Vom 8.3.-28.5.2017 kann man im Kunstblättersaal eine Auswahl der schönsten Bucheinbände der Wiener Werkstätte, aber auch Entwürfe und ein Kasten mit Lederstempel.

Das Buch wird nicht aussterben, obwohl es heute vielfältige digitale Varianten gibt. Möglicherweise wird es bald ein Revival geben wie bei der Schallplatte. Ob es allerdings je wieder so hoch im Kurs stehen wird und als Gesamtkunstwerk betrachtet wird, wie von den Gründern der Wiener Werkstätten, das ist dann wieder doch nicht zu erwarten.

Bucheinbände der Wiener Werkstätte im Mak
Die Entwerfer und Handwerker der Wiener Werkstätte beschäftigten sich auch mit der künstlerischen Gestaltung von Büchern. Diesem Aspekt widmet das MAK nun erstmal eine eigene Ausstellung und gibt damit einen Überblick über facettenreiche Einbandentwürfe, zeigt an die 70 Bücher aus den Privatsammlungen von Ernst Ploil und Richard Grubmann, die mit ausgewählten Bucheinbänden aus der MAK-Sammlung ergänzt wurden, sowie rund 500 Lederstempel.

Die Lederstempel

Ernst Ploil brachte uns bei der Pressekonferenz die Wiener Werkstätte und ihre Bücher näher:

Die Wiener Werkstätte ließ sich vor allem von der Arts und Crafts-Bewegung aus England inspirieren, vor allem die Kreationen von William Morris lieferten Josef Hoffmann und Koloman Moser wesentliche Impulse und sie kauften auch ganz bewusst jenes Leder für ihre Kreationen ein, das auch Morris bei seinen Bucheinbänden verwendete.

Auch die Entwürfe sind wunderschön
Carl Beitel, ein renommierter Wiener Buchbinder wurde 1904 als Geschäftsführer der Buchbinderei eingesetzt. Doch nicht nur die manuelle Fertigung, auch die originelle Gestaltung wurde bald national und international gewürdigt, auch Berta Zuckerkandl war davon angetan.

Bucheinbände der Wiener Werkstätte im Mak
In der Ausstellung sieht man unter anderem ein von Hoffmann gestaltetes Cover zu Alexandre Dumas‘ Die drei Musketiere oder ein Buchumschlag zu Dante Alighieris Die Göttliche Komödie, der mit einem goldenen Sternenhimmel auf die Geschichte Bezug nimmt.

Bucheinbände der Wiener Werkstätte im Mak
Die Wiener Werkstätten beeindruckten auch durch ihr breites technisches Repertoire: Ledereinlegekunst, Blinddruck, Handvergoldungen und Lederflechten wurde eingesetzt, mit Kleister- und Tunkpapieren wurde gearbeitet. Auch das eingesetzte Material war edel: in erster Linie wurde Ziegenleder, sogenanntes „Maroquin“ verwendet, aber auch Krokodil-, Schlangen-, Perlrochen-, Eidechsen- oder sogar Froschhaut kamen zum Einsatz.

Bucheinbände der Wiener Werkstätte im Mak
Später kam es teilweise auch zu einer verspielten und üppigeren Gestaltung. Neben Dagobert Peche und Julius Zimpel entwarfen auch Künstlerinnen wie Irene Schaschl-Schuster, Anny Schröder, Hilde Jesser, Fritzi Löw, Gudrun Baudisch, Kitty und Felice Rix, Mathilde Flögl oder Maria Likarz-Strauss Bucheinbände, auf denen auch Blumensträuße oder Blumenvasen zu sehen sind.

Bucheinbände der Wiener Werkstätte im Mak
Zu dieser Zeit zeichnen sich die Entwürfe Hoffmanns durch eine raffinierte Einfachheit des Dekors aus: rhythmisch aneinandergereihte wellenförmige Profile werden nun als dekoratives Element eingesetzt. Ab 1927 entsteht eine weitere Variante, auf die profilierte geometrische und anschließend mit Leder überzogene Holzraster aufgebracht wurden.

Bucheinbände der Wiener Werkstätte im Mak
Das MAK ist Mittwoch bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, am Dienstag von 10:00 bis 22:00 Uhr, wobei von 18:00 bis 22:00 Uhr der Eintritt frei ist.

8.3.-28.5.2017 MAK Kunstblättersaal
1010 Wien, Stubenring 5
Tel: 24-Stunden Infoline: +43 1 712 80 00, während der Öffnungszeiten: +43 1 711 36-248
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.mak.at

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