Vom 5.4.-25.6.2017 zeigt die Albertina anlässlich des 75. Geburtstags von Eduard Angeli eine Retrospektive des österreichischen Malers.

Die Ausstellung präsentiert Gemälde und Zeichnungen des Künstlers und zeigt einen Überblick über die Anfänge in den 1960er Jahren bis zu seinen neuen Werken.

Tryptichon - Albertina, Retrospektive Eduard Angeli

„Wenn alles still ist, geschieht am meisten.“ (Søren Kierkegaard)

Eduard Angeli und Direktor Schröder bei der Pressekonferenz

Angeli, der in an der Akademie der bildenden Künste in Wien studierte, dann bis 1971 nach Instanbul ging und nun in Venedig und Wien lebt, setzte sich zu Beginn seiner Arbeiten mit politischen Themen auseinander – der Kolonialismus und der Militarismus in der Türkei spielen in seinem Frühwerk eine tragende Rolle und doch sind auch in diesen Bildern Stille und Melancholie zu spüren.

Eduard Angeli Retrospektive 
Die Bilder am Beginn der Ausstellung, die Flugzeuge und ihre Besatzung in der Wüste zeigen, erinnerten mit sehr an den Kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry. Fast könnte man auch glauben, dass es das Flugzeug des Autors ist in der Wüste gelandet. Später werden die Formate größer und die Pastelltechnik wird in Angelis Werken zentral, es entstehen riesige, autonome Blätter. Die Personen verschwinden aus den Bildern, die Einsamkeit und die Stille, aber auch die Melancholie nimmt zu.

Eduard Angeli, Für ein großes Ziel, 1973 © Eduard Angeli
In den 1980er und frühen 90ern stehen Alltagsgegenstände wie Messer, Trommeln oder Lautsprecher, die in leere Räume, Häuserwände oder Landschaften eingebettet werden im Mittelpunkt seiner Werke und geben den Arbeiten eine seltsame Magie.

Eduard Angeli, Das Feuer, 1977 © Eduard Angeli
In den neueren Werken wird die Farbigkeit noch weiter zurückgedrängt – Kohle und Kreide sind nun die Mittel seiner Wahl. Es entstehen einsame Aufnahmen von interessanten Details von Städten, die eigentlich von Touristen überschwemmt, hier seltsam tot und dennoch anziehend wirken. Nebel und das Licht, das dennoch aus dem Nebel strahlt und ihn umgibt verleiht den Bildern wieder eine eigenartige Magie, die den Besucher in das Bild hineinzieht. Manchmal wirken sie wie eine Bühne, man steht davor und erwartet jede Minute dass sich nun in der Kulisse etwas bewegen wird.

Retrospektive Eduard Angeli
Obwohl ein einzigartiger melancholischer Grundton Angelis Werke in allen Schaffensphasen begleitet, ziehen sie den Besucher an. Man sieht sie gerne an, lässt sich auf eine Reise der Phantasie inspirieren. Sie wirken nicht negativ, strahlen keine gedrückte Stimmung aus, manche verweisen den Betrachter in eine Distanz, manche ziehen ihn in die Landschaft hinein. Die Bilder strahlen eine Einsamkeit aus, die man auch als Rückzugmöglichkeit von der schnelllebigen heutigen Gesellschaft mit ihren vielen Reizen erleben kann.

Eduard Angeli, Nebel, 2008 © Eduard Angeli

Nehmen Sie sich also ausreichend Zeit für die Ausstellung und genießen Sie das Feeling …

Der Künstler beim ORF Interview

Eduard Angeli wurde am 15. Juli 1942 in Wien geboren, studierte 1960 bis 1965 an der Akademie der bildenden Künste Wien und lebte bis 1971 in Instanbul, wo er an der dortigen Kunstakademie einen Lehrauftrag inne hatte, 1971 kehrte er nach Wien zurück, seit 2000 lebt und arbeitet er in Venedig und Wien. Eduard Angeli zählt zu den Ausnahmegestalten im zeitgenössischen Kunstbetrieb.

Eduard Angeli, Leuchtturm, grün, 2012 © Eduard Angeli

Einzigartig ist der melancholische Grundton der seine Werke begleitet und den er vor allem durch eine formal-ästhetische Reduktion erreicht: Angeli beherrscht wie kein anderer die hohe Kunst des nuancierten Subtrahierens. Er eliminiert in seinen Werken alle narrativen Details des städtischen Alltags und reduziert die Realität auf das Wesentlich, bis deren reine Poesie in Erscheinung tritt.

Eduard Angeli Retrospektive in der Albertina
„Es gibt vielerlei Lärm. Aber es gibt nur eine Stille.“ (Kurt Tucholsky)

Eduard Angeli Retrospektive in der Albertina
Begleitende Rahmenveranstaltungen der Ausstellung:

Podiumsgespräch

Am 19.4.2017 findet um 18:30 Uhr im Musensaal der Albertina ein Podiumsgespräch mit Eduard Angeli und Prof. Dr. Klaus Albrecht Schröder statt, bei dem Eduard Angeli über seine künstlerische Entwicklung und wiederkehrende Themen in seinen Arbeiten sprechen wird. Auch seine Verbindung zu Städten wie Venedig, Istanbul und Sankt Petersburg, die in seinem Werk eine wichtige Rolle spielen, sowie die enge langjährige Zusammenarbeit und die Konzeption der Retrospektive werden Gegenstand des Gesprächs sein.

Eduard Angeli Retrospektive in der Albertina

Juniorführung

Highlights der Ausstellung in einer Stunde für Kinder von 6-12 Jahren
Die Kinder und Jugendlichen entdecken bei ihrem Rundgang durch die Ausstellung, das Thema Eduard Angelis: Die Leere und wie man „nichts“ darstellen kann. Die Führung gibt einen Überblick über das Lebenswerk, der vor 40 Jahren mit hellen, luftigen Pastellbildern begann und dann die Einsamkeit suchte. Die Juniorführung findet am Samstag, den 13.5. 2017 von 14:30 – 15:30 Uhr statt, der Führungsbeitrag ist 4 Euro, eine Anmeldung unter +43 1 534 83-540 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ist auf Grund der begrenzten TeilnehmerInnenzahl erforderlich. Artivity-Mitglieder und erwachsene Begleitpersonen erhalten Ermäßigungen.

Eduard Angeli in der Albertina

5.4.-25.6.2017 Eduard Angeli Retrospektive
Albertina, Basteihalle
1010 Wien, Albertinaplatz
Tel: +43 1 534 83-0
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.albertina.at

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