Einen hochkarätigen Einblick bietet in die Gestaltungstechniken des Glases zwischen 1780 und 1840 bietet vom 1.2.-17.4.2017 die neue Ausstellung im MAK.

MAK Ausstellungsansicht (Foto © MAK)
Im Mittelpunkt der umfassenden Präsentation stehen rund 180 ausgewählte Objekte aus der MAK-Sammlung Glas und Keramik sowie rund weitere 180 Objekt aus der Glassammlung von Christian Kuhn. Die Ausstellung bietet anhand von ausgewählten Objekten einen Einblick in die technischen und künstlerischen Entwicklungen dieser Zeit, die für qualitätsvolle Biedermeiergläser von besonderer Bedeutung sind. Dazu zählen auch die Arbeiten von Josef Mildner (1765-1808), die zu den frühesten ausgestellten Beispielen zählen und durch ihren hohen technischen und künstlerischen Standard beeindrucken.

MAK Ausstellungsansicht (Foto © MAK)

Objekte aus der Werkstatt Samuel Mohns (1762-1815) und seines Sohnes Gottlob (1789-1825) sowie von Anton Kothgasser (1769-1851) repräsentieren die Transparentmalerei. Auch die Technik des Glasschnitts, die zu den schwierigsten der Glasbearbeitung zählt und die ihren Höhepunkt im Biedermeier hatte ist durch Dominik Biemann, Franz Paul Gottstein, Hieronymus Hackel, Johann Lenk, Anton Simm, Franz Anton Pelikan und August Böhm jun. Vertreten.

MAK Ausstellungsansicht (Foto © MAK)
Christian Kuhn legte bei seiner Sammlung den Fokus auf Steingläser und so kann man in der Ausstellung Arbeiten von Friedrich Egermann aus Nordböhmen sehen, der mit seinen „Lithyalinen“ den Höhepunkt dieser Technik schuf und damit einen neuen Typ von Steinglas kreierte, der durch effekt- und ausdrucksvoll verfärbte, inhomogene Teile und verschiedenfarbige Oberflachen begeistert. Seine Gläser stammen teilweise aus der Harrach’schen Hütte in Neuwelt, die ebenfalls Steingläser produzierte. Aber auch die Agatingläser der Bouquoy’schen Glashütten in Südböhmen, die sich in unmittelbarer räumlichen Nähe zur Glashütte von Josef Zich in Joachimsthal befanden, zählen hier zu bedeutenden Beispielen der Steingläser, da sie bereits die spätere Entwicklung des Glases andeuten, die in der Loetz’schen Hütte in Klostermühle neue Höhepunkte erreichte.

MAK Ausstellungsansicht (Foto © MAK)
Das Zustandekommen dieser Ausstellung – nämlich das Zusammenwirken eines erfahrenen Sammlers und eines Kustoden – steht ganz in der Tradition des MAKs. Bereits 1922 hat es eine Ausstellung von Gläsern des Klassizismus, der Empire- und Biedermeier-Zeit im damaligen Österreichischen Museum für Kunst und Industrie, dem heutigen MAK, gegeben an die der Titel der heurigen Ausstellung angelehnt wurde. Auch damals wurden viele Gläser aus privaten Sammlungen präsentiert, wobei die Sammler mit dem Kustos des Museums eng zusammengearbeitet haben. Danach erschien 1923 Gustav Pazaureks Buch „Gläser der Empire- und Biedermeierzeit“, bis heute ein Standardwerk zu diesem Thema. Die Gläser dieser Periode waren auch damals für das Museum von großer Bedeutung: einerseits wurde versucht, die kunsthistorische Entwicklung der Glasformen und –dekortechniken aufzuarbeiten, andererseits boten die Glasveredelungstechniken und die unterschiedlichen Gestaltungsformen immer wieder Anregungen für die lokalen Glasverleger in Wien und in den böhmischen Glaszentren. Bereits damals reagierte das Österreichische Museum für Kunst und Industrie mit historischen Ausstellungen auf das Interesse an Entwerfern wie Josef Hoffmann.

MAK Ausstellungsansicht (Foto © MAK)
Passend zu diesem historischen Kontext zeigt das MAK die Ausstellung „Das Glas der Architekten. Wien 1900-1937“ mit über 300 Gläsern aus den letzten Jahrzehnten der österreichisch-ungarischen Monarchie bis zum Ende der Ersten Republik.

Das MAK ist Dienstag von 10:00 bis 22:00 Uhr geöffnet, wobei der Eintritt von 18:00 bis 22:00 Uhr frei ist. Vom Mittwoch bis Sonntag ist das Museum von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.

MAK Ausstellungsansicht (Foto © MAK)

1.2.-17.4.2017 Gläser der Empire- und Biedermeierzeit
Aus der Sammlung des MAK und der Glassammlung Christian Kuhn
MAK-Ausstellungshalle
1010 Wien, Stubenring 5
Tel: +43 1 711 36-0
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www.mak.at

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