Unter dem Titel „Die Evolution der Minerale“ präsentiert ab 5.4.2017 das Naturhistorische Museum Wien ein neues und spannendes Konzept der Dauerausstellung der bestehenden Mineralogischen Sammlung.

Ausstellungsansicht "Die Evolution der Minerale" © NHM Wien. Alice Schumacher

Objekte aus der Erdgeschichte und 56 Minerale stellen in einer neu gestalteten Vitrine im Saal 1 den Besuchern die gemeinsame Entwicklungsgeschichte vom Urknall bis zur Gegenwart vor.

Bei der Entstehung des Sonnensystems gab es nur eine Handvoll Minerale. Heute sind auf der Erde über 5.000 Minerale bekannt, die sich durch die Einflüsse von verschiedenen fortlaufenden Umweltbedingungen und geologischen Prozessen auf der Erde ständig verändert haben und so zu einer großartigen Mineralenvielfalt führten. Schätzungsweise gibt es auf dem Mond nur ca. 300 Minerale, auf dem Mars etwa 420, wobei aber bis heute nicht alle nachgewiesen wurden.

Urmineral Forsterit © NHM Wien, Alice Schumacher

Als Ursprung der Evolution der Minerale gilt die Zeit nach dem riesigen Urknall vor 13,8 Milliarden Jahren, bei dem sich als erste Elemente Wasserstoff und Helium bildeten.  

Dieses spannende Konzept der Dauerausstellung beschreibt leicht verständlich die Entwicklungsstadien von der schwarzen, roten, weißen bis zur grünen Erde.

Die schwarze Erde © NHM Wien

In der Zeit der "schwarzen Erde" war die frühe Erde ständigen Explosionen durch kleinere und größere Sterne ausgesetzt, bei denen die Elemente durch Erhitzung schmolzen, sich neue Minerale reichlich formten und Magma erkaltete.

Urmineral Diamant © NHM Wien, Alice Schumacher

In dieser Entwicklungsperiode entstanden die 12 Urminerale. Unter denen sind Diamant, Graphit, Rutil, Forsterit und weitere in der Vitrine zu sehen.  Die Zirkone-Minerale gehören auch zu den ältesten Minerale der Erde, die zum ersten Mal im NHM Wien zu sehen sind, obwohl die Winzlinge erst unter einer in die Vitrine integrierten Lupe sichtbar werden.

Die weiße Erde © NHM Wien

Im Stadium der "roten Erde" kommen erstmals Lebewesen ins Spiel, allerdings hat das Leben am Anfang nur wenig Einfluss auf die Bildung von neuen Mineralen. Noch ist die Atmosphäre ohne Sauerstoff. Erstmals werden Gesteine durch die Aktivität von Lebewesen gebildet: in den Flachmeeren entstehen durch den Stoffwechsel von Bakterien und Algen feingeschichtete Karbonaten, Lebewesen im Meer beginnen durch Photosynthese Sauerstoff zu produzieren, doch erst vor etwa 2.5 Milliarden Jahren kann sich der Sauerstoff in der Atmosphäre anreichern - der Planet Erde beginnt zu "rosten": Schwarzes Vulkangestein wird rot, da durch die Oxidation von Eisen neue, oft rötliche Minerale entstehen.

Die weiße Erde © NHM Wien

Die Phase zwischen 1 Mrd. bis 540 Millionen Jahren vor unserer Zeit  bezeichnet man als die "weiße Erde", die durch einen wiederholten Wechsel zwischen Kalt- und Warmzeiten das Leben auf der Erde veränderte. Bei dem feuchten und kühlen Klima bildeten sich Gletscher und die Abkühlung nahm rasch zu, bis fast die gesamte Erde von einem einzigen Mineral bedeckt war: von Eis. Die Entwicklung des Lebens und der Minerale stagnierte.

Die grüne Erde © NHM Wien

In der Zeit der "grünen Erde", die von 540 Millionen begann und bis heute anhält, wuchs das Leben explosionsartig heran. Die Lebewesen entwickelten erstmals Hartteile wie Schalen, Panzer, Knochen und Zähne, die aus Mineralen bestehen. Es kam zu starker Gesteinsverwitterung durch warmes, feuchtes Klima und hohem Sauerstoffgehalt und dadurch entstanden zahlreiche neue, verschiedene und kunterbunte Minerale.

Oxidationsmineral Konichalcit © NHM Wien, Alice Schumacher
Öffnungszeiten:
Donnerstag – Montag 9:00 – 18:30 Uhr, Mittwoch 9:00 – 21:00 Uhr, Dienstag geschlossen

Eintrittspreise:
Erwachsene 10,- Euro
bis 19  Jahre & Freunde des NHM Wien freier Eintritt
Ermäßigt 8,- Euro
Gruppen (ab 15 Personen) pro Person 8,- Euro
Studenten, Lehrlinge, Soldaten & Zivildiener 5,- Euro
Jahreskarte 27,- Euro

Digitales Planetarium 5,- Euro
Ermäßigt 3,- Euro

Ab 5.4.2017 Die Evolution der Minerale im NHM Wien

Naturhistorisches Museum Wien
1010 Wien, Maria-Theresien-Platz
Tel.: +43 1 521 77
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.nhm-wien.ac.at

Mira Wimmer

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