehinderte können die Höhlen von Postojna entweder nur mit dem Zug, aber auch den Wanderweg besuchen, wenn der Rollstuhl gefaltet werden kann und sie von einer anderen Person begleitet werden.
Den Anweisungen des Personals muss für die eigene Sicherheit und auch für den Umweltschutz unbedingt Folge geleistet werden. Während der Zugfahrt ist Aufstehen, Hinauslehnen und Auf- und Abspringen verboten. Wege außerhalb der Markierungen dürfen nicht betreten werden. Das Berühren der Tropfsteine ist ebenso wie das Wegwerfen von Müll, Fotografieren und Rauchen verboten und auch die Mitnahme von Lebensmitteln ist nicht erlaubt.
Durch all diese Maßnahmen will man vor allem das fragile Ökosystem der Höhle schützen.

Erlebnisführungen für Abenteuerlustige

Wer mehr über das Höhlensystem von Postojna wissen möchte und sich abseits der Besucherscharen in die Höhlen vorwagen möchte, für den sind die Erlebnisführungen optimal. Dabei kann man anspruchsvollere Passagen erkunden, Wassersperren überqueren und den Spuren der Höhlenforscher folgen,  in einer kleinen Gruppe in Begleitung eines qualifizierten Höhlenführers gibt es Führungen in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden.

Die Höhle von Postojna
Dabei kann man die Kleinen Höhlen sehen, den Bunten Gang und den Unteren Tartarus, die Schwarze und die Pivka-Höhle und die Otoker-Höhle.
Die Erlebnisbesichtigungen müssen spätestens drei Werktage vor dem gewünschten Datum angemeldet werden, es muss eine 30-prozentige Vorauszahlung getätigt werden und die Teilnehmer müssen ihre schriftliche Zustimmung zur Teilnahme geben. Eine entsprechende Höhlenausrüstung kann ausgeliehen werden und ist im Preis eingeschlossen. Wärmere Bekleidung mit langen Ärmel, langer Hose, warme Strümpfe, gummierte Schutzhandschuhe und Ersatzkleidung werden empfohlen.

Die Expo

Die Ausstellung befasst sich mit der Geschichte der Höhle, dem Karst, den Bewohnern der Höhle und seinen Besuchern. Ein dreidimensionales Modell zeigt viel Wissenswertes über den Karst, Karsterscheinungen und die Besonderheiten der Karstumwelt. Außerdem erfährt man einiges über die Entwicklung des Tourismus und die vielen bekannten und berühmten Besucher der Höhle.

Die Expo
Die jüngsten Besucher werden vom Grottenolm und dem Käfer Leptodirus Hochenwartii durch die Ausstellung geführt und können sogar eine Fahrt mit dem echten Höhlenzug ausprobieren.
Außerdem können mit der Eintrittskarte zur Expo auch noch die Ausstellung über „Das Leben in Millionen von Jahren“ sowie „Die Schmetterlinge der Welt“ besucht werden.

In der Ausstellung
Die Expo ist im Gebäude am Anfang der Promenade untergebracht.
Die Höhle von Postojna kann an 365 Tagen im Jahr besucht werden.
Informationen und Buchung unter Tel: +386 5 7000 100

Buchtipps:

Hier noch ein paar Lesetipps für alle die auch auf alten Spuren durch Slowenien und das Küstenland reisen möchten. Unsere Mitstreiter Josef Wallner und Norbert Eisner sind auch Buchautoren:

Reisen in der Untersteiermark|Štajerska (zoppelberg Verlag 2011)
Unbekanntes Slowenien. Reisen auf Altösterreichs Spuren in Krain und Laibach. (zoppelberg Verlag 2012)
Geliebtes Görz. Von den Alpen zur Adria. Eine Reise durch das altösterreichische Küstenland. (Verlag Ferdinand Berger & Söhne 2013)

Höhle von Postojna
6230 Postojna, Jamska cesta 30
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.postojnska-jama.eu

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