Die neue Sonderausstellung im Naturhistorischen Museum in Wien beschäftigt sich vom 19.10.2016 – 1.5.2017 wohl mit den interessantesten Fragen des Universums.

Bei der beeindruckenden Schau werden all jene Fragen gestellt, die nicht nur Sheldon Cooper und seine Freunde in der Big Bang Theorie interessieren: Woraus besteht das Universum? Was ist Dunkle Materie? Hat das Universum einen Anfang und ein Ende? Was war vor dem Urknall? Dahinter steht aber auch die Überlegung, die die Menschheit seit Jahrhunderten interessiert: Woher kommen wir und wohin gehen wir.

Wie alles begann ... Die neue Sonderschau im NHM Wien
Das Naturhistorische Museum versucht nun in Zusammenarbeit mit dem Institut für Hochenergiephysik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften – für ein breites Publikum (also auch für mich!) - Antworten zu geben und aktuelle Forschungsergebnisse und Experimente zu zeigen. Genial, wie diese Ausstellung gelungen ist. Jeder Raum bietet neue Bilder, Experimente, interaktive Stationen (bis zu einem Selfie-Point!) zum Mitmachen und zum Staunen und Lernen.

Die ersten kleineren Räume rollen die astronomische Seite der Ausstellung auf und versuchen sich zeitmäßig so nah wie möglich dem Urknall zu nähern. Faszinierende Bilder werden den Besucher ebenso beeindrucken wie die Kunstinstallationen, mit denen – wie es Univ.-Prof. Dr. Christian Köberl so schön bei der Eröffnung ausdrückte – beide Gehirnhälften angesprochen werden sollen.

Kunst spielt in dieser Ausstellung auch eine große Rolle

So wird zum Beispiel jedes Aufspüren von Myonen in der Funkenkammer durch die Klanginstallation Myon D von Hofstetter Kurt vom Zirpen einer Grille begleitet. In diesen Räumen lernt der Besucher das sichtbare Universum kennen, unser Sonnensystem wird vorgestellt, der Lebenszyklus der Sterne dokumentiert und Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops entführen uns in die Welt der Galaxien. Die Frage „Wie kam Leben auf die Erde?“ taucht auf…

Wie alles begann .. - im NHM Wien
Die folgenden Räume zeigen die ersten 380.000 Jahre nach dem Urknall, stellen aber auch die Teilchenphysik in einen größeren Kontext: Einerseits spricht man von den Galaxien oder Galaxie-Clustern mit ihren riesigen Dimensionen, dann wieder von den Quarks, den kleinsten Teilchen und doch muss man beide Teile zusammenführen, um das Universum begreifen zu können.

Wie alles begann ... im NHM Wien

Hier werden aber auch die Gluonen, die nach dem Urknall entstanden sind, sowie die Higgs-Teilchen, die Supersymmetrie und die dunkle Materie erläutert. Aber auch hier kann der Besucher wieder selbst aktiv werden und entweder neue Quarks entstehen lassen oder mit Protonen Fußball spielen. Es ist gar nicht so leicht, probieren Sie es demnächst aus.

Fußball spielen mit Protonen - in der neuen Sonderausstellung im NHM Wien

Der nächste Teil der Ausstellung dreht sich um die Erforschung des frühen Universums am Cern – der europäischen Organisation für Kernforschung, der Österreich auch seit 1959 angehört.

Blick in den Kontrollraum von Cern

Hier kann man Einblicke in den größten Teilchenbeschleuniger der Welt erhalten, wozu er gebraucht wird und erfahren wie ein Teilchendetektor funktioniert. Außerdem kann man einen Blick in den Kontrollraum des CMS-Experiments, an dem auch das österreichische Institut für Hochenergiephysik beteiligt ist, machen.

Wie alles begann ... im NHM Wien
Und dann müssen Sie sich entscheiden: denn genauso wenig wie den Anfang kennen wir auch das Ende des Universums und so erwarten Sie am Ende der Ausstellung drei Türen, die die unterschiedlichen Enden des Universums versinnbildlichen: Big Crunch (Zusammenkrachen), Big Rip (Zerreißen) oder Big Freeze (Einfrieren). Mit dem Hindurchschreiten wählen Sie Ihre Erwartung.

Wie wird das Universum einmal enden?

Die Künstler

Einzigartig an dieser Ausstellung ist auch das Zusammenwirken von Kunst und Wissenschaft. Der Urknall als Lichtinstallation, der Sound des LHC als Minimal Music, der Kosmos als begehbarer Raum – durch die sehenswerten Installationen der österreichischen KünstlerInnen und der Kunstschaffenden des art@CMS-Projekts am Cern betrachtet man die Unendlichkeit des Weltalls, aber auch den Urknall auf eine andere, vielleicht sinnlichere Weise:
Eva Schlegel, Barbara Imhof (Weltraumarchitektin und Forscherin) und Damjan Minovsky (Computerexperte und Architekt) schufen die begehbare Rauminstallation „Nebel im Kosmos“. Manfred Wakolbinger präsentiert die Filme „Galaxies 1 – 4“, die er dem indonesischen Inselvolk der Toraja gewidmet hat.

„SUSYs Fingerprint“ von Hofstetter Kurt macht die physikalische Theorie der Supersymmetrie sichtbar. Bei der Lichtinstallation „Nullpunkt von Raum und Zeit“ von Brigitte Kowanz geht es um das Unischtbare, der australische Künstler Chris Henschke präsentiert die Videoinstallation „Nature oft he Apparatus“, bei dem die Klänge des Beschleunigerstrahls den Ablauf des Films steuern und der österreichische Physiker und Künstler Michael Hoch stellt auch das Cern in den Mittelpunkt der Fotocollagen der Serie „The GodParticleHuntingMachine“.

Das Phantom des Universums

Unbedingt empfehlenswert ist auch der Fulldome-Film über die Erforschung der geheimnisvollen Dunklen Materie, der die ersten Hinweise auf ihre Existenz in den 1930er Jahren aus der Perspektive von Fritz Zwicky zeigt, jenem Wissenschaftler, der den Begriff „Dunkle Materie“ prägte. Im Film sieht man nicht nur den empfindlichsten Dunkle-Materie Detektor der Welt, der in der Tiefe einer ehemaligen Goldmine in South Dakota steht, sondern auch den LHC – den Large Hadron Collider – den weltgrößten und leistungsstärksten Teilchenbeschleuniger am Cern in der Schweiz, wo ein internationales Team von Wissenschaftlern der Dunklen Materie auf die Spur kommen möchte. Denn obwohl sie noch nie direkt beobachtet werden konnte, wird ihre Existenz heute nicht mehr in Frage gestellt.

Viele lesenswerte Sprüche finden sich ebenfalls in der Ausstellung
Der Film wird jeden Freitag um 15:00 Uhr und jeden Samstag um 17:00 Uhr im Digitalen Planetarium gezeigt. Es ist eine gültige Eintrittskarte ins Naturhistorische Museum erforderlich. Das Planetariumsticket kostet 5 Euro, mit Ermäßigung 3 Euro.

Auch ein Nobelpreisträger war bei der Pressekonferenz mit dabei: Prof. Dr. George F. Smoot

Zur Ausstellung gibt es auch ein umfangreiches Rahmenprogramm, das Sie nicht außer Acht lassen sollten – hier ist sicher die eine oder andere Veranstaltung auch für Sie von Interesse. Das komplette Programm können Sie hier herunter laden. Univ.Prof. Dr. Christian Köberl, Generaldirektor des Naturhistorischen Museums, Wien wünschte sich bei der Pressekonferenz, dass die Ausstellung gestürmt werden sollte. Das wünsche ich ihm auch! Ich komme nochmal ....


Das Naturhistorische Museum Wien ist täglich außer Dienstag von 9:00 bis 18:30 geöffnet, am Mittwoch von 9:00 bis 21:00 Uhr.

19.10.2016-1.5.2017 Wie alles begann. Von Galaxien, Quarks und Kollisionen.
Naturhistorisches Museum Wien
1010 Wien, Burgring 7 (Eingang Maria Theresienplatz)
Tel: +43 1 521 77-0
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.nhm-wien.ac.at

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